Das Samsung Galaxy S9 Plus im Test: Das Premium-Deluxe-Smartphone

Das Samsung Galaxy S9 Plus sieht auf den ersten Blick aus wie ein großes Galaxy S9. Wir fragen uns: Wo sind die Unterschiede? Die Antwort gibt der Test.

Gleiches Material, gleiche Form, ähnliche Software. Wer sich das Samsung Galaxy S9 Plus nur kurz anschaut, der kommt zum Schluss: Beim Neuen ist alles beim Alten. Wer sich mit Galaxy-Geräten nicht auskennt, dem wird es schwer fallen, das S9 Plus vom S8 Plus zu unterscheiden. Und damit nicht genug: Auch im Vergleich zum kleineren S9, das wir hier für euch getestet haben, scheint es bis auf die Größe des Bildschirms keinen Unterschied zu geben. Gibt es überhaupt etwas neues oder grüßt jetzt jährlich das Galaxy?

Was ist neu beim Galaxy S9 Plus?

Bei der Wahl des Materials schon einmal nicht. Samsung setzt auch 2018 wieder auf einen gesunden Mix aus Glas und Metall. Das muss aber ja nicht zwingend etwas Schlechtes bedeuten. Schließlich fühlt sich auch die neue Generation absolut hochwertig verarbeitet und wie aus einem Guss an. In sieben Worten: Das Galaxy S9 Plus ist Premium pur! Allerdings schafft es Samsung auch 2018 nicht, (mir) ein Gefühl von Stabilität zu vermitteln.

Zwar ist das Gehäuse nach IP68 staub- und wasserdicht, gerade das große Top-Gerät will aber wie ein rohes Ei behandelt werden. Was passiert, wenn es einmal herunterfällt, hat Stiftung Warentest bereits bei den Vorgängern herausgefunden. Die Antwort: nichts Gutes. Gerade für Nutzer mit kleinen Händen wir das schwierig. Denn das Galaxy S9 Plus ist so groß, dass ihr es nur schwer mit einer Hand bedienen könnt. Ohne Hülle droht Rutschgefahr. Zum Glück hat Samsung zusammen mit dem Smartphone jede Menge Zubehör vorgestellt.

Die immense Größe des S9 Plus rührt vom Display her, das fast die komplette Vorderseite einnimmt. Es misst 6,1 Zoll in der Diagonale und bietet dank der abgerundeten Ränder kaum Begrenzungen zu den Seiten. Zwar sieht das S9 Plus damit fast exakt so aus wie sein Vorgänger. Aber: Der Look zieht auch heute noch. Display, wohin das Auge reicht. Das sieht schon richtig gut aus. Außerdem wirkt das Display bei genauerer Betrachtung, als sei es nach unten verrutscht. Das könnte daran liegen, dass der Rand unter dem Bildschirm tatsächlich noch schmaler geworden ist. Darüber hinaus muss man Samsung zugute halten, dass die Südkoreaner nicht wie viele andere Hersteller versuchen, den Notch-Look des iPhone X zu kopieren, sondern dem eigenen Design treu bleiben.

Noch mehr Neuerungen gibt es auf der Rückseite: So hat sich Samsung die Nutzerkritik zu Herzen genommen und die Position des Fingerabdrucksensors überdacht. Der liegt jetzt nicht mehr direkt neben der Kamera, was beim Galaxy S8 noch zu ständig verschmierten Linsen führte, sondern darunter. Ebenfalls neu ist die Kamera an sich. Denn das Galaxy S9 Plus kommt mit einer Dualkamera, welche es von seinem kleinen Bruder unterscheidet, der mit nur einer Linse auskommt.

Wie gut ist die Kamera?

Auf der Kamera liegt beim Galaxy S9 Plus auch das Hauptaugenmerk. Nicht umsonst wirbt Samsung mit dem Spruch "Die Kamera. Weiter gedacht." Beim S9 Plus stellt Samsung einer Weitwinkel-Linse mit variabler Blende eine Tele-Linse zur Seite. Diese ermöglicht, wie auch schon beim Galaxy Note 8, Porträtfotos mit unscharfen Hintergründen sowie einen verlustfreien zweifachen Zoom. Ansonsten deckt sich die Kamera mit der aus dem kleineren Galaxy S9. Deswegen zitieren wir an dieser Stelle aus dem Test:

Die Weitwinkellinse verfügt über zwei Blendenöffnungen von f/1.5 und f/2.4. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine mechanische Blende. Das lässt sich sogar mit bloßem Auge erspähen, wenn man im manuellen Foto-Modus die Blendenöffnung wechselt. Doch im Regelfall erledigt das Smartphone die Einstellung von selbst: Bei Lichtverhältnissen unter 100 Lux, etwa in einem Korridor oder Flur ohne Lichteinfall, schaltet die Kamera auf die große Blende, bei allem darüber auf die kleine.

Das Galaxy S9 Plus kommt mit Dualkamera.(© 2018 CURVED)

Samsung verspricht, dass dadurch bessere Fotos in Umgebungen mit sehr viel sowie sehr wenig Licht gelingen. Anders formuliert: Bei der Fixierung auf eine große Blendenöffnung, die super für Low-Light-Aufnahmen ist, könnte man das Problem haben, dass Szenen mit sehr viel Licht am Tag leichter "ausbrennen". Dann haben etwa Gesichter aber auch andere Oberflächen weniger "Zeichnung". So viel erstmal vorweg: Dass auch Smartphones ohne eine solche mechanische Blende sehr gute Fotos hinbekommen, das belegt etwa Apple mit dem iPhone X, aber auch Google mit den Pixels.

Um die Bildqualität zusätzlich zu verbessern, nimmt das S9 Plus bei jedem Schnappschuss 12 Fotos gleichzeitig auf, die im Anschluss kombiniert werden. Möglich macht das unter anderem der zusätzlich verbaute DRAM-Speicher direkt auf der Kamera, der in der Lage ist, die Flut an Bilddaten zwischenzuspeichern. Von dem Vorgang bekommt man als Nutzer nichts mit. Denn die Fotos sind genauso schnell im Kasten wie es beim Vorgänger der Fall war. Was das S9 aber dadurch beherrschen soll, ist ein erheblich minimiertes Bildrauschen. Man kennt das: Während das menschliche Auge auch bei Kerzenlicht oder kurz vor Sonnenuntergang noch gut sieht, ist der Schnappschuss meist verrauscht. Durch unterschiedliche Belichtungsreihen während einer Aufnahme, legt das Samsung-Smartphone die Einzelbilder übereinander, vergleicht sie und erkennt so, welche Bildbereiche "rauschen", aber nicht rauschen sollen. Wie schaut das aus?

Wohlgemerkt, auch wenn es nicht so aussieht: Die Bilder sind im nahezu düsteren Fotostudio entstanden, in das nur durch einen kleinen Spalt zwischen den Vorhängen ein Sonnenstrahl drang. Die Aufnahme hat das Smartphone demnach aufgehellt, allerdings ohne sichtbares Bildrauschen. Allerdings macht im direkten Vergleich auch das S7 einen guten Job. Nur die Farben wirken weniger natürlich.

Wer sich zudem fragt, ob sich bei unterschiedlichen Blenden in der S9-Kamera mit dem Schärfebereich spielen lässt, um Objekte, Personen oder einfach nur Bildbereiche weiter vorne schärfer und andere wiederum unschärfer erscheinen zu lassen: Ja, das funktioniert. Allerdings muss man schon nah heranzoomen, um die Unterschiede zu erkennen.

Falls ihr euch fragt, wo die restlichen Bilder bleiben: Das Hamburger Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deswegen haben wir auf die übliche Foto-Tour durch die Straßen von Ottensen verzichtet, entschädigen euch dafür aber in den nächsten Tagen mit schönen Aufnahmen aus Malta, wo wir das S9 Plus gerade mit Blick auf seine Fotoqualitäten noch an seine Grenzen bringen will. Vergleichsbilder mit dem iPhone X liefern wir dann entsprechend nach.

Ein weiteres Highlight sind die AR Emojis. Das klingt zunächst mal nach einem Abklatsch der Animojis von Apple. Vergleichbar sind die beiden aber nicht wirklich. Während es bei Apple vordefinierte Avatare, zum Beispiel einen Löwen und ein Alien, gibt, könnt ihr auf dem S9 Plus eigene Emojis erstellen, in dem ihr ein Foto mit der Frontkamera knipst. Das Ergebnis überrascht durch den hohen Wiedererkennungswert. Die selbstgebauten Emojis könnt ihr dann als animierte Sticker über Messenger verschicken. Der Trick: Das Smartphone macht daraus einfach GIF-Dateien.

Stimmt die Leistung?

Samsungs hauseigene Exynos-Prozessoren gehören jedes Jahr zu den schnellsten Chips auf dem Markt. Das bestätigt auch das Galaxy S9 Plus, das in den üblichen Leistungstests die meisten Konkurrenten hinter sich lässt. Im Klartext: Es gibt im Play Store kein Spiel, dass die Leistung des Top-Smartphones komplett ausreizt. Dementsprechend flüssig geht auch die Bedienung von der Hand. Durch die Menüs wischt ihr fix, da ruckelt nichts.

Dazu kommt das Display, das Inhalte mit 2960 x 1440 Pixeln anzeigt. Das ergibt ein extrem scharfes Bild, auf dem Inhalte bei der Größe richtig, richtig viel Spaß machen. Ein Tablet braucht man da nicht mehr, um Netflix, Amazon Prime Video oder YouTube unterwegs zu genießen. Ein weiterer Vorteil ist die AMOLED-Technologie, die echtes, sattes Schwarz und knallige Farben bietet. Kurz gesagt: Das Galaxy S9 Plus ist auf Reisen die Entertainment-Maschine schlechthin.

Für Tech-Puristen an dieser Stelle noch einmal die kompletten Daten:

  • 6,2 Zoll großes QHD+-Display mit 2960 x 1440 Pixeln
  • Exynos 9810 (vier Chips mit 1,7 und vier Chips mit 2,7 Ghz)
  • 6 GB RAM
  • 64 GB Festspeicher (erweiterbar um 400 GB per microSD) / 256 GB optional
  • Dual-SIM optional
  • Akku mit 3500 mAh, QuickCharge und Wireless Charging
  • wasserdicht nach IP 68
  • Dualkamera (12 MP) mit Weitwinkellinse (variable Blende/mechanisch: f/1.5 und f/2.4) sowie Telelinse (Blende von f/2.4)
  • Frontkamera mit 8 MP (Blende von f/1.7)
  • 3,5mm-Klinkenstecker weiterhin vorhanden
  • Android 8.0 Oreo mit Samsungs Benutzeroberfläche Samsung Experience 9.0
  • 189 Gramm Gewicht
  • Farben: Schwarz, Grau, Lila

Was muss man sonst noch wissen?

Auf dem Samsung Galaxy S9 Plus läuft Android 8.0 Oreo, darüber stülpt Samsung die eigene Oberfläche, genannt Samsung Experience. Die sieht mittlerweile viel aufgeräumter aus, als noch vor zwei, drei Jahren. Außerdem ist der smarte Assistent Bixby an Bord, den ihr über eine Extra-Taste an der linken Seite jederzeit aufrufen könnt. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Bixby kann auch ein Jahr nach dem Start noch kein Deutsch.

Zwar kann euch Bixby auf alltägliche Dinge wie anstehende Kalendereinträge hinweisen. Im vollen Umfang könnt ihr den Assistenten jedoch nicht benutzen. Ein paar nützliche Tricks hat die künstliche Intelligenz aber dennoch auf Lager. Über die Kamera bietet Samsung eine Echtzeitübersetzung von Texten an. Ihr richtet das Smartphone einfach auf einen Text, gebt eine Ausgabesprache an und Bixby übersetzt ihn pfeilschnell. Das ist schon beeindruckend.

Fazit: Dezentes Upgrade mit Wirkung

Leistung satt, riesiger Bildschirm und ein immer noch schickes Design. Das Galaxy S9 Plus ist die logische Weiterentwicklung des Galaxy S8 Plus aus dem Vorjahr. Die Dualkamera ist außerdem ein echtes Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Galaxy-S-Serie. Wie beim Galaxy Note 8 lässt sich Samsung dieses Upgrade aber fürstlich bezahlen:  949 Euro kostet das Premium-Gerät, mit 256 Gigabyte Speicher werden sogar 1.049 Euro fällig. Damit ist es jeweils 100 Euro teurer als das kleinere Galaxy S9 ohne Dualkamera. Wer auf den Bokeh-Modus verzichten kann, findet damit im Galaxy S9 eine günstigere Alternative. Insgesamt bekommt ihr mit dem Galaxy S9 Plus aber eines der schnellsten Smartphones auf dem Markt, mit erstaunlichem Display und edler Verarbeitung.

Übrigens: Wer die neueste Hardware nicht braucht, sondern auf das Design scharf ist, kann beim Kauf der Vorjahresgeräte sogar noch mehr sparen. Welches Smartphone sich am ehesten für euch eignet, haben wir hier für euch aufgeschrieben.

Das Samsung Galaxy S9 Plus kommt am 16. März in den Farben Schwarz, Grau und Lila auf den Markt.

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