Samsung Galaxy A7 (2018) im Test: So gut ist das Drei-Kamera-Smartphone

Beim Galaxy A7 (2018) schaut man auf ein sechs Zoll großes Display.
Beim Galaxy A7 (2018) schaut man auf ein sechs Zoll großes Display.(© 2018 CURVED)

Das Galaxy A7 (2018) ist Samsung erstes Smartphone mit drei Kameras. Was die drei Linsen können, wie gut die Fotos aussehen und was das Smartphone darüber hinaus bietet, erfahrt ihr in unserem Test.

Das erste Smartphone von Samsung mit einer dreifachen Kamera ist kein High-End-Modell aus der Note- oder S-Reihe, sondern ein vergleichsweise günstiges Gerät aus der A-Serie. Damit gehen einige Abstriche einher, die man aber verschmerzen kann.

Drei Kameras für Unschärfe und Weitwinkel

Die Hauptkamera des Samsung Galaxy A7 (2018) hat eine Auflösung von 24 Megapixeln. Während die zweite Linse zusätzliche Informationen für den Bokeh-Effekt liefert, bei dem der Bildhintergrund unscharf wird, handelt es sich bei der dritten Kamera um eine Weitwinkellinse. Sie nimmt mit einem Blickwinkel von 120 Grad – die Hauptkamera hat 72 Grad – auf, hat aber nur eine Auflösung von acht Megapixeln. Das führt zu weniger Details auf ihren Aufnahmen und zudem sorgt die Brennweite für Verzerrungen an den Rändern.

Bei Tageslicht liefert das Galaxy A7 eine ordentliche Bildqualität, bleibt aber insgesamt hinter den Top-Smartphones zurück. Trotz der hohen Auflösung ist die Detailgenauigkeit bei Betrachtung in Originalgröße erkennbar verbesserungsfähig. Sobald es dunkel wird, soll ein Low-Light-Effekt für schöne Fotos sorgen, so zumindest das Versprechen von Samsung. In der Praxis sorgt der Nachtmodus für ein etwas helleres und vor allem deutlich schärferes Bild als die Automatik. Den Vergleich mit den aktuellen Flaggschiff-Modellen, verliert das A7 aber auch in der Nacht deutlich.

Der HDR-Modus macht sich positiv bemerkbar und der Bokeh-Effekt sieht ordentlich aus, solange Vorder- und Hintergrund auch optisch klar zu trennen sind. Sind sie sich farblich zu ähnlich, steht die Kamera vor einem Problem. Panorama-Aufnahmen setzt das Galaxy A7 (2018) ordentlich zusammen.

Die Frontkamera des A7 hat wie die Hauptkamera eine Auflösung von 24 Megapixeln. Für Selfies haben die Fotos eine hohe Detailgenauigkeit und kräftige Farben. Für klare Kontraste, bzw. ausgeglichenere Kontraste lohnt sich der HDR-Modus.

Gestensteuerung und Fingerabdrucksensor

Das Galaxy A7 (2018) scheint ein Versuchsballon von Samsung zu sein. Es ist nicht nur das erste Smartphone des Herstellers mit einer Dreifach-Kamera, sondern auch das erste mit dem Fingerabdrucksensor an der Seite. Er befindet sich im Power-Button, so dass man das Gerät direkt beim Einschalten entsperrt. In der Praxis finde ich Sensoren auf der Vorder- oder Rückseite aber besser zu erreichen. An der Seite ist meiner Trefferquote mit dem Finger zudem niedriger. Aber mit der fixen Gesichtserkennung verfügt das Smartphone über eine weitere bequeme Entsperrtechnik, die aber selbst Samsung zufolge nicht so sicher wie der Fingerabdrucksensor ist.

Darüber hinaus ist das A7 (2018) auch das erste Smartphone von Samsung bei dem man die Tasten auf dem Bildschirm nicht nur ausblenden, sondern komplett abschalten kann. Die Steuerung erfolgt dann über Wischbewegungen vom unteren Bildschirmrand. Je nachdem ob man rechts, in der Mitte oder links nach oben wischt, führt das Smartphone die Aktion der vorher an dieser Stelle befindlichen Taste aus: Zurück, Startseite aufrufen oder die App-Übersicht anzeigen. Die Gestensteuerung soll später per Software-Update auch auf anderen Samsung-Modellen zur Auswahl stehen.

Allerdings bin ich von ihr noch nicht überzeugt. Dafür gibt es zwei Gründe: So ist der Touchscreen nicht randlos und man muss anders als beim iPhone Xs oder OnePlus 6T, die ebenfalls eine Gestensteuerung haben, zuerst über einen breiten Rand wischen bis man das Display berührt. Dadurch wird die Gestensteuerung unkomfortabel. Zudem kopiert Samsung nur die drei bisherigen Tasten. bei Apple und OnePlus ändert sich die Bedienung etwas. Das ist im ersten Moment ungewohnt, aber auf Dauer beim Wischen sinnvoller.

AMOLED-Display und Android Oreo

Beim Galaxy A7 (2018) schaut man auf einen sechs Zoll großen Bildschirm, der noch von vergleichsweise breiten Rahmen umgeben ist. Das Super-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2220 x 1080 Pixeln bietet nicht nur eine hohe Auflösung, sondern auch intensive Farben und eine hohe Helligkeit. Im glänzenden Kunststoffgehäuse befinden sich neben dem Chipsatz Exynos 7885 noch vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Zusammen haben sie genug Power, um nicht nur die Ladezeiten bei Apps kurz zu halten und die Nutzeroberfläche flüssig laufen zu lassen, sondern auch um leistungstechnisch anspruchsvolle Spiele wie etwa PUBG Mobile bei mittlerer Grafikqualität spielbar laufen zu lassen.

Der interne Speicher sollte mit 64 Gigabyte für den Anfang ausreichend sein und lässt sich bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern. Als Betriebssystem installiert Samsung Android 8.0 Oreo auf dem Galaxy A7 (2018) und versieht Googles Software mit seiner eigenen Nutzeroberfläche. Zu möglichen Updates auf Android 9 Pie oder die neue Nutzeroberfläche One UI für das A7 hat sich Samsung noch nicht geäußert.

Der Akku hat eine Kapazität von 3300 mAh und lässt einen das Galaxy A7 (2018) damit bei normaler Beanspruchung einen Tag lang nutzen. Aufgeladen wird die Batterie über einen Micro-USB-Anschluss. Der war zwar lange Standard bei Smartphones, sollte inzwischen aber auch bei einem Mittelklasse-Smartphone wie dem A7 inzwischen von USB-C abgelöst sein, der u.a. die Ladezeit verkürzen würde.

Fazit

Drei Kameralinsen machen das Samsung Galaxy A7 (2018) nicht automatisch zu einem Top-Kamera-Smartphone. Dafür ist der qualitative Abstand – auch zu Flaggschiffen aus dem eigenen Haus, dem Galaxy S9 Plus und Galaxy Note 9 – noch zu groß. Aber bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 349 Euro hat Samsung ein ordentliches Gesamtpaket geschnürt: Das Display ist schön anzusehen, die Kamera liefert ordentliche Fotos und die Hardware hat ausreichend viel Leistung.

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