Nokia Steel HR im Test: die smarte Uhr für steel-bewusste Hobbysportler

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Die Steel HR von Nokia
Die Steel HR von Nokia(© 2017 CURVED)

Vielleicht kommt euch die Nokia Steel HR bekannt vor: Es handelt sich ursprünglich um die Fitness-Uhr des französischen Herstellers Withings, den Nokia 2016 aufgekauft hat. Jetzt hat das finnische Unternehmen eine Neuauflage der schicken Hybrid-Uhr mit Herzfrequenzmesser auf den Markt gebracht. Wir haben sie getestet.

Das Design der schicken Analoguhr ist gleich geblieben: großes Ziffernblatt, wahlweise in Weiß oder Schwarz, das auf den ersten Blick lediglich die Uhrzeit anzeigt. Die Nokia Steel HR ist in zwei Größen verfügbar: 36 oder 40 Millimeter Durchmesser. Ich habe die kleinere Variante der smarten Uhr, die mit einem weichen Silikonarmband in schwarz daher kommt, getestet. Textil- oder Lederarmbänder gibt es in verschiedenen Farben nachzukaufen. Oben auf dem Ziffernblatt befindet sich eine runde Digitalanzeige, die unaufgeregt schwarz bleibt, sofern ich sie nicht über den Zeiger-Regler rechts aktiviere: In dem Fall zeigt sie Datum, Herzschlag, Schritte, zurückgelegte Strecke, Akkustand und die nächste Weckzeit an. Darunter findet noch ein analoger Schrittzähler Platz. So weit, so bekannt, oder?

Was ist neu im Vergleich zum Withings-Modell?

Nokia setzt bei dem Gehäuse der Steel HR nun vollständig auf Edelstahl und kratzfestes Saphirglas. Tatsächlich macht die Uhr in meinem Test auch einen sehr robusten Eindruck. Darüber hinaus soll ein optimierter Herzfrequenz-Algorithmus für präzisere Ergebnisse während des Workouts sorgen. Das Ladekabel wurde ebenfalls überarbeitet und mit einem stärkeren Magneten versehen. Außerdem bietet die neugestaltete "Health App" von Nokia seit dem Sommer neue Coaching-Programme, mit denen Nutzer zum Beispiel in acht Wochen selbstgesteckte Gesundheitsziele erreichen können.

Die Fitness-Features der Steel HR

Nokia bewirbt die Steel HR als Fitnessuhr und sie kann auch automatisch gehen, laufen, schwimmen und schlafen erkennen. Bis zu 50 Meter ist sie wasserdicht. Wer die schlaue Uhr ein wenig anlernt, kann auch zehn weitere Aktivitäten automatisch tracken: Tennis, Tischtennis, Squash, Badminton, Gewichtheben, Basketball, Fußball, Volleyball, Tanzen und Boxen. Dafür muss man die entsprechende Sportart nur vorher auswählen und die Uhr prägt sich die spezifischen Bewegungsmuster ein. Andere Sportarten lassen sich manuell nachtragen oder live über die Herzfrequenz tracken.

Schrittzähler und Pulsmesser arbeiten recht zuverlässig. Das Schwimm-Tracking funktioniert bestens. Die Steel HR erkennt zudem, wann ich einschlafe und aufwache – wie viel ich mich dazwischen wälze, trackt sie aber nur rudimentär und fragt später über die App, ob die Daten korrekt sind: Dabei sollte sie es doch eigentlich besser wissen als ich. Training trackt die Hybrid-Uhr auch mal da, wo gar keins stattfindet: Morgens, wenn ich mir ein eiliges Frühstück zubereite etwa. Meine Joggingrunden dokumentiert die Uhr: Zeit und Entfernung stimmen, allerdings habe ich doppelt so viele Kalorien verbrannt wie Nokia mir zugesteht. Und obwohl die Uhr den Puls zuverlässig misst, fehlt mir die Einordnung, in welchem Herzfrequenzbereich ich trainiert habe. Fitness-Tests gibt es hier auch nicht.

Prosit mit Steel: Die Uhr erinnert mich an meinen Feierabend-Drink

Dabei sieht die Uhr allerdings alles andere als sportlich aus – und das ist gut so. Sie richtet sich eher an Hobbysportler, die gern schick unterwegs sind und lieber inkognito ihre Fitness tracken – egal ob im feinen Business-Zwirn oder casual schick an der Bar. Und das ist das nächste Stichwort: Nokia bietet verschiedene Gesundheitsprogramme, die einen etwa daran erinnern, sich einen gesünderen Schlafrhythmus anzueignen oder aber den Alkoholkonsum im Auge zu behalten: Ein Gläschen Wein oder Bier sei gut für den Blutdruck, heißt es dazu in der Nokia Health App. Mehr Alkohol sei allerdings kontraproduktiv, warnt sie. Und so kann ich mich auf Wunsch jeden Abend an mein Feierabendgetränk erinnern lassen – das ist mir bei all den Fitnesstrackern, die ich bisher getestet habe, noch nicht untergekommen.

Darüber hinaus bietet die App aber wie nahezu jede andere Challenges wie Bestenlisten und Programme zur Motivation, an seinen Körper- und Fitnesszielen festzuhalten. Auch für Schwangere haben die Option, sich von der Armbanduhr ans Tracking von Gewichts- und weiteren relevanten Daten erinnern zu lassen.

Fazit: Edle wie robuste Armbanduhr mit smarten Basics

Wer den Fokus auf Optik statt sportliche Performance legt und sich mit den Basics im Aktivitäten-Trackings zufrieden gibt, wird sich mit der Nokia Steel HR einen Gefallen tun: Das edle Schmuckstück hat Klasse und ist dennoch robust, dank hochwertiger Verarbeitung. Das Fitness-Tracking und Coaching richtet sich aber eher an Einsteiger, da die Sportarten nicht immer zuverlässig erkannt werden und die Daten zu den verbrannten Kalorien auch nur grobe Schätzwerte sind. Die Aufbereitung der Daten in der App erfolgt nicht so detailreich wie etwa bei Fitbit, aber dafür bietet die Nokia Health einen guten Überblick und ist sehr bedienerfreundlich. Auch die Akkuleistung ist positiv zu bewerten: Länger als eine knappe Woche hält derzeit keine Smartwatch durch. Laut Nokia soll die Steel HR bis zu 25 Tage Power haben, aber wer sie viel nutzt, so wie ich im Test, muss sie nach zwei Wochen wieder aufladen. Dafür ist sie aber auch keine richtige Smartwatch, sondern eine Hybrid-Uhr, die lediglich auf Termine, Anrufe und Nachrichten hinweist und über einen Wecker verfügt. Damit richtet sich die Nokia Steel HR an Ästheten, die nebenbei auch ein paar smarte Alltags- und Fitness-Basics auf der Uhr haben wollen.

Ab dem 5. Dezember wird die Nokia Steel HR im Handel erhältlich sein. Der Herstellerpreis für die 36-Millimeter-Uhr liegt bei 189,95 Euro beziehungsweise bei 199,95 Euro für die das 40-Millimeter-Gehäuse. Für Preisbewusste gibt es ansonsten noch die Alternative ohne Herzfrequenzmesser: Dafür hält aber auch die Batterie der Nokia Steel monatelang.

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