Top-Uhrmacher: "Die Apple Watch ist langweilig"

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Die Philosophie klassischer Uhren fehle der Apple Watch
Die Philosophie klassischer Uhren fehle der Apple Watch(© 2014 Apple)

Heute in exakt einem Monat erscheint die Apple Watch. Für ein neues Apple-Produkt sind die Erwartungen ungewöhnlich gedämpft: Die Stimmung ist bestenfalls verhalten. Mehr Gegenwind kommt unterdessen aus der Uhrenindustrie: Die Apple Watch  sei "ausdruckslos", erklärt der Uhrmacher Roger W. Smith. Sein Argument: Die Apple Watch lasse alle Werte vermissen, die traditionelle Uhren auszeichne. Floppt sie deshalb aber auch?

Ein solches Missverhältnis zwischen der Aufbruchstimmung, die Apples Marketingmaschinerie zu erzeugen versucht, und dem Käufer-Interesse im Vorfeld hat es seit dem iPod wohl nicht mehr gegeben – und der wurde bekanntlich 2001 vorgestellt.

Keine Frage: Auch wenn Apple aus einer Position der maximalen Stärke agiert und sich auf dem Gipfel der 39-jährigen Firmenhistorie befindet, scheint die Apple Watch kein Selbstläufer zu werden, wenn man der Resonanz auf die jüngste Keynote glauben darf.

Neues Öl ins Feuer der Kritiker gießt nun der renommierte britische Uhrmacher Roger W. Smith, den das Wall Street Journal zu den 15 Besten seiner Zunft zählt.  "Offen gesagt, ich finde die Apple Watch etwas langweilig", erklärt der 43-Jährige dem Business Insider. "Meine Vorstellung von einer Uhr ist komplett anders",  erklärt Smith, der auf legendäre Luxusuhren im sechsstelligen Bereich spezialisiert ist.

"Die Apple Watch besitzt eine komplett andere Philosophie als klassische Luxusuhren"– Roger Smith

Dem Briten fehlt der authentische Touch einer klassischen Uhr: "Für viele Leute haben mechanische Uhren Seele und Leben. Man kann sie mit Autos vergleichen, den Leuten gefällt der Sound des Motors. Das ist dasselbe bei Uhren: Die Leute lieben es, Uhren ticken  zu hören, sie lieben es, die Bewegung des Zifferblattes zu sehen", wird Smith nostalgisch. "Es ist eine komplett andere Philosophie."

Smith glaubt daher, dass die Apple Watch keine Chance im Vergleich zu den Schweizer Luxusuhren haben werde, die ein ganz anderes Image besetzen und eine ganz andere Klientel bedienen – obwohl Apple die vergoldete Edition-Serie bekanntlich zwischen 11.000 und 18.000 Euro anbietet.

Swatch-CEO übte ebenfalls Kritik

Die Kritik der Uhrenindustrie an der Apple Watch ist nicht neu. Swatch-CEO Nick Hayek zeigte sich Ende vergangenen Jahres nach der Vorstellung der Apple Watch ziemlich unbeeindruckt vom Angriff aus Cupertino auf den Uhrenmarkt.

Laut Hayek habe Apple nur aufgrund des Drucks, endlich wieder eine Produktneuerung auf den Markt bringen zu müssen , die Apple Watch bereits im vergangenen September vorgestellt, obwohl sie seiner Meinung nach zu jenem Zeitpunkt noch weit von der Massentauglichkeit entfernt gewesen ist.

Gezielte Verkaufstechniken: Apple mit Anleihen an die Modebranche

Immer neue Berichte um Produktionsprobleme scheinen Hayeks These zu bestätigen. Wie United Daily News  berichtet, könne Apple wegen Problemen bei der Display-Fertigung aktuell nur lediglich 1,25 bis 1,5 Millionen Exemplare seiner Smartwatch im Monat produzieren.

Um die Vorzüge seines ersten Wearables möglichst überzeugend anzupreisen, werden Apple-Mitarbeiter nach Angaben des Blogs 9to5Mac für das Verkaufsgespräch gezielt geschult, um Kunden auf Schlüsselwörter spezielle Modelle empfehlen zu können. Die neuen Verkaufstechniken gingen zurück auf die Erfahrungen der zahlreichen Neuverpflichtungen aus der Modebranche um die frühere Burberry-Chefin Angela Ahrendts, Yves St. Laurent-CEO Paul Deneve  und Louis Vuitton-Director Jacob Jordan.


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