DxO One im Test: zu unhandlich, zu teuer und viel zu schnell leer

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DxO One ist eine Ansteckkamera für das iPhone
DxO One ist eine Ansteckkamera für das iPhone(© 2015 CURVED)

DxO testet Smartphone-Kameras auf Herz und Nieren - und hat mit der DxO One eine Ansteckkamera für das iPhone entwickelt. Doch die enttäuscht.

Auf dem Papier steckt die DxO One sowohl das iPhone 6 und auch das iPhone 6s kameratechnisch locker in die Tasche. Ihr 1-Zoll-Sensor ist nicht nur flächenmäßig größer als der von Apples Smartphone, sondern hat mit 20,2 Megapixeln auch eine höhere Auflösung. Zur Erinnerung: Acht und zwölf Megapixel sind es bei den letzten beiden iPhone-Generationen. Darüber hinaus ist die DxO One mit einer f1.8-Blende lichtstärker als die iPhones mit f2.2.

Keine Schnappschusskamera

Mit der DxO One wird das Fotografieren allerdings komplizierter: iPhone aus der Tasche holen, entsperren, Kamera-App aktivieren und auf den Auslöser drücken reicht nicht mehr. Stattdessen heißt es: iPhone aus der Tasche holen, DxO einschalten und Lightning-Stecker ausklappen, mit iPhone verbinden, die App startet automatisch - erst dann Ihr könnt den Auslöser drücken.

Mit der DxO One zusammen passt das iPhone nicht mehr gut in eine Tasche und wird auch beim Fotografieren unhandlicher. Zwar könnte ich das zusammengesetzte Aufnahmeset nur an einem der Geräte festhalten, aber obwohl die Kamera sicher und stabil im Lightning-Anschluss sitzt, traue ich mich das nicht. Nicht gut gelöst: Über den Lightning-Anschluss werden nur Daten übertragen, kein Strom. Und so stört die kurze Akkulaufzeit der externen Kamera gewaltig: Noch bevor die Speicherkarte voll war, musste ich die One nach rund 70 Aufnahmen wieder aufladen.

Falls es mal schnell gehen muss, könnt Ihr mit der DxO One auch ohne Smartphone ein Foto machen. Eine Auslöse-Taste ist vorhanden, nur ein Bildschirm zur Kontrolle fehlt. Und eine microSD-Karte muss sich dann zwingend in der Kamera befinden. Besteht eine Verbindung zum iPhone, könnt Ihr die Aufnahme auch nur auf dem Smartphone speichern - allerdings nur die JPG-Dateien. Die RAW-Dateien könnt Ihr nur auf den Computer kopieren.

Lichtstarker Rohdatenlieferant

Die Bilder in diesem Vergleich stammen aus der Kamera des iPhone 6, deren Bildqualität etwas aber nicht viel schlechter als beim iPhone 6s ist. Dazu kommen die von der DxO One entwickelten JPG-Dateien, die sie auf das iPhone überträgt. Vor allem bei den Farben und der Belichtung wird man bei einer händischen RAW-Entwicklung deutlich bessere Ergebnisse erzielen können.

Grundsätzlich machen sich das lichtstärkere Objektiv und der größere Bildsensor bemerkbar. Allerdings reißen die hellen Bereiche teilweise aus. Nachts zeigt die Kamera in Bezug auf die Detailgenauigkeit trotz hellerer Aufnahmen allerdings kaum Verbesserungen.

Aus technischen Gründen sind die Bilder in der Galerie komprimiert. Die Originaldateien inklusive der RAW-Bilder findet Ihr bei Google Drive.

Einfache Kamera-App

Auf dem iPhone habt Ihr nur über die DxO One-App Zugriff auf die externe Kamera. Die Anwendung enthält eine eigene Galerie für die Aufnahmen und natürlich einen Kameramodus, in dem Ihr den iPhone-Blitz aktiviert, den Selbstauslöser einstellt und das Dateiformat auswählt. Ingesamt stehen acht automatische und halbautomatische sowie ein manueller Aufnahmemodi zur Auswahl.

Schade: Für die DxO One-App gibt es keinen Makromodus. Im manuellen Modus kommt man noch am nächsten an das Motiv heran. Aber die Naheinstellgrenze ist deutlich größer als beim iPhone, das sich damit für die Makrofotografie besser eignet.

Kein Ersatz für eine Spiegelreflexkamera

Warum ich mit einer Ansteckkamera für das iPhone so kritisch bin? Weil die DxO One mit 599 Euro fast so teuer wie ein iPhone 6 ist. Dafür erhaltet Ihr eine Kamera, die zwar bessere Bilder macht als das Smartphone, aber immer noch eine schlechtere Bildqualität hat als hochwertige Kompakt- oder günstige Spiegelreflexkameras, die ähnlich teuer sind. Aber nicht nur der Preis spricht für mich gegen die DxO One, sondern auch die Unhandlichkeit im Zusammenspiel mit dem iPhone und die kurze Akkulaufzeit. Als einziger wirklicher Pluspunkt bleibt am Ende die Aufnahme von RAW-Dateien stehen.


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