Gerichtsurteil: Facebook darf eure WhatsApp-Daten weiterhin nicht verwenden

Ob Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit dem Urteil einverstanden ist?
Ob Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit dem Urteil einverstanden ist?(© 2017 Facebook)

WhatsApp gehört zwar mittlerweile zu Facebook, das bedeutet offenbar aber nicht, dass dieser Umstand auch für die Nutzer gilt. Zumindest in Deutschland darf der Social-Media-Riese personenbezogene WhatsApp-Daten von euch nicht einfach für die Social-Media-Plattform verwenden, beispielsweise für zielgerichtete Werbung.

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat entschieden, dass Facebook keine Daten der deutschen WhatsApp-Nutzer verwenden darf. Dies sei zumindest auf Grundlage der derzeit gültigen AGBs nicht möglich, wie das Justizportal Hamburg berichtet. Zuvor hatte Facebook einen Eilantrag eingereicht, um gegen die schon zuvor gültige Untersagung des Gerichts vorzugehen, die wiederum einer Anordnung eines Hamburger Datenschutzbeauftragten folgte.

Nutzungsbedingungen versus Datenschutzrecht

Weiterhin sei das Problem, dass die im Jahr 2016 neu eingeführten Nutzungsbedingungen von WhatsApp voraussichtlich gegen das deutsche Datenschutzrecht verstoßen. Dementsprechend habe das Gericht im Interesse der Nutzer gehandelt und untersagt dem Konzern die Verwendung persönlicher Daten für das soziale Netzwerk. Ein weiterer Antrag von Facebook dürfte ohne Änderung der Nutzungsbedingungen daher eher wenig Aussicht auf Erfolg haben.

Die AGB-Änderung hat Facebook schon zuvor Ärger eingebracht. So habe das Unternehmen schon eine Summe in Höhe von 110 Millionen Euro an die Europäische Kommission zahlen müssen, da die aktualisierten Nutzungsbedingungen eine Verknüpfung von WhatsApp- und Facebook-Konten erwähnen. 2014 habe der Konzern allerdings noch behauptet, das sei technisch nicht möglich – in den Augen der EU-Kommission eine Lüge, die mit einer hohen Summe bestraft wurde.

Weitere Artikel zum Thema
Zwei-Faktor-Authen­ti­fi­zie­rung für Face­book, Google, Twit­ter & Co einrich­ten
Jan Johannsen
Das Smartphone ist bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht das einzige, aber sicherlich das wichtigste Hilfsmittel.
Zwei-Faktor-Authentifizierung sorgt für mehr Sicherheit beim E-Mail-Konto, in sozialen Netzwerken oder beim Online-Shopping. So richtet ihr sie ein.
Ohne eure Zustim­mung: Einige Smart­phone-Apps senden Daten an Face­book
Christoph Lübben
Spotify gehört wohl zu den Apps, die Daten ungefragt an Facebook senden
Auch wenn ihr das nicht wollt, senden einige Apps wohl Daten an Facebook. Offenbar ist ein Entwickler-Kit der Grund dafür.
Jahres­rück­blick: Das war 2018 im Inter­net
Jan Johannsen
Und, womit hat ihr 2018 so die Zeit verbracht?
Welche Apps wurden am meisten installiert? Wonach wurde am meisten gesucht? Welche Musik lief bei euch hoch und runter? Die Jahresrückblick-Übersicht.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.