Huawei P8 Lite (2017) im Test: Neu ist immer besser

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Das Huawei P8 Lite (2017)
Das Huawei P8 Lite (2017)(© 2017 CURVED)

Mit dem Huawei P8 Lite (2017) feiern die Chinesen die Rückkehr "eines Klassikers". Wie sich die Neuauflage schlägt, klären wir im Test.

Es ist wieder da. Huawei bringt das P8 Lite als 2017er-Edition heraus. Offiziell spricht man beim chinesischen Unternehmen von der "Neuauflage eines Klassikers". Dabei ist das originale P8 Lite gerade einmal eineinhalb Jahre alt. Die Bezeichnung "Bestseller" trifft es da wahrscheinlich eher – denn das Smartphone war ein Riesenerfolg zu seiner Zeit. Wohlgemerkt erst, nachdem der Preis ordentlich unter die unverbindliche Preisempfehlung gefallen war. Die Neuauflage gibt es bereits ab 239 Euro. Muss man da mit Abstrichen rechnen?

Äußerlich schon einmal nicht. Denn die Zeiten des billigen Plastiks sind vorbei. Huawei setzt stattdessen auf einen Rahmen aus Metall und eine Rückseite aus Glas. Das sieht besonders bei unserem schwarzen Testmodell sehr edel aus. Allerdings nicht sehr lange, denn kurz nach dem Auspacken war die Rückseite mit Fingerabdrücken übersät. Wollt Ihr Euch den Wow-Effekt erhalten, habt Ihr besser immer ein Mikrofasertuch dabei. Ansonsten gibt es am Gehäuse nichts zu bemängeln. Alles ist da, wo es sein soll. Alles ist sauber verarbeitet. Alles ist gut.

Perfekt für den Alltag

In Sachen Ausstattung, ist alles dabei, was heutzutage standardmäßig (für die meisten Hersteller) auch in dieser Preisklasse dazu gehört: Fingerabdrucksensor, ein Dual-SIM-Schacht, die Möglichkeit zur Speichererweiterung (statt einer zweiten SIM-Karte) und ein Kopfhöreranschluss. Verbessert hat der Hersteller zum Glück auch das Display. Im Vorgänger löste der 5,2-Zoll-Bildschirm noch mit 1280 x 720 Pixeln auf. Nun ist's Full HD bei gleicher Größe. Das ist zeitgemäßer und sieht deutlich besser aus! Nur bei einem Merkmal ist Huawei im Jahr 2015 stecken geblieben. Die Neuauflage kommt wie beim Original mit einem Mikro-USB-Anschluss. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Die meisten Umsteiger dürften nichts anderes gewohnt sein.

Im Inneren taktet mit dem "Kirin 655"-Chip der gleiche Prozessor wie im Honor 6X. Dem zur Seite stehen drei Gigabyte RAM. Interessant wird es, wenn man sich sich mal anschaut, wie Honor, eine Tochter von Huawei, sein Gerät bewirbt. Da ist vom ruckelfreien "Gaming, Surfen und Musik hören – und das alles auch gleichzeitig", die Rede. Beim Huawei P8 Lite (2017) scheitert es schon beim Zocken. Zumindest auf höchster Detailstufe stockte "Asphalt 8: Airborne" gern mal in Leveln mit vielen Spiegeleffekten. Dazu stellt das Smartphone Texturen im Spiel teilweise verwaschen dar.

Man muss das P8 Lite 2017 fairerweise aber auch als das Smartphone sehen, als das es in Rennen geschickt wird. Huawei bewirbt es als Begleiter für unterwegs, zum Abrufen von Mails, zum Surfen und für Social Networks – und nicht als Gaming-Device. Für die Aufgaben hat das P8 Lite auf jeden Fall genug Power und bietet dank des Akkus mit 3.000 mAh auch die nötige Ausdauer. Einen Tag online? Kein Problem.

Eine Kamera für Schnappschüsse

Kleine Probleme macht dagegen die Zwölf-Megapixel-Kamera. Besonders bei kontrastreichen Bildern hatte sie im Test teilweise mit Bildrauschen zu kämpfen. Bei normalen Tageslichtaufnahmen fällt das nicht so sehr ins Gewicht. Solange man sich die Bilder nicht am Rechner in Originalgröße anschaut, gehen die Ergebnisse absolut in Ordnung. Überzeugen konnte die Kamera mit einer natürlichen Farbdarstellung. Im Endeffekt kann man sagen: Zwar kann die Knipse des P8 Lite (2017) nicht mit den Dual-Kameras im P9 oder dem Mate 9 Schritt halten. Die Top-Geräte sind aber auch ein ganzes Stück teurer als das Lite-Modell. Für den Preis gehen die Schnappschüsse absolut in Ordnung.

Die Frontkamera löst mit satten acht Megapixeln auf und lieferte sehr detailreiche Selfies. Jedes Fältchen und jedes Härchen ist auf den Selbstportraits zu erkennen. Wollt Ihr das nicht, könnt Ihr, wie bei jedem Huawei-Gerät, den Verschönerungsmodus aktivieren. Dann werden Falten geglättet und die Haut gestraft. Natürlich sieht's dann aber nicht mehr aus. Die bessere Alternative zu datenhungrigen Apps wie Meitu ist die angebaute Lösung von Huawei aber allemal.

Endlich aktuelle Software

Was beim ähnlich ausgestatteten Honor 6X noch einer der Kritikpunkte war, macht die Konzernmutter besser. Das P8 Lite wird mit dem aktuellen Android 7.0 Nougat ausgeliefert. Darüber legt Huawei die schon vom Mate 9 bekannte Emotion UI in der Version 5. Das heißt: Im Vergleich zur Vorversion sind die Navigationswege durch die Menüs deutlich kürzer.

Durch das viele Weiß und die minimalistischen Symbole wirkt das System optisch aufgeräumter. Außerdem habt Ihr in den Einstellungen die Möglichkeit, einen App-Drawer zu aktivieren. Das sorgt für mehr Ordnung auf dem Homescreen, auf dem ansonsten alle installierten Apps landen. Was nervt, sind die vielen doppelten Apps. Durch die obligatorischen Google-Apps gibt es bereits einen Kalender, eine Foto-App und einen Mail-Client. Huawei legt das gleiche noch einmal bei. Stört Euch das, müsst Ihr den Einstellungen die Doppelgänger deaktivieren.

Fazit: Allrounder zum Sparpreis

Huawei hat es wieder getan: Auch das neue P8 Lite ist ein solides Mittelklassegerät zum günstigen Preis. Das Smartphone tut sich nirgendwo besonders hervor, das Gesamtpaket ist aber stimmig. Seid Ihr nur auf der Suche nach einem soliden Begleiter für den Alltag, dürften die 239 Euro (UVP) gut investiert sein. Eine gute Alternative für Foto-Freunde ist das Honor 6X. Das Smartphone der Tochtermarke kommt für zehn Euro mehr mit Dual-Kamera – allerdings auch mit einer älteren Android-Version.


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