Tschüss iPhone 6, hallo iPhone 5s? Auf keinen Fall!

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Ist neu immer besser? iPhone 5s (li.), iPhone 6 (re.)
Ist neu immer besser? iPhone 5s (li.), iPhone 6 (re.)(© 2014 CURVED)

Mein Kollege Christoph Strobel hat vor Kurzem geschildert, warum er nach sechs Wochen freiwillig vom iPhone 6 zum iPhone 5s gewechselt ist. Ich sehe das anders: Ich möchte mein iPhone 6 keinesfalls mehr gegen ein älteres Modell tauschen. Eine Replik.

Schon aus beruflichen Gründen habe ich mir bislang jede iPhone-Generation zugelegt. Der jährliche Wechsel von einer neuen iPhone-Generation zur überarbeiteten „S-Klasse“ dieser Serie – also zum Beispiel der Wechsel vom iPhone 4 zum iPhone 4s oder vom iPhone 5 zum iPhone 5s – erwies sich dabei mitunter interessanter als zum Beispiel der Wechsel vom iPhone 4s zum iPhone 5. Schließlich wurden mit den s-Modellen meist besondere neue Features wie Siri (iPhone 4s) oder Touch ID (iPhone 5s) eingeführt. Die Einführung einer neuen iPhone-Generation mit dem iPhone 5 zum Beispiel brachte dagegen im Vergleich zum iPhone 4 und 4s nicht einmal ein grundlegend neues Design – auch wenn Apple das Display beim iPhone 5 leicht vergrößerte.

Beim iPhone 6 war das anders. Endlich wurde das Design des Apple-Smartphones mal wieder deutlich überarbeitet und modernisiert, wobei ich das neue Design nicht nur also optisch gelungen, sondern tatsächlich als vorteilhaft für die Handhabung des Smartphones empfinde – genauso wie den größeren Bildschirm und einige weitere Eigenschaften, die das Modell mitbringt, und die zur Folge haben, dass das iPhone 6 bislang mein liebstes Apple-Smartphone ist.

Vorteile im Stress-Test

Es gab Zeiten, da habe ich mich über jeden Kratzer an meinem iPhone aufgeregt und war stets auf der Suche nach der besten und sichersten Schutzhülle. Doch das stresste irgendwann fast mehr, als besagte Kratzer zu ertragen. Denn fast jede Hülle erwies sich mit der Zeit als zu unpraktisch, zu hässlich oder zu schnell defekt. So bin ich spätestens mit dem iPhone 5s dazu übergegangen, mein persönliches iPhone grundsätzlich ohne irgendwelche Hüllen, Cases, Taschen, Bumper oder Folien zu verwenden. Sicher, das ist nun nicht unbedingt klug: Bewiesenermaßen können die richtigen Hüllen vor teilweise kostspieligen Schäden schützen – es ist nur so: Ich bin langfristig einfach nicht der Hüllen-Typ.

Ich habe also irgendwann meine Einstellung geändert und das Smartphone auch insofern als Gebrauchsgegenstand akzeptiert, dass es äußerliche Kratzer und Macken haben darf.  Ich freue mich aber andererseits keineswegs über diese sichtbaren Gebrauchsspuren – nicht zuletzt, weil durch sie der Wiederverkaufswert eines Smartphones sinkt. Deshalb machten mir iPhone 5 und iPhone 5s zunächst den Hüllenverzicht auch nicht einfach. Besonders mein letztes iPhone 5s wies nach kurzer Zeit sichtbare Kratzer und Einkerbungen am Metallrahmen auf, auch wenn ich zunächst noch versuchte es vorsichtig zu behandeln. Deshalb wurden besondere Vorsichtsmaßnahmen, wie das Tragen von Schlüsseln und Smartphone in getrennten Hosentaschen, schon bald ebenfalls über Bord geworfen – wenn schon Gebrauchsgegenstand, dann auch richtig.

Mein Fazit nach acht Wochen mit dem iPhone 6 ist nun, dass dieses sich zumindest in meinem Fall als robuster als das iPhone 5s bei eher „unachtsamem“ Umgang erweist. Zwar sind auch beim iPhone 6 mittlerweile einige kleine Kratzer an den Seitenflächen sichtbar, im Vergleich zum iPhone 5s ist der „Schaden“ jedoch gering. Zudem überlebte das iPhone 6 unter anderem bereits einen Sturz auf den gefliesten Küchenfußboden und wies im Anschluss lediglich eine recht unauffällige kleine Delle an der Oberkante auf. Neben diesen persönlichen Erfahrungen haben auch andere Tests die Nehmer-Qualitäten des iPhone 6 bereits bewiesen.

Größe und Handhabung überzeugen

Ich persönlich habe keine Schwierigkeiten, das iPhone 6 mit einer Hand zu bedienen. Die Handhaltung muss mitunter zwar etwa angepasst werden, aber das geht bereits nach kurzer Zeit ins Blut über, was auch gut so ist. Denn: Der künstliche Einhandmodus durch doppeltes Tippen auf den Home-Button ist tatsächlich nur eine Krücke, da stimme ich Christoph Strobel zu. Generell bin ich zudem ein Fan der weichen Rundungen des iPhone 6. Es liegt meiner Ansicht nach besser Hand als iPhone 5 und 5s und gleitet optimal in die Hosen-, Hemd- oder Jackentasche. Und ja: Das Design des iPhone 6 ist insgesamt einfach smart, sexy und modern.

Die Bedienung des iPhone 6 leidet also im Vergleich zum iPhone 5 und 5s nicht, dafür erhält man jedoch ein größeres Display, das im direkten Vergleich eine Rückkehr zu einem Modell der 5er-Serie schon bald nicht mehr als Option erscheinen lässt – zum Beispiel, weil des Lesen von Websites (noch) angenehmer wird. Zudem ist das höhere Kontrastverhältnis des iPhone 6 nicht nur ein theoretischer Wert. In der Praxis wirkt der Bildschirm des iPhone 6 im Vergleich zum Vorgängermodell sichtbar lebendiger.

Und was die neue Position des Ein- und Ausschalters betrifft: Diese ist unproblematisch. Tatsächlich gewöhnt man sich auch hier sehr schnell an die Umstellung und nicht zuletzt aufgrund der Größe des iPhone 6 erweist sich die Position gar als vorteilhaft, ist der Schalter doch gerade bei der Bedienung des iPhones mit einer Hand hier deutlich einfacher zu erreichen.

Hält länger durch

So mancher Tester des iPhone 6 bemängelte zum Start der neuen Apple-Smartphones, dass sich die Akkulaufzeit des iPhone 6 im Vergleich zum iPhone 5s kaum verbessert hätte. Tatsache ist jedoch: Sie hat sich verbessert und das ist in meinem Fall deutlich spürbar. Ein vor einigen Tagen absolvierter 30-Kilometer-Marsch, bei dem ich ununterbrochen Musik oder Hörbuch hörte, vielfach E-Mails abrief, Webseiten im Internet ansurfte und meinen Weg zudem durch Apples Karten-App vorgeben lies, hätte mein iPhone 5s (auch mit iOS 8) am Ende des Tages in die Knie gezwungen – nicht so das iPhone 6. Das hat sicher auch mit der Art der Nutzung zu tun: Möglicherweise kann man mit dem iPhone 6 nur genauso lange im LTE-Netz surfen wie mit dem iPhone 5s, bei der Audiowiedergabe hält das neue Modell zum Beispiel aber deutlich länger durch – so wie es Apple auch angibt.

Zukunftsorientierte Investition

Auch wenn Apple Pay möglicherweise erst 2016 nach Deutschland kommt: Will man irgendwann mit seinem Apple-Smartphone via NFC bezahlen können, muss es mindestens ein iPhone 6 sein – iPhone 5 oder 5s bleibt als Standalone-Produkte außen vor. Und ein Ende 2014 erworbenes iPhone 5s Ende 2016 wieder verkaufen, wenn der Moblilfunkvertrag das iPhone 7 ermöglicht? Bringt zu diesem Zeitpunkt sicher keinen so guten Schnitt mehr wie der Verkauf eines iPhone 6. Nein, für mich gibt es keinen Grund, den Kauf des iPhone 6 zu bereuen – im Gegenteil.


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