iPhone-Display kaputt? Alle Infos zu Wechsel und Reparatur

Jetzt ist es passiert: Ihr habt einmal nicht aufgepasst und schon ist das Display Eures iPhones hinüber. Wir verraten Euch, was Ihr tun könnt.

Teure Smartphones sind nicht nur schick anzusehen und leistungsstark, sondern auch anfällig für allerlei Schäden. Fällt das Gerät im falschen Winkel auf den Boden, geht das Display schnell kaputt. Da hilft dann auch kein Gorilla- oder Saphirglas mehr. Ist das Kind erstmal in den Brunnen beziehungsweise auf den Boden gefallen, muss aber noch nicht gleich ein neues iPhone her.

Die Reparatur durch Apple wird teuer

Zunächst einmal Grundlegendes: Auch wenn es Apple nach wie vor etwas kompliziert ausdrückt, habt Ihr nach dem deutschen Verbraucherschutzgesetz zwei Jahre Garantie auf Euer iPhone. Allerdings regelt der Hersteller auch klar, dass diese keine Schäden abdeckt, die “durch Unachtsamkeit, Demontage, nicht autorisierte Reparaturen und nicht autorisierte Änderungen entstehen.” Wenn das Display also kaputtgeht, weil Euch Euer iPhone beim Laufen aus der Hand rutscht, ist das kein Garantiefall.

Dann müsst Ihr für die Reparatur im Apple Store löhnen. Die Preise variieren dabei abhängig von Eurem Modell: 161,10 Euro kostet beispielsweise der Austausch eines Displays bei einem iPhone 6 oder iPhone 6s. Bei deren Plus-Varianten sowie bei iPhone 7 und iPhone 8 müsst Ihr 181,10 Euro bezahlen. Für die Display-Reparatur beim iPhone 8 Plus, iPhone 7 Plus und iPhone 6s Plus verlangt Apple aktuell 201,10 Euro. Richtig teuer kommt Euch der Display-Austausch beim iPhone X zu stehen. Dieser erleichtert Euch um 321,10 Euro. Habt Ihr etwas anderes beschädigt, weil zum Beispiel Wasser ins Gerät eingedrungen ist, wird es zwischen 241,10 Euro (iPhone 4s) und 611,10 Euro (iPhone X) teuer.

Anders sieht es aus, wenn Ihr AppleCare+ für Euer iPhone bei Apple abgeschlossen habt. Der Service kostet je nach Smartphone-Modell einmalig bis zu 229 Euro (iPhone X). Er deckt bis zu zwei Reparaturen bei unbeabsichtigter Beschädigung ab, für die Ihr aber eine Servicegebühr zahlen müsst, die bei Display-Schäden 29 Euro und bei anderen Reparaturen 99 Euro beträgt. Ein durch Unachtsamkeit zerstörtes Display kostet dann bei einem iPhone X zum Beispiel insgesamt 258 Euro (229 Euro für AppleCare+ und 29 Euro Servicegebühr). Beim iPhone 6s kostet die Reparatur dagegen 178 Euro (149 Euro für AppleCare+ und 29 Euro Servicegebühr).

Der Vorteil einer Reparatur durch Apple: In der Regel müsst Ihr nicht lange auf Euer iPhone verzichten. Zwar steht auf der offiziellen Webseite, dass Ihr Euer Gerät erst eine Woche nach Abgabe im Apple Store wieder abholen könnt. Das gilt aber nur, wenn das Gerät in ein Apple-Reparaturzentrum eingeschickt werden muss. Bei Displayschäden ist das in der Regel nicht der Fall, sodass Ihr es mit etwas Glück bereits am nächsten Tag wieder in den Händen haltet. Anders sieht das natürlich aus, wenn Ihr Euer iPhone selbst an ein Apple-Reparatur-Zentrum schickt, weil Ihr etwa nicht in der Nähe eines Apple Stores wohnt. Habt Ihr Apple Care+ könnt Ihr außerdem den Express-Austauschservice nutzen. Dann stellt Euch Apple ein Ersatzgerät zur Verfügung, bevor Ihr Euer beschädigtes iPhone einschickt. Achtet aber unbedingt auf die fristgerechte Einsendung Eures Geräts, andernfalls erhebt Apple eine saftige Verspätungsgebühr.

Man muss kein MacGyver sein

Mit dem richtigen Werkzeug und einer guten Anleitung ist die Reparatur eines iPhones auf eigene Faust aber kein Problem. Die Webseite iFixit bietet bietet fürs iPhone 6, 7, 8, das iPhone X und andere Modelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen an – teilweise sogar auf Deutsch. So erfahrt Ihr etwa, wie Ihr den Akku, das Display oder den Home-Button selbstständig austauscht. Passende Bauteile und das Werkzeug bietet iFixit gleich mit an. iFixit ist eine eigentlich eine US-Webseite, mittlerweile gibt es aber auch einen europäischen Onlineshop, sodass Ihr nicht allzu lange auf die Lieferung warten müsst. iFixit gibt eine Lieferzeit von 1 bis 2 Werktagen an.

Alternativ gibt es auch bei Amazon diverse Ersatzteile und passendes Werkzeug für verschiedene iPhone-Modelle. Beim Einkauf ist aber Vorsicht geboten: Längst nicht jedes Ersatzteil ist ein gutes Ersatzteil. Ihr solltet vor dem Kauf immer einen Blick in die Bewertungen werfen und Angebote miteinander vergleichen.

Außerdem solltet Ihr beachten, dass Ihr Euch nicht mehr innerhalb der Garantie bewegt, wenn Ihr selbst Hand anlegt. Denn wir haben ja schon gelernt, dass “nicht autorisierte Reparaturen” nicht durch die Apple-Garantie abgedeckt sind. Bei der Reparatur in Eigenregie ist also Vorsicht angebracht.

Regionale Anbieter und Versicherungen

Ist Euch die Montage deswegen zu heikel, könnt Ihr Euer iPhone auch außerhalb des Apple Stores reparieren lassen. Einige Firmen lassen zum Beispiel einen Techniker bei Euch zu Hause vorbeikommen, der Euer iPhone vor Euren Augen repariert. Ihr könnt das Gerät aber auch einschicken. Qualität und Preis können je nach Anbieter natürlich variieren. Auch ist nicht immer gesagt, dass alle Dienstleister Originalteile verwenden. Oft lohnt sich im Vorfeld ein Check im Internet. Anhand von Kundenbewertungen könnt Ihr etwa abschätzen, ob der Shop etwas taugt. Wenn Ihr lieber zu einem zertifizierten Apple-Partner gehen wollt, ist beispielsweise Gravis ein Anlaufpunkt. Allerdings zahlt Ihr dort ungefähr so viel, manchmal sogar mehr, als im Apple Store.

Wollt Ihr sichergehen, dass Ihr bei der nächsten Reparatur kein Vermögen mehr ausgeben müsst, kommt vielleicht eine Smartphone-Versicherung für Euch infrage. Online-Versicherer wie Schutzklick oder Onlineversicherung.de bieten nicht nur Schutz gegen Sturz- oder Bruchschäden, sondern decken auch Wasser- und Feuchtigkeit und optional sogar Diebstahlschutz an. Je nach Modell, Anbieter, Leistungsumfang und Selbstbeteiligung könnt Ihr Euer iPhone ab etwa 6 Euro monatlich versichern.

Tollpatsche können zusätzlich versuchen, das iPhone mit einer Hülle zu schützen. Klar, so etwas sieht nicht immer schick aus, minimiert aber zumindest etwas die Gefahr bei Stürzen. Apple selbst hat im Online-Store eine große Auswahl an kompatiblen Hüllen im Angebot. Ansonsten gilt: Handle with care! Ein iPhone, das nicht herunterfällt, geht auch nicht kaputt.

Weitere Artikel zum Thema
Nach Kritik an iPhone-Dros­se­lung: Apple senkt Preise für Akku-Austausch
Felix Disselhoff1
UPDATEPeinlich !12Der Akku im iPhone 6s
Dass Apple bei iPhones mit alten Akkus die Performance reduziert, stößt auf Kritik. Das Unternehmen kündigt nun unter anderem ein iOS-Update an.
iPhone 7 über­lebt zwei Tage unter Wasser
Lars Wertgen
Das iPhone 7 Plus kann eine kurze Zeit unter Wasser unbeschadet überstehen
Ein iPhone 7 überlebte einen mehrtägigen Tauchgang in mehr als 10 Meter Tiefe. Es wurde entdeckt, als es eine SMS bekam.
Apple AirPower: So viel soll die Lade­matte kosten
Lars Wertgen2
Apple AirPower
Das Ladepad AirPower von Apple ist noch immer nicht erschienen. Nun soll aber feststehen, wann der Marktstart erfolgt und was das Gerät kostet.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.