Samsung Gear Sport im Test: das Hands-on der Spotify-Smartwatch [mit Video]

Da ist Musik drin: Die Samsung Gear Sport ist die erste Smartwatch mit Offline-Modus für Spotify. Auch sonst dürfte die Uhr für technisch versierte Fitness-Fans interessant sein. Wir haben sie angelegt.

2017 wird es bei Samsung sportlich. Während man in den vergangenen zwei Jahren auf der IFA eindrucksvoll demonstrierte, dass eine Smartwatch nicht nerdig aussehen muss, dreht sich bei der Gear Sport 2017 – Ihr ahnt es schon – alles um das Thema Fitness. Man könnte jetzt auf die Idee kommen, dass die Wahl des Einsatzgebietes Auswirkungen auf Materialwahl haben könnte. Ein Trugschluss.

In der Gear Sport steckt viel Gear S3

Denn das Gehäuse besteht wie das der Gear S3 aus rostfreiem Edelstahl und ist, wie bei den Vorgängern, top verarbeitet. Neu hingegen: Die Gear Sport ist wasserdicht bis 5 bar. Ihr könnt die Uhr also auch beim Schwimmen tragen. Das Material lässt die Smartwatch außerdem robust erscheinen, ohne dass das Gewicht am Handgelenk stört. Dazu kommt der zeitgemäße Look.

In Schwarz und mit einem entsprechenden Armband passt die Uhr trotz Sport-Fokus noch immer zur Abendgarderobe. Wer es flippiger mag, wählt aus den 23 zusätzlich von Samsung vorgestellten Armbändern eine buntere Variante. Neben Schwarz kommt die Gear Sport auch in Blau in den Handel.

Die Samsung Gear Sport(© 2017 CURVED)

Als Betriebssystem installieren die Südkoreaner einmal mehr die Eigenkreation Tizen, das Android Wear aufgrund der übersichtlicheren Optik überlegen ist. Auch bei dessen Bedienung setzt Samsung auf ein bewährtes Konzept: Beim 1,2 Zoll großen Bildschirm handelt es sich zwar um einen Touchscreen, für die Navigation durch die Menüs eignet sich die drehbare Lünette rund um in den Bildschirm aber deutlich besser. Das funktioniert wieder tadellos. Dazu gibt rechts zwei haptisch schön hervorgehobene Buttons. Über den Oberen kehrt ins Watchface zurück, der untere öffnet das Menü mit allen installieren Apps.

Spotify offline kann eigentlich nur der Mighty

Für die Aufzeichnung Eurer Leistungsdaten verbaut Samsung jede Menge Sensoren in der Gear Sport. Mit dabei sind ein Accelerometer, ein Gyroskop, ein Barometer und der für Fitnessuhren obligatorische Herzschlagsensor. Mit denen trackt sie etwa gelaufene Stockwerte oder auf dem Rad zurückgelegte Kilometer. Damit Ihr Euer Smartphone nicht auf die Laufstrecke mitnehmen müsst, hat die Uhr auch einen GPS-Empfänger an Bord.

Unterschiedliche Armbänder für die Samsung Gear Sport(© 2017 CURVED)

Für die Auswertung ist die neue "Samsung Health"-App zuständig. Sie bereitet alle Werte übersichtlich und leicht ablesbar auf. Eine Skala zeigt sogar an, wie nah Ihr Eurem Fitnessziel seid oder ob Ihr es beim Training womöglich sogar übertrieben habt. In Verbindung mit einem Smartphone bietet sie nun auch Workouts für zu Hause an. Der Hintergedanke: Ihr streamt die Instruktionsvideos vom Telefon an Euren Fernseher, macht die Übungen nach und trackt das Workout mit Hilfe des Wearables. Den Gang ins Fitnessstudio könnt Ihr Euch auf diese Weise sparen. Zusätzlich bietet die App nun auch weitere Workouts wie Schwimmen, Tennis oder Tanzen an. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr das Tracking manuell starten. Nötig ist es aber nicht. Die Gear Sport erkennt automatisch, welche Sportart Ihr gerade ausübt.

Eine weitere Software-Neuheit ist die Spotify-App. Die hatte Samsung schon für die Gear S3 versprochen, aber erst später nachgereicht. 2017 wird sie aber um einen Kracher erweitert: Die Gear Sport ist (zusammen mit dem Gear Fit2 Pro) das erste Wearable, auf das Ihr Eure Lieblingssongs und -Playlists vom Streamingdienst laden und in Verbindung mit Bluetooth-Kopfhörern offline hören könnt. Ganz ohne Smartphone. Das konnte vorher nur der Kickstarter-MP3-Player Mighty.

Der weitere Funktionsumfang der Gear Sport deckt sich mit dem der Gear S3: Ihr könnt zum Beispiel über Widgets mittracken, wie viel Wasser oder Kaffee Ihr über den Tag zu Euch nehmt, Notifications und Anrufe vom Smartphone auf die Uhr pushen lassen sowie Euren Kalender im Auge behalten. Damit das alles so gut wie möglich funktioniert, versorgt ein Dual-Core-Prozessor die Uhr mit der nötigen Performance. Das runde AMOLED-Display, in dessen Mitte wieder der Helligkeitssensor versteckt ist, bietet darüber hinaus mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln ein ausreichend scharfes Bild, um jeden Wert abzulesen. Die Bildqualität ist gewohnt hoch.

Vorläufiges Fazit: Gutes noch verbessert

Mit der Gear Sport zeigt Samsung einmal mehr, warum die Koreaner den einzig echten Konkurrenten für die Apple Watch stellen: Die Verarbeitung ist top, die Bedienung absolut gelungen, die Funktionalität wurde durch die neue "Samsung Health"-App und durch die Spotify-Integration noch einmal gesteigert.

Die Smartwatch wird voraussichtlich ab Ende Oktober zum Preis von 349 Euro (UVP) in Deutschland erhältlich sein.


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