16 iPhone-Vorurteile von Android-Fans und warum sie (nicht) stimmen

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Android-Fans gegen das iPhone: Welche Vorurteile stimmen?
Android-Fans gegen das iPhone: Welche Vorurteile stimmen?(© 2015 CURVED)

Das iPhone 6s und iPhone 6s Plus kommen in den Handel. Im ersten Hands-on überzeugen die Geräte. Trotzdem werden wieder viele Android-Fans gegen die Smartphones aus Cupertino schimpfen. Zu wenig Arbeitsspeicher, fehlender Wechsel-Akku oder der Mangel an Individualisierungs-Möglichkeiten: Die Argumente bleiben eigentlich jedes Jahr dieselben. Welche stimmen? Welche sind überholt? 

“Den iPhone-Speicher kann man nicht erweitern”[ad id="mobile_half"]

Stimmt - eigentlich. Nur ist der Vorwurf heute nicht mehr unbedingt ein Argument pro Android. Wer sich ein iPhone zulegt, muss sich gleich beim Kauf entscheiden, wie viel Speicherplatz er benötigt. Das ist bei vielen Android-Smartphones aber längst auch so: Samsung Galaxy S6 und Co. haben ebenfalls keinen Platz mehr für Speicherkarten. Der Grund ist ganz einfach: Die Hersteller haben erkannt, dass sich mit den größeren Speicher-Modellen die Marge vergrößern lässt - und wollen sich die zusätzlichen Gewinne nicht entgehen lassen.

Wer unbedingt seinen Speicher erweitern will, kann das aber sogar beim iPhone - per USB. Eine Übersicht mit USB-Sticks für Smartphones, findet ihr hier. 

“Die Hardware des iPhones ist schwächer als die von Highend-Smartphones mit”

Stimmt - aber oft nur auf dem Papier. Vergleicht man lediglich die Datenblätter, ist das iPhone keineswegs so gut ausgestattet, wie es Stand der Technik ist. Selbst die Mittelklasse bei Android-Geräten bietet meist mehr RAM, mehr Rechenkerne und eine höher aufgelöste Kamera. Vergleicht man aber dann die tatsächliche Performance oder die geknipsten Bilder zeigt sich schnell: In der Praxis kann das iPhone auch mit den Highend-Geräten mithalten - oder sie sogar schlagen.

Der Grund ist die bessere Nutzung der Hardware durch iOS. Während etwa der Arbeitsspeicher bei Android-Geräten schnell vollmüllt, ist iOS bei der RAM-Nutzung deutlich effektiver. So konnte das iPhone 6 trotz seines mageren 1 Gigabyte RAM mit den Highend-Geräten von Samsung und Co. mithalten, die meist die dreifache Menge zu bieten haben. Auch das iPhone 6s muss sich allem Anschein nach nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Und das, obwohl es nur zwei Rechenkerne vorweisen kann, während bei Android-Smartphones längst acht als Standard gelten.

Bei Unibody-Gehäusen, wie dem des Sony Xperia Z5, ist ein Wechselakku nicht mehr drin(© 2015 CURVED)
“Der Akku des iPhones lässt sich nicht austauschen”

Stimmt, ist mittlerweile aber Smartphone-Standard. Der nicht austauschbare Akku des iPhones stand bereits seit der Vorstellung des ersten iPhones 2007 in der Kritik. Und auch in diesem Punkt bewegen sich Android-Smartphones in Richtung Apple - und nicht umgekehrt. Denn auch bei ihnen hat sich das Design immer mehr in den Vordergrund gestellt. Nicht nur Spitzenmodelle wie das Samsung Galaxy S6 und Sony Xperia Z5 setzen auf Unibody-Gehäuse und verzichten damit auf den wechselbaren Akku. Wer mehr Laufzeit braucht, ist mittlerweile mit Powerbanks ohnehin besser bedient. Die lassen sich nämlich anschließen, ohne dass das Smartphone ausgeht.

“Das iPhone besitzt keine Infrarotschnittstelle und lässt sich nicht als Fernbedienung nutzen”

Stimmt, kann aber nicht uneingeschränkt als Kritik zugelassen werden. Zum einen sind so genannte “IR-Blaster” auch bei Android-Smartphones immer noch die Ausnahme. Und verschwinden zum Teil sogar wieder. So hat das Galaxy S6 Edge Plus den Blaster im Gegensatz zu seinem kleineren Geschwister-Smartphone nicht mehr. Zum anderen kann aber auch das iPhone einen IR-Blaster bekommen: per Dongle.

“Man kann nicht einfach Daten zwischen iPhone und Computer übertragen”

Stimmt so nicht. Denn bereits seit Jahren gibt es mit “iFunbox” eine Software, die genau das erlaubt. Zudem kann man über iTunes auch viele Apps direkt mit Daten befüllen. Dass es durch das andere Dateimanagement auf dem iPhone weniger sinnvoll ist als auf Android-Smartphones, steht auf einem anderen Blatt.

“Um Musik aufs iPhone zu packen, muss man iTunes nutzen”

Stimmt leider so. Wer ein iPhone nutzt, kann nicht einfach Ordner mit Musik auf das Gerät schaufeln, wie man es von Android kennt.

Das OnePlus 2 setzt bereits auf das Laden per USB-C. Wer sein Ladekabel vergisst, hat Pech.(© 2015 CURVED)
“Für Android-Smartphones kann man jedes Ladekabel nutzen, das geht beim iPhone nicht”

Stimmt, spielt in der Praxis aber kaum eine Rolle. Denn durch die hohe iPhone-Dichte findet sich genauso schnell ein anderer iPhone-Nutzer mit dem passenden Kabel. In Zukunft könnte das Problem bei Android-Smartphones übrigens viel eher bestehen - wenn nämlich immer mehr Geräte auf den neuen USB-C-Standard setzen. Wer heute ein OnePlus 2 oder ein LeTV Max besitzt, muss immer ein Kabel dabeihaben. Das wird während der Übergangsphase zwischen den Standards leider eine Weile so bleiben.

“Auf dem iPhone kann ich die Standard-Apps nicht festlegen”

Stimmt, zumindest für Durchschnittsnutzer. Leider ist man beim iPhone bei den Standard-Apps an Apples eigene Anwendungen gebunden, auch wenn man lieber Google Maps als Apples eigene Karten-App nutzen möchte. Wer sein iPhone per Jailbreak knackt, kann sich allerdings auch andere Apps als Standard setzen. Das ist natürlich keine Lösung für Jedermann.

“Apps lassen sich nur über Apple installieren”

Stimmt, Apple hat allerdings gute Gründe dafür. Dass iOS eines der sichersten Betriebssysteme ist, hängt auch mit Apples rigider Kontrolle des App Stores zusammen. Und während bei Android die meiste Schadsoftware von Drittseiten aufs Gerät kommt, muss man bei Apple schon den Appstore selbst angreifen. Eine deutlich größere Hürde.

“Das iPhone bietet weniger Möglichkeiten, es zu entsperren”

Stimmt. Android bietet mit Sperrmustern und Gesichtserkennung mehr Möglichkeiten zum Entsperren als das iPhone. Hier bleibt den Nutzern nur die PIN-Eingabe, ein Passwort oder der Fingerabdruckscanner. Ob man das als echte Einschränkung empfindet, muss jeder für sich entscheiden.

“Android bietet viel mehr Anpassungsmöglichkeiten”

Stimmt, aber nicht uneingeschränkt. Zumindest eine Reihe von Android-Oberflächen erlaubt den Nutzern, sie optisch an den eigenen Geschmack anzupassen. Apple verfolgt mit seinem einheitlichen Design schlicht einen anderen Ansatz. Und wer doch daran herumbasteln will, kann das sogar - dem Jailbreak sei Dank. Die Vielfältigkeit von Custom-ROMs erreicht man so aber nicht.

“Das iPhone erlaubt keine Widgets auf dem Homescreen”

Stimmt, die Widgets sind beim iPhone Teil des Notification-Center. Das ist schlicht ein anderer Ansatz. Welchen man besser findet, ist Geschmackssache.

Bei Android ist ein neuer Launcher schnell installiert.(© 2014 Android Does, Google Play, CURVED Montage)
“Beim iPhone lässt sich der Launcher nicht wechseln”

Stimmt, es gibt allerdings Alternativen für iPhones mit Jailbreak. So vielfältig und einfach wie bei der großen Auswahl an Android-Launchern ist der Wechsel beim iPhone allerdings nicht. Und wird es vermutlich auch nie.

“Beim iPhone müssen alle Apps immer auf einem Homescreen angezeigt werden”

Stimmt. Leider besitzt das iPhone keinen Appdrawer, wie ihn Android bietet. Wer Apps verstecken will, muss auf Ordner zurückgreifen. Das ist natürlich nicht das Gleiche. Allerdings verzichten auch immer mehr Android-Smartphone-Hersteller mit ihren Benutzeroberflächen auf den Appdrawer und legen in iOS-Manier die installierten Apps direkt auf dem Homescreen ab.

Das Samsung Galaxy Note 4 konnte bereits letztes Jahr Multitasking mit mehreren Fenstern. Ein Standardfeature ist das aber auch heute noch nicht.(© 2014 CURVED Montage)
“Auf dem iPhone gibt es kein Multitasking mit mehreren Fenstern”

Stimmt, aber nur eingeschränkt. Zum einen gibt es auch bei Android nur ausgewählte Geräte wie die das Galaxy Note 5, die Multitasking mit mehreren Fenstern unterstützen. Zum anderen gibt es Jailbreak-Lösungen, die eine solche Nutzung erlauben. Und zumindest für aktuelle iPads gibt das Feature nun auch ab Werk.

“Beim iPhone gibt es keine Notifications in der Statusleiste”

Stimmt. Neue Push-Nachrichten werden in iOS nicht in der Statusleiste angezeigt, dafür gibt es bei Apple (wie auch bei Android) das Notification-Center. Zusätzlich zeigen die App-Icons per Badge, dass neue Nachrichten auf den Nutzer warten. Es handelt sich also in erster Linie um eine andere Herangehensweise. Welche man besser findet, ist Geschmacksache.

Wer jetzt denkt, dass wir nur einseitig berichten wollen: So ist es ganz und gar nicht. Lest morgen den zweiten Teil, in dem wir uns mit typischen Vorurteilen von iPhone-Fans gegenüber Android befassen.


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