Samsung Gear Sport im Test: Auf dieser Fitness-Uhr läuft Spotify

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Die Samsung Gear Sport
Die Samsung Gear Sport(© 2017 CURVED)

Samsungs Fitness-Uhr Gear Sport lässt nicht nur euch laufen, auf ihr läuft auch Spotify. Sogar offline. Wie gut das beim Workout funktioniert, klärt unser Test.

Eigentlich sollten Smartwatches als verlängerter Arm des Smartphones dienen und dem Träger mit praktischen Informationen zur Seite stehen. Die meisten Uhren schicken allerdings nur Nachrichten und Erinnerungen vom Telefon aufs Handgelenk. Hersteller sind deswegen dazu übergegangen, Smartwatches um Fitness-Features zu erweitern. Apple zum Beispiel bewirbt die Apple Watch Series 3 auch als Fitness-Gadget. Mit der Gear Sport will nun auch Dauerrivale Samsung nicht mehr nur die Nerds, sondern auch Sportfreunde begeistern.

Sportlich und schick

Damit die Technik sportliche Ausflüge auf die Laufstrecke, ins Fitnesstudio und auch ins Schwimmbad übersteht, macht Samsung das Gehäuse so robust wie möglich. Es besteht aus rostfreiem Edelstahl und ist bis 5 bar wasserdicht. Aber auch das Design überzeugt: Die gezackte Lünette und die haptisch sehr schön hervorgehobenen Buttons auf der rechten Seite ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Besonders in Schwarz sieht die Uhr sehr edel aus. Wenn Ihr das mitgelieferte 20-Millimeter-Sportarmband gegen eines aus leder tauscht, passt sie auch zur Abendgarderobe.

Natürlich sind Buttons und Lünette nicht nur Zierde, denn über beide Elemente bedient ihr die Uhr. Der untere Button öffnet die App-Übersicht und bei doppeltem Druck den kaum hilfreichen Sprachassistenten S Voice. Der obere Knopf fungiert als Zurück-Button. Wirklich clever ist die Lünette: Zwar könnt Ihr die Uhr auch über den Touchscreen bedienen, das Drehrad, das Samsung um das Display herum verbaut, ermöglicht aber eine wesentliche einfacher Bedienung. Außerdem hat diese Lösung den Vorteil, dass der Bildschirm nicht vom Finger überdeckt wird.

Dreht Ihr die Lünette mit dem Uhrzeigersinn, scrollt ihr durch Eure Widgets. Die zeigen Euch übersichtlich Eure Leistungsdaten an oder lassen Euch schnell ein Workout starten. Praktisch! Dreht ihr in die andere Richtung, zeigt euch die Gear Sport die Benachrichtigungen vom Smartphone an. Verbindet Ihr die Uhr mit einem Android-Gerät, das über 1,5 Gigabyte oder mehr Arbeitsspeicher verfügt und auf dem mindestens Android 4.4 KitKat läuft, könnt ihr je nach App auch auf die Nachrichten antworten. In Verbindung mit einem iPhone wird nur  Nachrichten nur lesen. Das reicht in 90 Prozent der Fälle aber auch aus.

Das GPS macht beim Laufen Probleme

Wichtiger ist ohnehin die Performance beim Sport. In der Workout-App auf der Uhr findet ihr nicht nur die Basics, also Laufen, Schwimmen, Radfahren, sondern auch andere Übungen wie Sit-ups, Kniebeugen, ein Training an der Rudermaschine oder Pilates. Dank zahlreicher Sensoren kann die Uhr dann nicht nur erkennen, ob ich die Übung richtig ausgeführt habe, sondern dabei auch den Herzschlag dabei messen. Vor dem Workout stellt ihr ein, in welcher Intensität, wie lange und mit welchem Ziel ihr trainieren wollt. Die Auswahl ist für die breite Masse an Hobbysportlern sicherlich ausreichend. Für ambitionierte Sportler ist die Gear Sport allerdings wohl eher ungeeignet.

Samsungs Gear Sport kann die Infos auch minimalistisch im Zifferblatt darstellen.(© 2017 CURVED)

Das zeigte auch die Performance auf der Laufstrecke. Denn die fünf bis sechs Kilometer, die ich regelmäßig mit der Uhr gelaufen bin, waren mal mehr, mal weniger lang. Das liegt daran, dass der GPS-Chip Problem hat, das Signal zum empfangen. In der Auswertung auf dem Smartphone wurde mir dann keine Laufrunde sondern eine Strecke mit falschem Startpunkt angezeigt. Schade eigentlich, denn ansonsten hat es mir Spaß gemacht, mit der Uhr zu laufen. Wenn man es nicht auf ein bestimmtes Ziel anlegt, bekommt die Gear Sport nämlich automatisch mit, dass man los joggt und trackt Leistungsdaten automatisch mit. Ebenso selbstständig wechselt die Uhr an roten Ampeln in den Pause-Modus.

Eine richtig lange Akkulaufzeit

Auch wenn Ihr gerade keinen Sport treibt, dient Euch die Gear Sport als Fitnesstracker, der Schritte und erklommene Stockwerke mitzählt und Euch bei der Arbeit am Schreibtisch regelmäßig daran erinnert aufzustehen. Manchmal bietet die Uhr zusätzlich zu diesen Erinnerungen auch kurze Dehnübungen an, um die Muskeln ein wenig zu lockern. An stressigen Tagen in der Redaktion kann die x-te Aufforderung zur Ertüchtigung aber auch nerven.

Damit es beim Sport nicht langweilig wird, habt Ihr die Möglichkeit, Musik auf den vier Gigabyte großen Speicher zu laden. Alternativ habt Ihr auch die Möglichkeit, Spotify aus dem Gear-App-Store herunterzuladen und Eure Lieblingsplaylists offline verfügbar zu machen. Dann könnt ihr sie unterwegs beim Laufen mit Bluetooth-Kopfhörern, aber vor allem ohne Smartphone anhören. Spotify bleibt aber das einzige echte Highlight im App-Store der Uhr. Ansonsten gibt es dort viele zusätzliche Ziffernblätter für die Uhr und Taschlampen-Apps, die es im Zweifel nicht braucht. Uhren mit Googles Android Wear und die Apple Watch bieten eine deutlich größere Auswahl an nützlichen Anwendungen.

Überzeugen kann die Gear Sport dann wieder mit einer richtig langen Akkulaufzeit. Deaktiviert Ihr die Funktion “Bildschirm immer an” und schaltet die Uhr vor dem Schlafengehen in den Flugmodus, kommt Ihr ohne Probleme auf vier Tage Laufzeit. Für eine Smartwatch ist das ein sehr guter Wert. Es sei denn, ihr treibt richtig viel Sport. Mit eingeschalteter GPS-Funktion verbraucht Ihr bei einem 30-Minuten-Workout etwa 20 Prozent. Wenn ihr nicht sehr schnell läuft, reicht es so nicht für einen Marathon.

Fazit: Ein Gadget für Hobby-Sportler

Für die Samsung Gear Sport gibt es nicht so viele Apps wie für die Apple Watch oder Uhren mit Googles Android Wear. Auch die Umsetzung der Spotify-App ist nicht optimal. Dafür punktet die Smartwatch mit einer langen Akkulaufzeit, einfacherer Bedienung und einem schicken Design. Das lässt sich Samsung fürstlich bezahlen: Die Gear Sport bekommt Ihr für 349 Euro. Allerdings sind vergleichbare Konkurrenz Uhren, etwa die Apple Watch Series 3 nicht sehr viel günstiger. Seid Ihr auf der Suche nach einer soliden Sportuhr mit Smartwatch-Funktionen, solltet Ihr die Gear Sport auf jeden Fall in die engere Auswahl einbeziehen.

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