Apple Watch in den ersten Tests: Das sagen die Kritiker

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Die ersten ausführlichen Tests der Apple Watch sind da.
Die ersten ausführlichen Tests der Apple Watch sind da.(© 2015 CURVED)

Kurz vor dem Verkaufsstart der Apple Watch sind die ersten ausführlichen Testberichte der Smartwatch online. Was gefällt? Was nicht? Ein erster Überblick.

Ab dem 10. April 2015 könnt Ihr die Apple Watch in den Apple Stores ausprobieren und online vorbestellen - aber jeweils nur ein Exemplar pro Käufer. In den Stores werdet Ihr nur einen kurzen Blick auf die Apple Watch werfen können, die ersten Tester hatten die Smartwatch hingegen schon eine Woche in Benutzung. Die ersten Reviews fallen insgesamt positiv aus. Anlass zu Kritik gibt es dennoch. Im Detail:

The Verge: "Sie kann sehr viel, aber alles nur ein wenig"

Für Nilay Patel von The Verge ist die Apple Watch das ehrgeizigste Produkt, das er je gesehen hat. "Sie verändert die Art, wie wir mit Technik interagieren grundlegend, verliert durch den Ehrgeiz allerdings den Fokus: Sie kann sehr viel, aber alles nur ein wenig." Patel wäre es lieber, wenn sie weniger Funktionen hätte, diese dann aber umfangreicher wären. Zudem bleibe die Apple Watch eine Smartwatch und anders als bei Smartphones hätte sich deren Sinn und Zweck noch nicht allen Menschen erschlossen.

Die Apple Watch sei so einfach zu bedienen wie ein iPhone, meint Lauren Goode von Recode. Allerdings befänden sich die Apps von Drittanbietern gefühlt noch alle im Beta-Stadium, die Anwendungen von Apple würden dagegen schon rund laufen. "Die Apple Watch ist kein Allheilmittel und keine Uhr, die man an seine Enkel weiter vererbt. Sie ist ein Stück moderne Technik mit perfektem Design, das mit Software-Updates noch besser wird. Bis zu dem Tag, an dem der Akku nicht mehr genug Energie speichert und die Uhr für Euch wertlos erscheint."

Joshua Topolsky: "Die beste Smartwatch der Welt"

Joshua Topolsky von Bloomberg meint, dass man auch gut ohne die Apple Watch auskommen würde, aber Apple habe es geschafft, dass man eine haben will. "Die Uhr verändert nicht das Leben, ist aber trotzdem exzellent. Apple wird Millionen Exemplare verkaufen, und viele Menschen werden sie lieben und von ihr besessen sein. Die Apple Watch ist ein wundervoller Teil eines großen Ökosystems, das der Konzern vorsichtig in mehreren Jahren gebaut hat." Im Vergleich mit anderen Smartwatches sei die Apple Watch einfach zu benutzen und nahtloser in ihr System eingebunden. Für Topolsky ist die Apple Watch ohne Frage die beste Smartwatch der Welt.

David Pogue: "Um Lichtjahre besser"

Geht es nach David Pogue von Yahoo hat Apple mit der Apple Watch, wie schon beim iPhone oder iPad, keine neue Produktkategorie erfunden, sondern mal wieder das beste Gerät seiner Klasse vorgelegt: "Die Apple Watch ist Lichtjahre besser als die schwachen und klobigen Versuche davor. Der Bildschirm ist schöner, die Software durchdachter und fehlerfrei und das Gehäuse macht sie zu einem Schmuckstück." Viele Technologie kämen erstmals zum Einsatz. Und die Verknüpfung mit dem iPhone sei anmutig, unkompliziert und intelligent. Allerdings kommt auch er zu dem ehrlichen Schluss, dass man die Apple Watch nicht bräuchte. Denn niemand bräuchte ein Smartwatch. Sie sei das nächste Gadget, um das man sich kümmern, das man über Nacht aufladen und für das man Kabel einpacken müsse. "Am Ende ist die Apple Watch vor allem ein befriedigender Genuss. Sie ist Luxus. Ihr könnt Euch eine zum Vergnügen kaufen - und sie wird Euch erfreuen - so wie ein schönes, teures Auto, elegante Kleidung oder eine leckere Vorspeise."

John Gruber: "Nur innovativ, wenn Menschen, die Euch wichtig sind, ebenfalls eine tragen"

John Gruber von Daring Fireball zählt in seinem ausführlichen Test mehrere Gründe auf, warum eine herkömmliche Uhr - wenn es um die Zeitmessung geht - besser ist als die Apple Watch. So brauche die Smartwatch zum Beispiel, selbst wenn die Bewegungserkennung perfekt funktioniert, einen Moment bis die Uhr auf dem Display erscheint, wenn man den Arm zum Ablesen der Uhrzeit hebt. Bei einer herkömmlichen Armbanduhr sehe man die aktuelle Zeit dagegen wirklich mit einem kurzen Blick. Zudem sind manche Funktionen der Uhr nutzlos, wenn niemand anderes im Freundes- und Bekanntenkreis nicht auch die Smartwatch von Apple trage. Gruber denkt dabei an Digital Touch: "Die innovativste Funktion der Apple Watch - dem intimsten und persönlichsten Gerät des Unternehmens - wird nur eine Rolle spielen, wenn die Menschen, die Euch wichtig sind, ebenfalls eine tragen."

CNET: "Die Apple Watch lässt noch viele Wünsche offen"

Scott Stein von CNET hat versucht in einer Woche alle Dinge zu machen, die mit der Apple Watch möglich sind. "Die Uhr ist wunderschön und vielversprechend - das ehrgeizigste Wearable, das existiert. Aber beim Versuch in der ersten Generation alles zu schaffen, lässt die Apple Watch noch viele Wünsche offen. Die kurze Akkulaufzeit im Vergleich zu anderen Uhren, die hohen Preise sind die wichtigsten Baustellen. Aber Apple hat jetzt erst die Segel für eine lange Reise gesetzt."

Joanna Stern: "Man muss viel Zeit investieren"

Joanna Stern vom Wall Street Journal merkte nach einer Woche mit der Apple Watch, dass der Konzern nicht einfach einen kleinen Computer für das Handgelenk verkauft, sondern gutes Aussehen und Coolness mit einigen zusätzlichen Computerfunktionen. Allerdings seien viele Funktionen zu schwer zu finden. "Die Smartwatch kann so viele Dinge und um die Menüs und Funktionen kennen zu lernen, muss man viel Zeit investieren." Am Ende sollte man vielleicht vor allem einen Tipp von Ihr beherzigen: "Außer wenn Ihr Euch für die 350 Dollar teure Sport-Version entscheidet, solltet Ihr lieber warten und schauen, was die Zukunft noch bringt."

New York Times: "Bei Weitem nicht perfekt"

Farhad Manjoo von der New York Times hat ebenfalls eine Woche mit der Smartwatch aus Cupertino verbracht: "Die Apple Watch ist bei Weitem nicht perfekt und mit einem Preis von 350 bis 17.000 Dollar nicht gerade günstig. Obwohl sie sehr gut aussieht und sich mit der großen Auswahl an Armbändern deutlich von anderen Wearables unterscheidet, bleibt die Apple Watch die erste Generation eines neuen Geräts - mit allen Einschränkungen und Mängeln, mit denen man bei brandneuen Technologien rechnen muss." Die Apple Watch erinnert Manjoo an das erste iPhone: "Apples erstes Smartphone war nicht revolutionär weil es Dinge konnte, die nur wenige andere Handys konnten, sondern weil es die Möglichkeiten vernetzter mobiler Computer zeigte."

Spiegel Online: "Volles Potenzial erst mit Drittanbieter-Apps"

"Design, Material und Verarbeitung der Apple Watch sind makellos", meint Matthias Kremp von Spiegel Online, so dass die Smartwatch auch angenehm zu tragen sei. Die Eingewöhnung an das neue System könne ein paar Tage dauern, zeige dann aber seine Logik und funktioniere schnell und problemlos. Wer zu Beginn enttäuscht sei, dem rät Kremp zu Geduld: "Ihr volles Potenzial wird die Apple Watch aber erst ausspielen, wenn es mehr als die paar Drittanbieter-Apps gibt, die zum Test bereitstanden. Denn die Apple Watch ist ebenso wenig eine Armbanduhr wie ein Smartphone eine Taschenuhr ist."

Bild.de: "Zum Telefonieren reicht es noch nicht"

Nach einer Woche mit der Apple Watch lautet das Fazit von Sven Stein von Bild: "Die Uhr ist eine tolle Ergänzung zum iPhone, aber auch eine extrem teure." Er freut sich, dass sein iPhone jetzt in der Tasche bleiben kann und ist von der Taptic Engine angetan: "Immer wieder tippt mir die Uhr aufs Handgelenk. Nicht nervig, sondern sanft. Damit signalisiert sie, dass zum Beispiel eine neue Nachricht angekommen ist oder ein Termin ansteht. Beim Navigieren mit der Karten-App der Watch weist die Uhr mit mehrfachem Antippen darauf hin, dass ich nach links oder rechts abbiegen muss." Zum Telefonieren wird er aber weiterhin sein iPhone aus der Tasche holen: "Die Sprachqualität des eingebauten Lautsprechers ist jedoch so schlecht und verrauscht, dass ich lieber nur sehr kurze Gespräche führe."


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