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Xiaomi Mi 11 Ultra im Test: Die neue Nummer eins?

Xiaomi Mi 11 Ultra im Test
Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist für mich das beste Android-Smartphone (© 2021 CURVED )
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09.06.21 von

Francis Lido

Ein Blick auf die Monster-Kamera und sofort ist klar: Das Xiaomi Mi 11 Ultra macht keine halben Sachen. Hier ist High-End durch und durch angesagt. Unser Test verrät, ob wir es hier womöglich mit dem aktuell besten (Android-)Smartphone zu tun haben.

Auf den Test des Xiaomi Mi 11 Ultra habe ich mich schon lange gefreut. Denn das Flaggschiff hatte im Vorfeld etliches Lob geerntet, vor allem für seine spektakuläre Kamera. Würde das knapp 1200 Euro teure Edel-Smartphone auch mich als überzeugten iPhone-Nutzer begeistern können? Wenn es einem Android-Handy gelingen sollte, dann wohl diesem.

Inhaltsverzeichnis

Design: Eigentlich ganz schick, aber ...

Fans von Curved-Displays werden sich direkt nach dem Auspacken freuen. Denn das Xiaomi Mi 11 Ultra bringt die abgerundeten Display-Ränder mit, die viele beim Galaxy S21 vermissen. Ich persönlich bevorzuge zwar flache Displays, aber den meisten Nutzern dürfte der kurvige Bildschirm des Xiaomi-Handys (hier mit Vertrag) wohl sehr gefallen. Und auch der Gehäuse-Rahmen aus Alu wirkt überaus edel.

Xiaomi Mi 11 Ultra Kamera klobig
Ach du dickes Ei: Wenn Bilder mehr sagen als tausend Worte (© 2021 CURVED )

Weniger hübsch geht es dagegen auf der spiegelnden Keramik-Rückseite des Smartphones zu: Die Kamera ist wirklich übertrieben klobig. Sie zieht sich beinahe über die gesamte Breite des Handys und wirkt wie ein Fremdkörper – vergleichbar mit einem Kühlschrankmagneten. Zudem ist das Kamera-Modul richtig dick, was an einem ansonsten ziemlich dünnen Gerät wie dem Xiaomi Mi 11 Ultra umso deutlicher auffällt.

Xiaomi Mi 11 Ultra: Dicke Kamera
Die Kamera des Xiaomi Mi 11 Ultra ragt deutlich aus dem Gehäuse heraus (© 2021 CURVED )

Das monströse Ausmaß verunstaltet nicht nur das eigentlich sehr attraktive Design, sondern verhindert auch, dass ihr das Smartphone eben hinlegen könnt. Zudem ist es beim Zocken im Querformat kaum möglich, nicht zumindest mit einem Finger auf der Kamera zu landen.

Eine Hülle behebt einige der genannten Unannehmlichkeiten glücklicherweise, aber: Ein solches Case ist hier auch wirklich Pflicht. Samsung hat es beim Galaxy S21 Ultra besser verstanden, ein ebenfalls sehr großes Kamera-Modul unfallfrei in das Gesamt-Design einfließen zu lassen.

Haptik: Premium-Feeling von Xiaomi

Xiaomi Mi 11 Ultra Rückseite
Fühlt sich richtig gut an: die Rückseite des Xiaomi Mi 11 Ultra (© 2021 )

Wie das Xiaomi Mi 11 Ultra aussieht, hätten wir damit also geklärt. Doch wie fühlt es sich eigentlich an? Tatsächlich so wie ein Smartphone, das über 1000 Euro kostet. Die hochwertigen Materialen und das gegenüber dem Mi 11 (zum Test) höhere Gewicht (234 vs. 196 Gramm) vermitteln ein Gefühl von Luxus. Gleichzeitig liegt das Gerät gut in der Hand. Denn durch das schmale Gehäuse lässt es sich problemlos greifen. Zudem ist die Rückseite erfreulicherweise nicht allzu rutschig, wobei ihr das Smartphone aus diversen Gründen ohnehin sicherlich in eine Hülle stecken werdet.

Xiaomi Mi 11 Ultra im Test: Ein 120-Hz-Display zum Verlieben

Das 120-Hz-Display des Xiaomi Mi 11 Ultra hat im Test generell eine hervorragende Figur abgegeben. Der Bildschirm biegt sich wie bereits angesprochen um die Kanten des Smartphones, allerdings nur dezent – links und rechts etwas stärker als oben und unten. Trotz seiner enormen Diagonale von 6,81 Zoll wirkt es nicht riesig, was wohl daran liegt, dass es zwar sehr lang, aber auch ziemlich schmal ist (20:9-Format). Ein großer Unterschied zum iPhone 12 Pro Max, das mehr in die Breite geht. Mit einer Hand bedienen lässt sich aber auch das Xiaomi Mi 11 Ultra kaum – man kann eben auch nicht alles haben.

Xiaomi Mi 11 Ultra Test Notch
Das Xiaomi Mi 11 Ultra besitzt ein Punch-Hole-Display (© 2021 )

Gemeinsam mit dem Punch-Hole für die Frontkamera sorgen die gebogenen Kanten dafür, dass fast die gesamte Vorderseite des Handys für die eigentliche Bildfläche zur Verfügung steht. Und was ihr darauf zu sehen bekommt, begeistert: Dank AMOLED-Technologie erwarten euch leuchtende Farben, Top-Kontraste und ein sattes Schwarz. Beste Voraussetzungen also für Netflix und Co.

Die Auflösung (WQHD, 3200 x 1440 Pixel) ermöglicht eine gestochen scharfe Darstellung und die hohe Bildwiederholrate flüssige Animationen beim Navigieren, Surfen oder Zocken. Das Smartphone ist in der Lage die Aktualisierungsrate dynamisch anzupassen und schaltet je nach Anforderung automatisch zwischen 30, 60, 90 und 120 Hz um. 30 Hz erreichte ich im Test allerdings überhaupt nicht, 90 Hz nur im App-Switcher.

Xiaomi Mi 11 Ultra 120 Hz Display
Das 120-Hz-Display des Mi 11 Ultra ist exzellent (© 2021 CURVED )

Standardmäßig stehen 120 Hz quasi immer bereit, wenn sich auf dem Bildschirm etwas bewegt. In MIUI 12.5 ist das etwa der Fall, wenn ihr zwischen den Seiten eures Home-Screens wechselt oder ein dynamisches Hintergrundbild verwendet. Tut sich eine Weile lang nichts auf dem Display, schaltet es auf 60 Hz um.

Aber nicht nur dann: Auf 60 Hz runter geht es beispielsweise auch in der Kamera-App oder, wenn ihr Videos auf YouTube schaut. Und für viele womöglich überraschend: auch bei Mobile Games, sofern diese keinen 120-Hz-Modus bieten. "Call of Duty Mobile" etwa konnte ich im Test nur mit 60 Hz auf dem Xiaomi Mi 11 Ultra spielen. Denn das Spiel läuft aktuell nur auf wenigen ausgewählten Geräten mit 120 Hz.

Nichtsdestotrotz ist die hohe Bildwiederholrate ein sehr nützliches Feature, das vor allem beim Surfen und in der Benutzeroberfläche viel Freude bereitet. Ihr könnt sie aber auch fest auf 60 Hz einstellen. Sinn ergibt das etwa, wenn ihr unterwegs seid und die Akku-Laufzeit maximieren möchtet.

Helligkeit (bis zu 1700 Nits) und Farbtreue des Displays befinden sich wie die generelle Bildqualität auf enorm hohen Niveau. Zudem unterstützt es HDR10+ und Dolby Vision. Kurzum: Hier gab es im Test wirklich gar nichts zu meckern. Das Display des Xiaomi Mi 11 Ultra ist zweifelsohne eines der besten auf dem Markt.

Xiaomi Mi 11 Ultra: Das Zweit-Display im Test

Wie euch beim Blick auf unsere Bilder womöglich bereits aufgefallen ist, bringt das Xiaomi Mi 11 Ultra einen zweiten Screen mit. Das Mini-Display (1,1 Zoll) ist im Kamera-Modul auf der Rückseite untergebracht und soll in erster Linie Informationen wie die Uhrzeit, das Datum oder den Akku-Stand anzeigen, aber beispielsweise auch Benachrichtigungen.

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Klingt ein wenig nach Always-on-Display? Stimmt, nur dass der Zweit-Bildschirm eben nicht immer an ist. Wann die Anzeige zum Vorschein kommt, hängt von euren Einstellungen ab. Auf Wunsch wacht das Mini-Display nach einem Doppel-Tipp auf die Rückseite des Mi 11 Ultra auf. Alternativ aktiviert es sich, wenn es nach oben gerichtet ist. Was das Zweit-Display dann anzeigt, lässt sich ebenfalls in den Einstellungen festlegen. Je nach euren Vorlieben seht ihr darauf etwa einen Text, ein ausgesuchtes Icon oder gar ein Foto statt Uhrzeit und Datum:

Xiaomi Mi 11 Ultra Test: Mini Display
Das Xiaomi Mi 11 Ultra hat ein Zweit-Display (© 2021 CURVED )

Der eigentlich Clou am Mini-Display des Xiaomi Mi 11 Ultra ist aber: Es lässt euch relativ einfach Selfies mit der Hauptkamera knipsen und so eine deutlich bessere Bildqualität erzielen. Denn in der Kamera-App könnt ihr vom Haupt-Bildschirm auf das Zweit-Display wechseln. Dazu gleich mehr im Kamera-Test.

Das Xiaomi Mi 11 Ultra im Kamera-Test

Anfangs erwähnte ich es bereits: Den Xiaomi-Mi-11-Ultra-Test hatte ich schon länger auf dem Zettel. Denn die mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Kamera hatte mich sehr neugierig gemacht.

Ob sie wirklich so gut ist, wie alle sagen beziehungsweise schreiben? Um es kurz zu machen: Sie ist tatsächlich sehr gut. Ob es sich um die beste Smartphone-Kamera auf dem Markt handelt? Womöglich, zumindest ist das Xiaomi Mi 11 Ultra eines der sehr wenigen Geräte, die für den Kamera-Thron infrage kommen.

Xiaomi Mi 11 Ultra Kamera-Test
Die drei Kamera-Linsen des Xiaomi MI 11 Ultra, samt Periskop-Objektiv (l.u.) (© 2021 CURVED )

Ein Blick auf das Setup lässt erahnen, warum das so ist:

  • 50 MP Hauptlinse: 24 mm Brennweite, f/1.9, optische Bildstabilisierung (OIS), 1/1,12-Zoll-Sensor (Samsung GN2), 1,4 μm Pixelgröße, 8P
  • 48 MP Ultraweitwinkel: 12 mm Brennweite, f/2.2, 1/2-Zoll-Sensor (Sony IMX586), 0,8 μm Pixelgröße, 7P, PDAF, 128 Grad Sichtbereich
  • 48 MP Tele: 120 mm Brennweite, f/4.1, OIS, 1/2-Zoll-Sensor (Sony IMX586), 0,8 μm Pixelgröße, 5x optischer Zoom, 10x Hybrid-Zoom, 120x Digital-Zoom

Manch einem ist es womöglich aufgefallen: Das Hauptobjektiv des günstigeren Mi 11 löst mit 108 MP deutlich höher auf als sein Pendant im Ultra-Modell. Aber: Die Megapixel-Anzahl sagt bekanntlich kaum etwas über die tatsächliche Bildqualität aus. Hier hat das Xiaomi Mi 11 Ultra klar die Nase vorn, was vor allem an seinem mächtigen Bildsensor liegt. Tatsächlich handelt es sich sogar um den größten, der bis dato in einem Smartphone zum Einsatz kommt.

Und: Die anderen beiden Objektive des Mi 11 Ultra sind ebenfalls mit großen Sensoren ausgestattet. Das macht sich unter anderem durch einen generell hohen Dynamikumfang bemerkbar. Keine der Linsen hat also Probleme, helle und dunkle Bereiche gemeinsam abzubilden. Insgesamt bietet das Hauptobjektiv natürlich die beste Bildqualität, aber alle drei Linsen sind erstklassig, sodass die Kamera des Mi 11 Ultra für jede fotografische Anforderung eine hervorragende Lösung bereithält.

50-MP-Fotos nimmt das Xiaomi Mi 11 Ultra standardmäßig übrigens gar nicht auf. Stattdessen kommt wie bei vielen anderen Flaggschiffen Pixel-Binning zum Einsatz – oder, wie es Xiaomi nennt: 4-in-1-Superpixel. Das Verfahren kombiniert quasi jeweils vier Pixel zu einem größeren "Superpixel". Das reduziert die Auflösung zwar auf 12,5 MP, fängt aber deutlich mehr Licht ein und führt zu einer generell besseren Bildqualität.

Xiaomi Mi 11 Ultra 12 MP vs 50 MP
Xiaomi Mi 11 Ultra: 12 MP (links) und 50 MP (rechts) im Vergleich (© 2021 )

Auf Wunsch könnt ihr mit allen Linsen auch 50-MP-Fotos beziehungsweise 48-MP-Bilder aufnehmen, wirklich empfehlenswert ist das meiner Meinung nach aber nicht. Ihr fangt dadurch zwar ein paar Details mehr ein, dafür beanspruchen die Bilder aber auch ein Vielfaches an Speicherplatz – teilweise knapp über 30 MB. Zudem verstärkt sich mit 50 MP theoretisch das Bildrauschen, wobei das im Kamera-Test kaum feststellbar war. Sinn ergibt der sogenannte 50M-Modus des Xiaomi Mi 11 Ultra trotzdem eigentlich nur, wenn ihr einen Bildausschnitt ("Cropping") machen oder ein Foto großflächig ausdrucken möchtet.

Porträt-Fotos und Bokeh

Dynamikumfang, Farbtreue und Bildschärfe der Xiaomi-Mi-11-Ultra-Kamera haben sich im Test als ausgezeichnet erwiesen. Für viele Smartphone-Fotografen oft genauso relevant ist die Bokeh-Qualität. Schließlich verleiht ein verschwommener Hintergrund vielen Bildern erst das gewisse Etwas.

Glücklicherweise liefert das Xiaomi Mi 11 Ultra auch in dieser Disziplin: Das im Porträt-Modus erzeugte Bokeh ist hübsch und seine Intensität lässt sich bei Bedarf anpassen, indem ihr die Blendenzahl in der Kamera-App verändert. Zudem klappt die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund in der Regel gut, vermutlich aufgrund des verbauten ToF-Sensors.

Xiaomi Mi 11 Ultra Kamera-App
Über die Blendenzahl verändert ihr die Bokeh-Intensität (© 2021 )

Übrigens ist die Kamera des Xiaomi Mi 11 Ultra in der Lage, auch ohne Porträt-Modus einen verschwommen Hintergrund zu produzieren. Denn der Bildsensor ist so groß und lichtstark, dass er unter den richtigen Voraussetzungen ein natürliches Bokeh zustande bringt. Für einen stark verschwommenen Hintergrund empfiehlt sich aber der Porträtmodus.

Xiaomi Mi 11 Ultra: Wie gut ist der Zoom?

Eine der spannendsten Fragen in diesem Test: Was hat der Zoom des Xiaomi Mi 11 Ultra zu bieten? Mit seiner Periskop-Kamera samt großem Bildsensor bringt das Flaggschiff hervorragende Voraussetzungen mit, um im Zoom-Test gut abzuschneiden. Ein großer Vorteil übrigens gegenüber dem Standard-Mi-11, dem ein echtes Tele-Objektiv leider fehlt.

Die 48-MP-Tele-Linse des Xiaomi Mi 11 Ultra bietet einen optischen 5-fache-Zoom, der einen hervorragenden Job und die Zoom-Fotos mit zum Besten macht, was Smartphone-Kameras aktuell möglich ist.

Aufgrund der langen Brennweite ist bei Zoom-Fotos ein ruhiges Händchen gefragt, sonst knipst ihr unscharfe Bilder. Das gilt besonders bei den Zoom-Stufen über 5-fache. Vom 120-fachen-Zoom solltet ihr aber ohnehin besser die Finger lassen, denn die Ergebnisse sind nicht wirklich brauchbar: Bereits auf dem Smartphone-Display erscheinen die Fotos unscharf, auf einem großen Bildschirm erst recht.

Der 10-fache Hybrid-Zoom dagegen kann sich sehen lassen, wobei ich für die bestmögliche Bildqualität den 5-fache-Zoom empfehle. Sollte dessen Vergrößerung mal zu viel des Guten sein, habt ihr mit der 2-fachen Vergrößerung eine gute Alternative. Allerdings hilft hier die Software mit.

Ultraweitwinkel: Wow, ist das weit!

Die 48-MP-Ultraweitwinkel-Linse ist ebenfalls eindrucksvoll. Denn mit 128 Grad bietet sie den derzeit größten Bildwinkel im Smartphone-Bereich. Mehr fängt aktuell also keine andere Handy-Kamera ein. Wie bereits erwähnt, stimmt auch die Bildqualität. Besonders gefallen hat mir der hohe Dynamikumfang, perfekt ist das Ultraweitwinkel des Xiaomi Mi 11 Ultra allerdings nicht.

Im Kamera-Test hat es an den Rändern leichte Schwächen offenbart: Hier sind die Bilder teilweise nicht ganz so scharf wie im Zentrum. Zudem kommt es mitunter zu Verzerrungen am Bildschirmrand, die allerdings bei nahezu allen Ultraweitwinkel-Objektiven mehr oder wenig stark auftreten. Darüber hinaus sind die Ultraweitwinkel-Fotos etwas blasser als die Aufnahmen mit der Hauptlinse des Xiaomi Mi 11 Ultra. Trotz der Kritik handelt es sich auch beim Ultraweitwinkel um eines der besten Smartphone-Objektive seiner Art.

Low-Light-Fotos und Nachtmodus

Dank des großen Bildsensors überzeugt das Xiaomi Mi 11 Ultra im Kamera-Test auch nach Einbruch der Dämmerung. Ist es richtig dunkel, schaltet sich standardmäßig die KI mit ein,  um eure Low-Light-Fotos zu optimieren. Es gibt zudem noch einen dedizierten Nachtmodus, den ihr manuell aktiviert. Dieser hellt euer Motiv deutlich auf, aber: Hundertprozentig überzeugend sind die Resultate nicht. Gar nicht so selten erhaltet ihr unscharfe Nachtfotos oder Bilder, die wie gezeichnet aussehen. Auch der Detailgrad dürfte im Nachtmodus höher sein. Andere Premium-Smartphones können das besser, beispielsweise – aber nicht nur – das iPhone 12 Pro Max.

Selfies mit dem Xiaomi Mi 11 Ultra

In Zeiten von Instagram, Facebook und Co. natürlich ebenfalls eine Frage für den Kamera-Test: Wie gut gelingen Selfies mit dem Xiaomi Mi 11 Ultra? Ich bin mit der Frontkamera sehr zufrieden und konnte auf Knopfdruck ansehnliche Ergebnisse damit erzielen. Wie ihr das von anderen Smartphones kennt, lassen sich Selfies sowohl im Standard- als auch im Porträt-Modus knipsen. Letzterer sorgt für einen verschwommenen Hintergrund ("Bokeh"), der euch stärker in den Mittelpunkt rückt.

Xiaomi Mi 11 Ultra Kamera Test Selfie
Die Frontkamera des Xiaomi Mi 11 Ultra macht gute Selfies (© 2021 )

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich persönlich eher keine Selfies mit der Hauptkamera des Xiaomi Mi 11 Ultra aufnehmen würde. Das ist dank dem Zweit-Bildschirm auf der Rückseite zwar denkbar einfach und führt zu einer deutlich besseren Bildqualität. Doch leider lässt sich das Mini-Display nicht für Selfies mit Bokeh-Effekt verwenden. Es steht seltsamerweise nämlich nur im Standard-Modus ("Foto") zur Verfügung, nicht aber im Porträt-Modus.

Xiaomi Mi 11 Ultra Selfie mit Hauptkamera
Xiaomi Mi 11 Ultra: Das Mini-Display ermöglicht Selfies mit der Hauptkamera (© 2021 )

Möglicherweise wird sich das durch ein zukünftiges MIUI-Update jedoch noch ändern. Und: Wie weiter oben erwähnt, ist die Hauptlinse des Xiaomi Mi 11 Ultra in der Lage, auch ohne Porträtmodus ein gewisses natürliches Bokeh zu produzieren. Komplett auf einen verschwommenen Hintergrund verzichten müsst ihr bei Selfies mit der Hauptkamera also nicht – wenn ihr euch geschickt anstellt.

Leistung: Schneller geht's kaum

Hier gibt es keine großen Überraschungen. Wie erwartet zählt das Xiaomi Mi 11 Ultra zu den schnellsten Smartphones 2021. Das bestätigt auch Geekbench 5, wo das Smartphone sehr gut abgeschnitten hat. Folgende Werte haben wir im Benchmark ermittelt:

  • Single Core: 1130 (MIUI 12) / 1122 (MIUI 12.5)
  • Multi-Core: 3646 (MIUI 12) / 3482 (MIUI 12.5)

Damit landet es in der uns angezeigten Geekbench-Datenbank relativ deutlich vor der direkten Android-Konkurrenz, wobei einige neuere Top-Geräte hier seltsamerweise noch fehlen:

Xiaomi-MI-11-Ultra-benchmark
Das Xiaomi Mi 11 Ultra im Benchmark (© 2021 CURVED )

Viel wichtiger als synthetische Leistungstests ist aber ohnehin: Wie schnell fühlt sich das Smartphone im Alltag an? Und hier gab sich das Xiaomi Mi 11 Ultra im Test keinerlei Blöße. Das Flaggschiff war in jeder Situation flott unterwegs. Kein Wunder, denn mit dem Snapdragon 888 kommt der aktuell schnellste Chipsatz für Android-Smartphones zum Einsatz. Ihm zur Seite stehen großzügige 12 GB RAM.

Xiaomi Mi 11 Ultra Test Genshin Impact
"Genshin Impact" läuft auf dem Xiaomi Mi 11 Ultra super (© 2021 )

Selbst anspruchsvolle Spiele wie "Genshin Impact" laufen auf dem Xiaomi Mi 11 Ultra hervorragend, wobei das Smartphone bei hohen Grafik-Einstellungen relativ schnell erhitzte. Sollte die Leistung wider Erwarten mal nicht ausreichen, lässt sich ein Game Turbo zuschalten, der für noch mehr Performance sorgt.

Sound: Harman/Kardon lässt grüßen

Xiaomi Mi 11 Ultra Lautsprecher Test
Xiaomi Mi 11 Ultra: Der Sound überzeugt im Lautsprecher Test (© 2021 )

Wie das Standardmodell besitzt auch das Xiaomi Mi 11 Ultra Stereo-Lautsprecher, an denen die Audio-Experten von Harman/Kardon mitgewirkt haben. Ich selbst lege ehrlich gesagt nicht allzu viel Wert auf gute Lautsprecher, da ich Musik bevorzugt über Kopfhörer genieße. Nichtsdestotrotz hat mir der Sound des Xiaomi Mi 11 Ultra im Test gut gefallen. Sowohl Lautstärke als auch Ton-Qualität sind meinem Empfinden nach besser als bei den meisten anderen Handy-Lautsprechern.

Software: MIUI 12.5 und Mi Browser

Angetreten ist das Xiaomi Mi 11 Ultra im Test mit MIUI 12, nach wenigen Tagen konnte ich dann aber das Update auf MIUI 12.5 installieren. Die neue Software-Version verbessert unter anderem den Datenschutz und die Sicherheit – etwa durch einen Schutz für die Zwischenablage oder einen neuen Sandbox-Mechanismus. Auch das Speicher-Management und – dadurch bedingt – Performance sowie Akku-Laufzeit verbessern sich durch das Update. Zudem gibt es einige neue Töne, Animationen und Super-Hintergrundbilder.

MIUI 12.5 liegt über dem Betriebssystem Android 11 und ist eine relativ stark angepasste Benutzeroberfläche. Sowohl Icons als auch Gesten unterscheiden sich von denen auf anderen Android-Smartphones. Tatsächlich erinnert MIUI 12.5 stark an iOS: Wer sich mit iPhones auskennt, findet sich auf dem Xiaomi Mi 11 Ultra also schneller zurecht als auf anderen Android-Handys. Das liegt unter anderem an Gesten und Bedienelementen, die zumindest von Apple inspiriert scheinen.

Wischt ihr etwa nach unten erscheint ein Shortcut-Menü, das dem iPhone-Kontrollzentrum doch recht ähnlich sieht. Das Gleiche gilt für den App-Switcher, den ihr wie bei Apple aufruft, indem ihr vom unteren Bildschirmrand leicht nach oben wischt und dann einen Moment innehaltet. Die Ähnlichkeit zu iOS ist alles andere als eine Schwäche. Gerade ich als iPhone-Nutzer finde MIUI 12.5 sehr gelungen. Einen Innovationspreis verdient Xiaomi für die Benutzeroberfläche zwar nicht, aber ihr kennt den Spruch: Besser gut kopiert ...

Komplett auf eigene Ideen verzichten die Chinesen nicht. Ein Highlight sind die bereits erwähnten Super-Hintergrundbilder: Dabei handelt es sich um dynamische Wallpaper, die sich vom Always-on-Display über den Sperrbildschirm bis hin zum Homescreen ziehen. Der Clou daran: Sie verändern sich Schritt für Schritt. Entsperrt ihr euer Smartphone, zoomt ihr quasi in das Super-Hintergrundbild hinein.

Ist zu Beginn etwa die Erde aus dem Weltraum zu sehen, landet ihr kurz darauf in einem Reisfeld oder einem traumhaften Strand. Dabei lassen sich für die meisten Super-Hintergrundbilder verschiedene "Standorte" einstellen. Einzige Ausnahme ist aktuell der "Schneegipfel", den MIUI 12.5 neu auf das Xiaomi Mi 11 Ultra gebracht hat.

MIUI 12.5 Super-Hintergrundbild
Das neue Super-Hintergrundbild aus MIUI 12.5 (© 2021 )

Zumindest kurz erwähnen möchte ich zudem den von Xiaomi vorinstallierten Mi Browser: Der eignet sich aufgrund der unübersichtlichen Benutzeroberfläche meiner Meinung nach zwar nur bedingt als Ersatz für Google Chrome. Für manch einen aber vielleicht interessant: Ihr könnt damit ganz einfach Bilder und Videos von Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok herunterladen.

Mi Browser auf dem Xiaomi Mi 11 Ultra
Der Mi Browser lässt euch Fotos und Videos bei Instagram und Co. herunterladen (© 2021 CURVED )

Xiaomi Mi 11 Ultra im Akku-Test

Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist mit einem 5000 mAh starken Akku ausgestattet. Der sorgt für eine ordentliche, aber keine überragende Akkulaufzeit: In unserem Akku-Test hielt das Smartphone bei intensiver Nutzung 9 Stunden und 12 Minuten durch. In der Praxis kommt das Flaggschiff mit einer Ladung locker über den Tag.

Xiaomi Mi 11 Ultra Akku Test
Über den Energiesparmodus lässt sich die Akku-Laufzeit noch verlängern (© 2021 )

Richtig auftrumpfen kann das Xiaomi Mi 11 Ultra beim Fast Charging: Mit 67 Watt und dem mitgelieferten Netzteil ladet ihr das Flaggschiff in unter 45 Minuten voll auf. Bereits nach einer halben Stunde kratzt der Akku-Stand an der 90-Prozent-Marke. Das ist deutlich schneller als bei den direkten Konkurrenten Samsung Galaxy S21 Ultra und iPhone 12 Pro Max.

Xiaomi Mi 11 Ultra USB-C
Mit und ohne Kabel lädt das Xiaomi Mi 11 Ultra enorm schnell auf (© 2021 )

Noch etwas flotter aufgeladen sind nur ein paar wenige Geräte wie etwa das Oppo Find X3 Pro oder das OnePlus 9 Pro. Und: Die 67 Watt stehen auch beim kabellosen Aufladen bereit, wenn ihr einen ausreichend starken Wireless Charger besitzt. Über Reverse Charging gibt das Xiaomi Mi 11 Ultra außerdem auf Wunsch Strom an andere Geräte ab.

Fazit zum Xiaomi Mi 11 Ultra

Zu Beginn stellte ich die Frage: Ist das Xiaomi Mi 11 Ultra das derzeit beste Android-Smartphone? Nach dem Test lautet meine Antwort: Ich denke, ja. Perfekt ist das Smartphone zwar nicht. Es erlaubt sich aber keine größeren Schwächen. Und: Die meisten Kritikpunkte könnte Xiaomi durch ein zukünftiges MIUI-Update adressieren.

Gleichzeitig ist das Xiaomi Mi 11 Ultra in diversen Bereichen einfach überragend. Nachhaltig Eindruck hinterlassen hat insbesondere die beeindruckende Kamera samt Super-Zoom, aber auch das gestochen scharfe 120-Hz-Display ist eine echte Ansage. Hinzu kommen eine Top-Performance, tolle Lautsprecher sowie enorm schnelles Aufladen mit und ohne Kabel. Gut gefallen hat mir als iPhone-Nutzer zudem die Benutzeroberfläche MIUI 12.5, die über Android 11 liegt und an Apples iOS erinnert.

Natürlich: So viel Qualität lässt sich der Hersteller auch einiges kosten. Mit einem offiziellen Preis von knapp 1200 Euro ist das Xiaomi Mi 11 Ultra sicherlich kein Schnäppchen. Verglichen mit der direkten Konkurrenz bietet das Flaggschiff aber durchaus ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

In diesem Artikel

Xiaomi Mi 11 Ultra: Testbericht und Fotos

Top
  • Kamera und Zoom hervorragend
  • Exzellentes 120-Hz-Display
  • Lädt sehr schnell auf
  • Top-Performance
  • Gute Software
Flop
  • Klobige Kamera
  • Nachtmodus könnte besser sein
  • Mini-Display nicht ausgereizt
  • Hoher Preis
Feature Tabelle
  • Betriebssystem
    Android 11 mit MIUI 12
  • Prozessor: Name
    Snapdragon 888
  • Prozessor: Anzahl Kerne
    8
  • Speicherkapazität
    256 GB
  • Arbeitsspeicher
    12 GB
  • Kamera-Auflösung: Back
    50 (Weitwinkel) + 48 (Ultraweitwinkel) + 48 (Telefoto) Megapixel
  • Kamera-Auflösung: Front
    20 Megapixel
  • Bildschirmdiagonale
    6.81 Zoll
  • Auflösung Höhe
    3200 Pixel
  • Auflösung Breite
    1440 Pixel
  • Display Technologie
    AMOLED
  • Schnittstellen/Anschlüsse
    USB-C
  • Feature: Bluetooth
  • Feature: WLAN
  • Feature: NFC
  • Feature: GPS
  • Feature: GPRS/EDGE
  • Feature: UMTS
  • Feature: LTE
  • Feature: Fingerabdruckscanner
  • Höhe
    164.3 mm
  • Breite
    74.6 mm
  • Tiefe
    8.38 mm
  • Gewicht
    234 g
  • Status
    Angekündigt
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