Samsung Galaxy S3 - Umfangreicher Erfahrungsbericht zum neuen Android Flaggschiff

Samsung Galaxy S3 Test - Das neue Android Flaggschiff

Samsung hat am 3. Mai in London sein neues Topmodell Samsung Galaxy S3 vorgestellt. Die Koreaner haben bei ihrem medienwirksamen Unpack-Event nicht nur das Gerät vorgestellt, sondern auch gleich ein komplettes Zubehörprogramm rund um das Gerät enthüllt. Weitere Details kann man dem umfangreichen Artikel von Heiko entnehmen, der für die Mobilfunkexpteren live beim Event anwesend war.

Eine der wichtigsten Meldungen des Tages war allerdings das Erscheinungsdatum des Gerätes, so lies man verlauten das es ab dem 29.05.2012 global erhältlich sein wird. Samsung steht beim Galaxy S3 zu seinem Wort und bringt das Gerät pünktlich zum angekündigten Datum in den deutschen Handel. Wer es besonders eilig hatte konnte übrigens beim BASE Mitternachtsshopping in Berlin in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai 2012 zuschlagen.

Doch zurück zu den technischen Daten. Hier haben sich so ziemlich alle Gerüchte, die es um das Gerät gab, bestätigt. So hat Samsung dem Gerät ein 4,8 Zoll Super AMOLED-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln spendiert. Des Weiteren werkelt ein Quad-Core Prozessor mit 1,4 GHz in dem Gerät, welcher von einem 2100 mAh starken Akku mit der nötigen Kraft versorgt wird. Weiterhin hat Samsung das Gerät mit allen gängigen Funk-Schnittstellen wie NFC, Bluetooth, WLAN und HSPA+ ausgestattet. Doch erst mal genug der Worte, nachfolgend ein ausführlicher erster Bericht über das neue Flaggschiffmodell - und wer die Leistung wirklich erfahren will sollte auf keine Fall unseren   - HD-Spiele für Samsung Galaxy S3 im Test - Mobilfunkexperten Artikel verpassen.

Lieferumfang

Das Gerät kommt in Deutschland mit dem schon fast übliche "Standard"-Zubehörpaket in den Handel. So findet sich in dem weißen Karton des Seriengerätes folgendes Zubehör wieder:

  • Samsung Galaxy S3
  • Li-Ionen Akku (2100mAh)
  • Reiselader (100-240V)
  • micro-USB Kabel
  • 3,5 mm In-Ear Stereo-Headset
  • verschiedene Silikon In-Ear Überzüge
  • Kurzanleitung

Gehäuse und Verarbeitung

Das Samsung Galaxy S3 kommt trotz des vergleichsweise großen Displays und starken Akkus mit einem angenehm flachen Gehäuse, genauer mit Abmessungen von 136.6 x 70.6 x 8.6 mm, daher. Das Gewicht des Gerätes ist mit 133 Gramm für ein Gerät dieser Größe als sehr angemessen zu bezeichnen; bei der gebotenen Ausstattung inklusive des riesigen Touchscreens gehen das Gewicht und die Größe meines Erachtens nach mehr als in Ordnung.

Die Gehäuseoptik mit dem weißen Kunststoff kann man als sehr schlicht und zurückhaltend bezeichnen. Egal, ob man die weiße Front- oder Rückseite des Samsung Galaxy S3 nimmt, beide sind wohl aus Gewichtsgründen komplett aus Kunststoff gefertigt. Die Verarbeitungsqualität ist gut, dem Gehäuse lässt sich trotz auswechselbarem Akku und der damit einhergehenden demontierbaren Rückwand, kein Knacken oder Knarzen entlocken. Das ganze Gehäuse wirkt insgesamt sehr stabil und hochwertig.

Was den Farbton des Gerätes angeht wirkt das durchgängig weiße Gehäusevariante wirklich edel und dezent. Das Rückcover des blaugrauen Gerätes soll übrigens aus mehreren Schichten Polycarbonat bestehen, was dem Gehäuse einen gewissen Tiefeneffekt verleiht. Aufgrund der optischen Unterschieden zwischen beiden Farbvarianten muss wohl der persönliche Geschmack entscheiden, ich empfehle die beiden Farben im direkten Vergleich live zu betrachen und dann erst eine Kaufentscheidung zu fällen.

Die Front des Gerätes wird wie bereits erwähnt vom großen und brillanten 4,8 Zoll Display dominiert, was 12,19 Zentimeter in der Diagonalen entspricht. Unterhalb des Displays befinden sich die drei samsungtypischen Hardware-Tasten wieder; die Tasten sind im Einzelnen von links nach rechts: Menü-, Home- und die Zurück-Taste. Hier gilt noch anzumerken, dass nur die zentrale Taste eine echte "Hardware-Taste" ist, bei den anderen beiden Tasten handelt es sich um sensorische "Touch-Tasten".

Was mich freut ist das Samsung endlich auf seine Kunden gehört hat und eine Nachrichten-LED links vom Lautsprecher verbaut wurde. So kann man ohne einschalten des Displays schon von weitem sehen ob ein Ereignis in Abwesenheit stattgefunden hat. Hierzu zählen u.a verpasste Anrufe, SMS, E-Mails, Kalendereinträge. Sobald ein verpasstes Ereignis vorliegt blinkt die LED rhythmisch hellblau, lädt man den Akku leuchtet die LED z.B. grün. Mit Apps wie "Light Flow" aus dem Android-"PlayStore" lässt sich die LED für verschiedene Ereignisse individuell konfigurieren. So kann man eine individuelle LED-Farbe einstellen und beispielsweise die Blinkgeschwindigkeit variieren.

Kommen wir jetzt zum restlichen Teil des Gehäuses. Auf der oberen Gehäuseseite findet sich der 3,5 mm Headset Anschluss wieder. An der rechten Gehäuseseite hat man wiederum die Power-Taste, um das Gerät zu starten (bzw. zur Gerätesperre), auf der linken Seite des Gehäuses ist die Wipptaste zur Lautstärkenregelung verbaut worden. Die Geräterückseite beherbergt die 8.0 Megapixel Kamera mit Autofokus und LED-Blitzlicht sowie die Lautsprecheröffnung. Der Akkudeckel des Samsung Galaxy S3 lässt sich dank einer dafür vorgesehen Einkerbung problemlos öffnen; zum Vorschein kommen darunter der 2100 mAh starke Akku, der microSIM-Kartenschacht sowie der Einschub für die microSD-Karte. Gut auch das die microSD-Speicherkarte ohne entfernen des Akkus zugänglich ist; ein sogenannter "hot-swap" (Kartenwechsel im laufenden Betrieb) ist damit problemlos möglich.

Das weiß umrandete Display des Samsung Galaxy S3 ist leider wie so oft ein echter Fingerabdruckmagnet. So hat man ständig unschöne Abdrücke auf dem Gerät und ist gezwungen, es zu reinigen.

Touchscreen

Der 4,8 Zoll große Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln beherrscht nahezu die komplette Gerätefront. Das Display stellt maximal 16,7 Mio Farben dar und ist selbstverständlich kapazitiv. Multitouch wird natürlich problemlos unterstützt, in meinem Test hat das Gerät  bis zu 10 Touchpunkte gleichzeitig unterscheiden können. Das Display reagiert präzise auf die Eingabe per Finger, so lassen sich die einzelnen Menüicons oder Menüpunkte genau treffen und bedienen. Dank des Displayglases der Firma Corning, das man dort schlicht und einfach "Gorilla Glass 2" nennt, ist das Samsung Galaxy S3 sehr gut gegen Kratzer und sonstige Einwirkungen geschützt. Eine Displayfolie ist vermutlich nur bei regelmäßiger, grober Behandlung ratsam, nur schwer lassen sich auf diesem Display noch Kratzer produzieren.

Was die Pixeldichte angeht,  kann sich das Samsung Galaxy S3 mit seinen 306 PPI (Pixel per Inch) durchaus sehen lassen. Es kommt zwar nicht ganz an die 329 PPI des iPhone 4/4S "Retina Display" heran, jedoch hält man das Galaxy S3 vermutlich auch etwas weiter entfernt in der Hand als ein Apple iPhone. Fakt ist, mit bloßem Auge lassen sich bei der Nutzung keine Pixel ausmachen. Die Befürchtungen gegenüber der sogenannten PenTile-Matrix, die das Display unscharf oder gar pixelig wirken lassen, sind meiner Meinung nach vollkommen unberechtigt.

Eine echte Neuheit ist übrigens die "Intelligenter Schlafmodus" (englisch: Smart Stay) genannte Funktion. Das Samsung Galaxy S3 hält die Displaybeleuchtung aktiv solange man das Gerät auch wirklich betrachtet. Eine wirklich geniale Sache wenn man wirklich mal einen längeren Text liest, so muss man nicht alle paar Sekunden das Display antippen um das Display aktiv zu halten. Um dies zu erreichen benutzt Samsung schlicht und einfach die integrierte Frontkamera um zu überprüfen ob der Nutzer das Gerät betrachtet. Die Funktion kann übrigens im Menü aktiviert und deaktiviert werden, in wieweit sich dies auf die Akkulaufzeit auswirkt werde ich später noch ergänzen. In meinem Test quitierte die Funktion allerdings in etwas dunklerer Umgebung den Dienst, da es dem Anschein nach schlicht und einfach die Augen nicht mehr erkennen konnte.

Das Anzeigeformat wird selbstverständlich durch Drehen des Gerätes beeinflusst, da auch beim Samsung Galaxy S3 eine Hand voll Sensoren [Lagesensor (Accelerometer), Annäherungssensor (Proximity), Gyroskop, Barometer und Digitalkompass] verbaut wurde. Hält man das Gerät also im Hochformat, ist der Bildschirminhalt auch im Hochformat ausgerichtet; hält man das Gerät dann im Querformat, so wechseln die eingeblendete Tastatur und die Displayanzeige mitsamt ins Querformat.

Eine Augenweide stellen die Farbwiedergabe, der Kontrast und die Helligkeit des Samsung Galaxy S3 dar. Das Gerät kommt mit einem "Super AMOLED" getauften Display daher, was eine besonders satte und kontrastreiche Wiedergabe ermöglichen soll. Beim Test unter Sonnenlicht bleibt das Display wirklich gut lesbar, bei maximaler Helligkeit leidet allerdings die Akkulaufzeit merklich darunter.

Desktops und Widgets

Das Android Betriebssystem (Android 4.0.4 / IceCream Sandwich) kommt mit einem mittlerweile weitesgehend bewährten Bedienkonzept daher. Dank der neuen Touchwiz Version sind einige Neuerungen dazu gekommen die es ermöglichen das Gerät unter anderem noch individueller anzupassen. Das Gerät bietet 7 durchschaltbare Desktops (auch Homescreens genannt), die mit Shortcuts, Ordnern oder Widgets belegt werden können.

Zwischen den Desktops blättert man einfach per Fingerstreich hin und her; im oberen Bereich wird dabei ein Indikator eingeblendet, der anzeigt, auf welcher der sieben Seiten man sich gerade befindet. Oberhalb des jeweiligen Desktops gibt es eine aufrufbare Statusleiste, unterhalb des Desktops das aufrufbare Hauptmenü. Dieses Hauptmenü beherbergt alle installierten Programme. Möchte man ein Programm auf dem Desktop platzieren, so reicht es, dieses Icon auf einen der Desktop zu ziehen und loszulassen. Wer mag, kann die einzelnen Programme auf dem Desktop und Hauptmenü in umbenennbare Unterordner platzieren. Aus dem Hauptmenü (englisch: App-Drawer) lassen sich folgende Einstellungen treffen:

  • Ordner erstellen
  • Anwendungen verbergen
  • Widgets und Apps auf die Desktops ziehen
  • Playstore starten
  • Downloads sortieren
  • Apps deinstallieren
  • Anzeigetyp (Anpassbares Raster, Alphabetisches Raster oder Alphabetische Liste)

Was die einzelnen Widgets angeht, so gibt es u.a. schon einige vorinstallierte Widgets: Alarm, Bilderrahmen, Dual-Uhr (analog), Dual-Uhr (Digital), E-Mail, Google Mail, Energiesteuerung, Kalender, Kontakt, MP3-Player, S Memo, verschiedene Uhren, ein Google-Suchfeld, und vieles mehr stehen zur Auswahl. Weitere Widgets stehen problemlos über den Play-Store zum Download bereit.

Wenn man viele Programme installiert hat wird das Hauptmenü bei den meisten Android-Geräten ziemlich schnell unübersichtlich. Hier hat Samsung aber mitgedacht und eine Möglichkeit geschaffen, die Programme in eigene Ordner zu verschieben. Des Weiteren kann man bei Bedarf das Layout ändern; zur Auswahl stehen die Möglichkeit der Rasteransicht oder einer Listenansicht. Wer mag kann die Optik des Gerätes also dank der Vielseitigkeit nach Belieben anpassen; das Samsung Galaxy S3 liefert ab Werk zusätzlich einige wirklich hübsche Wallpaper (Hintergründe) mit, sowohl stille Bilder als auch bewegte Live-Hintergründe.

Kamera

Das Samsung Galaxy S3 kommt wie sein Vorgänger mit einer 8.0 Megapixel Kamera daher. Diese Kamera wurde auf der Rückseite samt eines LED Blitzlichts relativ unauffällig verbaut. Neu ist die verbesserte f/2.6 Blende, eine Brennweite von 3,7mm sowie der hintergrundbeleuchtete Kamerasensor (BSI-CMOS). Insgesamt verspricht man sich von den Änderungen bessere Bilder, auch bzw. gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen. Was die Einstellmöglichkeiten angeht, so hat das Samsung Galaxy S3 folgende Menüpunkte:

  • Selbstportrait: Ein/Aus
  • Fotolicht: Ein/Aus
  • Aufnahmemodus: Einzelaufnahme, Serienaufnahme, HDR, Smile, Beauty, Panorama, Cartoon, Aufnahme senden, Foto teilen
  • Szenen-Modus: ohne, Portrait, Landschaft, Nacht, Sport, Party, Innen, Strand, Schnee, Sonnenuntergang, Morgendämmerung, Herbstfarbe, Feuerwerk,  Text, Kerzenlicht, Hintergrund bel.
  • Belichtungswert: -2.0 bis + 2.0
  • Fokus Modus: Autofokus/Makro/Gesichtserkennung
  • Timer: Aus/2 Sek./5 Sek./10 Sek.
  • Effekte: Ohne/Negativ/Schwarz&weiß/Sepia
  • Auflösung: 8MP/6.5MP/3.2MP/2.4MP/0.9MP/0.3MP
  • Weißabgleich: Auto/Tageslicht/Bewölkt/Glühlampenlicht/Fluoreszierend
  • ISO: Auto/100/200/400/800
  • Messung: Mittenbetont/Spot/Matrix
  • Sichtbarkeit im Freien: Ein/Aus
  • Bildstabilisator: Ein/Aus
  • Autom. Kontrast: Ein/Aus
  • Hilfslinien: Ein/Aus
  • Bildqualität: Sehr fein/Fein/Normal
  • GPS Tag: Ein/Aus
  • Speicherort: Telefon/Speicherkarte

Die maximale Kameraauflösung für Standbilder liegt im 4:3 Format bei 3264x2448 Pixeln. Selbstverständlich bietet die Kamera einen Autofokus, der beim Auslösen der Kamera automatisch fokussiert und scharf stellt. Die Bilder selbst werden im Schnitt ca. 2,0 - 5,0 MB groß; logischerweise abhängig vom gewählten Motiv und der Auflösungsstufe. Wer mag kann übrigens zwischen der Front- und rückseitigen Kamera wechseln und so beispielsweise Selbstportraits anfertigen.

Was die Qualität angeht, liefert das Samsung Galaxy S3 wirklich sehr ordentliche Bilder ab. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten das man für gelegentliche Schnappschüsse seine Digitialkamera durchaus auch mal zuhause lassen; die Kamera gehört mit zu den besten die man aktuell in einem Smartphone bekommen kannt.

Zu den weiteren Neuerungen bei der Kamera gehört unter anderem die Serienaufnahme, bei der das Gerät sehr schnell 20 Bilder hintereinander schießt. Hierbei kann man auch einstellen ob man per "Best Shot" das beste der 20 Bilder auswählen möchte. Die Auswahl beschieht entweder per Software oder aber man kann manuell auch mehrere Bilder aus der Serie herauspicken. Eine weitere Neuerung ist das Speichern von Fotos aus einer laufen Videoaufnahme heraus. Hierbei erscheint während der Aufnahme ein kleines Kamerasymbol als Auslöser in der unteren Bildecke.

Des Weiteren bietet das Samsung Galaxy S3 eine Kamera ohne  Auslöseverzögerung (englisch: Zero Shutter Lag), so sollte kein Bild mehr verpasst werden. In der Praxis merkt man das schon beim ersten Foto. Ich war leicht verwirrt, weil ich nicht glauben konnte das mein geschossenes Bild schon geschossen und gespeichert war.

Wer bei den Bildern von Personen den Überblick behalten möchte kann die Gesichts-Tag Funktion nutzen. Das Gerät erkennt Gesichter auf den geschossenen Fotos automatisch. Das einzige was man als Anwender noch tun muss, ist die jeweilige Person auf dem Foto mit dem entsprechenden Kontakt aus dem Telefonbuch zu verknüpfen. Hat man das erledigt kann man geschossene Bilder in der Galerie nach Personen sortieren und bei Bedarf direkt mit dem passenden Kontakt per sozialem Netzwerk oder E-Mail teilen.

Neben Standbildern kann das Samsung Galaxy S3 natürlich auch Videos aufnehmen. Die maximale Auflösung liegt bei 1920 x 1080 Pixeln (1080p). Auch hier gibt es wie im Fotomodus folgende Einstellungen:

  • Fotolicht: Ein/Aus
  • Aufnahmodus: Normal/Begrenzung für MMS/Selbstaufnahme
  • Belichtungswert: -2.0 bis +2.0
  • Timer: Ein/Aus
  • Effekte: Ohne/Negativ/Graustufen/Sepia
  • Auflösung: 1920x1080/1280x720/720x480/640x480(/320x240
  • Weißabgleich: Auto/Tageslicht/Bewölkt/Glühlampenlicht/Fluoreszierend
  • Sichtbarkeit im Freien: Ein/Aus
  • Bildstabilsator: Ein/Aus
  • Videoqualität: Sehr fein/Fein/Normal
  • Hilfslinien: Ein/Aus
  • Speicherort: Telefon/Speicherkarte

Die Länge der aufgenommen Videos ist übrigens variabel; hier sind wahlweise zeitlich begrenzte (z.B. für MMS) oder unbegrenzt lange Aufnahmen (nur durch den freien Speicherplatz begrenzt) möglich. Insgesamt ist die Qualität gut, auch Full-HD Aufnahmen sehen auf dem heimischen TV-Gerät oder Computer wirklich sehr passabel aus.

Wo wir schon bei der Wiedergabe von Videos sind; das Samsung Galaxy S3 kann durch die neue "Popup Play" Funktion Videos im Fenstermodus abspielen. Das heißt man kann ein Video im Vollbild anschauen, und während der Videogabe das Video nahtlos verkleinern. Nachdem das Video nun verkleinert weiterläuft kann man die sonstigen Funktionen des Gerätes nutzen. Das Video selbst lässt sich hierbei komplett frei über den Bildschirm verschieden. Eine praktische Sache - man kann also ein Video ohne Unterbrechung laufenlassen, und währenddessen beispielsweise eine Notiz oder eine SMS schreiben.

Bedienung und Texteingabe

Das Bedienkonzept als Kombination aus Touchscreen, der eingeblendeten QWERTZ-Tastatur oder alphanumerischer Tastatur ist gut gelöst. Das Display reagiert auf die Eingaben sehr präzise, sodass es so gut wie nie vorkommt, dass man eine Eingabe ein zweites Mal bestätigen muss. Ansonsten ist die zur Verfügung stehende Fläche für die Tastatur natürlich mehr als ausreichend groß, selbst mit großen Fingern kann man so gezielt die einzelnen Tasten treffen. Sollte es aber mal doch zu einer Fehleingabe kommen, gibt es noch als kleinen Zusatz eine Rechtschreibkorrektur, die diese Fehler dann für den Nutzer ausbügelt.

Insgesamt sorgt der 1,4 GHz Quadcore Prozessor übrigens für eine flüssige Menügeschwindigkeit. Das Gerät arbeitet sich flink durch die Menüs und Programme, lange Ladezeiten, Ruckler oder Hänger gibt es  nicht zu vermelden; ein gestartetes Programm ist in Bruchteilen von Sekunden geöffnet. Hier mal der Wert eines von mir durchgeführten Quadrant Benchmark: das Galaxy S3 endete mit 5513 Punkten deutlich vor dem Vergleichswert des Vorgängers Samsung Galaxy S2 i9100 oder aber HTC One X. Bei dem folgenden User Test könnt Ihr nachlesen, wie der Kampf zwischen dem Samsung Galaxy S3 und dem HTC One X ausgeht. Hier geht es zum Test: Samsung Galaxy S3 vs. HTC One X - Zwei Top-Handys im Vergleich.

Empfangs- und Akkueigenschaften

Was den Empfang angeht, so macht das Samsung Galaxy S3 subjektiv beurteilt eine wirklich gute Figur. Das Gerät hat meines Erachtens nach eine wirklich gute Empfangsleistung zu bieten; so bleibt der Empfangspegel im GSM- und UMTS-Bereich konstant. Das Gerät hält in verschiedenen Empfangsbereichen stabil das Signal, auch unter schwierigeren Empfangsbedingungen (nur noch 1 Balken im Display) verliert das Gerät das Netz nicht so schnell. Sollte es doch mal den Empfang verlieren braucht es in meinem Test leider eine gewisse Zeit, sich wieder neu einzubuchen. UMTS-Empfang signalisiert das Gerät übrigens wie bei Samsung üblich durch die Symbole 3G (UMTS) und H (HSDPA).

Was die Gesprächsqualität angeht so kann ich bisher nicht klagen. Der Lautsprecher kann je nach Bedarf richtig laut aufgedreht werden, sodass selbst bei lauterer Umgebung eine Verständigung möglich ist.  Was den Klang angeht gibt es auch keinen Grund zur Klage, klar und deutlich kommt der Gesprächspartner rüber.

Das Gerät wird übrigens wie gewohnt über einen micro-USB Anschluss aufgeladen. Das ist sehr lobenswert; kein proprietärer Stecker wie es früher mal der Fall war bzw. heute noch bei Apple der Fall ist. Dieser Anschluss dient nicht nur als Ladeanschluss, sondern auch als Datenschnittstelle und HDMI-Ausgang. Um den micro-USB Anschluss auf HDMI-Format zur bringen benötigte es, den schon vom Samsung Galaxy S2 bekannten MHL-Adapter aus dem Zubehörsortiment. Der Kopfhöreranschluss ist als konventioneller 3.5 mm Klinke-Anschluss umgesetzt worden; so kann man hier frei entscheiden, welchen Kopfhörer man verwenden möchte.

Update vom 11.06.2012: Im Bereich der Akkulaufzeit kann ich nach mittlerweile gut 2 Wochen intensiver Nutzung ein erstes aussagekräftiges Urteil fällen. So hält der Akku deutlich länger als noch beim Samsung Galaxy S2. Mit ca 1,5 Std. telefonieren, 10-20 SMS und E-Mails, 1 Std. Internet surfen und aktiviertem WLAN komme ich auf ca. 1,5 Tage Laufzeit. Bei stärkerer Nutzung kann man natürlich auch das Samsung Galaxy S3 in einem Tag leer bekommen, allerdings sollte es selbst für Power-User von morgens bis abends zur Steckdose reichen. Insgesamt fällt in diesem Bereich mein Eindruck also positiv aus.

Technische Daten

Das Samsung Galaxy S3 weiß mit einer Menge an Ausstattung aufzuwarten, abgesehen vom neuen LTE-Mobilfunkstandard ist die Ausstattungsliste des Gerätes vollständig.

Nachfolgend habe ich die wichtigsten technischen Daten zusammengetragen:

  • Designtyp: Touchscreen Smartphone
  • Länge x Breite x Höhe in mm: 136.6 x 70.6 x 8.6 mm
  • Gewicht: ca. 133 g
  • Standby-Zeit: max. 590 Stunden (GSM) / 790 Stunden (UMTS)
  • Sprechzeit: max. ~21 Stunden (GSM) / ~11 Stunden (UMTS)
  • Akku: Li-Ionen-Akku, 2.100 mAh
  • Frequenzbänder GSM: Quadband (850/900/1800/1900 MHz)
  • Frequenzbänder UMTS: Quadband (850/900/1900/2100 MHz)
  • GPRS/EDGE: Klasse 12/Klasse 12
  • UMTS/HSDPA/HSUPA: Ja / Ja (bis 21,0 Mbit/s) / Ja (bis 5,76 Mbit/s)
  • Hauptdisplay: Super AMOLED Display mit 16,7 Mio. Farben, 1280 x 720 Pixel
  • Hauptkamera: 8,0 Megapixel Kamera
  • Frontkamera: 1,9 Megapixel-Auflösung (1392 x 1392 Pixel)
  • CPU/Prozessor: 1,4 GHz Quad Core Samsung Exynos 4212 Quad
  • Speicher: 1 GB RAM
  • Interner Speicher: 16GB (je nach Gerätevariante auch 32GB / 64GB)
  • Externe Speichererweiterung: microSD, max. 64 GB
  • Cloud Speicher: 50GB Dropbox (2 Jahre kostenlos)
  • Betriebssystem: Android OS 4.0.4
  • E-Mail: SMTP, POP3, IMAP4
  • Browser: vollwertiger HTML-Webrowser mit Flash-Support
  • Musik: MP3 Player, UKW-Radio (mit RDS)
  • Sprachfunktionen: Freisprechfunktion, S-Voice Sprachsteuerung
  • Schnittstellen: Bluetooth 4.0, USB, WLAN, NFC, GPS, GLONASS
  • WLAN: IEEE 802.11 b/g/n
  • Synchronisation: Google Kontakte, KIES Software
  • Navigation: Google Maps

Weitere Neuheiten

Nicht nur die technischen Daten des Samsung Galaxy S3 sind gegenüber den Vorgängermodellen aufgebohrt worden, sondern auch in der Software- und Zubehörsparte hat man viele Neuerungen umgesetzt. Einige habe ich bereits erwähnt, andere kann ich aufgrund mangelnder Hardware nicht testen. Nachfolgend einige der wohl größten Neuerungen:

  • AllShare Play & Group Cast: Die  AllShare Play Funktion des Samsung Galaxy S3  nutzt DLNA und die Wi-Fi Direct Technik für Remote-Fernzugriff auf Dokument- und Multimedia-Dateien.  Mit diesem Feature lassen sich diese Inhalte mit den verschiedensten DLNA kompatiblen Geräten teilen. Bei Group Cast lässt sich der Bildschirminhalt per WLAN mit mehreren Teilnehmern gleichzeitig betrachten. Eine sinnvolle Funktion wohl vor allem im Geschäftsleben, bei Meetings kann man so beispielsweise seinen Bildschirm mit anderen Geräten im Raum teilen.
  • AllShare Cast: Bei dieser Funktion handelt es sich eine Streaming-Funktion. Mit dem im Zubehörprogramm bald erhältlichen AllShare Dongle lässt sich das Samsung Galaxy S3 drahtlos mit einem HDMI-fähigen Geräte (beispielsweise Fernseher oder Beamer) verbinden. So lassen sich Videos, Bilder oder Musik in 1080p Qualität ohne lästige Kabel übertragen.
  • Wireless Charging Kit: Samsung hat zur Produktvorstellung eine drahtlose Ladestation für das Galaxy S3 vorgestellt. Hiermit lässt sich das Gerät per Induktion aufladen. Zu den Preisen und der Verfügbarkeit schweigt man allerdings bisher. Gerüchten zufolge soll die Ladestation erst im September 2012 verfügbar sein.
  • C-Pen: Der Stift soll die Bedienung des Gerätes nochmals vereinfachen. Wer also mit der Fingerbedienung alleine nicht klarkommt oder aber Notizen per Stift anfertigen möchte für den wird der Stift eine Arbeitserleichterung sein. Der kapazitive C-Pen ist übrigens auf das Display des Samsung Galaxy S3 optimiert und funktioniert nur mit diesem. Was die Optik angeht orientiert sich der aus Aluminium hergestellte Stift an der Optik des Galaxy S3 Gehäuses.

Musik- und Video-Player

Selbstverständlich darf ein Musik-Player nicht fehlen. Das Gerät bietet einen optisch komplett überarbeiteten Touchplayer. In der Hauptübersicht stehen zur Auswahl: Alle Titel, Wiedergabeliste, Alben, Interpreten, Genre, Music Square, Ordner, Komponisten, Jahre. Wem das zuviele Menüpunkte sind der kann im Untermenüauch ungewünschte Menüpunkte entfernen.

Der Player selbst bietet während der Wiedergabe die übliche Android-Musikoberfläche, bestehend aus großem Album-Cover, Play, Pause, Vorwärts, Rückwärts, Repeat, Zufallswiedergabe sowie dem Wechsel zur Wiedergabeliste. Einen Klangregler (SoundAlive getauft) bietet das Gerät natürlich auch, hier kann man unter anderem wählen zwischen:

  • Normal
  • Pop
  • Rock
  • Jazz
  • Dance
  • Vocal
  • Klassik
  • Bass Boost
  • Benutzerdefiniert

Wer mag, kann den Klang des MP3-Players noch verfremden, indem man zwischen den weiteren Sound-Effekten: 7.1 Kanäle virtuell, Externalisierung, Cafe, Konzertsaal wählt. Der Player bietet des Weiteren die Möglichkeit Liedtexte zum Musiktitel anzuzeigen, sofern diese für den jeweiligen Titel verfügbar sind.

Selbstverständlich spielt der MP3-Player auch im Hintergrund weiter, da das Gerät vollständig multitaskingfähig ist. Die Wiedergabe im Standbymodus wird dann in der Titelleiste oben signalisiert; hierüber kann man dann auch in den Player zurückwechseln. Bei Bedarf lässt sich der 16 GB große interne Speicher auch mit microSD-Karten bis zu 64 GB erweitern, dann macht man das Gerät wirklich zu einem wandelnden Musikarchiv.

Sollte der Speicher irgendwann dann trotzdem mal ausgehen kann man auf den kostenfreien 50GB Dropbox-Speicherplatz zurückgreifen. Die einsprechende Cloudlösung ist für 2 Jahre gratis, danach wird man sicherlich vor die Wahl gestellt ob man mit weniger Gratisspeicher leben kann oder kostenpflichtig bei den 50GB Speicherplatz bleiben möchte.

Kommen wir zum Thema Klang, dieser ist mit den beiliegenden Kopfhörern ziemlich gut. Da es sich bei den beiliegenden weißen Kopfhörern um In-Ear Ohrstöpsel handelt, ist der Bassanteil schon recht ordentlich, die höheren Frequenzen kommen auch nicht zu kurz. Für Musikliebhaber lohnt nichtsdestotrotz der Kauf eines hochwertigeren Kopfhörerpaares. Beim Samsung Galaxy S3 ist wie bereits gesagt ein 3.5 mm Klinkeanschluss verbaut worden, so dass eigenen Kopfhörern nichts im Wege steht.

Ich habe für meinen Klangtest Monster Beats by Dr.Dre genutzt. Der Klang ist wirklich hervorragend, auch wenn mein Galaxy S2 mehr Reserven in der maximalen Lautstärke bietet. Selbst die gebotene Lautstärke des Samsung Galaxy S3 ist mehr als ausreichend, der Klang ist sauber und ausgewogen, die Höhen sind sauber und die Bässe haben ordentlich Druck. Je nach Effekteinstellung verliert das Samsung Galaxy S3 allerdings einiges an Lautstärke, weshalb ich u.a. bei den neutralen Einstellungen bleiben werde.

Wem dann doch mal die MP3s ausgehen oder wer mal Lust auf Musik aus dem Radio hat, der kann auf das integrierte UKW-Radio zurückgreifen. Hier gibt es natürlich einen Sendersuchlauf und einen Speicher für die Stationen. Das Radio funktioniert übrigens nur, wenn das Headset angeschlossen ist, hierüber wird nämlich die Antenne zum Empfang realisiert.

Wer mit dem Samsung Galaxy S3 auch Videos anschauen möchte, kann dies natürlich auch problemlos tun. Das Gerät schafft es spielend, Videos (bis hin zu Full HD Auflösung) sauber und ruckelfrei wiederzugeben. Der Player bietet nicht allzu viele Einstellungsmöglichkeiten, spielt aber immerhin ab Werk DivX ab. Ansonsten kann man Videos per Video Editor direkt zuschneiden, und Untertitel lassen sich ebenfalls einblenden.

Sprachsteuerung

Die Softwarelösung zur Sprachsteuerung des Samsung Galaxy S3 hat Samsung "SVoice" getauft. Durch einen Doppelklick auf die Home-Taste ist die Funktion schnell aktiviert und das Gerät wartet auf Sprachkommandos. Entweder drückt man zur Ansage die eingeblendete Mikrofontaste oder aber man startet dies durch die Worte "Hallo Galaxy". Schon ist das Gerät aufnahmebereit für die die Spracheingabe durch den Benutzer.

Das Gerät versteht zum Marktstart 8 Sprachen, neben Deutsch sind Englisch (britisch/amerikanisch), Italienisch, Französisch, Spanisch und Koreanisch vertreten.

Das Gerät kann dank S-Voice recht treffsicher das Wetter ermitteln, den Wecker stellen, eine SMS verfassen oder beispielsweise eine E-Mail verfassen. Zu den weiteren Befehlen gehört der Start der Musikwiedergabe, die Suche im Web oder aber das Suchen eines Kontaktes inklusive Start eines Anrufes. Einen etwas detailierten Überblick über die möglichen Befehle kann man sich mit folgenden Scrennshots machen:

Anfangs fühlt man sicher vermutlich etwas überfordert mit den vielen verschiedenen Befehlen bzw. Kommandos die man S-Voice geben kann, doch mit der nötigen Übung  kann es eine nette Arbeitserleichterung sein. In meinem bisherigen Test funktionierte S-Voice bereits ganz gut. Allerdings reichen schon leisere Umgebungsgeräusch um die Erkennungsrate der Sprachhkommandos deutlich zu verschlechtern.

Ich für meinen Teil stehe den Sprachsteuerungen egal ob S-Voice oder Apples Siri insgesamt immer noch eher skeptisch gegenüber. Die Funktionsvielfalt ist sicherlich ordentlich und einiges funktioniert schon wirklich gut, doch irgendwie komme ich mit der klassichen Bedienungen eines Smartphones besser und schneller zurecht. Die Funktionen die ich oft nutze kenne ich in und auswendig, da bringt mir auch die beste Sprachsteuerung keinen echten Mehrwert.

Verbindungsmöglichkeiten

Was die einzelnen Verbindungsmöglichkeiten angeht, so ist das Galaxy S3 mit allen aktuellen Standards vertraut. NFC, Bluetooth, WLAN, EDGE, GPRS, UMTS, HSUPA und HSDPA stellen das Grundgerüst dar. Es surft sich dank dieser Funkstandards sehr zügig und passabel. Alles andere wäre aber auch verwunderlich gewesen, ist das Samsung Galaxy S3 doch genau darauf ausgelegt.

Eine echte Neuheit ist übrigens die Verwendung des NFC-Standards (in Kombination mit WI-FI Direct), Samsung nutzt dieses Feature mit seiner S Beam getauften Funktion, mit der sich sehr schnell Daten von einen auf ein anderes Samsung Galaxy S3 übertragen lassen. Mangels eines zweiten Gerätes konnte ich dieses Features allerdings bisher nicht testen.

Wer mag, kann übrigens das automatische Synchronisieren abstellen, um die Mobilfunkverbindungen bzw. den Datenverbrauch unter Kontrolle zu halten. Hinzugesagt sei aber, dass das Samsung Galaxy S3 unterwegs nur mit einem ordentlichen Datenpaket oder noch besser einer Datenflatrate Sinn macht. Nur so lässt es sich unterwegs wirklich entspannt und sorglos surfen. Nicht ohne Grund werden beispielsweise BASE Geräte wie das Samsung Galaxy S3 inklusive Internet Flatrate vertrieben.

Das Gerät kann dank beiliegendem USB-Kabel als Wechseldatenträger genutzt werden; man erlangt so problemlos Zugriff auf die im Gerätespeicher liegenden Bilder, Videos und Dokumente.

Die integrierte Bluetooth-Schnittstelle unterstützt das A2D-Profil (Bluetooth Stereo Profil) sowie den apt-X Codec, der eine verlustfreie Audioübertragung auf das Bluetooth-Gerät ermöglicht. . Eine oftmals schon bekannte Funktion gibt es auch beim Samsung Galaxy S3, die Rede ist vom "mobilen WLAN Hotspot" um das Handy zum drahtlosen Internet-Hotspot umzufunktionieren. So kann man bequem mit dem Computer online gehen, ohne ein Kabel verwenden zu müssen.

PIM-Funktion (persönl. Informationsverwaltung)

Kommen wir also nun zu den PIM Programmen wie Kalender, Kontakte etc., die das Samsung Galaxy S3 beherrscht. Hier hat sich grundsetzlich nicht viel geändert.

Neu ist beim nutzen des Telefonbuches oder des Nachrichtenmenüs der sogenannte "Direktanruf". Die Funktion ermöglicht es u.a. einen Kontakt während dem verfassen einer SMS unkompliziert anzurufen. Hierbei genügt es das Telefon zum Ohr zu führen und schon wird eine Gespräch zur jeweiligen Person aufgebaut.

Fangen wir mit dem Kalender (S Planer) an, dieser bietet eine Monats-, Wochen- und Tagesübersicht. Die Eingabe selbst ist ziemlich detailliert geraten; die zur Verfügung stehenden Felder sind:

  • Titel
  • Datum und Uhrzeit
  • Ganztägig: ja / nein
  • Wiederholen (Ohne/Täglich/Jeden Werktag/Alle 2 Wochen/etc.)
  • Ort
  • Teilnehmer
  • Erinnerungen
  • Datenschutz
  • Beschreibung
  • Memos
  • Bilder
  • Kalender, mit dem gesynct wird (z.B. Google Calendar)

Beim Telefonbuch sieht es ähnlich umfangreich aus. Hier sollte man in der Regel mit den zur Verfügung stehenden Feldern problemlos auskommen. Hier eine kleine Übersicht, welche Felder das Telefonbuch anbietet:

  • Namenspräfix, Vorname, Zweiter Vorname, Nachname, Namenssufix, Rufnummer (Mobil, Privat, Arbeit, Fax (dienstl.), Fax (zuhause), Pager, Andere,Benutzerdef.), Internetanruf
  • E-Mail Adresse (Startseite, Arbeit, Andere, Benutzerdefiniert)
  • Klingelton
  • Postanschrift (Startseite, Arbeit, Andere, Benutzerdefiniert)
  • Organisation (Arbeit, Andere, Benutzerdefiniert)
  • IM (AIM, Windows Live, Yahoo, Skype, QQ, ICQ, GoogleTalk, etc.)
  • Memos
  • Webseite
  • Spitzname
  • Geburtstag
  • Jahrestag

Durch die benutzerdefinierten Felder kann man nach Belieben hinzufügen und verwalten. Wer will, kann selbstverständlich auch ein persönliches Anruferbild für jeden Kontakt hinzufügen. Zur besseren Übersichtlichkeit gibt es auch die Möglichkeit, die Kontakte nach Gruppen zu unterteilen.

Bei Office-Dateien setzt Samsung weiterhin auf die Polaris Office Funktion. Mit dieser lassen sich die verschiedensten Dateiformate öffnen und betrachten. So lassen sich unter anderem Office Dateien (Word, Excel, Powerpoint) sowie PDF-Dateien oder reine Textdateien öffen.  In meinem Test war selbst das öffnen größerer Dokumente mit vielen Bildern kein Problem, auch der stufenlose Zoom lief ohne ruckeln.

Um das Gerät mit dem heimischen PC zu synchronisieren, gibt es von Samsung eine Software namens KIES. Diese ermöglicht es, das Gerät mit MacOS 10.5 ~ 10.7, Windows XP, Vista sowie Windows 7 zu verbinden.

Wer Notizen mit dem Gerät machen möchte kann auf die S Memo Funktion zurückgreifen. Hier lassen sich Notizen per Finger oder Stift schreiben, alternativ geht auch eine Eingabe per Bildschirmtastatur. Zur aktuellen Notiz lässt sich des Weiteren eine Sprachnotiz aufzeichnen sowie ein Titel benennen bzw. ein Tag hinzufügen.

Navigation und Ortung

Beim Samsung Galaxy S3 ist natürlich ein Empfänger zur Positionsbestimmung verbaut worden. Der Chipsatz unterstützt sowohl den Empfang der Satelliten per GPS, als auch das noch recht junge GLONASS Satellitennavigationssystem der Russischen Föderation. Als Anwender profitiert man von einer noch genaueren Positionsbestimmung. Insgesamt stehen im Anwedner dank der Kombination beider Systeme bis zu 55 Satelliten (31 GPS + 24 GLONASS) zur Verfügung.

Das Android Betriebssystem bietet ab Werk einige Programme die zur Ortung genutzt werden können. So gibt es auf der einen Seite die Lokalisierungstools Google Latitude, Google Places und andererseits auch Google Maps als Navigations- und Ortungssystem. Diese Lösung ist mittlerweile eine richtige, d.h. sprachgeführte Navigation, wie man sie von vollwertigen Navigationsgeräten kennt. Da keinerlei Kartenmaterial lokal gespeichert ist (Offboard-Navigation), ist auch hier eine Datenverbindung erforderlich. Das Gerät lädt so die abgebildeten Kartenausschnitte sowie die Fahrkommandos per Internet-Verbindung herunter.

Da Google seine Maps immer weiter verbessert, stellt dies eine durchaus brauchbare Lösung dar. Ein sinnvolles Update gab es z.B. mit Version 5.7 - seither kann man Kartenausschnitte mit einem Umkreis von 16km auf dem Gerät abspeichern und so auch ohne Datenverbindung nutzen. Hierzu muss in den Einstellungen under den Google Labs nur der "Vorab-Cache" aktiviert werden.

Wer mag, kann natürlich auch auf namhafte Onboard-Lösungen wie beispielsweise Navigon, ALK CoPilot oder Aura (ehemals Sygic mobile maps) zurückgreifen. Mit diesen Softwarekomponenten macht man sein Samsung Galaxy S3 zum Navigationsgerät mit Spurassistent und weiteren Features. Dank des 4,8 Zoll großen Displays kann man die angezeigten Inhalte und Karten dann auch wunderbar ablesen.

Browser

Kommen wir zu einer der wohl wichtigsten Applikationen bei einem Smartphone - die Rede ist natürlich vom integrierten Webbrowser. Wie es sich für ein aktuelles Smartphone gehört, ist ein vollwertiger HTML-Browser integriert worden.

Der Browser kommt mit den meisten Internetinhalten klar, die Darstellung ist auf Wunsch nahezu identisch mit der des heimischen Desktop-Computers. Der Browser unterstützt:

  • WML
  • HTML
  • XHTML
  • CSS
  • JavaScript
  • Flash (Version 11)

Das Surfen im Internet und der Seitenaufbau sind sehr schnell, auch aufwändigere Websites werden sehr schnell geladen und gerendert. So gibt es keine großen Ladezeiten, und auch das Scrolling gestaltet sich extrem flüssig.

Wer mag, kann eine Übersicht über die Webseite über einen kurzen Displaydruck aufrufen und so auf den gewünschten Teil der Webseite zum Zoomen doppelklicken. Wie bei anderen Android Geräten wurde auch hier der Zoom per „Pinch und Zoom“ Fingergeste umgesetzt; so kann man per Fingerspreizen stufenlos in die gewünschten Webinhalte rein- und rauszoomen.

Wie viele Android Smartphones kann das Samsung Galaxy S3 übrigens auch Flash-Inhalte wiedergeben. Im Browser sind maximal 8 Fenster parallel möglich, zwischen denen man per Menü nahtlos hin und her wechseln kann. In der Regel sollten diese 8 Browserfenster für Fans des Browser-Multitasking vermutlich genügen. Des Weiteren kann man im Browser die Schriftgröße einstellen, einen Popup-Blocker aktivieren oder aber eine Desktop-Version der Website erzwingen.

Wie bei einem Desktop-Browser gibt es beim Samsung Galaxy S3 natürlich auch die Möglichkeit, Lesezeichen anzulegen, diese zu verwalten oder den Verlauf zu betrachten. Des Weiteren gibt es neben dem Standard-Browser natürlich auch Browser-Alternativen wie den Opera Mobile, Skyfire, Puffin, Dolphin HD oder Firefox 4. Hier entscheiden also wieder der persönliche Geschmack und die Anforderungen, die man an den Browser  stellt.

E-Mail

E-Mails sind wie nicht anders zu erwarten auch beim Samsung Galaxy S3 problemlos abzurufen. Der bevorzugte Weg führt natürlich wie schon erwähnt über den GMail (Google Mail) Account. Hier werden die Mails dann im Push-Verfahren auf das Gerät übertragen.

Wer lieber eine andere E-Mail-Adresse auf dem Samsung Galaxy S3 nutzen will, kann dies natürlich auch tun; hier bietet das Gerät den Zugriff auf IMAP oder POP3 Konten. In diesem genannten Fall wird Push-Mail per Exchange-Mail unterstützt; alternativ kann man auch das automatische Abrufintervall nach Belieben verändern, der kleinste Wert liegt bei rund 5 Minuten. Dies sollte sicher immer noch mehr als ausreichend schnell sein, wenn man seine Mails unterwegs lesen möchte. Anhänge kann man selbstverständlich auch mit dem Samsung Galaxy S3 empfangen und versenden, Bilder oder Musik als Beispiel stellen natürlich kein Problem dar.

Software-Market

Wer die Funktionen des Gerätes noch etwas erweitern möchte, sollte sich im Play Store (früher Android Market) umschauen. So gibt es u.a Programme für eine automatische Umschaltung der Lautstärke je nach Standort, ein Programm, das den nächsten Supermarkt in der Nähe findet, und viele weitere Tools. Hier lohnt auf jeden Fall ein regelmäßiger Blick in den Play Store, bei der Anzahl der Apps kommen täglich hunderte neue Programme hinzu

Hier einige Programme, die ich durchaus empfehlen kann, auch dem Samsung Galaxy S3 zu installieren:

  • ADW Launcher EX (eine Desktop-/Launcher-Alternative)
  • Angry Birds Space (ein sehr gutes kostenloses Spiel)
  • Astro (ein guter Dateimanager)
  • barcoo (Barcode Scanner mit Preisanzeige)
  • Business Calender (schönes Widget mit Kalenderübersicht)
  • Beautiful Widgets (nette Wetter- und Uhranzeige)
  • DB Railnavigator (Fahrplaninformation für Bahnfahrer)
  • FotMob (Liveergebnisse und RSS News aus dem Bereich Fußball)
  • Fancy Widgets (Wetter- und Uhranzeige)
  • Gettings (lokale Rabatte / Angebote im Einzelhandel)
  • GO Launcher EX (ein sehr guter Launcher mit netten Themes)
  • GO SMS Pro (ein alternatives SMS-Programm mit schönen Themes)
  • IMDB (eine ziemlich bekannte Film- und Schauspielerdatenbank)
  • kicker.de (hier dreht sich alles um Fußball)
  • Layer (Augmented Reality Browser, Standortinformationen)
  • News und Wetter (ein weiteres gutes Nachrichtenprogramm)
  • Programm Manager (das TV Programm im Überblick)
  • Quick Profiles (Umgebungsprofile anlegen und umschalten)
  • Qype (Restaurantbewertung mit GPS-Nutzung)
  • ran (alles zu Fußball / Sat1 Sport)
  • Soundhound (Titel und Interpret eines Musikstücks erkennen lassen)
  • Sportschau (wie der Name vermuten lässt, geht es um Sport)
  • SPOX (hier dreht sich ebenfalls alles um Sport)
  • Tagesschau.de (hier weiß wohl jeder, worum es geht)
  • Trillian (sehr guter und einfacher Instant Messenger)
  • Translate (Übersetzungstool für ca. 150 Sprachen)
  • TuneIn Radio (sehr gut sortiertes Online Radio)
  • Wapedia (gutes Programm um auf Wikipedia zuzugreifen)
  • WeatherBug (Wetterinformationen mit Anzeige der Temperatur in der Statusleiste)
  • Wikitude (Standortinformationen)

Dies ist nur eine kleine Auswahl für das Samsung Galaxy S3. Es gibt noch wesentlich mehr an kostenlosen und auch kostenpflichtigen Programmen (~360.000 Apps / Stand: Jan. 2012). Es muss jeder selbst einen Blick auf den Android Market werfen, um zu schauen, was einem gefällt bzw. wichtig ist. Wer mag, kann mal auf http://play.google.com vorbeischauen.

Alternativ bietet Samsung unter dem Programmpunkt "Samsung Apps" einen eigenen Programmpunkt, um Apps herunterzuladen. Auch hier gibt es wahlweise kostenpflichtige und kostenlose Apps zu finden, die sich aber nahezu vollständig mit dem Google Gegenstück gleichen. Eine nette Idee, die aber noch extrem verbesserungswürdig ist, da die Anzahl der Apps meiner Meinung nach stark zu wünschen übrig lässt.

Wer sich übrigens mal ein Bild von den Spiele-Fähigkeiten und der gebotenen Grafikqualität machen möchte, der kann sich mein frisch angefertigtes Youtube Video im entsprechenden Artikel anschauen.

Fazit

Nach den ersten Tagen der wirklich intensiven Nutzung des Gerät kann ich sagen Samsung hat nicht zuviel versprochen. Das Gerät bietet eine sehr gute Bedienung und vollständige Ausstattung. Dank des großen und leuchtstarken Displays lassen sich sämtliche Inhalte sehr gut auf dem Gerät ablesen. Die neuen Funktionen auf Seiten der Software, wie z.B. "S-Voice, Direktanruf, Intelligenter Schlafmodus oder Intelligenter Alarm" schmiegen sich gut in das Gesamtkonzept ein und wirken in keinster Weise aufgesetzt.

Samsung hat es verstanden auf die Wünsche seiner Kunden einzugehen. Bis auf die Materialwahl, die immer noch auf Kunststoff gefallen ist, hat Samsung den bereits sehr guten Vorgänger Samsung Galaxy S2 konsequent im Detail verbessert. Ich konnte dem Gerät bisher keine Schwächen entlocken, egal ob auf Software- oder Hardware-Seite. Den einzigen Punkt den ich noch etwas offen lassen möchte ist die Akkulaufzeit, hier möchte ich ersteinmal einige Wochen unter Alltagsbedingungen testen; die Erfahrungen werde ich hier ergänzen.

Der größte Nachteil (oder auch Vorteil, kommt auf den Blickwinkel des Betrachters an) wird für einige potentielle Käufer die Gerätegröße sein; die sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Klar ist das Gerät nochmals gegenüber dem Samsung Galaxy S2 gewachsen, es bleibt aber aufgrund des flachen Gehäuses immer noch sehr hosentaschentauglich. Wer Wert auf eine gute Einhandbedienung legt, sollte sich im Fachhandel einen Liveeindruck von der Größe und Bedienbarkeit des Gerätes verschaffen.

Wer sich noch für eine zweite Meinung interessiert, Mobilfunkexperte Heiko hat das Gerät ebenfalls getestet und einen wirklch guten Artikel dazu verfasst: Samsung Galaxy S3 Test – Mein Eindruck nach 24 Stunden

Bilder und Links

Hier finden sich abschließend noch einige Livebilder, die ich von dem Gerät gemacht habe. Des Weiteren folgen noch einige, weiterführende Links zum Samsung Galaxy S3.

Und hier noch einige Inhalte und Links zum Samsung Galaxy S3, direkt bei uns auf der Seite:

Das Samsung Galaxy S3 Mini - Alternative zum großen "Bruder"

Wer eine Alternative zum großen Bruder sucht für den bietet das Samsung Galaxy S3 Mini eine preiswerte Alternative. Mehr zum S3 Mini erfahrt Ihr im Mobilfunkexperten-Erfahrungsbericht:

Samsung Galaxy S3 Test: Das S3 Mini im Test bei den Mobilfunkexperten