Studie: Smart Speaker könnten Radiosendern das Leben schwer machen

Echo-Besitzer hören offenbar weniger Radio
Echo-Besitzer hören offenbar weniger Radio(© 2016 CURVED)

Die britische Studie "Everybody's Talkin" (übersetzt: "Jeder redet") hat sich damit beschäftigt, wie sich Smart Speaker auf den Musikkonsum auswirken. Das Ergebnis dürfte den Verantwortlichen von Radiosendern sicherlich nicht gefallen.

Die Studie stammt von der British Phonographic Industry (BPI) und der Entertainment Retailers Association (ERA). Beide Verbände sind im Vereinigten Königreich für die offiziellen Musikcharts mit verantwortlich. "Everybody's Talkin" kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Smart Speaker sich negativ auf den Radiokonsum auswirken könnten.

Musik-Streaming ersetzt Radiokonsum

Zwar würden Nutzer nach dem Kauf eines Smart Speakers deutlich mehr Musik hören als zuvor. Doch dafür verwenden sie allerdings vorzugsweise einen Streaming-Dienst wie Spotify. 48 Prozent der befragten Smart-Speaker-Besitzer gaben an, ein Premium-Abo bei einem Streaming-Dienst zu besitzen. 39 Prozent sagten, dass ihr Musikkonsum über den eigenen smarten Lautsprecher ihren Radiokonsum ersetze.

Das sei gleichzeitig auch eines der wichtigsten Ziele für die Streaming-Anbieter. Zumindest für solche, die eine kostenlose Nutzung erlauben, wie beispielsweise Spotify oder auch YouTube. Denn diese Angebote finanzieren sich über Werbung. Diese wiederum wird für Werbekunden mit steigender Reichweite attraktiver. Wenn Streaming-Dienste den Radiosendern also Hörer abluchsen, könnte das zu höheren Werbeeinnahmen führen. Angesichts des anstehenden Börsengangs werden Umsatzsteigerungen für Spotify in Zukunft noch wichtiger als zu vor.

Überholt hätten Spotify & Co. die Radiosender allerdings noch lange nicht: Laut Branchenfachmann Pete Downton belegten Daten von AudienceNet, dass für 52 Prozent des britischen Musikkonsums nach wie vor die Radiosender verantwortlich seien. Streaming-Dienste kämen zusammengenommen aktuell nur auf 15 Prozent. Dennoch lasse sich der Trend nicht leugnen. Der Musikkonsum wandele sich derzeit so sehr wie nie zuvor.


Weitere Artikel zum Thema
Snap­chats Snap­pa­bles machen eure Gesich­ter zu Haupt­fi­gu­ren in Mini-Spie­len
Guido Karsten
Snapchat führt die sogenannten Snappables ein
Snapchat führt mit Snappables Mini-Spiele ein, die sich auch per Gesichtsmimik steuern lassen. Augmented Reality soll außerdem noch wichtiger werden.
So könnte die Vespa der Zukunft ausse­hen
Francis Lido
Die Vespa der Zukunft könnte dem Vebrennungsmotor den Rücken kehren
Ein Retro-Roller im futuristischen Design: Das Vespa-Konzept "Vespampère" verzichtet auf Tachometer und Tankanzeige.
Wie Apple: Google ersetzt das Pisto­len-Emoji in Android
Christoph Lübben
Rechts im Bild seht ihr das neue Pistolen-Emoji von Android
Google entwaffnet Android: Aus dem Handfeuerwaffen-Emoji wird nun eine einfache Wasserpistole – wie bei Apple, Twitter und Samsung.