Handy-Daten retten: Smartphone kaputt? So kommt ihr an eure Dateien

Ein kaputtes Smartphone-Display sollte die Datenrettung nicht verhindern
Ein kaputtes Smartphone-Display sollte die Datenrettung nicht verhindern(© 2015 CURVED)

Ein Moment der Unachtsamkeit und schon ist es geschehen: Das Smartphone ist kaputt und die darauf gespeicherten Inhalte weg – oder doch nicht? In diesem Ratgeber erfahrt ihr, wie ihr eure Handy-Daten retten könnt.

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Datenrettung
  • Am einfachsten rettet ihr Daten von einer Speicherkarte
  • Datenrettungs-Tools bieten mehr Möglichkeiten

Ob das überhaupt möglich ist, hängt davon ab, wie schwer euer Smartphone beschädigt ist. Ist euch das Gerät heruntergefallen und lediglich das Display kaputt, sollten sich die Handy-Daten retten lassen. Ist dagegen der interne Speicher defekt, könnte es schwer werden. In anderen Fällen ist eine Datenrettung aber oft möglich.

Handy-Datenrettung bei Wasserschaden

Ist das Smartphone ins Wasser gefallen, gilt es schnell zu handeln: Ihr müsst es ausschalten und eine gegebenenfalls eingelegte Speicherkarte entfernen, um Daten-Verluste zu vermeiden. Funktioniert die micro-SD-Karte noch, sind zumindest die darauf befindlichen Daten sicher. Ihr könnt die Speicherkarte dann einfach mit einem anderen Smartphone abrufen oder warten bis euer beschädigtes repariert ist. Alternativ besorgt ihr euch einen USB-Kartenleser und ruft die Daten von einem PC aus ab.

Daten von defektem Handy retten

Wie rettet man Daten von einem kaputten Handy? Am einfachsten ist dies über USB möglich. Wenn ihr ein Android-Handy besitzt, verbindet ihr es zunächst über ein USB-Kabel mit eurem PC. Über den Explorer solltet ihr dann auf die Dateien zugreifen können, die auf dem defekten Smartphone gespeichert sind. Nun speichert ihr sie einfach auf eurem Computer, bis euer Handy repariert ist. Mit iPhones ist das leider nicht in gleichem Umfang möglich. Hier tauchen nach einem Anschluss an den Computer nur Bilder im Finder auf.

Aber auch unter Android sind nicht alle Daten über den Explorer auffindbar. Zugriff auf weitere erhaltet ihr, wenn ihr das sogenannte USB-Debugging aktiviert. Das macht ihr in den Entwickler-Einstellungen von Android – idealerweise bereits, solange das Gerät noch bedienbar ist. Ihr könnt euer Display noch ablesen, es akzeptiert aber keine Touch-Eingaben mehr? Dann könnt ihr mithilfe eines Adapters eine Maus an euer Android-Smartphone anschließen und das USB-Debugging damit in den Einstellungen aktivieren.

Eine weitere Alternative sind Fernsteuerungs-Apps wie AirDroid. Sie ermöglichen es euch, das USB-Debugging von einem PC aus zu aktivieren. Aber: Die App muss bereits auf eurem Android-Smartphone installiert sein. Habt ihr die Funktion angeschaltet, benötigt ihr ein Datenrettungs-Programm, das USB-Debugging unterstützt. "dr.fone" etwa kann Kontakte, Nachrichten, Notizen, Termine und mehr retten – sowohl vom internen Speicher als auch von einer micro-SD-Karte. Ohne USB-Debugging bringt "dr.fone" weniger Daten in Sicherheit. Das Programm ist auch für iPhones erhältlich.

Gelöschte Handy-Daten retten

Möglicherweise befindet sich euer Smartphone aber auch in einwandfreiem Zustand und ihr habt einfach versehentlich Daten gelöscht. Auch dann dürft ihr euch mit der Datenrettung nicht zu viel Zeit lassen. Die Löschung erfolgt nämlich nicht umgehend. Smartphones merken den entsprechenden Speicherbereich zunächst vor und überschreiben ihn erst später mit neuen Daten. Solange es nicht dazu kommt, ist eine Wiederherstellung möglich. Sobald ihr etwas aus Versehen gelöscht habt, solltet ihr daher euer Gerät ausschalten oder den Flugmodus aktivieren.

iPhone-Nutzer finden in der Fotos-App den Ordner "Zuletzt gelöscht". Darin enthalten sind eure "gelöschten" Bilder. Ihr könnt sie vor der endgültigen Löschung bewahren, indem ihr sie aufruft und auf "Wiederherstellen" tippt. Auf den meisten Android-Smartphones besteht diese Möglichkeit nicht. Es gibt aber Apps, die euch die Wiederherstellung gelöschter Fotos auch unter Android ermöglichen. Beachtet aber: Viele dieser Tools finden eure gelöschten Bilder gratis für euch. Für die Wiederherstellung fallen dann aber mitunter Kosten an.

Zusammenfassung:

  • Bei einem Wasserschaden müsst ihr euer Smartphone sofort ausschalten und die Speicherkarte entfernen
  • Funktioniert die micro-SD-Karte noch, könnt ihr die Daten am PC oder über ein anderes Smartphone auslesen
  • Lässt sich euer Android-Smartphone nicht mehr bedienen, verbindet ihr es über USB mit einem Computer
  • Im Explorer tauchen dann viele Daten auf, bei iPhones aber nur Bilder
  • Termine, Kontakte und mehr rettet ihr, indem ihr USB-Debugging in den Android-Entwickler-Einstellungen aktiviert und ein Dattenrettungs-Programm verwendet
  • Versehentlich gelöschte Daten lassen sich retten, solange das Smartphone sie nicht überschrieben hat
  • Gelöschte Bilder könnt ihr in der iPhone-Fotos-App wiederherstellen. Für andere Daten oder bei Android-Smartphones benötigt ihr ein Datenrettungs-Programm

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