Ulefone Armor im Test: Wie viel Outdoor-Smartphone gibt es für 150 Euro?

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Auch Schnee stellt für das Ulefone Armor keine Bedrohung dar.
Auch Schnee stellt für das Ulefone Armor keine Bedrohung dar.(© 2017 CURVED)

Seitdem auch Top-Modelle wie das iPhone 7 oder das Galaxy S7 wasserdicht sind, haben es Outdoor-Smartphones schwerer. Trotzdem ist das Ulefone Armor immer noch robuster als die Flaggschiffe von Apple und Samsung und damit ein perfekter Begleiter für sehr raue Umgebungen. Der Test.

Wieso kann sich das Ulefone Armor Outdoor-Smartphone schimpfen? Denn ihr könnt es zwar unter Wasser tauchen und müsst auch vor Staub keine Angst haben. Sein Gehäuse aus Kunststoff und Gummi hat ein IP68-Zertifizierung erhalten – soll also länger als 30 Minuten und tiefer als 1,5 Meter tauchen können. Aber das übersteht das Galaxy S7 auch. Das iPhone 7 ist mit IP67 etwas weniger wasserdicht – bis zu 30 Minuten in maximal 1,5 Metern Tiefe.

Ein Smartphone für Wind, Wetter und Winter

Doch in zwei Kategorien lässt das Ulefone Armor herkömmliche Smartphones hinter sich. Das Gehäuse ist stoßfest, aber bis zu welche Fallhöhe verrät der Hersteller nicht. Zudem reicht die Betriebstemperatur von -40 bis 80 Grad Celsius. Üblich sind sonst 0 bis 40 Grad. Wird es kälter, leidet vor allem der Akku. Das war beim Armor nicht der Fall.

Das Displayglas soll kratzfest sein, allerdings handelt es sich um Gorilla Glass 3. Das ist nicht schlecht, aber aktuell ist bereits Gorilla Glass 5 erhältlich, das noch robuster ist. Doch der größte Schutz des Ulefone Armor ist sein Gehäuse. Das ist zwar vergleichsweise groß, lässt sich aber gut greifen und liegt sicher in der Hand.

Das Display des Ulefone Armor bietet bei einer Diagonalen von 4,7 Zoll eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Das reicht bei dieser Größe für eine hohe Pixeldichte von 331 ppi. Wichtiger als ein knackig scharfes Bild dürften bei einem Outdoor-Smartphone eine die Displayhelligkeit und stabile Blickwinkel sein. Beides liefert das Ulefone Armor. Unterhalb des Displays befinden sich drei echte Tasten zur Bedienung – inzwischen eine Seltenheit bei Smartphones, bei denen Sensor- und Onscreen-Tasten dominieren. Die Knöpfe im Armor lassen sich gut mit Handschuhen drücken, da man Ihren Druckpunkt deutlich spürt.

Am Rand des Smartphones findet Ihr weitere Tasten, die allerdings deutlich schwerer zu drücken sind. Neben dem Einschaltknopf und der Lautstärkeregelung gehören eine Aufnahmetaste für die Kamera und eine SOS-Taste dazu. Für diese könnt Ihr eine oder mehrere Telefonnummern abspeichern, die eine SMS erhalten und angerufen werden, wenn Ihr im Notfall den Knopf länger gedrückt haltet.

Unter der Haube erwartet Euch keine superschnelle, aber ausreichende Hardware. Der Mediatek MT6753-Chipsatz verfügt über acht Rechenkerne, die mit jeweils 1,3 Gigahertz getaktet sind. Ihnen steht ein drei Gigabyte großer Arbeitsspeicher zur Seite. Zusammen erreichen sie zwar nur niedrige Benchmark-Ergebnisse, lassen die Benutzeroberfläche aber flüssig laufen und Apps in annehmbarer Zeit starten. Sogar Spiele wie Asphalt Xtreme ließen sich so theoretisch auf der Baustelle zocken.

Ein Schraubenzieher für das Smartphone

Das mitgelieferte Zubehör des Ulefone Armor sorgte in der Redaktion für Schmunzeln. Denn neben Ladegerät und -kabel befinden sich ein Schraubenzieher und ein Audio-Verlängerungskabel in der Packung. Das Kabel ist notwendig, da unter der Abdeckung mit Gummidichtung der Kopfhöreranschluss und der Mikro-USB-Anschluss sehr tief liegen. Den Schraubenzieher müsst Ihr zur Hand nehmen, wenn Ihr den 32 Gigabyte großen internen Speicher mit einer microSD-Karte erweitern oder eine SIM-Karte einlegen wollt – Platz ist sogar für zwei.

Als Betriebssystem erwartet Euch Android Marshmallow mit wenigen vorinstallierten Google-Apps und einer relativen Standard-Nutzeroberfläche, die aber mit einem Metallic-Theme versehen ist – was ja nicht so mein Fall ist, aber in Asien derzeit angesagt zu sein scheint. Zu einem Update auf Android Nougat gibt es noch keine Angaben von Ulefone. Der Akku fällt mit 3500 mAh groß aus und schafft es bei normaler Benutzung, das Ulefone Armor zwei Tage lang mit Strom zu versorgen. Wohlgemerkt: Die Hardware verbraucht auch nicht so viel.

Die Kamera auf der Rückseite des Ulefone Armor liefert Fotos mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Ihre Bildqualität reicht aus, um etwa Baufortschritte im Groben festzuhalten. Für detaillierte Aufnahmen mit akkuraten Farben solltet Ihr aber zu einem anderen Smartphone greifen. In beiden Punkten überzeugt die Kamera nicht. Mit der Frontkamera nehmt Ihr Selfies mit fünf Megapixeln auf, die man gerne von der Baustelle verschicken kann. Wichtig ist es allerdings, bei beiden Kameras für ausreichende Beleuchtung zu sorgen, damit die Bildqualität halbwegs in Ordnung ist. Wird es etwas dunkler, nimmt sie rapide ab.

Fazit: Wenn das Smartphone vor allem robust sein soll

Das Ulefone Armor ist ein Smartphone für alle, die ein Modell brauchen, das vor allem robust ist. Hier liegt seine Stärke. Der Rest – Display, Hardware, Kamera – ist benutzbar, aber kein Argument für unbedingt dieses Smartphone. Ganz anders der Preis: Etwa 150 Euro müsst Ihr einplanen, wenn Ihr Euch das Armor bei einem Importshop bestellen wollt.


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