CAT S61, Land Rover Explore & Crosscall Action-X3: Outdoor-Trio im Test

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Welches Outdoor-Smartphone ist der härtere Knochen?
Welches Outdoor-Smartphone ist der härtere Knochen?(© 2018 CURVED)

Die Outdoor-Smartphones CAT S61, Land Rover Explore und Crosscall Action-X3 sind robust und wasserdicht. Gravierende Unterschiede gibt es bei zusätzlichen Funktionen, die sich auch spürbar auf die Preise auswirken. Ein vergleichender Test.

Die zertifizierte Wasserdichtigkeit und Widerstandsfähigkeit der Outdoor-Smartphones führt zu, dass sie deutlich größer als herkömmliche Smartphones sind. Dafür überstehen sie nicht nur die Nutzung im Regen oder ein ungewolltes Bad im Waschbecken unbeschadet, sondern sind für die Verwendung unter Wasser vorgesehen. Sowohl das Action-X3 als auch das CAT S61 verfügen über Aufnahmemodi, die das Display sperren und so die Nutzung der Kamera unter Wasser ermöglichen.

Wasserdicht und robust

Während das Land Rover Explore und das Crosscall Action-X3 mit IP68 für Tauchgänge bis 1,5 Metern Wassertiefe gewappnet sind, ist das CAT S61 mit IP69 sogar für bis zu drei Meter Tauchtiefe geeignet. Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Temperaturveränderungen, Stürzen, Nebel und Vibrationen haben alle drei Outdoor-Smartphones in Tests nach dem US-Militärstandard "MIL SPEC 810G" bewiesen. In diesem Punkt sind die Unterschiede also gering.

Wenn man sein Smartphone mit Handschuhen nutzen muss, ist bei allen drei Modellen das CAT S61 die beste Wahl. Es hat keine Onscreen-Tasten, die man trotz Handschuherkennung nicht immer zuverlässig antippen kann, sondern unterhalb des Display richtige Tasten zum Drücken. Mit diesen gelangt man auch mit dicken Handschuhen zuverlässig zum Startbildschirm zurück, ruft die Multitasking-Übersicht auf oder geht einen Schritt zurück. Sowohl das S61 als auch das Action-X3 verfügen über eine zusätzliche Taste, die man mit verschiedenen Funktionen aus einer Vorauswahl belegen kann.

Baustelle, Wanderung und noch mehr Action

Nach dem CAT S60 ist das CAT S61 das zweite Smartphone mit einer eingebauten Wärmebildkamera. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich deren Auflösung erhöht und dürfte vor allem Rettern bei der Suche nach Menschen oder Ingenieuren beim Auffinden von schlechten Isolierungen helfen. Im Alltag wird sie eher nur eine selten genutzte Spielerei bleiben. Ein ähnliches Schicksal dürfte die Entfernungsmessung mit einem Laser und die Schadstoffmessung ereilen. Im Zweifel sind Zollstock, Maßband und Geodreick schneller einsetzbar als der Laser des Smartphones und die Belastung durch Lacke und Lösungsmittel muss man in der eigenen Wohnung hoffentlich nur messen, wenn man sie gerade frisch gestrichen hat. Jenseits einer Baustelle kann man mit den speziellen Funktionen des CAT S61 wenig anfangen.

Foto der Flir-Wärmebildkamera des CAT S61.(© 2018 CURVED)

Das Land Rover Explore lässt sich dagegen deutlich besser in der Freizeit nutzen. Mit dem Adventure Pack erhält es ein externes sowie potentiell genaueres GPS und verdoppelt fast seine Akkulaufzeit. Für eine Wanderung, Rad- oder Kanutour sowie den Ausflug mit dem Jeep im Dschungel sicherlich hilfreich – genau wie die vorinstallierte Karten-App ViewRanger. Mit dem Adventure Pack wird das Explore ziemlich dick. Da ist es hilfreich, dass im Lieferumfang eine Tragehülle enthalten ist, die man mit einem Karabinerhaken an Gürtel oder Rucksack befestigen kann.

Das Crosscall Action-X3 hat als Besonderheit einen magnetischen Anschluss auf der Rückseite. Der Hersteller nennt ihn X-Link und verwendet ihn für zwei Dinge: Ihr könnt damit das Smartphone in verschiedenen Halterungen befestigen und so als Navi im Auto verwenden, auf dem Fahrradlenker montieren oder an anderen Sportgeräten befestigen. Zusätzlich überträgt X-Link drahtlos Strom. Dadurch muss man nicht jeden Tag die Abdeckung über den USB-C-Anschluss öffnen. Die leiert mit zunehmender Nutzungsdauer aus und gefährdet so die Wasserdichtigkeit des Smartphones.

Durchschnittliche Kameras mögen Tageslicht

Egal ob 16 Megapixel beim CAT S61 und Land Rover Explore oder zwölf Megapixel beim Croscall Action-X3, alle drei Smartphone-Kameras bewegen sich auf einem durchschnittlichen Niveau. Insgesamt gefallen mir die Aufnahmen vom S61 und Explore aber etwas besser als die vom Action-X3. Dessen Kamera bekommt vor allem in der Nacht Probleme. Auch die anderen beiden Smartphones bleiben hier deutlich hinter den Top-Modellen zurück, aber das X3 liefert noch dunklere Bilder mit noch mehr Artefakten und hat starke Probleme ein Motiv zu fokussieren. Bei Tageslicht wirken seine Aufnahmen dagegen farblich an natürlichsten. Der HDR-Effekt sorgt bei allen drei für ausgeglichenere Kontraste.

Bei der Frontkamera ist die Aufteilung ähnlich. Während das CAT und das Land Rover Selfies mit einer Auflösung von acht Megapixeln aufnehmen, sind die vom Crosscall nur fünf Megapixel groß. Neben der geringen Auflösung bleiben die Selfies vom Action-X3 auch farblich blass. Am besten sehen die Selbstporträts vom S61 aus. Das Explore steht bei den Farben und vor allem bei der Detailgenauigkeit, bzw. der Fokussierung dahinter.

Hardware und Software

Während die Outdoor-Smartphones in ihren Gesamtabmessungen größer als aktuelle herkömmliche Smartphones sind, fallen ihre Displays mit fünf Zoll, bzw. 5,2 Zoll beim CAT S61 klein aus. Bei ihm und dem Land Rover Explore schaut man auf eine angenehme Full-HD-Auflösung. Die HD-Auflösung des Crosscall Action-X3 sieht da im direkten Vergleich pixelig aus. Im Sonnenlicht kommen alle drei Displays an die Grenzen ihrer Helligkeit.

Mit ihrer Hardware sortieren sich die Outdoor-Smartphones in zwei Kategorien ein. Das CAT S61 und das Land Rover Explore haben trotz unterschiedlicher Chipsätze eine ähnliche Leistung und gehören zu den Mittelklasse-Geräten mit denen man gut im Alltag arbeiten kann und auf denen auch aufwendige Spiele wie etwa "PUBG Mobile" laufen – zumindest in mittlerer Grafikqualität. Das Crosscall Action-X3 ist dagegen eindeutig ein Einsteiger-Modell. Seine Hardware reicht für die Nutzung von typischen Apps, lädt aber nicht dazu ein grafisch aufwendige Spiele zu spielen. Zudem ist sein interner Speicher mit 32 Gigabyte nur halb so groß, wie bei den anderen zwei Smartphones. Eine microSD-Karte zur Speichererweiterung kann man in alle drei einlegen.

In Sachen Software hat eindeutig das CAT S61 mit Android 8.0 Oreo die Nase vorn. Es soll nach Angaben des Herstellers auch ein Update auf Android P erhalten. Beim Action-X3 und Explore muss man dagegen mit Android Nougat vorlieb nehmen. Von den vorinstallierten Apps halte ich keine für so relevant, dass man sie nicht durch eine andere aus dem App Store ersetzen könnte.

Fazit

Das CAT S61 ist das beste Smartphone unter diesen drei Outdoor-Modellen. Bei sehr ähnlicher Ausstattung sorgen seine Kamera und die aktuellere Android-Version für einen Vorsprung gegenüber dem Land Rover Explore. Die zahlreichen Zusatzfunktionen, die man nur in bestimmten Situationen benötigt, sorgen allerdings für eine stolze unverbindliche Preisempfehlung von 899 Euro. Die Investition lohnt sich nur, wenn man Wärmebildkamera, Laser-Messgerät oder Schadstoffmessung wirklich benötigt. Sonst wäre das CAT S41 eine günstigere Alternative.

Genau wie das Land Rover Explore, dass sich mit seinem Adventure Pack sowie den Landkarten für Outdoor-Touren anbietet. Es ist zudem alltagstauglicher als das S61 ist und mit 649 Euro auch günstiger. Das Crosscall Action-X3 ist mit 349 Euro noch günstiger und ebenso robust. Durch die X-Link-Halterung ist es mit passenden Halterungen vielseitig einsetzbar und vom Design her das Modell der drei Outdoor-Smartphones, das man am besten im Alltag bei sich tragen kann. Allerdings ist es auch das älteste der Geräte und steht bei der Hardware, der Software und Speicherplatz hinter den anderen beiden.

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