Motorola Moto Z3 Play im Test: Das modulare Smartphone mit dem Zusatzakku

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Motorola Moto Z3 Play
Motorola Moto Z3 Play(© 2018 CURVED)

Das Motorola Moto Z3 Play ist sehr dünn, hat ein großes Display und verfügt über eine Dualkamera. Mit dem Moto Mod im Lieferumfang wird es zum Laufzeitwunder. Im Test zeigt es seine Stärken und Schwächen.

Das Display des Moto Z3 Play misst sechs Zoll in der Diagonalen und kommt ohne Notch aus. Sprich: Es gibt keine Aussparung oben im Display, wie sie mit dem iPhone X populär geworden ist. Stattdessen fallen die Ränder für heutige Verhältnisse eher groß aus. Trotz der Größe des Bildschirms genügen 2160 x 1080 Pixel für eine scharfe Darstellung der Inhalte auf dem Super-AMOLED-Display. Dieses überzeugt darüber hinaus mit kräftigen Farben, einen hohen Helligkeit und stabilen Blickwinkeln.

Lange Akkulaufzeit dank Moto Mod

Das Moto Z3 Play ist mit 6,75 Millimetern sehr dünn. Mir persönlich schon zu dünn, um es bequem in der Hand halten zu können. Mit seinem Metallrahmen und der Rückseite aus Glas wirkt das Spritzwasser-geschützte Gehäuse filigran. Soll aber robuster sein als man denkt. Im Test ist es mir allerdings nicht heruntergefallen, so dass diese Behauptung des Herstellers ungeprüft bleibt.

Das Moto Z3 Play gehört zu den modularen Smartphones von Motorola. Das bedeutet, dass es sich mit den sogenannten Moto Mods erweitern lässt. Dabei handelt es sich z.B. um einen Beamer, eine Kamera oder einen Lautsprecher, die man an der Rückseite des Smartphones befestigt. Damit man als Nutzer das Prinzip erleben und verstehen kann, legt Motorola dem Z3 Play eine Akku-Erweiterung bei. Diese lässt sich dank der magnetischen Verbindung unkompliziert mit dem Smartphone verbinden und erhöht seine Akkulaufzeit deutlich. Während der fest verbaute 3000-mAh-Akku für einen Tag ausreicht, schafft man mit dem Moto Mod und seinen 2200 mAh auch problemlos einen zweiten Tag.

Selbst mit dem Moto Mod wird das Z3 Play aber nicht klobig. Mir persönlich ist es eh zu dünn, da stört es mich nicht, dass es mit der modularen Erweiterung so dick wird wie andere Smartphones, die in Hüllen stecken. Den Moto Mod kann man allerdings nur über das Smartphone aufladen und auch erst dann, wenn dessen Akku komplett voll ist. Über einen eigenen Anschluss verfügt der Zusatzakku nicht.

Dualkamera mit Bokeh-Effekt

Befindet sich kein Moto Mod auf der Rückseite des Moto Z3 Play steht die Kamera markant aus dem Gehäuse hervor. Es handelt sich um eine Dualkamera, die Fotos mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln aufnimmt. Die zweite Linse mit einem Fünf-Megapixel-Sensor liefert zusätzliche Informationen, die dazu dienen bei Porträt-Fotos den Hintergrund extra unscharf zu machen, damit die fotografierte Person noch stärker im Fokus steht. Einen Zoom, wie bei manch anderes Dualkamera-Smartphone, hat das Z3 Play nicht. Dafür ist Google Lens direkt in die Kamera-App integriert.

Die Detailgenauigkeit der Fotos des Moto Z3 Play fällt gut bis sehr gut aus. Die Farbwiedergabe wirkt natürlich, für meinen Geschmack dürfte sie aber gerne noch etwas kräftiger und gesättigter sein. Der HDR-Modus lohnt sich um starke Kontraste auszugleichen und in ansonsten über- oder unterbelichteten Bereichen mehr Details erkennbar zu machen. Im Portrait-Modus fällt der scharfgestellte Bereich sehr knapp aus. Mein Gesicht und meine Schulter sind zwar überwiegend ordentlich vom unscharfen Hintergrund getrennt, doch bereits meine Arme, die sich nur geringfügig weiter hinten befinden, sind für die Kamera Hintergrund, der unscharf werden muss.

Die Frontkamera des Z3 Play nimmt Selfies mit einer Auflösung von acht Megapixeln auf. Für eine Frontkamera ist die Detailgenauigkeit sehr ordentlich. Farblich scheint mir etwas viel Rot ins Spiel zu kommen. Das sorgt zwar für eine gesunde Gesichtsfarbe, doch der HDR-Modus erhellt nicht nur dunkle Bereiche, sondern liefert bei Selfies auch die natürlicheren Farben.

Angepasstes Android-System

Als Betriebssystem erwartet euch Android 8.1 Oreo auf dem Moto Z3 Play. Motorola versucht möglichst nah am Standard-Android von Google zu bleiben und nimmt deswegen die meisten seiner Änderungen in Form von Apps vor. So ist das Betriebssystem bei Updates unabhängig – und umgekehrt. Schon länger kann man zum Beispiel mit den "Moto Actions" Bewegungen nutzen, um bestimmte Aktionen auszuführen, etwa mit dem Smartphone in die Luft haken, um die Taschenlampe ein- und wieder auszuschalten. Neu beim Moto Z3 Play ist die Möglichkeit, die Onscreen-Tasten durch einen schmalen Streifen am unteren Rand zu ersetzen. Tippt man ihn an, gelangt man zum Startbildschirm. Schiebt man ihn nach links, geht es einen Schritt zurück und schiebt man ihn nach rechts, öffnet sich die Multitasking-Übersicht. So hat man auf jeden Fall mehr vom Display als wenn dauerhaft die Tasten eingeblendet sind.

Ganz neu und noch in der Testphase ist mit Moto Voice ein eigener Sprachassistent von Motorola. Den könnt ihr bereits ausprobieren und dafür, dass er noch im Beta-Stadium ist, klappt das schon recht gut. Warum es neben dem Google Assistant einen weiteren Sprachassistenten braucht, erschließt sich mir aber nicht. Oder anders ausgedrückt: Große Unterschiede beim Funktionsumfang konnte ich nicht erkennen.

Unter der Haube sorgt der Mittelklasse-Chipsatz Snapdragon 636 zusammen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher dafür, dass Apps zügig starten und die Nutzeroberfläche nicht ruckelt. In Benchmark-Tests erreichen sie zusammen solide, aber keine herausragenden Ergebnisse. Spiele wie "PUBG Mobile" kann man trotzdem mit dem Moto Z3 Play zocken – in mittlerer Grafikqualität. Bei AR- und VR-Anwendungen sollte man aber nicht mit einem reibungslosen Ablauf rechnen.

Der interne Speicher lässt sich mit einer microSD-Karte erweitern und war bei unserem Testgerät 64 Gigabyte groß. Motorola verkauft aber auch eine Variante mit 32 Gigabyte. Der Fingerabdrucksensor ist an die rechte Seite des Gehäuses gewandert. Dort ist er eigentlich gut zu erreichen und arbeitet auch zuverlässig. Mich verwirrt er aber trotzdem. Vor allem, da der Einschaltknopf im quasi gegenüber sitzt. Zusätzlich oder ergänzend könnt ihr eine Gesichtserkennung nutzen, um das Moto Z3 Play zu entsperren. Das klappte im Test zuverlässig, allerdings sagt selbst Motorola, dass der Fingerabdrucksensor die sicherer Entsperrmethode sei.

Fazit

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung gehört das Motorola Moto Z3 Play zu den teureren Mittelklasse-Smartphones. Das ähnlich ausgestattete BQ Aquaris X2 kostet zum Beispiel nur etwas mehr als 300 Euro. Im Preis des Z3 Play inbegriffen ist der Moto Mod, der die Akkulaufzeit auf zwei Tage verlängert. Da er direkt am Smartphone haftet, lässt sich dieses ganz normal weiter benutzen. Das geht mit keinem anderen Akku-Pack. Ansonsten erwartet euch ein schickes, ordentlich verarbeitetes Smartphone. Die Hardware ist mehr als ausreichend, das Display schön anzusehen und die Kamera liefert zumindest bei ausreichender Helligkeit hervorragenden Fotos und wird auch bei Nacht nicht komplett unbrauchbar. Bei der Software bewegt man sich mit dem Moto Z3 Play und erhält von Motorola zahlreiche Ergänzungen für Android.

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