Motorola Moto G5s und G5s Plus im Test: Special Edition mit besserer Kamera

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Das Moto G5s und G5s Plus sind Special Editions der aktuellen Motorola-Mittelklasse
Das Moto G5s und G5s Plus sind Special Editions der aktuellen Motorola-Mittelklasse(© 2017 CURVED)

Nach bereits sechs Monaten sollen das Moto G5s und das Moto G5s Plus ihre Vorgänger mit besseren Kameras und größeren Display übertrumpfen. Wie sie sich im Vergleich zum Moto G5 und G5 Plus schlagen, erfahrt Ihr im Test.

Motorola sagt dazu, dass Ihr Ziel sei, die Technik schnell zu verbessern und den Kunden anzubieten. Deshalb sollte man die beiden neuen Moto G5s Geräte eher als Special Edition sehen statt als Nachfolger.

Technische Ausstattung

Technisch haben sich beide Geräte nur wenig verändert. Das Moto G5s setzt wie das Moto G5 auf Qualcomms Snapdragon 430 Chipsatz mit Achtkernprozessor und kommt mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Allerdings sind jetzt 32 statt bisher 16 Gigabyte interner Speicher verbaut. Das Display wird von 5 Zoll auf 5,2 Zoll gestreckt. Die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) bleibt. Somit verliert der Bildschirm zwar etwas an Pixeldichte, doch das fällt nicht auf. Das Display ist nach wie vor gestochen scharf. Wahrscheinlich um den höheren Energieverbrauch des gewachsenen Displays auszugleichen, wurde auch der Akku größer: Statt 2800 mAh misst dieser jetzt 3000 mAh.

Im Moto G5s Plus steckt wie im bisherigen Moto G5 Plus Qualcomms Snapdragon 625, der nach wie vor mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Der interne Speicher bleibt bei 32 Gigabyte. Das Display wächst von 5,2 Zoll auf 5,5 Zoll und bietet ebenfalls weiterhin eine Full-HD-Auflösung. Der Akku beim Plus-Modell bleibt unverändert bei 3000 mAh.

Aufgeladen werden beide neuen Smartphones weiterhin per Micro-USB-Anschluss. Das Werbeversprechen für die Schnellladetechnik wurde für die neuen Modelle nach unten korrigiert: Während es beim ersten Modell noch hieß, dass nach 15 Minuten am Strom weitere sechs Stunden Nutzung möglich seien, sind das nun nur noch fünf Stunden. Beim Betriebssystem setzt Motorola bei beiden Geräten auf Android 7.1 und erweitert dieses um die typischen Moto-Gesten. Durch Schütteln aktiviert Ihr somit beispielsweise die Taschenlampe, durch drehen die Kamera. Der Fingerabdrucksensor ist in beiden Modellen auf der Vorderseite unter dem Display integriert.

Noch etwas zur Haptik: Tippen wir auf dem Moto G5s, haben wir das Gefühl auf einer Art hohlen Plastikscheibe zu drücken. Beim Moto G5s Plus fühlt es sich eher nach Glas an. Ansonsten sind beide Geräte gut verarbeitet. Lediglich die Kanten am Displayrahmen fühlen sich ungewohnt "scharf" an, schneiden aber keinesfalls ein, wenn Ihr mit dem Finger entlangfahrt.

Bessere Kameras

Während sich an den übrigens Specs kaum etwas verändert hat, sind die Kameras in beiden Geräten besser geworden. Im Moto G5s kommt nun ein 16-Megapixel-Sensor zum Einsatz statt bisher ein 13-Megapixel-Sensor. Die Blende liegt weiterhin bei f/2.0. Videoaufnahmen sind mit 30 Bildern pro Sekunde bis zu einer Full-HD-Auflösung möglich. Die Weitwinkelfrontkamera bleibt zwar von der Auflösung her gleich (fünf Megapixel), wird jedoch im G5s durch einen LED-Blitz unterstützt, um auch im Dunkeln passable Aufnahmen zu bekommen.

Das Moto G5s Plus ist jetzt mit einer Dualkamera ausgestattet, die mit 13 Megapixeln auflöst. Die Blende liegt bei f/2.0. Videoaufnahmen sind in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde möglich, 4K-Videos filmt Ihr mit 30 Bildern pro Sekunde. Auch die Frontkamera des G5s Plus bekommt Unterstützung durch den LED-Blitz. Selfies nehmt Ihr jetzt mit acht statt bisher fünf Megapixeln auf. Die Dualkamera ist für den "Bokeh"-Effekt (Tiefenunschärfe) da. Die Ergebnisse der abgespeicherten Fotos mit diesem Modus sind sehr viel besser als die Vorschau während Ihr das Bild aufnehmt. Dennoch ist der Effekt im Vergleich mit teureren Geräten wie dem OnePlus 5 oder Apples iPhone 8 Plus nicht ganz so perfekt.

Im direkten Vergleich macht das Plus-Modell die besseren Fotos. Wir erkennen mehr Details, die Kontraste fallen deutlicher aus. Auch im Dunkeln sind die Aufnahmen mit dem Moto G5s Plus heller. Dennoch könnt Ihr auch mit dem Moto G5 gute Bilder schießen. Was auch auffällt: Die Kamera des Moto G5s Plus löst recht langsam aus - auch wenn HDR ausgeschaltet ist. Das Moto G5s war da um einiges schneller.

Preise und Verfügbarkeit

Bisher lag der Preisabstand beider Geräte bei 100 Euro, nun nur noch bei 50 Euro. Das Moto G5s kostet 249 Euro, das Moto G5s Plus mit der Dualkamera 299 Euro. Beide Geräte sind bereits bestellbar.

Fazit: Nett, aber zu früh

Das wichtigste zuerst: Ja, die Kameras sind besser geworden. Auch dass das Moto G5s Plus nun eine gute Dualkamera zum vergleichsweise günstigen Preis anbietet, dürfte einige Kunden freuen. Beide Smartphones sind im Mittelklasse-Segment empfehlenswerte Geräte.

Ungünstig empfinde ich aber, dass Motorola bereits ein halbes Jahr nach Release seiner G5-Smartphones ein neueres Modell auf den Markt bringt. Das verärgert Käufer der ersten Generation. OnePlus hatte mit dem OnePlus 3T ebenfalls nur ein halbes Jahr nach dem dritten Modell eine verbesserte Version herausgebracht, nur um diese weitere sechs Monate später durch das neue Flaggschiff zu ersetzen.

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