Senioren-Handy: So findet ihr das richtige Gerät für Oma und Opa

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Doro ist einer der größten Hersteller von Senioren-Handys (sowie Senioren-Smartphones)
Doro ist einer der größten Hersteller von Senioren-Handys (sowie Senioren-Smartphones)(© 2018 CURVED)

Kennt ihr das? Ihr versucht vergeblich eure (Groß-)eltern zu erreichen, weil sie weder ein Smartphone besitzen noch eines haben wollen? Ein Senioren-Handy könnte ihnen die Angst vor dem Unbekannten nehmen. Wir verraten euch, wie ihr das passende Mobiltelefon für Oma und Opa findet.

  • Vor dem Kauf solltet ihr klären, welche Anforderungen das Senioren-Handy erfüllen muss
  • Viele Geräte beschränken sich auf grundlegende Funktionen, einfache Bedienung und SOS-Features
  • Ihr könnt auch euer altes Handy seniorentauglich machen

Oberste Maxime bei der Suche nach einem Senioren-Handy: Ihr dürft nicht von euch selbst ausgehen. Mit einigen Funktionen, die für euch unverzichtbar sind, können eure Großeltern womöglich gar nichts anfangen. Für viele ältere Menschen muss ein Telefon vor allem eines können: telefonieren. Welche Kamera verbaut oder welche App installiert ist, spielt für Senioren nicht unbedingt eine wichtige Rolle. Pauschalisieren lässt sich das jedoch nicht. Daher solltet ihr genau nachfragen, was das Gerät können muss.

Das müsst ihr vorher von Opa, Oma und Co. wissen

Erkundigt euch bei Eltern oder Großeltern zunächst, wie sie ihr Senioren-Handy nutzen wollen. Soll es nur zum Telefonieren dienen oder darf es etwas fortschrittlicher sein? Ebenfalls wichtig zu wissen ist: Wird es das erste Handy oder bringt euer Gegenüber bereits Erfahrung im Umgang mit Mobiltelefonen mit? Vieles davon wisst ihr vermutlich schon selbst, wenn ihr regelmäßigen Kontakt zu euren Verwandten habt. Etwa, ob sie Hörgeräte verwenden oder die motorischen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Das alles gilt es, in Erfahrung zu bringen.

Was zeichnet ein gutes Senioren-Handy aus?

Die passende Bedienung

Erst wenn ihr die Voraussetzungen kennt, hat die Suche nach dem besten Senioren-Handy für eure Verwandten Aussicht auf Erfolg. Bereitet ihnen etwa die Bedienung via Touchscreen Probleme, solltet ihr ein einfaches Handy mit möglichst großen Tasten in Erwägung ziehen. Im Sortiment von Herstellern wie Doro oder Swisstone findet ihr sicherlich ein Großtasten-Handy, das euren Anforderungen entspricht. Viele davon bieten auch beleuchtete Tasten, wodurch sich die Bedienung bei Dunkelheit erleichtert. Die Menüs fallen in der Regel simpler aus als bei herkömmlichen Smartphones.

Wenn ihr es ganz simpel halten wollt, solltet ihr ein Modell mit großen Tasten wählen(© 2017 Doro)

Einige Geräte bieten außerdem eine Sprachsteuerung. Sie lesen dem Nutzer Funktionen vor und führen diese nach mündlicher Bestätigung aus. Besonders nützlich ist dies für Personen mit Sehschwäche. Eine große Schrift ist bei den meisten Handys für ältere Personen voreingestellt. Ist dagegen das Gehör beeinträchtigt, bietet sich ein Senioren-Handy an, das Hörgeräte unterstützt. Die Kopplung erfolgt entweder über eine Induktionsspule oder via Bluetooth. Mobiltelefone mit M3- oder M4-Klassifizierung eignen sich besonders gut für Menschen, die auf Hörgeräte angewiesen sind.

Wichtige Funktionen

Ein gutes Senioren-Handy verfügt zudem über eine Notruffunktion, über die sich mit einem Knopf Hilfe anfordern lässt. Hält der Nutzer die Taste gedrückt, erhalten hinterlegte Notruf-Kontakte eine Notruf-SMS. Dabei kann es sich um Angehörige, aber auch um Rettungsdienste handeln. Nach Annahme der Notrufs schaltet das Gerät in den Freisprechmodus und der Hilfebedürftige kann seine Situation schildern.

Praktisch ist auch die von vielen Geräten gebotene Kurzwahlfunktion. Diese ermöglicht es euch, einzelne Tasten mit Rufnummern eurer Wahl zu belegen. Dann muss der Nutzer nur eine Taste drücken, um den hinterlegten Kontakt anzurufen. GPS ermöglicht es wiederum, Oma und Opa zu orten. Das kann etwa dann nützlich sein, wenn eure Großeltern sich unterwegs gerne mal verirren. Über das GPS könnt ihr dann deren Standort bestimmen. Damit das Gerät unterwegs nicht ausgeht, solltet ihr zudem auf eine lange Akkulaufzeit achten.

Welche Senioren-Handys sind am besten?

Günstig mit Grundfunktionen

Es gibt eine ganze Reihe empfehlenswerter Geräte für Senioren. Wer erst einmal ausprobieren will, wie die Großeltern mit einem Handy zurechtkommen, greift zum Swisstone BBM 320c. Das günstige Senioren-Handy ist bereits für etwa 25 Euro erhältlich. Neben beleuchteten, großen Tasten bringt es einen Notrufknopf, ein FM-Radio, Bluetooth sowie eine Alarm- und Freisprechfunktion mit. Die Aufladung erfolgt über eine Ladestation. Allerdings bietet es keine Kamera und ist nicht kompatibel zu Hörgeräten.

Die Notfall-Taste befindet sich bei vielen Senioren-Handys an einer gut erreichbaren Position(© 2018 CURVED)

Wer auf die beiden letztgenannten Ausstattungsmerkmale Wert legt, sollte sich Emporia Euphoria V50 (etwa 55 Euro) und Doro PhoneEasy 613 anschauen. Ersteres ähnelt dem Swisstone BBM 320c optisch, bringt neben den genannten Zusatzfunktionen aber auch ein breites Farbdisplay mit.

Das Doro PhoneEasy 613 (etwa 65 Euro) wiederum ist ein für Senioren gedachtes Klapp-Handy, das einen microSD-Slot für Speicherkarten mitbringt. Anrufe lassen sich damit besonders einfach annehmen: Einfach aufklappen und losplaudern. Auch das Aufladen ist dank der beiliegenden Ladeschale denkbar einfach.

Ein Smartphone für Senioren

Beachtet jedoch: Keines der genannten Geräte ist ein Smartphone. Wenn euren Verwandten ein Internet-Zugang wichtig ist, bietet sich eher das Doro 8031 4G Smartphone an. Mit dem Android-Telefon können sie beispielsweise im Netz surfen oder E-Mails schreiben. Allerdings erfolgt die Bedienung in erster Linie über das 4,5 Zoll große Touch-Display. Für heutige Verhältnisse sind 4,5 Zoll allerdings eher klein.

Dafür bietet dieses Modell eine sehr einfache Bedienung. Denn statt einem regulären Homescreen mit etlichen Apps gibt es selbsterklärende Schaltflächen für verschiedene Aktionen (etwa "Anrufen", "Anzeigen" oder "Senden") und Kontakte. Wie ihr euch das vorzustellen habt, seht ihr in dem folgenden Video zu dem Senioren-Smartphone.

So macht ihr euer altes Handy seniorentauglich

Wichtige Einstellungen

Es muss aber nicht zwangsläufig ein spezielles Senioren-Smartphone sein. Ihr könnt auch euer altes Mobiltelefon so einstellen, dass es für ältere Menschen leicht zu bedienen ist. Grundsätzlich solltet ihr dafür das Handy auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Wie das genau funktioniert, hängt vom jeweiligen Modell ab und ob es sich um ein iPhone oder Android-Smartphone handelt.

Zudem solltet ihr ein paar Einstellungen vornehmen, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Gerade wenn Oma, Opa und Co. schon etwas schlechter sehen können, tut ihr ihnen damit einen großen Gefallen. Bei einem iPhone begebt ihr euch in die Einstellungen und wählt den Menüpunkt "Anzeige & Helligkeit" aus. Anschließend könnt ihr die Darstellung mit "Textgröße" anpassen. Ist der Text immer noch nicht groß genug, folgt ihr dem Pfad "Einstellungen | Allgemein | Bedienungshilfen | Größerer Text". Hier werdet ihr unter "Größerer dynamischer Text" fündig.

Aufgrund ihrer einfachen Bedienung eigenen sich etwa auch iPhone 8 und iPhone 8 Plus als Senioren-Handys(© 2017 CURVED)

Mit einem Android-Smartphone verfahrt ihr ähnlich. Unter "Anzeige" befindet sich meist schon die Einstellung für die Textgröße. Je nach Modell kann der genaue Pfad allerdings variieren. Zusätzlich könnt ihr etwa bei einem Samsung-Gerät unter "Eingabehilfe | Verbesserung der Sichtbarkeit" den Kontrast verbessern und Schaltflächen hervorheben. Das optimiert die Lesbarkeit sowie die Bedienung. Außerdem findet ihr hier die Möglichkeit, die Darstellung von Texten noch weiter zu vergrößern.

Haltes es simpel

Wenn ihr auf eurem alten Handy Schriftgröße und Kontrast für die Lesbarkeit angepasst habt, sind die wichtigsten Optionen bereits gesetzt. Nun müsst ihr allerdings noch überlegen, wie viel die Person von Technik verseht, die das Handy bekommen soll. Wenn eure Großeltern sich überhaupt nicht mit der Technologie auskennen, solltet ihr auf zusätzliche Apps verzichten und den Startbildschirm möglichst übersichtlich halten.

In der Schnellzugriffsleiste sollten sich daher die wichtigen Apps für Anruf, SMS und Kontakte befinden. Sollte es sich um einen großen und gut lesbaren Bildschirm handeln, könnt ihr auch die Kamera-App in die Schnellzugriffsleiste ziehen. Hauptsache ist: Alle wichtigen Funktionen sind schnell und einfach auffindbar.

Wenn das umgewandelte Senioren-Handy nur für Telefonie und SMS gedacht ist, müsst ihr noch eine weitere Einstellung vornehmen. Deaktiviert die mobilen Daten, damit das Internet nicht unabsichtlich aktiviert wird. Ist das mobile Netz nicht im Handyvertrag enthalten, könnte das sonst zu Zusatzkosten führen. iPhone-Nutzer wählen "Mobiles Netz" in den Einstellungen an und deaktivieren dort "Mobile Daten". Mit einem Android-Smartphpone könnt ihr das Internet schon ausschalten, wenn ihr die entsprechende Option direkt in der Benachrichtigungsleiste antippt.

Zusammenfassung:

  • Senioren-Handys sind deutlich günstiger als herkömmliche Smartphones
  • Sie bieten in der Regel aber auch deutlich weniger Funktionen
  • Große Tasten und eine gut lesbare Schrift erleichtern die Bedienung
  • Viele Geräte lassen sich mit Hörgeräten koppelt und bieten Notruf-Features
  • Für den Zugang zum Internet ist ein Senioren-Smartphone erforderlich
  • Ihr könnt euer Android-Gerät oder iPhone auch zu einem Senioren-Handy machen
  • Stellt in den Anzeige-Einstellungen die Textgröße höher ein. Unter den Bedienhilfen könnt ihr Texte noch weiter vergrößern
  • Setzt das Smartphone auf Werkseinstellungen zurück und legt nur die nötigsten Apps auf den Startbildschirm
  • Stellt den Kontrast für eine bessere Lesbarkeit ein
  • Unterstützt die SIM-Karte kein mobiles Internet, solltet ihr dieses auf dem iPhone oder Android-Handy abschalten

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