iPhone SE, iPhone 6 oder iPhone 6s? Eine Kaufberatung

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iPhone 6s, iPhone SE und das iPhone 6 (v.li.): Was sie gemeinsam haben und was sie unterscheidet
iPhone 6s, iPhone SE und das iPhone 6 (v.li.): Was sie gemeinsam haben und was sie unterscheidet(© 2016 CURVED Montage)

Das Hauptargument für das iPhone SE ist sein kleines Display. Ungewöhnlich für ein kleines Smartphone ist, dass es bei der Ausstattung auf Augenhöhe mit dem iPhone 6s oder wenigstens dem iPhone 6 liegt. Wir vergleichen die drei Smartphones.

Das iPhone SE hat mit vier Zoll den kleinsten Bildschirm und dadurch auch mit 123,8 x 58,6 x 7,6 Millimetern das kleinste Gehäuse. Ebenso wiegt es mit 113 Gramm weniger als das iPhone 6 oder das iPhone 6s - wie Ihr in dieser Vergleichstabelle sehen könnt. Der vier Zoll kleine Bildschirm hat zwar nur eine Auflösung von 1136 x 640 Pixeln, erreicht mit 326 ppi allerdings die gleiche Pixeldichte wie die größeren iPhones mit 1334 x 750 Pixeln auf 4,7 Zoll. Die Bedienung ist mit einer Hand möglich - zumindest geht Apple davon aus und stellt die Bedienungshilfen der größeren Modelle, wie den Display Zoom und den Einhandmodus, für das iPhone SE nicht zur Verfügung. Und wir erinnern uns auch: Das iPhone 5s mit gleicher Bauform ließ sich wunderbar mit einer Hand bedienen. Auf 3D Touch müsst Ihr beim iPhone SE verzichten: Das druckempfindliche Display und die Taptic Engine bleiben ein exklusives Merkmal des iPhone 6s und des iPhone 6s Plus.

Apples kleiner Powerriegel

Beim Prozessor des iPhone SE macht Apple keine Abstriche, wie sie sonst bei den kleineren Versionen von Flaggschiff-Smartphones üblich sind, und verbaut wie im iPhone 6s den A9-Chipsatz und den M9-Coprozessor sowie zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Das iPhone 6 hat an dieser Stelle mit dem A8 und M8 leistungsmäßig das Nachsehen.

Es gibt noch keine genaue Angabe zur Akkukapazität des iPhone SE. Apple gibt die Laufzeit aller drei Smartphones aus diesem Vergleich aber jeweils mit einer Sprechdauer von 14 Stunden und einer Standby-Zeit von zehn Tagen an. Unterschiede bestehen bei der Internetnutzung und der Videowiedergabe: Hier hält das iPhone SE jeweils zwei bis drei Stunden länger durch und soll Euch zum Beispiel 13 Stunden lang Surfen im LTE-Netz ermöglichen. Ob dem wirklich so ist, wird der Test zeigen.

Auf ein Barometer müsst Ihr beim iPhone SE verzichten. Den Luftdruck könnt Ihr nur mit dem iPhone 6 und iPhone 6s messen. Darüber hinaus müsst Ihr Euch darauf einstellen, dass der Fingerabdrucksensor beim Mittelklasse-Modell langsamer ist, denn Apple verbaut das Touch ID der ersten Generation. Ebenfalls mit etwas weniger Tempo müsst Ihr bei WLAN- und LTE-Verbindungen rechnen. Das iPhone 6s kann mit LTE Advanced und WLAN mit MIMO höhere Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen.

Auf allen drei iPhone-Versionen läuft iOS 9.3 bzw. lässt sich als Update installieren. Von Seiten der Software gibt es also keine Unterschiede zwischen den drei Geräten.

Eine Kamera vom iPhone 6s, eine vom iPhone 6

Beim iPhone SE steht die Kamera auf der Rückseite nicht hervor. Trotzdem ist es der gleiche Zwölf-Megapixel-Sensor mit 1,22 µm großen Pixeln wie im iPhone 6s. Das iPhone 6 kann dagegen nur acht Megapixel und 1,5 µm große Pixel aufweisen. Knipst Ihr viele Selfies, dann hält das iPhone SE einen Dämpfer bereit. Zwar beherrscht sein Display den Retina Flash - es leuchtet als Ersatz-Blitzlicht komplett Weiß auf - aber die Frontkamera löst wie beim iPhone 6 nur mit 1,2 Megapixeln auf. Das iPhone 6s liefert dagegen mit seiner Fünf-Megapixel-Kamera deutlich bessere Selfies. Dafür ist die Hardware des iPhone SE stark genug, um wie das iPhone 6s sogenannte Live Photos mit kurzen Videosequenzen aufzunehmen und wiederzugeben.

Fazit: kleines Smartphone mit Flaggschiff-Technik

Beim iPhone SE handelt es sich um ein iPhone 5s, das an den richtigen Stellen mit Technik aus dem iPhone 6s ergänzt wurde. Bei der Selfie-Kamera setzt Apple noch auf das veraltete Modell vom iPhone 6. Weitere Abstriche des kleinen iPhones gegenüber dem aktuellen Flaggschiff betreffen 3D Touch und den langsameren Fingerabdrucksensor sowie die maximalen Geschwindigkeiten von drahtlosen Verbindungen. Dafür fällt seine Akkulaufzeit mitunter schneller aus.

Für mich bleibt es am Ende eine Entscheidung zwischen dem iPhone SE und dem iPhone 6s. Das iPhone 6 ist zwar 110 Euro günstiger als das iPhone 6s, das aber deutlich besser ausgestattet ist. Sollten 3D Touch, die Selfie-Qualität, das Tempo von Touch ID, WLAN oder LTE für Euch nicht ein Hauptkriterium sein könnt Ihr Eure Entscheidung zwischen iPhone SE und iPhone 6s guten Gewissens anhand der Größe treffen, bei der übrigen Ausstattung steht das kleine Smartphone nur an wenigen oft weniger wichtigen Punkten dem Flaggschiff nach.

Plus: Das iPhone SE ist mit Abstand das günstigste iPhone. Die 16-Gigabyte-Version kostet 489 Euro. Dafür müsst Ihr beim iPhone 6 immerhin 634,95 Euro und beim iPhone 6s 744,95 Euro ausgeben. Die 64-Gigabyte-Modelle kosten 589, 744,95 und 854,96 Euro. Das iPhone 6s ist in dieser Auswahl das einzige Smartphone, das Ihr für 964,95 Euro auch mit 128 Gigabyte internem Speicher kaufen könnt. Bei den Farben steht das iPhone SE in Silber, Space Grau, Schwarz und Roségold zur Auswahl - und damit in den gleichen Farben wie das iPhone 6s. Das iPhone 6 verkauft Apple dagegen nur noch in Silber und Space Grau.


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