Serienvorschau 2015: Das Beste von Netflix und Amazon

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Von Saul bis Marco: Netflix ist 2015 breit aufgestellt
Von Saul bis Marco: Netflix ist 2015 breit aufgestellt(© 2015 Netflix, AMC, CURVED Montage)

Neues Jahr, neue TV-Serien — wobei "TV" es längst nicht mehr trifft: Einige der viel versprechendsten Shows, die in den kommenden Wochen und Monaten laufen, liefern uns die On Demand-Anbieter Netflix und Amazon. Wir haben uns das Portfolio der beiden aufstrebenden digitalen Sender angesehen und die Perlen für Euch herausgepickt.

Netflix heimste gerade mit House of Cards einen Golden Globe ein, Amazon konnte sich für die selbst-produzierte Comedy Transparent gleich zwei sichern. Der Trailer zur dritten Staffel des Polit-Dramas mit dem prämierten Kevin Spacey in der Hauptrolle lässt YouTube heiß laufen, während die Meldung, dass Amazon gerade den großen Woody Allen für eine weitere Eigenproduktion verpflichtet hat, endgültig keinen Zweifel mehr daran lässt: Die VoD-Anbieter sind nicht mehr die Underdogs von einst, sondern in der ersten Riege Hollywoods angekommen. Grund genug einen Blick auf das zu werfen, was uns Netflix und Amazon in diesem Jahr Neues kredenzen werden.

Netflix 2015: Mehr mörderische Politik, Superhelden und ein bisschen Sci-Fi

Auf der großen Leinwand floppte Daredevil mit Ben Affleck in der Hauptrolle vor etwas über zehn Jahren, im Serienformat könnte dem blinden Superhelden nun mehr Erfolg beschieden sein — schließlich funktionieren diverse Marvel- und DC-Adaptionen inzwischen auf diese Art und Weise recht gut.

Viel zu sehen gibt es im ersten Teaser zur in New York spielenden Serie noch nicht, wir erfahren aber wenigstens, dass es schon am 10. April international losgeht. Den Daredevil gibt bei Netflix diesmal übrigens Charlie Cox, der uns bereits in Broadwalk Empire als Nucky Thompsons zeitweiliger Bodyguard Owen Slater gut gefallen hat.

Keine Netflix-Produktion, dennoch ab Februar dort zu sehen sein, wird AMCs Breaking Bad-Spin Off Better call Saul. Darin geht es um den aus dem Meth-Epos bekannten wenig erfolgreichen Rechtsanwalt Saul Goodman, der im Trailer zu seiner eigenen Show allerdings noch Jimmy McGill heißt.

AMC wird ab dem 8. Februar mit der Ausstrahlung beginnen, Netflix will Better call Saul schon kurz danach ins Portfolio aufnehmen; ein exakter Starttermin wurde allerdings noch nicht genannt.

Die Wachowski-Geschwister Lana und Andy, die uns allen als Erschaffer der Matrix-Trilogie bekannt sind, stehen hinter Sense8, einer Serie, die rund um die Welt dem Leben von 8 fremden Personen folgt, die plötzlich eine telepathische Bindung zueinander feststellen.

Und so geht es in der Folge um die Geschichte der Protagonisten und um schwere Themen wie Identität, Sexualität, Angst und Verfolgung  — klingt ein wenig nach Lost und The Leftovers. Apropos Lost: Schauspielerisch dürfen wir uns neben Daryl Hannah auf Naveen Andrews freuen, der als Sayid Jarrah schon einen der besten Charaktere der Insel-Kultserie gab.

Lana und Andy Wachowski(© 2015 CC: Flickr/Telefónica in Deutschland)

Wer erinnert sich noch an Pablo Escobar? In den Achtzigerjahren, bevor die USA vornehmlich Jagd auf unliebsame Staatsoberhäupter machten, standen Drogenbarone ganz oben auf den Fahnundgslisten — und Escobar war deren König.

In Narcos es um Escobar und internationale Drogenkartelle; wir erwarten also eine Show im Stile des ausgezeichneten Films "Traffic" aus dem Jahre 2000. Den Drogenboss spielt der Brasilianer Wagner Moura, bekannt aus Elysium, einer seiner Gegenspieler bei der Polizei wird vom charismatischen Pedro "Oberyn" Pascal aus Game of Thrones gegeben. Marseille fischt in ähnlichen Gewässern: Die erste französische Netflix-Produktion spielt in der Mittelmeer-Stadt und porträtiert die dortige Politik, Korruption und eben auch den Drogenhandel. Zum Ende des Jahres 2015 wird uns dieses potenzielle "Le Wire" erreichen.

Nicht ganz taufrisch, aber über Netflix erstmalig in Deutschland zu sehen sein, wird in Kürze Gotham: Die Fox-Serie spielt in Batmans Heimatstadt, allerdings kurz nach der Ermordung seiner Eltern. Bruce Wayne ist also noch ein Kind, dafür sehen wir Jim Gordon, den Pinguin, Catwoman, Poison Ivy und den Riddler bei den Anfängen ihrer "Karrieren" zu.

Und dann erwarten uns natürlich noch die jeweils dritten Staffeln von House of Cards und Orange is the new Black. Erstgenannte startet offiziell Ende Februar, wird aufgrund eines Exklusiv-Deals mit Sky hierzulande über Netflix aber leider erst im Herbst zu sehen sein, der Frauenknast öffnet seine schweren Tore bereits Mitte des Jahres wieder. Eine zweite Staffel des durchaus sehenswerten Historien-Epos Marco Polo wurde jüngst ebenfalls noch für dieses Jahr bestätigt.

Amazon: Jede Menge Piloten

Bei Amazon gestaltet sich die Situation etwas anders als beim Konkurrenten Netflix: Trotz der jüngsten Erfolge präsentiert der Versandhändler statt ganzer Staffeln zunächst nur Pilotfolgen, deren Produktion dann vom Feedback der Prime-Kunden abhängt. Erstmals sollen noch im Januar nun auch deutsche Abonnenten zu diesem erlauchten Kreis gehören.

An welcher Show nun Woody Allen beteiligt sein wird, ist derzeit nicht bekannt, die Piloten, die ab dem 15. Januar on-demand ausgestrahlt werden sollen, sind jedenfalls thematisch kunterbunt gemischt — wer ein Prime-Abo besitzt, darf sich freuen auf:

  • Cocked, eine schwarze Komödie über einen Typen, der nach langer Zeit zu seiner Familie zurückkehrt.
  • Down Dog, in dem ein Mittdreißiger und Yoga-Lehrer sich erstmalig mit den Schwierigkeiten des erwachsenen Lebens auseinandersetzen muss.
  • Mad Dogs, eine Mischung aus Drama, Crime und Comedy, in der mehrere Freunde über 40 nicht nur mit allgemeiner Midlife-Crisis kämpfen, sondern es auch noch mit einem Mordfall in ihrer Mitte zu tun bekommen.
  • The Man in the High Castle spielt in einer alternativen Realität, zwanzig Jahre nachdem die Alliierten den Zweiten Weltkrieg verloren (!) haben. Die Romanvorlage von 1969, die damals einen Hugo-Award gewonnen hat und Ridley Scott als einer der ausführenden Produzenten, versprechen Tiefgang und Qualität.
  • Point of Honor versucht in die Fußstapfen von Fackeln im Sturm zu treten: Ein junger Offizier entscheidet sich im US-Bürgerkrieg für die Konföderierten zu kämpfen, aber nur um seine Heimat Virginia zu verteidigen. Eigentlich ist er nämlich gegen die Sklaverei und sein bester Freund ist Nordstaatler — Orry Maine und George Hazard lassen grüßen.
  • Salem Rogers, ein ehemaliges Model, das die letzten Jahre aber eher in Reha-Kliniken verbracht hat, versucht in dieser Komödie ihr Leben wieder zu vergangener Größe zu bringen. Darsteller aus Mad Men, 30 Rock, About a Boy und Malcom in the Middle könnten Garant für jede Menge Lacher sein.

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