Google Glass ein Flop: Tim Cook wusste es schon immer

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Tim Cook hielt Google Glass schon immer für eine schlechte Idee
Tim Cook hielt Google Glass schon immer für eine schlechte Idee(© 2014 Youtube/Apple)

Google hat stellt sein Datenbrillen-Projekt Google Glass eingestellt, denn es ist gefloppt. Dass es soweit kommen wird, dachte sich Tim Cook offenbar schon sehr früh, wie ein Kommentar des Apple CEOs nahelegt, der in einen kürzlich veröffentlichten Portrait des Apple Chef-Designers Jony Ive entdeckt wurde.

Aufgefallen war die entsprechende Textstelle der US-Webseite Glass Almanac. Die weist allerdings auch deutlich darauf hin, dass ein großer Teil der Reportage über Ive für The New Yorker bereits im vergangenen Jahr erarbeitet wurde – einige Zeit bevor das Ende von Google Glass offiziell bekanntgegeben wurde. Dass Cook also erst jetzt, einen Monat nach dem Ende der Datenbrille ein "Ich hab's schon immer gesagt!" auf den Weg bringen möchte, ist eher unwahrscheinlich.

Google Glass-Flop spielt Apple in die Karten

Das Apple-Management hielt noch nie viel von der Datenbrille Google Glass, das spiegelt sich auch in einer Aussage von Marketingchef Phil Schiller aus dem Jahr 2012 wieder. In einer E-Mail-Korrespondenz mit dem Blogger Abdel Ibrahim lästerte dieser darüber, dass kein normaler Mensch diese Brille tragen möchte. Wie 9to5Google berichtet, äußerte Apple CEO Tim Cook ein Jahr später auf der D11 Conference eine ähnliche Meinung: Hier erklärte er allerdings noch zögerlich, dass die Anziehung dieser Brille auf eine breite Masse an Menschen "nur schwer zu erkennen" sei.

Im Textauszug des Jony Ive-Portraits heißt es, dass Tim Cook und seine Mitarbeiter sich schon immer sicher war, dass Google Glass keine kluge Idee sei – und zwar einzig schon aus dem Grund, dass es sich um eine Brille handelt. So soll Jony Ive laut The New Yorker gesagt haben, dass für ihn der eindeutig richtige Platz das Handgelenk sei, wohingegen das Gesicht schlicht der falsche Ort für die Unterbringung solcher Technologie wäre. Tim Cook soll kommentiert haben, dass die Technik dezent im Hintergrund bleiben müsse.

Das Aus für die Datenbrille des großen Konkurrenten Google dürfte Apple einige Monate vor dem Release der Apple Watch sicherlich gelegen kommen. Immerhin bestätigt dies, dass Apple in diesem Feld nicht hinter der Konkurrenz hinterherhinkt, sondern schlichtweg eine schlechte Idee ignoriert und womöglich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Es bleibt allerdings offen, ob die Apple Watch nun wirklich zu einem großen Erfolg wird, oder ob das Handgelenk am Ende vielleicht auch nicht der richtige Platz für ein Wearable ist.

Update 19. Februar 2015 11:11 Uhr: Eingestellt hat Google nur das Explorer-Programm seiner Datenbrille und damit den Verkauf der bisherigen Version des Gerätes. Dass Google Glass nach dem Flopp noch einmal auf die Bühne zurückkehren wird, ist jedoch nicht völlig ausgeschlossen: Im Zuge des Verkaufsstopps, der im Januar verkündet wurde, setzte der Internetriese Tony Fadell, den Gründer von Nest, als neuen Projektleiter ein, der die weitere Entwicklung der Datenbrille außerhalb von Googles X-Labs fortführen soll. Was sich daraus entwickeln wird, ist zur Zeit nicht absehbar. Sollte Google jedoch beim grundlegenden Konzept einer Brille bleiben, dürfte sich zumindest die Meinung des Apple-Managements bezüglich Google Glass nicht so schnell ändern. Vielen Dank an unseren Leser Remo für den Hinweis.


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