Fitbit Ionic Smartwatch im Test: das Hands-on [mit Video]

Im Vorfeld der Technikmesse IFA in Berlin (1.-5. September) hat Fitbit seine neue Fitnessuhr Ionic vorgestellt. Wir haben sie ausprobiert.

Im vergangenen Jahr hat Fitbit den Smartwatch-Hersteller Pebble aufgekauft, um nun mit einer eigenen Uhr an den Start gehen zu können. Von Pebble hat sich der Hersteller abgeguckt, wie vorteilhaft eine offene Entwicklerplattform ist. Ab September können Entwickler nun auf Fitbits Plattform zugreifen und eigene Apps für die Fitbit Ionic erstellen. Auch individuelle Watchfaces sollen jede Uhr personalisieren.

Design und Gefühl

Das Design der Smartwatches ist derzeit oft Geschmackssache: Zum einen gibt es die Apple Watch, die durch ein schlankes Design und eine unkomplizierte Bedienung ordentlich vorgelegt hat. Auf der anderen Seite stehen die Android Wear-Geräte, die meist eher klobig sind und deren Betriebssystem nicht unbedingt richtig ausgereift ist.

Fitbits Ionic platziert sich nun dazwischen. Das kantige Design ist nicht so schlank wie das der Apple Watch, doch dennoch leichter und dünner als die meisten Android-Uhren. Der Rahmen des Gehäuses besteht aus Aluminium. Die Armbänder lassen sich, wie schon von den anderen hauseigenen Fitnesstrackern gewohnt, austauschen. Der Rahmen ist in Dunkelgrau, einem rötlichen Braunton (inspiriert von der Marsoberfläche) und in einem hellem Aluminiumgrau verfügbar.

Was mir beim Tragen sofort auffiel: Die Uhr ist sehr leicht und dadurch komfortabel und angenehm. Das große LCD-Touchdisplay wird mit Gorilla Glass 3 vor Kratzern geschützt und sorgt für eine einfache und angenehme Bedienung. Außerdem ist es extrem hell (1000 Nits) und kontrastreich. Als Betriebssystem kommt Fitbit OS, eine Eigenkreation von Fitbit, zum Einsatz.

Auch eine neue App ist an Bord der Uhr verfügbar: der Coach. Dieser bringt Euch ein Trainingsprogramm mit Anweisungen direkt auf das Handgelenk. Dabei misst die Uhr, wie anstrengend das Training für Euch war, sodass Ihr beim nächsten Mal entweder ein intensiveres oder leichteres Programm vor die Nase gesetzt bekommt.

Vier Tage Akkulaufzeit

Das größte Feature der Smartwatch ist seine Akkulaufzeit. Während Konkurrenzgeräte nach einem oder spätestens zwei Tagen aufgeladen werden müssen, verspricht Fitbit, dass seine Ionic vier Tage und mehr durchhält. Das werden wir in einem ausführlichen Test zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen. Bei aktivem GPS sinkt die Laufzeit dann auf knapp zehn Stunden.

Ausgestattet ist die Uhr mit WLAN und ein Vibrationsmotor für die Benachrichtigungen. Wasserdicht ist die Uhr bis 50 Meter und auch GPS ist integriert. Der interne Speicher ist 2,5 Gigabyte groß, sodass Ihr Eure Lieblingsmusik auch als Dateien ablegen könnt. Alles Funktionen, die wir uns von einer Smartwatch wünschen. Neben dem optischen Herzfrequenzmesser finden wir auch Höhen- und Umgebungslichtsensoren. Sogar Bezahlen könnt Ihr mit der Uhr per NFC. Dafür hinterlegt Ihr Eure Kreditkarten in der Uhr und haltet sie über das Bezahlgerät im Shop. Die Übertragung lief im Test einfach und schnell ab. Zur Sicherheit muss nach jedem Ausziehen der Uhr das Passwort neu eingegeben werden, um die Ionic zu entsperren.

Auch kabellose Sportkopfhörer Flyer vorgestellt

Auf der IFA konnten wir zudem die ersten Kopfhörer aus dem Hause Fitbit sehen. Diese kabellosen In-Ear-Kopfhörer sind schweißresistent und liegen per Kabel verbunden in Eurem Nacken. Zwei Mikrofone sollen dafür sorgen, dass äußere Geräusche stark abgeschirmt werden (Noice Cancelling). Ausprobieren konnten wir sie bisher noch nicht, doch laut Präsentation sollen sie gut mit der Uhr zusammenarbeiten, sodass Ihr auch ein Telefongespräch annehmen könnt, während Ihr über die Ionic Musik hört und die Kopfhörer dann automatisch auf das Gespräch umschalten. Die Audioanweisungen der Coach-App könnt Ihr beim Training ebenfalls über die verbundenen Flyer-Kopfhörer hören. Details muss später ein ausführlicher Test zeigen.

Preise und Verfügbarkeit

Fitbit bietet seine Ionic-Smartwatch momentan zur Vorbestellung an. 349 Euro soll die Uhr kosten und in rund einem Monat verschickt werden. Ab Oktober steht sie im Handel. Die kabellosen Kopfhörer Flyer werden 129 Euro kosten und ebenfalls ab Oktober zu haben sein.

Vorläufiges Fazit: Daumen hoch!

Der erste Eindruck der Fitbit Ionic ist sehr positiv. Besonders das helle, kontrastreiche Display und das geringe Gewicht haben mir sehr gefallen. Die Ausstattung mit integriertem GPS, NFC und einem wasserdichten Gehäuse machen die Uhr auf jeden Fall zu einer interessanten Option für Sportler.

Wie gut die Software letztendlich im Alltag funktioniert, muss ein ausführlicher Test zeigen. Auch wird spannend, wie andere Entwickler mit eigenen Apps die Uhr noch mit Funktionen erweitern werden.


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