EyeTV T2 im Test: der öffentlich-rechtliche DVB-T2-Stick für den Computer

EyeTV T2 bringt Fernsehen auf Euren Computer, aber bald keine Privatsender mehr.
EyeTV T2 bringt Fernsehen auf Euren Computer, aber bald keine Privatsender mehr.(© 2017 CURVED)

DVB-T wird zum 29. März abgeschaltet und durch DVB-T2 ersetzt. Um weiter Antennenfernsehen empfangen zu können, braucht Ihr neue Hardware. Der EyeTV2 von Geniatech ist ein USB-Stick, der Euren Computer auch in Zukunft in einen Fernseher verwandelt und neben DVB-T2 über Antenne auch DVB-C über Kabel verarbeitet.

Ihr schließt den EyeTV T2 wie jeden anderen USB-Stick am Computer an, benötigt aber einen USB-A-Anschluss. Das neue MacBook Pro oder das ZenBook 3 bleiben da mit ihren USB-C-Anschlüssen außen vor. Ist der USB-Anschluss an Eurem Rechner nicht gut zugänglich, erweist sich das beiliegende USB-Verlängerungskabel als hilfreich. An den Stick schließt Ihr die mitgelieferte kleine Stab-Antenne an. In Hamburg funktionierte der Empfang während des Test mit Ihr meistens problemlos. Eine Ausnahme waren ausgerechnet unsere Redaktionsräume. Da musste man für guten Empfang die richtige Stelle suchen und konnte die Antenne nicht einfach irgendwo im Raum aufstellen.

Eine TV-Software, drei Bedienungen

Damit der EyeTV T2 Euch das Fernsehprogramm auf dem Rechner anzeigt, müsst Ihr die passende Software installieren. Für macOS heißt sie "EyeTV 3" und bietet drei verschiedene Bedienungen an. Dass verwirrt im ersten Moment, aber man findet recht schnell die Passende. Zur Auswahl stehen die herkömmliche Menüzeile von macOS am oberen Rand und eine Steuerungselement zum Ein- und Ausblenden, das Ihr mit der Maus bedienen könnt. Außerdem könnt Ihr ein Bildschirmmenü einblenden, das sich auch mit einer Fernbedienung, wie z.B. der von Apple, steuern lässt. Letztere Option finde ich beim Fernsehen am komfortabelsten.

Über alle drei Wege könnt Ihr die Sender wechseln, den elektronischen Programmguide aufrufen sowie Sendungen direkt aufnehmen oder Aufnahmen vorher einprogrammieren – und natürlich auch die Aufnahmen anschauen. Einige Funktionen, wie zum Beispiel das Erstellen von Sendergruppen, stehen Euch nur über die klassische macOS-Menüzeile zur Verfügung. Mit den selbst erstellten Sendergruppen könnt Ihr beispielsweise die Programme zusammenfassen, die Eure Kinder sehen dürfen. Andere Sender können sie dann in ihrer Fernsehzeit gar nicht auswählen.

Für Euer iPhone oder iPad könnt Ihr im App Store für 4,99 Euro die EyeTV-App kaufen. Über sie empfangt Ihr per WLAN oder das mobile Internet das Fernsehprogramm und könnt den EyeTV T2 aus der Ferne bedienen. Also zumindest im EPG stöbern und Aufnahmen programmieren sowie starten. Als kostenlose App wäre das eine nette Zugabe zu dem Stick, mir sind fünf Euro dafür aber zu viel.

Die Bildqualität konnte ich noch nicht beurteilen, da der EyeTV T2 bis zum 29. März noch das alte DVB-T-Signal empfängt und erst nach der Umstellung DVB-T2 in HD-Qualität.

Keine Privatsender

Die Umstellung auf DVB-T2 führt dazu, dass die Privatsender Ihr Programm verschlüsseln und Ihr 69 Euro im Jahr für den Empfang bezahlen müsst. Der EyeTV T2 ist technisch allerdings nicht dazu in der Lage, die Signale zu entschlüsseln. Sprich: Ihr könnt mit ihm nur ARD, ZDF und die anderen öffentlich-rechtlichen Programme sehen.

Neben Kabel- und Satellitenfernsehen bieten sich Streamingdienste als Alternativen an. Anbieter wie Magine, Waipu oder Zattoo streamen das Fernsehprogramm über Ihre Apps auch direkt auf Eure Smartphones und Tablets. Bei Ihnen müsst Ihr für die Privatsender zwar ebenfalls bezahlen, bewegt Euch mit rund 84 und 100 Euro im Jahr noch in der gleichen Preisklasse wie bei DVB-T2 und bekommt dafür teilweise noch mehr Sender geboten.

Fazit: zu wenig Auswahl

Der EyeTV T2 bringt zuverlässig das Fernsehprogramm auf Euren Computer, ist dabei aber von der Signalqualität an Eurem Standort abhängig. Habt Ihr Euch für eines der drei Bedienkonzepte entschieden, verwirrt die zugehörige Software nicht mehr. Sie kann aber den großen Nachteil des rund 130 Euro teuren DVB-T2-Sticks nicht beseitigen: Privatsender könnt Ihr mit ihm nicht schauen – auch nicht mit der etwa 70 Euro teuren Lite-Version, die nur DVB-T2 und kein DVB-C empfängt.

Weitere Artikel zum Thema
Huawei Mate 10 Lite vorge­stellt: Das kann der Mittel­klasse-Able­ger
Christoph Lübben1
Das ist das Huawei Mate 10 Lite in Blau
Das Huawei Mate 10 Lite ist offiziell: Zu den Besonderheiten des Mittelklasse-Smartphones gehören zwei Dualkameras sowie ein Front-LED-Blitz.
Huawei Mate 10 Porsche Design: Das ist die neue Edel-Version
Christoph Lübben1
Das Huawei Mate 10 Porsche Design erscheint in Schwarz
Das Huawei Mate 10 Porsche Design ist eine Edel-Variante des Top-Smartphones. Allerdings ist diese deutlich teurer als die anderen Ausführungen.
Huawei Mate 10 Pro im Vergleich mit dem Galaxy Note 8, iPhone X und LG V30
Jan Johannsen1
Huawei Mate 10 Pro, Samsung Galaxy Note 8, LG V30 und iPhone X.
Das nahezu randlose Smartphone Huawei Mate 10 Pro macht dem iPhone X, LG V30 und Galaxy Note Konkurrenz. Ein Vergleich.