Beats Pill+ im Test: Beats' bester Lautsprecher

Die erste Pille seit der Übernahme durch Apple: Der Beats Pill+ sieht man die neue Konzernmutter an - und hört es auch. Ein Ear-on.

Von Beats-Produkten habe ich nie wirklich viel gehalten. Das Design ist fraglos Geschmackssache. Auch der basslastige Sound. Doch Preis und Leistung stimmten für mich nie. Günstig ist das neue Beats Pill+ auch nicht: 229 Dollar ruft der Hersteller auf. 229 Euro scheinen auf Anfrage von CURVED realistisch. Doch zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dafür auch viel für mein Geld geboten zu bekommen.

Apples Einfluss beim Design

Klar, es ist immer noch ein Beats-Produkt - allerdings mit einem sehr starken Apple-Einschlag. Der Plastik-Look des pillenförmigen Vorgängers ist einem sleaken Design gewichen: Durch den Rahmen liegt die Soundbox plan auf, auf der Oberseite prangt nun weniger poppig das Beats-Logo, das gedrückt den Song pausieren lässt - oder zweimal gedrückt in der Playlist ein Lied weiterspringt. Links von ihm befindet sich der Powerbutton.

Drückt Ihr ihn, zeigt Euch die Pill+ mit vier Dioden an, wie es um den Akku bestellt ist. Auf der Rückseite befinden sich hinter einen Gummilasche der Audio-In, ein Lighting-Port zum Aufladen des Akkus und ein USB-Anschluss, über den Ihr Eurer Smartphone aufladen könnt.

Weniger Bumm-Bumm, mehr Präzision

Im Gegensatz zur Beats Pill 2.0 strahlen die verbauten Boxen nicht in flachem Winkel nach oben, sondern nach vorne. Unter dem Metallgitter sind je zwei Tief- und Hochtöner untergebracht. Beats setzt Aktivboxen ein, bei denen der Verstärker die Töner gezielter je nach gewünschtem Sound anspricht. Die Folge: Ein klarerer Klang. Nicht mehr der omnipräsente Bumm-Bumm-Bass, der alles andere überdeckt.

Stereosound gibt es, wenn Ihr zwei Pill+ miteinander koppelt. Dazu installiert Ihr Euch die gleichnamige Companion-App, über die sich Eure Freunde auch einwählen und so bei einer Party Songs auswählen können.

Dreht Ihr die Pill+ voll auf, fährt die Box den Bass sogar deutlich zurück und hebt die Höhen hervor. Natürlich fühlt sich solch ein kleiner Speaker in den Mitten am wohlsten, doch bringt die Box im Vergleich zur UE Boom 2 und JBL Xtreme den besten Bassklang. Dafür eignet sich der Speaker aber auch nicht so gut für den Außeneinsatz. Zwar sind die Anschlüsse gegen Spritzwasser geschützt, doch wasserdicht wie die UE Boom 2 ist die Sound-Pille leider nicht. Zudem ist die Pill+ mehr als doppelt so schwer wie ihr Vorgänger: 745 Gramm. Aber immer noch leichter und kleiner als die mächtige Beats Pill XL.

Fazit: eine gute Apple-Pille

Ob Euch die Möglichkeit, Euer iPhone über die Box aufzuladen und der rundum verbesserte Klang die anvisierten 229 Euro wert sind, ist natürlich Geschmackssache. Ein Hands- bzw. Ear-on kann weder im Video noch in einem Artikel einen objektiven Eindruck zum Klang der Beats Pill+ vermitteln. Also: Vor dem Kauf erstmal in den Apple Store und reinhören! Dort steht es ab dem 10. Dezember, ab dem 2. Dezember ist es online im Apple Store verfügbar. In meinen Augen bzw. Ohren macht die Apple-Pille der UE Boom 2, die ich beinahe täglich im Einsatz habe, Konkurrenz. Quer durch meine Playlist macht die Box eine gute Figur. Und verstecken muss sich der Lautsprecher in neuem Gewand erst recht nicht. Good job, Beats!


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