Xiaomi Mi Mix 2s im Test: Die Dualkamera macht das Top-Smartphone besser

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Auf der glänzenden Keramik-Rückseite des Xiaomi Mi Mix 2s befindet sich eine Dualkamera.
Auf der glänzenden Keramik-Rückseite des Xiaomi Mi Mix 2s befindet sich eine Dualkamera.(© 2018 CURVED)

Das markante große, randlose Display bleibt dem Xiaomi Mi Mix 2s erhalten. Neu hinzugekommen sind eine Dualkamera, schnellere Hardware und einige hilfreiche Änderungen an der Software. Ob es reicht, um gegen teilweise deutlich teureren Top-Smartphones wie das iPhone X oder das Galaxy S9 zu bestehen, erfahrt ihr in unserem Test.

Das ergänzende "s" lässt vermuten, dass sich beim Xiaomi Mi Mix 2s im Vergleich zum Vorgänger Mi Mix 2 nur wenig geändert hat. Das stimmt beim Blick auf die Vorderseite zweifelsohne. Doch wenn man das Smartphone umdreht oder es einschaltet, fallen die Veränderungen auf.

Keine Notch, aber ein Rand unterm Display

Statt nur einer Kameralinse, wie beim Vorgänger, befindet sich eine Dualkamera auf der Rückseite des Xiaomi Mi Mix 2s. Das Gehäuse besteht weiterhin aus Keramik und spiegelt extrem. Wem das zu viel ist, der kann sich über die matte Schutzhülle im Lieferumfang freuen. Das Display ist 5,99 Zoll groß und dank OLED-Technologie nicht nur farbintensiv, sondern auch sehr hell und so bei Sonnenschein gut zu erkennen. Die Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln reicht für eine detailreiche und scharfe Darstellung.

Eine Notch hat das Xiaomi Mi Mix 2s nicht. Stattdessen ist der untere Rand breiter und bietet den nötigen Platz für die Frontkamera. Für Sensortasten außerhalb des Displays reicht der Platz nicht, weswegen die Bedienung standardmäßig über Onscreen-Buttons erfolgt. Diese kann man aber wie beim OnePlus 5T ausblenden. So nehmen die Tasten keinen Platz mehr weg und man steuert das Mi Mix 2s ähnlich wie das iPhone X über Gesten. Das erfordert eine kurze Eingewöhnung, aber bereits nach einem Tag habe ich die Tasten zum Drücken nicht mehr vermisst. So ergeben die schmalen Rändern wirklich einen Sinn.

Eine Frontkamera zum Drehen

Da sich die Frontkamera unterhalb des Displays befindet, sollte man das Xiaomi Mi Mix 2s für Selfies umdrehen. Andernfalls verdeckt man die Linse mit der rechten Hand oder bekommt eine ungewohnte Perspektive, wenn man das Smartphone mit der linken Hand hält. Knipst ihr viele Selfies, wird das viele drehen auf Dauer nervig. Auch im Querformat sind Selfies zu Beginn kein Selbstgänger, da man sehr leicht und aus Versehen den Power-Button oder den Lautstärke-Knopf drückt. Trotz einer Auflösung von nur fünf Megapixeln bieten die Fotos der Frontkamera eine vergleichsweise hohe Detailgenauigkeit. Nicht nur bei Sonnenschein lohnt es sich den HDR-Modus zu aktivieren. Er sorgt für eine deutlich ausgeglichenere Beleuchtung. Ohne ist sogar das Gesicht im Schatten und nicht nur der Hintergrund in der Sonne viel zu hell.

Im Porträt-Modus stellt die Frontkamera des Mi Mix 2s mit Hilfe von Software den Hintergrund unscharf. Das klappt erstaunlich gut. Die Person im Vordergrund bleibt fokussiert. Den HDR-Modus kann man allerdings nicht gleichzeitig aktivieren, aber der Hintergrund soll ja unscharf sein und muss deswegen nicht perfekt ausgeleuchtet sein.

Die Dualkamera mit einer finalen Auflösung von zwölf Megapixeln bietet ebenfalls einen Porträt-Modus und einen zweifache Zoom. Mit dem Porträt-Modus – der nicht nur mit Software arbeitet, sondern auf beide Kameralinsen zurückgreifen kann – lassen sich nicht nur Personen, sondern auch andere Motive vom Hintergrund abheben. Die Aufnahmen des Xiaomi Mi Mix 2s überzeugen insgesamt mit einer hohen Detailgenauigkeit und kräftigen, natürlichen Farben. Der HDR-Modus ist deutlich weniger auffällig als bei Selfies, aber hellt dunkle Bereiche etwas auf und sorgt teilweise für etwas mehr Schärfe im Bild.

Nachts kommt die Kamera auch mit wenig Licht ziemlich gut zurecht und liefert brauchbare Bilder. Im Vergleich zu Aufnahmen bei Tageslicht natürlich verbunden mit einigen Qualitätseinbußen. Vorzeigbar bleiben sie allerdings, kommen aber noch nicht an die Nachtaufnahmen eines Huawei P20 und P20 Pro heran.

Die Panoramaaufnahmen des Mi Mix 2s sind farblich sehr schön, Sonne und Gegenlicht stellen kein Problem dar. Allerdings gelingt der Software das Zusammenfügen der einzelnen Bilder nicht optimal. Man muss sich deutlich langsamer als mit anderen Smartphones bewegen und selbst dann basteln andere Geräte Panoramen mit weniger Schnittkanten zusammen.

Flotte Hardware und aktuelle Software

Xiaomi verbaut mit dem Snapdragon 845 den aktuell schnellsten Chipsatz von Qualcomm, der für alle denkbaren Anwendungen genug Leistung liefert. Bei unserem Testgerät standen ihm sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und ein 64 Gigabyte interner Speicher zur Seite. Sollte euch das nicht genügen, könnt ihr ihn zwar nicht mit einer microSD-Karte erweitern, aber zu einer Modellvariante des Mi Mix 2s mit 128 Gigabyte greifen.

Auf unserem Testgerät lief noch die für China angepasste Version von Android 8.0 Oreo mit der MIUI-Nutzeroberfläche. Deutsch lässt sich als Sprache auswählen und die Google-Dienste nachträglich installieren. Teilweise erledigen das Importshops direkt. Die globale ROM mit allen Google-Diensten wird für Ende Mai 2018 erwartet. Da das LTE-Band 20 verbaut ist, sollte es in ganz Deutschland keine Probleme mit der Datenverbindung geben.

Der 3400-mAh-Akku bringt das Xiaomi Mi Mix 2s trotz des großen Displays bei typischer Nutzung gut über den Tag. Aufgeladen wird er über den USB-C-Anschluss und das dank Schnellladefunktion ziemlich fix. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist gut mit den Zeigefingern zu erreichen, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Eine Gesichtserkennung wie beim iPhone X oder OnePlus 5T gibt es allerdings nicht.

Fazit: Das verbesserte China-Flaggschiff

Im Vergleich zum Vorgänger, dem Mi Mix 2, hat sich beim Xiaomi Mi Mix 2s vor allem die Kamera deutlich verbessert. Softwareseitig sind die Gestensteuerung ein Pluspunkt für das große Display – und flottere Hardware ist immer gern willkommen. An der ungewöhnlichen Bauform, die vor allem bei Selfies unpraktisch ist, hat sich hingegen nichts geändert.

Insgesamt hält das Xiaomi Mi Mix 2s problemlos mit anderen Top-Smartphones mit und ist vor allem preislich deutlich günstiger. Bei Tradingshenzen, die uns freundlicherweise das Testgerät zur Verfügung gestellt haben, kostet die Variante mit 128 Gigabyte aktuell 557 Euro. Da bleibt preislich das bis auf Restbestände bereits ausverkaufte OnePlus 5T momentan der einzige Konkurrent.

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