Samsung und die Geheimhaltungs-Taktik beim Samsung Galaxy S3

Wir erinnern uns noch gut an die Zeit vor der Vorstellung des Samsung Galaxy S3 am 3. Mai 2012 in London: Die Gerüchteküchte kochte so heiß wie selten zuvor, täglich gab es neue Meldungen über das möglich Aussehen und die etwaige Ausstattung des neuen Super-Androiden. Und auch wenn Vieles davon plausibel klang und die Meldungen oft durch mehrere Hinweise bestätigt schienen, so richtig wusste bis zur offiziellen Präsentation des SGS3 keiner, was uns erwarten würde. „Samsung macht's wie Apple!“ war immer wieder zu lesen – auch bei qambo.de, denn die Strategie, die Samsung im Vorfeld an den Tag legte erinnerte tatsächlich an den Konzern aus Cupertino, von dem auch so gut wie gar nichts an die Öffentlichkeit dringt.

Einblick in die Geheimhaltungs-Taktik

Doch anders als bei Apple hat Samsung jetzt einen Einblick in die Zeit der Entwicklung und Ausarbeitung des Samsung Galaxy S3 gegeben und auch genau erklärt, wie man es geschafft hat, so lange alles rund um das neue Smartphone geheimzuhalten. Und die Koreaner haben wirklich alles daran gesetzt, dass nichts über das Galaxy S3 an die Öffentlichtkeit gelangte – mit Erfolg, wie wir meinen! Im Samsung-Blog berichten Beteiligte, wie die Geheimhaltung gelang und wie sie diese Zeit erlebt haben.

Beteiligte Mitarbeiter am Samsung Galaxy S3 | Foto: engadget.com

„Don't bring your work home... ever!“ so die Überschrift des Blog-Eintrags - „Bring' deine Arbeit nicht mit nach Hause... niemals!“ Wie Top-Agenten kamen sich wohl einige der Ingenieure vor, die absolute Geheimhaltung versprechen mussten, auch gegenüber den engsten Freunden und der Familie. So berichtet der Ingenieur ByungJoon Lee dass sein Sohn ihn immer wieder mit Fragen gelöchert habe. Da er wusste, dass sein Vater bereits am Galaxy S und am Galaxy S2 beteiligt gewesen war, hatte er wohl angenommen, dass er auch an der Entwicklung des Galaxy S3 mitarbeite.

„Papa, du machst das S3, richtig?“ Aber der Vater konnte lediglich mit der lapidaren Ausrede „Ich weiß es wirklich nicht“ dienen, was für ihn natürlich sehr seltsam war.

Bei Samsung waren extra Entwicklungs-Labore eingerichtet worden, zu denen nur diejenigen Zutritt hatten, die auch an der Entwicklung beteiligt waren – gesichert wie der Hochsicherheitstrakt einer Bank oder eines Geheimdienstes mit Fingerabdruck-Scanner, Sicherheitskarten und anderen Features, die Fremden den Zutritt verwehren sollten. Insgesamt drei Prototypen wurden vom Galaxy S3 entwickelt, alle mit dem gleichen Aufwand. Musste ein Prototyp des Samsung Galaxy S3 transportiert werden, so geschah dies nur in Sicherheitsboxen, die das neue Smartphone vor unbefugten Blicken schützen sollten – auch wenn es nur bei Samsung den Flur hinunter ging. Auch das Fotografieren des SGS3 oder einzelner Komponenten war strengstens untersagt. Das wiederum machte es für Buchhaltung und Einkauf sehr schwierig, die Ingenieure mussten die Komponenten genau beschreiben, um die Preisgestaltung überhaupt zu ermöglichen.

Normalerweise werden Prototypen, die an Partner und Zulieferer geschickt werden von Logistik-Unternehmen transportiert. Doch beim Samsung Galaxy S3 war auch das anders. Samsung-Mitarbeiter, die in verantwortungsvollen Positionen an dem Projekt beteiligt waren flogen selbst um die Welt, teilweise im Hubschrauber, und verteilten die Test-Geräte. Die Tests selbst wurden Tag und Nacht überwacht, sodass ja nichts über das Samsung Galaxy S3 an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Die Test-Geräte steckte man außerdem in Dummy-Hüllen, sodass es keinerlei Hinweise auf das Design des SGS3 gab – ganz ähnlich wie das auch in der Automobil-Industrie mit den Erlkönigen abläuft. So wurde sichergestellt, dass keiner erkennen konnte, um was für ein Smartphone es sich bei dem Prototypen handelte.

„Ich bin froh, dass wir das neue Galaxy S3 bis zum Schluss unter Verschluss halten konnten, aber ich kann nicht oft genug betonen, wie anstrengend das war,“ so Chef-Ingenieur WooSun Yoon.

Man sieht also, welch unglaublichen Aufwand Samsung betrieben hat, um ein ganz großes Geheimnis um das Galaxy S3 zu machen. Aus marketing-technischer Sicht ist das natürlich eine tolle Sache, dass es für die beteiligten Ingenieure jedoch nicht einfach war, kann man sich durchaus vorstellen. Ob Samsung jetzt wohl immer so ein Tamtam und so ein Geheimnis um die neuen Top-Modelle machen wird? Und ob sich so ein Aufwand lohnt? Wobei man zugeben muss, die Spannung im Vorfeld der Präsentation des Samsung Galaxy S3 war ja schon irgendwie toll, auch wenn es manchmal etwas nervig war, immer nur mit Gerüchten umgehen zu müssen – andererseits ist das bei Apple ja auch nicht anders.

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