Werkelt Apple heimlich am iCar?

Supergeil !34
iCar: eine Konzeptstudie von Coroflot/Franco Grassi
iCar: eine Konzeptstudie von Coroflot/Franco Grassi(© 2015 Coroflot/Franco Grassi)

Baut Apple bald Autos? Insider sprechen von einem "aufregenden Projekt", das reihenweise Tesla-Mitarbeiter nach Cupertino wechseln lässt.

Ja, ich weiß, was Ihr jetzt denkt: Der Disselhoff ist verrückt geworden. Ein Auto von Apple? Come on! Aber das, was momentan in Cupertino gemunkelt wird, lässt doch ein bisschen hoffen. Denn seitdem in der vergangenen Woche ein selbstfahrendes Auto gesichtet wurde, das auf Apple zugelassen war, brodelt die Gerüchteküche gewaltig. Denn wie Business Insider berichtet, plant der iPhone-Bauer Größeres. Tesla-Mitarbeiter würden reihenweise nach Cupertino wechseln.

“Apples jüngstes Projekt ist zu aufregend, um es zu verpassen”, berichtet der Insider. “Ich denke, es wird die Landschaft verändern und Tesla einen harten Wettkampf bieten.” Hört, hört! Bislang haben rund 50 Mitarbeiter von Elon Musks E-Auto-Schmiede zu Apple gewechselt. Die meisten sind Ingenieure, spezialisiert auf Mechanik, Robotik und Fertigung. Woran könnten sie arbeiten? Es gibt mehrere mögliche Szenarien:

Ein vernünftiges CarPlay etwa. Apples Idee vom gut gemachten In-Car-Entertainment namens CarPlay ist immer noch mehr ein Versprechen als eine vollumfängliche Lösung für das Auto der Zukunft. Zwar hatte der Konzern aus Cupertino frühzeitig Partnerschaften mit großen Automobilherstellern angekündigt. Doch bislang ist die Marktdurchdringung noch relativ gering. Spannend für den Massenmarkt ist lediglich ein CarPlay-taugliches Autoradio von Pioneer, mit dem jeder sein Auto nachrüsten kann. Doch darüber hinaus scheint Apple, so die Kritik, Probleme zu haben, entsprechendes Knowhow für die Weiterentwicklung des Features aufzubauen. Denn zweifelsohne ist Automobilität für die Ingenieure in Cupertino komplettes Neuland. Wie bekommt man iOS vernünftig adaptiert und kann als Fahrer auf die Features von iOS zugreifen, ohne vom Straßenverkehr abgelenkt zu werden? Knowhow, das Tesla-Mitarbeiter fraglos mitbringen würden. Aber wozu braucht man in Cupertino dann Robotik-Experten?

Leistet sich Apple testweise ein ganzes Elektroauto-Department, um mögliche neue Geschäftsfelder auszuloten? Über die entsprechende Cashreserven verfügt CEO Tim Cook zweifelsohne. Und immerhin ist ein selbstfahrendes Auto gesichtet worden, das im Auftrag von Apple auf den Straßen von New York unterwegs ist. Beobachtern zufolge war das Gefährt mit mehr Kameras ausgestattet, als es bräuchte, um lediglich die Straßen abzuscannen. Dabei würde ein verbessertes Apple Maps den Nutzen von iOS durchaus aufwerten. Könnte Apple also an selbstfahrenden Autos arbeiten, um Google Maps Konkurrenz zu machen? Die "Mapokalypse" steckt dem Konzern aus Cupertino auch heute noch in den Knochen. Im Laufe der Zeit hat sich der Dienst enorm verbessert, kommt allerdings immer noch nicht an die Datendichte der Google-Alternative heran. Möglich wär’s. Aber inwiefern würde das Tesla Konkurrenz machen?

Mit Auto-Integration das Ökosystem erweitern

Nach jetzigem Kenntnisstand kann es sich nur um eine verbesserte Integration des iPhones ins Auto handeln. Das Smartphone ist der Top-Verkäufer bei Apple. Je größer das Ökosystem an Apps und Geräten ist, desto größer ist auch die theoretische Verbreitung. Während Smartwatches, die das Smartphone in die Hosentasche zurückdrängen, schon fast im Mainstream angekommen sind, ist das Auto - von der Freisprechanlage einmal abgesehen - bei den meisten Nutzern noch eine handyfreie Zone. Das liegt weniger an mangelndem Interesse, sondern an nützlichen Einsatzmöglichkeiten. Eine wäre etwa, das Auto per NFC mit dem iPhone zu entsperren. Wenn man schon mit dem Smartphone bezahlen kann, warum dann nicht auch das Türschloss des eigenen Pkw entriegeln und losfahren? Tesla hat das mit seinem Firmware-Update auf Version 6.0 bereits in die Tat umgesetzt.

Kampf um die besten Talente

Woran Apple nun auch arbeiten mag: Fest steht, dass der Konzern sich schon längst im Konkurrenzkampf mit Tesla befindet. Beide Unternehmen buhlen um die besten Talente. Berichten zufolge konnte der E-Auto-Pionier bereits 150 Mitarbeiter von Apple abwerben. Apple kontert angeblich mit üppigen Gehaltserhöhungen und Bonuszahlungen.

Und so ganz wollen wir uns noch nicht von dem Traum verabschieden, dass Apple ein eigenes Auto auf den Markt bringt. Tatsächlich würde solch ein Schritt nur allzu typisch für den Konzern aus Cupertino sein: Man beobachtet, wie sich ein Markt entwickelt, lässt Unternehmen erste Fehler machen, um dann mit einem eigenen Konzept in den Markt zu drängen. So geschehen beim iPhone, iPad und in Kürze auch bei der Apple Watch. Bis wir aber tatsächlich ein Apple-Gefährt zu Gesicht bekommen würden, dürften noch viele Jahre vergehen. Während Hersteller bei mobiler Technik weitestgehend freie Hand haben, gelten für selbstfahrende Autos und Pkw im Allgemeinen strenge Gesetze.


Weitere Artikel zum Thema
iPhone 7 Plus: Apple bewirbt Dual-Kamera mit Romeo und Julia
Romeo und Julia Apple Spot
Romeo, Julia und ein iPhone 7 Plus: In einem neuen Werbespot bewirbt Apple die Videofähigkeiten der Dual-Kamera.
iOS 10.2: Beta 6 steht für Entwick­ler und Tester bereit
iOS 10.2 soll gleich mehrere neue Features für das iPhone und das iPad einführen
Kurz nach dem Release von Beta 5 rollt Apple die sechste Beta für iOS 10.2 aus. Womöglich ist das Update für alle noch vor Weihnachten verfügbar.
iPhone 7: GPS soll mitun­ter nicht korrekt funk­tio­nie­ren
Die GPS-Ortung soll auf einigen iPhone 7-Geräten sehr ungenau sein
Lost in Navigation: Einige iPhone 7-Nutzer berichten von zum Teil massiven Problemen mit der GPS-Ortung des neuen Apple-Smartphones.