Noise-Cancelling EarBuds: FreeBuds 3 vs. AirPods Pro vs. Sony WF-1000XM3

Die FreeBuds 3, AirPods Pro und Sony WF-1000XM3 im Vergleich.
Die FreeBuds 3, AirPods Pro und Sony WF-1000XM3 im Vergleich.(© 2020 Curved)

2019 war nicht nur das Jahr, in dem der Dark Mode seine größte Welle schlug und Falthandys sich den Weg auf den Markt bahnten – in Sachen EarBuds wurde Noise-Cancelling großgeschrieben. Doch welches Modell schneidet am besten ab?

Durch das Feature werden Umgebungsgeräusche auch von kleinen True-Wireless-Kopfhörern ausgeblendet, wodurch der Musikgenuss noch unverfälschter sein soll. Neu auf den Markt – und auf meinem Schreibtisch – landeten die FreeBuds 3, die AirPods Pro und die Sony WF-1000XM3. Alles Noise-Cancelling EarBuds mit ganz eigenen Stärken und leider auch Schwächen. Doch was passiert, wenn wir die drei Kopfhörer einmal im Vergleich gegeneinander antreten lassen?

Preisvergleich: Alles hat seinen Preis

Sowohl Huaweis FreeBuds 3, Sonys WF-1000XM3 als auch Apples AirPods Pro belegen eine jeweils eigene Preiskategorie. Die günstigsten Bluetooth Kopfhörer sind die neuen FreeBuds, die für rund 179 Euro angeboten werden. Damit liefert Huawei die preiswertesten Noise-Cancelling EarBuds in unserem Bud-Battle – allerdings auch die einzigen, die ohne Silikonstöpsel auskommen müssen. Letzteres ist jedoch eher im direkten Noise-Cancelling-Vergleich interessant.

Mit einem Sprung auf 250 Euro landen wir dann auch schon bei Sonys WF-1000XM3. Diese Summe übertrumpft Apple dann aber gleich noch einmal mit rund 280 Euro. Doch wie wir im Laufe der Zeit nur zu oft feststellen mussten, hat eben alles seinen Preis – ganz besonders ein niedrigerer Preis.

Noise-Cancelling: FreeBuds 3 vs. AirPods Pro vs. WF-1000XM3

Zugunsten des Tragekomforts hat Huawei nach eigener Aussage auf einen abdichtenden Silikonstöpsel bei der Konzeption der neuen EarBuds verzichtet. Ob das der Grund dafür ist, dass das Noise-Cancelling im direkten Vergleich zur Konkurrenz am schwächsten abschneidet?

Die AirPods Pro und auch die WF-1000XM3 blenden konstante Geräusche gekonnt aus – bieten aber auch ohne aktive Geräuschunterdrückung bereits ein wesentlich "dichteres" Musikerlebnis. Da kommt es eher darauf an, was ihr bevorzugt: Lieber keinen Stöpsel, der den Gehörgang verschließt aber dafür ein etwas schwächeres Noise-Cancelling? Oder muss die Außenwelt am besten komplett ausgeblendet werden? Das ist tatsächlich Geschmackssache.

Wie lange hält der Akku der AirPods Pro, FreeBuds 3 und Sony WF-1000XM3?

Fangen wir wieder einmal mit den FreeBuds 3 an – sie sind nicht nur die günstigsten Kopfhörer, sie haben leider auch die schwächste Akkuleistung. Ohne aktivierter Geräuschunterdrückung – von der ich sowieso kein Fan bin – konnte ich vier Stunden lang Musik hören. Anschließend mussten Huaweis EarBuds wieder in ihr handliches Ladecase – und waren nach Spätestens einer Stunde wieder vollgeladen.

Die AirPods Pro bewegen sich in dieser Kategorie im Mittelfeld: 4,5 Stunden konnte mein Kollege Martin in seinem ausführlichen Test mit Apples Kopfhörer Musik genießen. Die WF-1000XM3 stellen diese Werte allerdings in den Schatten. Ganze sechs Stunden schaffen Sonys True-Wireles-EarBuds. Ohne aktiviertes Noise-Cancelling schaffen sie es mit einer Akkuladung sogar auf bis zu 8 Stunden! Und Dank der integrierten Schnellladefunktion haben die EarBuds von Sony nach nur 10 Minuten laden wieder Saft für 90 Minuten Musikgenuss.

Im Übrigen nehmen sich die einzelnen Kopfhörer bei der reinen Audioqualität meiner Meinung nach nicht viel. Laut, leise, Bass, kein Bass – das alles schaukeln die Kopfhörer mit links.

Tragekomfort: To Stöpsel or not to Stöpsel?

Jetzt kommen wir zu einer der subjektivsten Kategorien: dem Tragekomfort. Je nachdem was ihr bevorzugt, kann euer Urteil anders ausfallen als meins. Daher stelle ich meine persönliche Meinung nur kurz voran, um später im Detail die einzelnen EarBuds zu beschreiben.

Meine Favoriten sind tatsächlich die FreeBuds3. Sie liegen leicht im Ohr auf, bleiben Dank des ausgeklügelten Designs perfekt an Ort und Stelle und man bekommt nicht dieses unangenehme Gefühl, wenn man zu lange mit Silikonohrstöpseln im Ohr herumläuft.

Auch Apples EarBuds sitzen bombensicher. Zusätzlich hat Apple ein neues Feature entwickelt, das den Tragekomfort steigert: So besitzen die AirPods Pro eine integrierte Belüftung, die den Druck in den Ohren ausgleicht, damit ihr genau das oft als "unangenehm" wahrgenommene Gefühl der In-Ears nicht spürt.

Auch die Sony WF-1000XM3 sitzen fest im Gehörgang. Dabei werden die Noise-Cancelling-EarBuds mit mit einer Vielzahl an Stöpsel geliefert – sowohl unterschiedliche Größen als auch Material –, aus denen ihr die ideale Passform für euch aussuchen könnt. Zusätzliche Flügelchen wie bei Samsungs Galaxy Buds würden für noch besseren Halt sorgen – aufs Laufband zu gehen ist mit den Sony WF-1000XM3 eher schwierig.

Gibt es überhaupt einen eindeutigen Sieger im EarBuds-Battle?

Welche Bluetooth-Kopfhörer nun die besten sind? Ein pauschales Urteil zu fällen nehme ich mir da nicht heraus. Für mich persönlich stehen die FreeBuds 3 an der Spitze. Ja, sie schwächeln etwas beim Akku und auch das Noise-Cancelling wirkt oft nicht ganz so effektiv wie bei den anderen Modellen. Doch diese kleinen Schwächen gleicht für mich der günstigere Preis locker wieder aus.

Bei Apples AirPods Pro bekommt man wiederum genau das, was man erwartet: Qualitativ hochwertige Top-EarBuds, die allerdings auch ihren Preis haben. Die Sony WF-1000XM3 liegen preislich tatsächlich in der goldenen Mitte, haben den besten Akku und auch der Tragekomfort steht hoch im Kurs.

Seid ihr bereit, mehr als 200 Euro für Bluetooth-Kopfhörer hinzublättern, seid ihr bei den Sonys gut aufgehoben, die sind echte Allrounder. Allerdings haben iPhone-Nutzer vielleicht mit den AirPods Pro mehr Freude – denn wie gewohnt sind Apple-Produkte miteinander am besten gekoppelt. Das gleiche gilt übrigens auch für Huaweis FreeBuds, die mit Smartphones des chinesischen Herstellers am besten laufen.


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