Made in Europe: Diese zehn Serien aus Europa müsst ihr kennen

Die britische Serie "Black Mirror" setzte neue Maßstäbe.
Die britische Serie "Black Mirror" setzte neue Maßstäbe.(© 2018 Netflix)

Die erste deutsche Netflix-Eigenproduktion „Dark“ hat gezeigt, dass wir Europäer den US-Studios Konkurrenz machen können. Befeuert durch Netflix, Sky und Amazon holt der alte Kontinent auf. Hier ein Überblick zehn aktuelle Produktionen, die neue Maßstäbe setzen.

Mit „Dogs of Berlin“ steht schon die nächste deutsche Produktion in den Startlöchern. Christian Alvart und Sigi Kamml, verantwortlich für die Hamburger Tatort-Folgen mit Til Schweiger, inszenieren Berlin als Hauptstadt des Verbrechens. Die neue Serie soll irgendwann in diesem Jahr auf Netflix erscheinen. Bis dahin haben wir noch ein paar andere Highlights von dieser Seite des Atlantiks.

"The End of the F**king World": Zwei Teenager auf der Flucht vor dem Gesetz und sich selbst

James (Alex Lawther), der selbsternannte 17-jährige Psychopath, tötet gerne Tiere. Doch das ist ihm nicht genug. Er möchte wissen, wie es ist, etwas Größeres zu töten; einen Menschen. Da kommt ihm Alyssa (Jessica Barden) gerade recht. Die Außenseiterin möchte gern ihre Unschuld an James verlieren – verliert sie stattdessen ihr Leben?  Die beiden begeben sich im gestohlenen Auto auf den Weg ins Ungewisse. „The End of the F**king World“ ist ein düsterer Road-Trip, der viele Fans gewonnen hat, die nun sehnsüchtig auf eine Fortsetzung warten. Die acht Episoden der ersten Staffel der britischen Serie aus dem Jahr 2017 ist seit Anfang Januar auf Netflix zu sehen.

The End of the F***ing World: Zwei Teenager auf der Flucht vor dem Gesetz und sich selbst(© 2018 Netflix)

"Black Mirror": Eine düstere Zukunft erwartet uns

Wie werden wir in Zukunft leben, wenn Technologie immer mehr in unseren Alltag und sogar in unseren Körper eindringt? Die mehrfach preisgekrönte britische Science-Fiction-Serie von Charlie Brooker zielt auf Gesellschafts-, Technik-, und Medienkritik in in sich abgeschlossen Folgen. „Der schwarze Spiegel“ („Black Mirror“) im Titel ist der, den man jeder Wand, auf dem Tisch, in jeder Handfläche findet: der kalte, glänzende Bildschirm eines Fernsehers, eines Computers, eines Smartphones“, so Charlie Booker. Die ersten beiden Staffeln aus den Jahren 2012 und 2013 bestanden aus lediglich drei Folgen und wurden vom britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt. 2015 gab Netflix eine dritte Staffel in Auftrag. Im Oktober 2016 und Dezember 2017 wurden die nun jeweils sechs Folgen umfassende dritte und vierte Staffel dem Streamingdienst hinzugefügt. Auch die aktuelle Staffel schaffte es erneut, die Fans zu begeistern und warf kritische Fragen in unserem Umgang mit Technologie auf.

"Black Mirror": In der Folge "Arkangel" lässt eine besorgte Mutter ihrem Kind ein Überwachungs-Implantat einsetzen(© 2018 Christos Kalohoridis / Netflix)

"Sherlock": Gut kombiniert, Watson

Die von Sir Arthur Conan Doyle verfassten Geschichten um den Detektiv Sherlock Holmes haben es schon zu diversen Verfilmungen gebracht. Doch keine erfreut sich so großer Beliebtheit wie die britische Fernsehserie der BBC, die Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und seinen Assistenten Dr. Watson (Martin Freeman) im heutigen London ermitteln lässt. Derzeit gibt es vier Staffeln von „Sherlock“, die Netflix-Kunden streamen können. Bei Amazon Video, Maxdome und iTunes steht die Krimiserie zum Kauf bereit. Wer sich Sherlock Holmes mit Smartphone und Dr. Watson als Blogger bisher nicht vorstellen konnte, wird in diesem Serien-Highlight eines Besseren belehrt.

"La Casa de Papel": Das spanische "Ocean's Eleven"?

In „Haus aus Papier“, so die Übersetzung der Serie die hierzulande „Haus des Geldes“ heißt, treffen Ocean’s Eleven auf „Die Unfassbaren – Now You See Me“. Die Protagonisten, angeführt von „El Professor“ (Álvaro Morte) versuchen aber nicht einfach nur einen Safe zu knacken. Stattdessen ist das Ziel die königlich spanische Münzprägeanstalt und die dort stehenden Gelddrucker. Die Serie überzeugt schon aufgrund des im Mittelpunkt stehenden „Plans“, der Ocean‘s Eleven alt aussehen lässt. Der wird allerdings häppchenweise und nicht chronologisch erklärt. Stattdessen schmeißt Regisseur Álex Pina die Zuschauer direkt ins Geschehen. Die 15 Folgen der ersten Staffel begeisterten bereits Fernseh-Zuschauer in Spanien. In Deutschland stehen die ersten 13 Folgen als „Part 1“ bei Netflix zum Abruf bereit. Part 2 soll ab April folgen.

"Broadchurch": Ein Dorf voller Verdächtiger

Im britischen Küstenort Broadchurch ist es mit der Idylle vorbei. Nachdem ein kleiner Junge eines Morgens tot am Strand aufgefunden wird, nehmen Ellie Miller (Olivia Colman) und Alec Hardy (David Tennant) die Ermittlungen auf. Fast jeder im Dorf wird im Laufe der Serie zum Hauptverdächtigen. Interessant sind die Wendungen in der zweiten und dritten Staffel. Die Autoren demonstrieren eindrucksvoll, wie Serien auch ohne Cliffhanger abgeschlossen und mit einer Folgestaffel fortgesetzt werden können, ohne die Storyline ad absurdum zu führen. Die ersten beiden Staffeln sind bei Netflix inklusive. Übrigens: Unter dem Namen Emmett Carver ermittelt der aus "Doctor Who" bekannte David Tennant derzeit in den USA in einem Remake namens „Gracepoint“.

"Broadchurch": Ein junge stirbt und macht ein ganzes Dorf zu Tatverdächtigen(© 2018 picture alliance / Everett Collection)

"Bedrag" oder auch "Follow the Money": Kriminelle Machenschaften aus Dänemark

Die Geschichte um die fiktive, dänische Windenergiefirma Energreen könnte aktueller nicht sein. Der Wirtschaftskrimi um Ermittler Mads Justesen (Thomas Bo Larsen) zeichnet ein spannendes Bild aus Spekulanten, Betrügen, Unternehmererben, die alle dem gleichen Ziel hinterhereifern: kurzfristiger Reichtum und Macht. Das vom „Borgen“-Autor Jeppe Gjervig Gram geschriebene Drehbuch nimmt Zuschauer mit auf eine Reise in den kriminellen Morast finanzieller und rechtlich fragwürdiger Deals. Das Fernsehdrama wurde bereits auf der Berlinale 2018 als „Berlinale Special“ gezeigt. Die Ausstrahlungsrechte liegen derzeit unter dem Titel „Follow the Money“ beim britischen BBC.

"The Team": Drei Länder, drei Ermittler, ein Fall

Eine junge Frau wird in einem Hotelzimmer ermordet – der Fall ereignet sich identisch und zeitgleich in mehreren europäischen Metropolen, ein Team aus europäischen Ermittlern soll ihn lösen. Die deutsch-belgisch-dänisch-österreich-schweizerische Koproduktion zeigt auf eindrucksvolle Weise wie das Motto der europäischen Union „In Vielfalt geeint“ bezogen auf eine Serie aussehen kann. Neben den vielen fantastischen Drehorten trägt auch die Vielsprachigkeit der Europol-Ermittler Harald Bjørn (Lars Mikkelsen), Jackie Mülller (Jasmin Gerat) und Alicia Verbeeck (Veerle Baetens) zum internationalen Feeling der Serie bei. Neben der Arbeitssprache Englisch wechseln sich Szenen auf Dänisch, Englisch, Niederländisch, Französisch, Deutsch und Schwedisch ab. Die acht Folgen der ersten Staffel sind bei Amazon Prime Video inklusive oder können digital bei Maxdome, iTunes und Google Play gekauft werden.

"Suburra": Vatikan und Mafia 

Die Mafia, korrupte Politiker und der Vatikan: Die Macher der Mafia-Serie „Gomorrha“ zeigen mit diesen drei Elementen den römischen Untergrund von seiner dunkelsten Seite. Die Vorgeschichte des gleichnamigen Kinofilms von Stefano Sollima ist allerdings nicht gänzlich fiktiv, sondern erzählt als überspannende Handlung den Skandal um die Vergabe von Bauland und ein geplantes Glücksspiel-Paradies. Sehenswert: die drei Jungdarsteller Eduardo Valdarini, Alessandro Borghi und Giacomo Ferrara in ihren Rollen als Polizistensohn Lele, Mafia-Aufsteiger Aureliano und Sinti-Spross Spadino. Eine Empfehlung für alle, die nach „Sopranos“ noch Lust auf Mafia-Gemetzel haben. „Suburra“ gibt’s momentan bei Sky Ticket und Sky Go sowie zum Kauf bei Maxdome und Videoload.

"Suburra": Im Vatikan geht es nicht mit rechten Dingen zu(© 2018 Emanuela Scarpa/Netflix)

"Versailles": Macht und Intrigen zu Hofe

„Es war einmal ein großer und glorreicher König“, so beginnt der Trailer zum Historien-Epos Versailles "und Königen widerfahren schreckliche Dinge". Mit 30 Millionen Euro Produktionsbudget setzte der französischen Senders Canal+ Ludwig XIV (George Blagden) ein mindestens genauso glorreiches Denkmal. Die an Originalschauplätzen (jedoch auf Englisch) gedrehten 20 Episoden beleuchten das Leben des Sonnenkönigs, der neben Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld vor allem eines will: Das Jagdschloss Versailles zu einer prachtvollen Residenz umbauen. Eigentlich kein Problem, wären da nicht die Intrigen der Adligen, des Hofs und seiner Familie. Versailles ist aktuell bei Netflix, Sky Ticket und Sky Go inklusive, kann aber auch bei Amazon, Maxdome, iTunes und Google Play gekauft werden.

"Marseille": Die erste französische Netflix-Eigenproduktion

Eine Mischung aus „Versailles“ und „House of Cards“ erleben Zuschauer in der ersten französischen Netflix-Produktion „Marseille“. In der ersten Staffel nimmt Produzent Pascal Breton (Ken Park, Babar, St Tropez) die Zuschauer mit in den Wahlkampf um den Posten des Bürgermeisters. Aus dem wollte Robert Taro (Gérad Depardieu) sich eigentlich raushalten um seinem Zögling Lucas Barrès die Zügel zu überlassen. Als dieser aber gegen ein Herzensprojekt des Bürgermeisters stimmt, brechen die Gräben zwischen Protegé und Mentor auf. Ein Pluspunkt der Serie ist ohne Zweifel der stimmige Soundtrack des französischen Komponisten Alexande Desplat ("The King’s Speech", "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes", "Grand Budapest Hotel"). Marseille gibt’s bei Netflix und zum Kauf bei iTunes, Maxdome und Google Play.

"Marseille" ist die erste französische Eigenproduktion von Netflix(© 2018 David Koskas / Netflix)

Noch mehr aus der Welt der Serien

Ihr liebt Serien? Dann haben wir hier bestimmt noch mer Inspiration am Start. Wie wäre es mit den krassesten News und Theorien zu "Game of Thrones" oder auch großartigen Mini-Serien für verregnete Tage oder mehr zum Netflix-Kracher "The End of the F**king World"? Außerdem findet ihr bei uns noch ein Sammelsurium an Serien, die einen qualvollen Tod starben oder einfach niemals enden werden. Apropos qualvoll: Lest hier zu welchen schlechten Serien sich die CURVED-Redaktion öffentlich bekennt. In dem Sinne: Viel Spaß, ihr Schaulustigen!

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