Apple HomePod im Test: das Hands-on [mit Video]

Viel wurde diskutiert über ein Konkurrenzprodukt zu Amazon Echo aus Cupertino. Nun hat Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC seinen "HomePod" vorgestellt. Wir konnten ihn bereits im kalifornischen San José in Augenschein nehmen.

Look & Feel

In der Hands-on-Area nach der Keynote hatte ich die Möglichkeit, mir das neue Gadget von Apple genauer anzuschauen. Tatsächlich ist es größer und etwas runder, als es auf den Bildern während der Keynote den Anschein machte. Ungefähr so groß wie ein Football – 18 Zentimeter, um genau zu sein – und mit einem Textil überzogen, ist Apples Konkurrenzprodukt zu Amazon Echo und Google Home. Auf der Oberseite wird der Textilüberzug von einer Abdeckung aus Plastik abgelöst, unter der auf dem Demo-Gerät LEDs in Siri-Farben leuchteten. Diese "Siri-Wellenform" zeigt an, wann Siri eingesetzt wird. Integrierte Touch-Bedienelemente erlauben darüber hinaus eine einfache Navigation.

Leider durfte man die lediglich zwei (!) Demo-Devices nicht in die Hand nehmen, weswegen ich keine Aussagen zur Unterseite machen kann. Davon ab ging allerdings sichtbar nur ein Stromkabel.

Der Klang

Zum Sound lässt sich bislang ebenfalls keine Aussage treffen. Nicht nur war es im Hands-on-Bereich viel zu laut, als dass man die Spracherkennung vernünftig hätte ausprobieren können. Zudem handelte es sich nur um Demo-Geräte, die einen ersten optischen Eindruck geben sollen, aber noch nicht ansatzweise voll funktional sind. Ob die sechs verbauten Tweeter, der Woofer und die sechs verbauten Mikrofone also im Alltag einen guten Job machen und wie sie sich gegen die Konkurrenz von Amazon und Google schlagen, das muss zu gegebener Zeit ein Test der finalen Version zeigen.

Die Intelligenz

Verbaut ist, neben jeder Menge Speaker, ein A8-Chipsatz. Dieser übernimmt unter anderem das Bassmanagement durch Software-Modellierung in Echtzeit. Diese soll ermöglichen, dass der Lautsprecher den tiefsten und saubersten Bass bei geringer Verzerrung liefert. Außerdem an Bord: eine Technologie zur Raumerkennung, ähnlich wie bei Sonos-Geräten, mit der HomePod seine Position in einem Raum erfassen kann und den Klang entsprechend anpasst. Darüber hinaus lassen sich auch zwei HomePods aufeinander abstimmen. Die Einrichtung soll ähnlich einfach wie beim Apple TV funktionieren: Einfach ein iPhone in die Nähe von HomePod halten und binnen Sekunden ist er bereit mit der Wiedergabe von Musik zu beginnen.

Im Zusammenspiel mit dem HomePod soll Siri zudem viele neue Sprachbefehle verstehen. Sie kann nicht nur iMessage-Nachrichten verschicken und Smart-Home-Geräte steuern, sondern Euch unter anderem auch mit tagesaktuellen Nachrichten versorgen. Außerdem soll Euch HomePod eigenständig Musik vorschlagen. Als Basis dafür dient natürlich Apples eigener Musikdienst Apple Music. Darüber hinaus könnt Ihr mit dem Speaker auch abonnierte Podcasts hören. Wie man das von Apple kennt, soll auch beim HomePod die Privatsphäre ganz oben stehen. So werden keine Daten an Apple geschickt, bevor Ihr "Hey, Siri" sagt.

Preise und Verfügbarkeit

HomePod wird für 349 US-Dollar in Weiß und Space Grau ab Dezember zunächst in Australien, Großbritannien und den USA verfügbar sein. Wann der smarte Lautsprecher nach Deutschland kommt, ist noch unklar.

Vorläufiges Fazit

Amazon Echo und Google Home (zumindest in den USA), haben sich als smarte Lautsprecher längst auf dem Markt etabliert. Jetzt folgt Apple mit dem HomePod. Und der stellt Google und Amazon vor Probleme. Denn, die Konkurrenz, so Marketing-Boss Phil Schiller, klingt entweder gut oder ist smart. Beides in einem Gerät, das gebe es bislang nicht. Eine ganz schöne Kampfansage.

Ob sich Apple mit dem HomePod gegen den aktuellen Platzhirsch Amazon Echo auf der einen Seite und Speakersystemen von Sonos auf der anderen Seite durchsetzen können wird, wird spannend zu beobachten sein. Allerdings ist viel Geduld gefragt. Denn HomePod wird erst Ende des Jahres in einigen Ländern verfügbar sein, Deutschland ist noch außen vor. Wirklich interessiert hätte mich zudem, wie HomePod denn nun klingt. Insofern lässt sich an dieser Stelle kein wirkliches erstes Fazit ziehen. Gut designt wirkt das Gerät allemal. Doch wer sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen will, der muss mit sehr gutem Klang und gelungener Smart-Home-Integration punkten können.

Falls wir im Laufe des Jahres die Möglichkeit haben, ein funktionierendes, finales Modell auszuprobieren, reichen wir die Eindrücke natürlich an dieser Stelle nach.

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