Donald Trump wird US-Präsident: Die Auswirkungen auf die Tech-Branche

Das iPhone wird nur noch in den USA hergestellt und Jeff Bezos setzt den US-Präsidenten in eine seiner Raketen. Donald Trump hat sein Amt als Präsident zwar noch nicht angetreten, aber im Wahlkampf bereits verraten wie seine Tech-Politik aussieht.

Barack Obama spielte im Wahlkampf und als Präsident die große Klaviatur auf allen möglichen Social Media-Portalen und zeigte sich von den Neuerungen der Tech-Branche angetan. Donald Trump ist bisher vor allem als pöbelnder Twitter-Nutzer aufgefallen. Ob er nach der Wahl in Amt und Würden moderatere Töne anschlägt oder weiterhin rumpoltert wissen wir noch nicht. Seine Aussagen im Wahlkampf lassen aber Schlüsse zu, die die Tech-Branche betreffen – ganz unabhängig davon, wie schockiert große Teile des Silicon Valley über den Wahlsieg sind und sogar über Auswanderung nachdenken.

iPhone made in USA

Einen Tag nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ruft Tim Cook seine Mitarbeiter zur Einheit auf. In einer E-Mail des Apple-CEO, die Buzzfeed veröffentlicht hat, heißt es unter anderem: "Regardless of which candidate each of us supported as individuals, the only way to move forward is to move forward together." Darüber hinaus kündigt er an, dass Apple seinen Weg weiter gehen werde und die Produkte weiterhin für "großartige Dinge" genutzt und das "Leben vieler Menschen verbessern" werden. Das Unternehmen bleibe darüber hinaus offen für alle und sei weiterhin stolz auf die Diversität in der Belegschaft.

Diese Äußerungen sollen nicht nur für ein gutes Arbeitsklima zwischen Clinton- und Trump-Wählern sorgen, sondern sind auch eine Reaktion auf auf Trumps Forderungen aus dem Wahlkampf, dass Apple seine Geräte nicht mehr in China fertigen lassen, sondern in den USA zusammenbauen soll. Sogar einen Boykott von Apple brachte Trump ins Gespräch. Als Präsident hat er allerdings keine Möglichkeit Apple zur Produktion in den USA zu zwingen. Dafür müsste er den Kapitalismus abschaffen, was selbst für einen milliardenschweren Präsidenten schwer sein dürfte. So blieben ihm am Ende nur positive Reize wie Steuererleichterungen oder Fördermittel, um Apple "Made in USA" schmackhaft zu machen. Im Wahlkampf schlug er zum Beispiel vor den Steuersatz für in die USA zurückgeholte Gewinne von derzeit 35 auf 10 Prozent zu senken.

Auf die globale Smartphone-Produktion hat US-Präsident Trump keine direkten Auswirkungen. Die Entwicklung und die Produktion der Geräte findet überwiegend in Asien, weit weg von seinem Herrschaftsbereich statt. Nur Indirekt könnte er das Galaxy S10 oder LG G8 beeinflussen. Nämlich dann, wenn er den weltweiten Handel ins Stocken bringt, um seiner Meinung nach die US-Wirtschaft zu schützen.

Freie Hand für die Geheimdienste

Schon unter Barack Obama konnte die NSA ein weit verzweigtes Überwachungsnetz über das Internet spannen und es ist nicht zu erwarten, dass Trump dies beenden oder einschränken wird. Im Gegenteil, seine Äußerungen im Wahlkampf legen nahe, dass die Geheimdienste in Zukunft weitere Mittel und quasi freie Hand bei ihren Handlungen erhalten.

Netzneutralität als Zensur

Für Donald Trump ist Netzneutralität, also die Gleichbehandlung allen Internetverkehrs, gleichbedeutend mit Zensur. Ihm wäre es lieber, würden bestimmte Inhalte nicht so schnell übertragen oder Firmen für die Bevorzugung ihrer Dienste Geld an die Provider bezahlen. Bisher schützt die Regulierungsbehörde Federal Communications Commission die Netzneutralität in den USA. Da ihre fünf Commissioners vom US-Präsidenten für fünf Jahre ernannt werden, könnte Trump hier einen Wandel bewirken, der aber zuerst US-Nutzer betrifft, aber sicherlich auch Auswirkungen auf die Diskussion um Netzneutralität in Deutschland hätte.

Auseinandersetzung mit Jeff Bezos

Mit dem Amazon-Gründer Jeff Bezos hat sich Donald Trump bereits während seines Wahlkampfs auseinandergesetzt und offen gedroht: "If I become president, do they have problems?". Dies fragte er im Februar und lieferte selber die Antwort "They’re going to have such problems." Konkret warf er dem Amazon-Gründer vor mit dem Kauf der Washington Post, die sich als Zeitung offen für seine Konkurrentin Hillary Clinton ausgesprochen hatte, Steuern sparen und politischen Einfluß für sich und Amazon nehmen zu wollen. Bezos selber wollte Trump aber weiterhin einen Platz in einer seiner Blue Origin Raketen reservieren.


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