iPhone 6-Boom: Apple entthront Xiaomi in China

Unfassbar !24
Original schlägt Nachahmer: Apple zieht in China an Xiaomi vorbei
Original schlägt Nachahmer: Apple zieht in China an Xiaomi vorbei(© 2015 CURVED)

Die Bilanz des Weihnachtsquartals wirft ihre Schatten voraus. Stunden bevor Tim Cook Rechenschaft über den Berichtszeitraum Oktober bis Dezember vor Aktionären ablegt, lässt der Marktforscher Canalys schon eine Katze aus dem Sack: In China hat Apple so viele iPhones verkauft, dass Xiaomi die Marktführerschaft an Apple verloren hat.

Xiaomis Regentschaft im Reich der Mitte ist nach zwei Quartalen schon wieder zu Ende. Der chinesische Emporkömmling aus dem Smartphone-Markt ist im vierten Kalenderquartal auf den zweiten Platz zurückgefallen, wie der kanadische Marktforscher Canalys ermittelte.

Eine Überraschung ist es nicht: Zu Jahresbeginn brüstete sich Konzernchef  Lei Jun mit dem Erreichen der Marke von 60-Millionen-Verkäufen im Gesamtjahr, ließ aber eine unerwartete Schwäche erkennen: Zwischen Oktober und Dezember konnte Xiaomi nicht mehr wachsen, sondern verkaufte bestenfalls auf Vorquartalsniveau geschätzte 17 Millionen Einheiten.

China wird Apples wichtigster iPhone-Absatzmarkt

Dass angesichts des Markteintritts des iPhone 6 und 6 Plus seit Mitte Oktober der erste Platz an Branchenprimus Apple verloren ging, ist keine Überraschung. Wenn der wertvollste Konzern der Welt heute Abend nach Handelsschluss seine mit Spannung erwartete Bilanz für das Weihnachtsquartal verkündet, werden Rekordzahlen nach jeder Lesart erwartet.

Wie die Financial Times gestern berichtete und UBS-Analyst Steven Milunovich Wochen vorher prognostizierte,  dürften im vierten Kalenderquartal 2014 – dem ersten des Apple-Fiskaljahres 2015 – ganze 35 Prozent aller iPhone-Lieferungen nach China gegangen sein.

Im vierten Quartal des Jahres 2013 waren noch 22 Prozent aller iPhones in China verkauft worden. Der deutliche Anstieg im vergangenen Quartal geht ganz maßgeblich auf die Kooperation zurück, die Apple Ende 2013 mit China Mobile eingegangen ist. Der größte Mobilfunkanbieter Chinas hat mit über 800 Millionen Vertragskunden mehr Nutzer als die drei großen US-Anbieter AT&T, Verizon und Sprint zusammen.

Apple ist die Marktführerschaft in China nicht mehr zu nehmen – vorerst

Die Konsensschätzungen von 66 Millionen verkauften iPhones zugrunde gelegt – KGI-Analyst Ming-Chi Kuo rechnet gar mit 73 Millionen verkauften Einheiten –, hätte Apple in China 23 Millionen Smartphones verkauft. Die Übernahme der Marktführerschaft im Reich der Mitte im letzten Quartal des vergangenen Jahres dürfte Apple also nicht mehr zu nehmen sein.

Doch nach der Quartalsbilanz ist bekanntlich vor der Quartalsbilanz: Im laufenden Dreimonatszeitraum dürfte Xiaomi mit der Einführung des frisch angekündigten Spitzen-Smartphones Mi Note einen deutlichen Sprung hinlegen – nicht zuletzt wegen des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfests am 19. Februar. Doch von der Vor-Weihnachtssaison profitiert natürlich auch Apple.

Es dürfte in den kommenden Monaten also ein erbitterter Kampf um die Marktführerschaft in China werden, der in dem wachstumsstärksten Markt letztlich ein Kampf um die Zukunft der Smartphonebranche ist. Nicht umsonst betonte Tim Cook im Oktober 2014, dass China zum umsatzstärksten Markt für Apple werde.


Weitere Artikel zum Thema
CURVED-Cast #25: Virtual-Reality-Porn in Sach­sen?!
Marco Engelien
CURVED Cast 25
Im CURVED-Cast geht es heiß her, denn die Sachsen sind VR-Porn-Meister. Außerdem wundern sich Felix und Marco über Huaweis Update-Politik.
iPhone 7: Über­lebt es Flüs­sig­stick­stoff in einem Knet­ball?
Michael Keller2
iPhone 7 Knete
Kennt Ihr intelligente Knete? TechRax schon. Der YouTuber verschließt darin ein iPhone 7, bevor er es Flüssigstickstoff aussetzt.
BlackBerry Mercury: Fotos sollen das Tasta­tur-Smart­phone zeigen
Michael Keller1
Her damit !8Mit dem BlackBerry Mercury könnte eine Ära zu Ende gehen
BalckBerry will mit dem Mercury ein letztes Smartphone mit physischer Tastatur herausbringen. Fotos sollen das Gerät nun in freier Wildbahn zeigen.