Samsung Galaxy Note 7 im Test: das Hands-on [mit Video]

Gute Nachrichten für alle Phablet-Fans und Stylus-Nutzer: Das Samsung Galaxy Note 7 kommt auch nach Deutschland. Wir haben für Euch einen ersten Blick auf das große Smartphone und den S Pen geworfen.

Das Galaxy Note 7 ist der Nachfolger vom Note 5, das Samsung nicht in Europa verkauft hat und dem großen Galaxy S6 Edge Plus, das aber keinen S Pen hatte. Mit dem Sprung in der Zählung passt sich das Note 7 an die aktuellen Flaggschiffe Galaxy S7 und S7 Edge an und weist auch viele Gemeinsamkeiten mit ihnen auf.

Der S Pen ist der Star

Optisch ist das Samsung Galaxy Note 7 eine Mischung aus der Vorderseite des Galaxy S7 Edge und der Rückseite des Galaxy S7. Sprich: beim Phablet sind die langen Kanten vorne und hinten abgerundet, wodurch es beim Blick von der Seite her schmal wirkt. Es lässt sich trotzdem gut halten, fällt aber mit 5,7 Zoll nur wenig größer als das S7 Edge mit 5,5 Zoll aus. So bleibt der S Pen das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Note-Serie und deswegen hat Samsung ihm besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Der Eingabestift hat genau wie das Galaxy Note 7 eine IP68-Zertifizierung erhalten und ist wasser- und staubdicht. Ihr könnt ihn also quasi überall verwenden und müsst weder den S Pen noch das Display abtrocknen, sondern könnt beide auch nass problemlos benutzen. Für einige Befehle müsst Ihr mit dem Stift den Bildschirm nicht einmal direkt berühren, sondern ihn nur darüber halten. Air Command nennt Samsung diese Technik und setzt sie zum Beispiel bei der neuen Lupen- oder der Übersetzungsfunktion ein. Während Ihr mit der Lupe einen Bereich des Displays um bis zu 300 Prozent vergrößern könnt, liefert das andere Tool die Übersetzung einzelner Worte mithilfe von Google Translate.

Ebenfalls neu ist, dass Ihr mit der Screenshot-Funktion nicht mehr nur Bildschirmfotos aufnehmt, sondern auch aus Videos mit wenig Aufwand ein GIF erstellen könnt. Mit Glance ist eine kleine Multitasking-Funktion vorhanden, die eine Apps rechts unten als kleines Vorschaufenster ablenkt und zurück holt, wenn Ihr sie mit dem S Pen berührt.

Darüber hinaus könnt Ihr auf dem Always-On-Display des Samsung Galaxy Note 7 direkt Notizen erfassen, ohne das Smartphone vorher entsperren zu müssen. Das ist vor allem, wenn es schnell gehen muss, sehr praktisch. Wo wir gerade bei Notizen sind: Da hat Samsung auch an anderer Stelle aufgeräumt und vier alte Notiz-Apps in der neuen Apps Samsung Notes zusammengefasst. Das macht nicht nur den Homescreen übersichtlicher, sondern auch das Erfassen von Notizen einfacher, da man nicht mehr überlegen muss, welche App denn jetzt wohl die richtige sei. Mit Samsung Notes könnt Ihr tippen, mit dem S Pen schreiben, zeichnen und malen sowie Bilder und Screenshots erfassen.

Ein weiteres wichtiges Thema beim Galaxy Note 7 ist für Samsung die Sicherheit Eurer Daten. Das Smartphone verfügt zwar über die versteckten Ordner von Samsung Knox und einen Fingerabdrucksensor, aber die Südkoreaner verbauen erstmals einen Iris-Scanner. Mithilfe einer Infrarotkamera auf der Vorderseite erkennt das Smartphone die Augen seines Benutzers wieder. Ihr könnt diese Technik anstelle eines Passworts oder anderer Sicherheitshürden verwenden. Samsung rät zwar dazu die Technologie ohne Brille oder Kontaktlinsen zu benutzen, aber wir konnten trotzdem sehen, dass auch mit diesen Sehhilfen eine Person in Sekundenbruchteilen erkannt wurde und sich das Smartphone schneller als mit jedem Passwort oder PIN-Code entsperrt hat.

Galaxy S7 Edge vergrößert

Das 5,7 Zoll große Display des Samsung Galaxy Note 7 weist mit 2560 x 1440 Pixeln die gleiche Auflösung wie das S7 und das S7 Edge auf, kann aber als Pluspunkt für sich die Unterstützung von Mobile HDR verbuchen. Die Technologie soll für eine kontrastreichere Darstellung sorgen. In der Demonstration sah das schon sehr gut aus. Ich bin auf die Wirkung in der Praxis gespannt.

Das Note 7 nimmt nicht nur optisch Anleihen beim S7 Edge, sondern auch bei der Hardware. In beiden Smartphones steckt der Exynos 8890-Chipsatz sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Das lässt zwar nicht auf neue Rekorde, aber sehr gute Leistungswerte hoffen. Auch bei den Kameras setzt Samsung auf bewährte Technik und verbaut die 12-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator, die ihre Bildqualität schon in den S7-Modellen bewiesen hat.

Der interne Speicher ist beim Note 7 mit 64 Gigabyte jedoch doppelt so groß geworden und lässt sich zudem mit einer microSD-Karte erweitern. Dafür weist der Akku mit 3500 mAh eine etwas kleinere Kapazität als beim S7 Edge auf. Aber auch er unterstützt natürlich Fast Charging – und das sowohl über Kabel als auch drahtlos. Apropos Kabel: Das Galaxy Note 7 ist das erste Smartphone von Samsung mit einem USB-C-Anschluss.

Als Betriebssystem kommt beim Note 7 Android 6.0.1 Marshmallow zum Einsatz. Hier hat sich Samsung die Nutzeroberfläche vorgenommen und aufgeräumt. Sie enthält weniger Farben und diese sind je nach gewähltem Design zu der Farbe des Gerätes abgestimmt. Insgesamt wirkt die neue UI weniger verspielt, fokussierter und deutlich übersichtlicher als das alte Touchwiz.

Preis und Verfügbarkeit

Ihr könnt Euch ab sofort für das Galaxy Note 7 bei Samsung vormerken lassen und ab dem 16. August vorbestellen. Der Verkauf startet am 2. September. Vorbesteller erhalten das Smartphone wie bereits das Galaxy S7 drei Tage früher – ebenfalls wieder inklusive einer kostenlosen neuen Gear VR. In Deutschland erscheint das Phablet in den Farben Black Onyx, Silver Titanium und Blue Coral, die goldene Version aus dem Video ist nicht für Europa vorgesehen. Zum Preis: 849 Euro lautet die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für das Galaxy Note 7.

Fazit: S7 Edge mit S Pen

Der S Pen bleibt das Alleinstellungsmerkmal der Note-Serie. Optisch und technisch hat das Samsung Galaxy Note 7 viele Gemeinsamkeiten mit dem Galaxy S7 Edge, ist in einigen Punkten wie Speicherausstattung, Anschluss und Display mit Mobile HDR sogar noch ein wenig besser. Samsung hat allerdings auch viel dafür getan, dass sich der S Pen noch besser benutzen lässt und so dürfte vor allem der Eingabestift das Argument für den Kauf des Note 7 sein. Dass es darüber hinaus ein sehr gutes Smartphone ist, liegt schon durch die vielen Gemeinsamkeiten mit dem Galaxy S7 Edge nahe – und mit dem Iris-Scanner, dem S Pen und dem größeren Speicher hat das Note 7 sogar noch etwas mehr zu bieten.


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