Fitbits "Gesundheit für Frauen" im Test: Wie gut ist das Zyklus-Tracking?

Wir haben uns das neue Fitbit-Update "Gesundheit für Frauen" für die App sowie die Fitbit Versa und Ionic genauer angeschaut.
Wir haben uns das neue Fitbit-Update "Gesundheit für Frauen" für die App sowie die Fitbit Versa und Ionic genauer angeschaut.(© 2018 CURVED)

Endlich bietet eine Companion-App die Möglichkeit, alle relevanten Fitness-, Gesundheits- und Ernährungsdaten in einer Anwendung zu bündeln – und wenn wir alle sagen, dann heißt das für Frauen vor allem auch, ihren Zyklus-Kalender in Relation zu den übrigen Daten zu setzen. Wir haben uns das neue Fitbit-Update "Gesundheit für Frauen" für die App sowie die Fitbit Versa und Ionic genauer angeschaut.

Im April brachte Fitbit als femininen Nachfolger der recht großen Fitbit Ionic die deutlich filigranere Smartwatch Versa auf den Markt – und die schien einen Nerv bei den Damen zu treffen. Immerhin wurde die smarte Uhr laut jüngsten Angaben des Herstellers bereits über eine Million Mal verkauft. Passend dazu hatte Fitbit vor wenigen Wochen zunächst seine iOS-App und jetzt endlich auch die Android-App um das mit der Versa angekündigte Feature "Gesundheit für Frauen" erweitert: Das Update mit dem sperrigen Namen ist nichts anderes als ein Dokumentationstool für den weiblichen Zyklus.

Dennoch ist die Idee, diese Daten gemeinsam mit den Werten zur täglichen Aktivität, dem Schlaf und Gewicht sowie der Ernährung zentral in einer Anwendung zu bündeln, einfach wie genial. Immerhin kann der Zyklus auch das Körpergewicht durch Wassereinlagerungen beeinflussen, ebenso wie das Wohlbefinden, die Fitness und das Essverhalten. Weil jeder Körper anders ist, können auch die Symptome und Beschwerden vor und während der Periode ganz unterschiedlich ausfallen. Mit einer zentralen Anwendung können die Nutzerinnen Zusammenhänge besser erkennen und etwa die Ernährung, den Schlaf, das Fitnessprogramm wie auch die Verhütung besser auf den Zyklus abstimmen.

Umdenken: Alternative Verhütungsmethoden und der eigene Zyklus rücken wieder in den Fokus

Dadurch, dass sich vor allem junge Frauen neuerdings wieder kritischer mit der Antibabypille und deren Nebenwirkungen auseinandersetzen, rücken auch alternative Verhütungsmethoden und in dem Zuge auch der eigene Zyklus wieder mehr in den Fokus. Aber auch für Paare mit Kinderwunsch sind Zykluskalender hilfreich, um den Eisprung zu errechnen. Mit dem Update zum Female Health Tracking möchte Fitbit Frauen dabei unterstützen, ihren Menstruationszyklus und die Auswirkung auf die allgemeine Verfassung besser zu verstehen. Das Unternehmen gibt an, dass bereits über 2,4 Millionen Nutzerinnen das Feature auf das Dashboard ihrer Fitbit-App gezogen haben. Wer eine Fitbit Ionic oder Versa besitzt, kann den Kalender auch auf der Uhr einsehen. Ich habe mir mal angeschaut, was das Update im Vergleich zu anderen Menstruationskalendern kann.

So funktioniert das neue Fitbit-Update für Frauen

Das Feature speziell für Frauen stellt sich in erster Linie als simpler Menstruationskalender dar. Ihr seht eine Monatsansicht und könnt den Beginn und Verlauf eurer Periode eintragen. Auf Basis der Angaben zu eurer Zykluslänge sowie der Dauer der Periode, stellt die App Prognosen an über die nächste Periode und deren Dauer, sowie die geschätzte fruchtbare Zeit und den voraussichtlichen Eisprung. Mit jeder weiteren Zyklus-Dokumentation werden die Prognosen natürlich immer genauer. Das heißt, dass Anwenderinnen schon einige Tage vorher an ihre nächste Periode erinnert werden oder bereits auf dem Dashbord sehen, ob und wie lange sie voraussichtlich im laufenden Zyklus fruchtbar sind. Neben der Periode und dem Eisprung an sich können Nutzerinnen manuell ihre Symptome und Begleiterscheinungen dokumentieren. Dazu zählen in der Fitbit-App die Blutungsintensität und Beschaffenheit des Ausflusses ebenso wie Krämpfe, Kopfschmerzen, empfindliche Brüsten, Akne und allgemein Kranksein. Außerdem kann man nachhalten, wann man Sex hatte – ungeschützten und geschützten – und ob man die Pille danach genommen hat.

Was hier allerdings fehlt, ist die Möglichkeit, Notizen zu machen. So wäre es hilfreich, wenn frau auch ihr mentales Befinden eintragen könnte, Stimmungen, Launen oder auch andere Medikamente, die sie nimmt – außer der Antibabypille oder der Pille danach. Tatsächlich sind derartige Angaben entscheidend, wenn es darum geht, ein umfassendes Gesundheitsbild zu gewinnen oder auch als Vorbereitung auf ein Arztgespräch. Interessant ist aber der Blog zum Thema Gesundheit für Frauen: Hier tauschen sich Mädels nicht nur über ihre Erfahrungen mit der Fitbit-App aus, sondern auch über Themen wie Verhütung, Schwangerschaft oder auch die Menopause.

Fazit: Das Feature ist eine tolle Idee, aber ausbaufähig

Unterm Strich ist das etwas unbeholfen benannte Fitbit-Feature "Gesundheit für Frauen" ein erster Schritt in die richtige Richtung, allerdings geht es bei dem Thema Zyklus-Tracking um weit mehr und dementsprechend fehlt es der App auch noch an kleinen aber feinen Details. Ich würde mir wünschen, dass die Anwendung noch individueller wird mit Notizfunktionen, vor allem auch zur Basal­temperatur und dem Zervix­schleim, weil diese natürlichen Verhütungsmethoden viel sicherer sind als eine bloße Schätzung durch die Fitbit-App und die Handhabe könnte etwas intuitiver ausfallen:

Anfangs braucht es noch den Klick auf das kleine Fragezeichen oben rechts in der Ecke, um zu verstehen, was die pinken, rosa, blauen und pink-blauen Markierungen im Kalender zu sagen haben. Und auch das man mit den Symptomen nicht gleichzeitig die Periode dokumentiert, ist etwas umständlich. All das setzt derzeit die beliebte Flo.Health-App besser um. Daneben gibt es noch viele weitere Zyklus-Apps, allerdings weiß man hier nie, wie gut sie diese sehr persönlichen Daten schützen. Fitbit gewährleistet in den Datenschutzrichtlinien, die Nutzerdaten in keinem Fall an Dritte weiterzugeben und informiert die Nutzer, welche Daten erfasst und wie verwendet werden.

Letztlich fehlt es der Fitbit-App auch noch an der Transferleistung, einen Zusammenhang zwischen dem Zyklus, der Fitness, dem Gewicht sowie dem Appetit herzustellen. Hier könnten Anwenderinnen eventuell daran erinnert werden, dass sie sich kurz vor der Periode besser nicht wiegen sollten oder während der Tage ein paar Heißhungerattacken ganz normal sind.

Im Laufe des Jahres will Fitbit aber dafür weitere Gesundheits-Features für die Fitbit-App beziehungsweise die Smartwatches zur Verfügung stellen. Angeblich sollen die künftigen Funktionen unter anderem Krebspatienten daran erinnern, ihre Medikamente einzunehmen. Außerdem will Fitbit Nutzer informieren, welche Krankheitserreger in ihrer Umgebung gerade umher schwirren. Falls ihr betroffen seid, von starken Regelschmerzen, lest auch unseren Gadget-Test zu "Livia".


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