Amazon Fire TV Stick (2015) im Test: die Streamingbox light

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Amazon Fire TV Stick
Amazon Fire TV Stick(© 2015 CURVED)

Amazons Streamingbox Fire TV bietet Apps, Spiele und eine Sprachsuche. All das kann der Fire TV Stick auch. Wo die Unterschiede liegen, lest Ihr hier.

Mit den Fire-Geräten hat sich Amazon ein kleines Universum innerhalb des Amazon-Universums geschaffen. Es gibt nicht nur ein (nicht gerade sehr erfolgreiches) Smartphone und diverse Tablets, sondern auch Streaminglösungen für den Fernseher. Die aktuelle "Fire TV"-Box hatten wir ja schon vor ein paar Wochen im Test. Sie überzeugte mit schlichtem Design, aufgeräumten Inhalten und der Möglichkeit, 4K-Inhalte wiederzugeben. Kann der Stick da mithalten?

Die Optik lassen wir einmal außen vor: Es ist ein HDMI-Stick, der verschwindet im HDMI-Port hinten am Fernseher. Was mich etwas gestört hat: Der Micro-USB-Anschluss des Sticks ist auf der rechten Seite angebracht. Bei mir führte das dazu, dass ich an meinem TV ein paar HDMI-Kabel umstöpseln musste. Denn der Fire TV Stick benötigt das Kabel für die Stromversorgung und dadurch zwingend Platz. Ihr braucht aber nicht nur am Fernseher ausreichend Platz, sondern auch eine freie Steckdose. Der Strom aus dem USB-Anschluss am TV reichte im Test für den Betrieb nicht aus.

Der micro-USB-Anschluss liegt etwas ungünstig.(© 2015 CURVED)

Einfache Einrichtung, einfache Bedienung

Sind diese Hürden erst einmal genommen, folgt die Einrichtung: den Stick mit Eurem WLAN verbinden, mit dem Amazon-Konto anmelden, Tutorial ansehen, schon könnt Ihr Filme und Serien schauen. Wie beim „großen Bruder“ ist das Menü sehr übersichtlich gehalten und einfach zu bedienen. Ihr könnt den Stick wahlweise mit der mitgelieferten Fernbedienung oder der "Fire TV"-App fürs Smartphone bedienen. Wenn Euer Fernseher HDMI-CEC unterstützt, könnt Ihr auch die Fernbedienung Eures TVs verwenden.

Der neue Stick kommt mit der vom Fire TV bekannten Sprachsuche-Fernbedienung. Wenn Ihr den Mikrofon-Knopf gedrückt haltet, könnt Ihr Eure Suche einsprechen. Die Möglichkeiten sind deutlich limitierter als beim neuen Apple TV. Ihr könnt zum Beispiel die Prime-Mediathek nach Inhalten durchsuchen, nicht aber Netflix & Co.. Zumindest noch nicht. Insgesamt reicht die Suche aber aus, um ohne viel Geklicke mit der Fernbedienung den gesuchten Film oder die Serie zu finden. Obwohl ich nicht der deutlichste Sprecher bin, musste ich nie ein Kommando zweimal einsprechen.

Im Lieferumfang enthalten ist die Sprachsuche-Fernbedienung mit dem Mikrofon-Button.(© 2015 CURVED)

Anders als der Chromecast von Google ist der Fire TV Stick kein Gerät, mit dem Ihr primär Inhalte vom Smartphone, Tablet oder Notebook an den Fernseher streamen könnt. Wie beim Amazon üblich, sollt Ihr damit konsumieren. Am liebsten natürlich die eigenen Prime-Inhalte. Neben dem Video- steht auch der Amazon-eigene Foto-Dienst zur Verfügung. Ihr könnt aber auch Apps und Spiele auf dem Stick installieren.

Hier ist das Angebot aber nicht so groß wie beim Fire TV. Das ist nicht verwunderlich, denn statt eines Quad- kommt ein Dual-Core-Prozessor zum Einsatz, der Arbeitsspeicher ist ein statt zwei Gigabyte groß. Technisch anspruchsvollere Spiele, wie "Asphalt 8: Airborne", werden zwar angeboten, können aber nicht installiert werden. Casual Games wie "Crossy Roads" reagieren deutlich verzögert auf Eingaben. Ein weiterer Unterschied zum Fire TV: Der Stick ist nicht 4K- sondern "nur" Full-HD-fähig.

Fazit: Streaming-Box light

Wer als Amazon-Kunde Zugriff auf Prime Video, aber keinen Smart TV hat und keine 100 Euro ins Fire TV investieren möchte, wird mit dem rund 50 Euro teurem Stick glücklich. Wenn Ihr aber am TV auch das eine oder andere Spielchen wagen wollt oder Wert auf 4K-Inhalte legt, solltet Ihr lieber etwas tiefer in die Tasche und zur Streaming-Box greifen. Die bietet nicht nur mehr Leistung, sondern auch Zugriff auf mehr und bessere Spiele. Ohne Prime-Abo lohnt sich der Stick freilich kaum. Zwar könnt Ihr auch andere Apps installieren, der Fokus liegt aber auf Amazons Inhalten.


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