Smartwatch für Kinder: Teures Spielzeug oder nützliches Tool?

Smartwatches für Kinder können wirklich sinnvoll sein – und das Leben erleichtern.
Smartwatches für Kinder können wirklich sinnvoll sein – und das Leben erleichtern. (© 2019 Stocksy)

Sind Smartwatches für Kinder wirklich nötig? Wir antworten mit Jein und erklären, warum eine Smartwatch für euren Sprössling auf jeden Fall Sinn machen kann und stellen euch einige Anbieter von sogenannten Kidswatches vor.

  • von Claudia Krüger

Bekam ein Großteil der Eltern noch vor ein paar Jahren spontane Schnappatmung, wenn beim Nachwuchs der Wunsch nach einem Smartphone aufkam, besitzen heute laut Statista bereits 6 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen, 33 Prozent der Acht- bis Neunjährigen und 75 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen Kinder ein Smartphone. Ganze 95 Prozent sind es bei Kindern zwischen 12 und 13 Jahren.

Smartwatch für Kinder: Praktischer Ersatz für das Handy

Obwohl eine beachtliche Auswahl an Smartwatches für Kinder auf dem Markt ist, führen diese, im Vergleich zum Smartphone, eher ein Schattendasein. Dabei können sie, besonders für jüngere Kinder, einen guten Ersatz zum Handy darstellen.

Da sich eine Armbanduhr während des Tages am Handgelenk befindet, wird sie nicht so schnell verlegt, in der Sofaritze verschwinden oder durch versehentliches Draufsetzen oder Drauftreten zerstört wie ein Handy. Durch Gummi-Armbänder, spritzwassergeschützte und robuste Gehäuse sind die meisten Kidswatches zudem einem turbulenten Kinderalltag gewachsen.

Ortungsfunktion: Keiner geht mehr verloren!

In einer Menschenmenge oder an unbekannten Orten ist es besonders bei kleinen Kindern schnell einmal passiert, dass sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt scheinen – die Panik ist dann auf beiden Seiten groß und nicht jedes Kind traut sich, fremde Menschen um Hilfe zu bitten.

Hier kann sich eine Smartwatch mit GPS und zusätzlicher SOS-Funktion als sehr hilfreich beim Wiederfinden der Kleinen erweisen. Denn ein einfacher Tastendruck genügt, um den Eltern über die Kinder-Smartwatch einen automatischen Hilferuf auf deren Handy zu schicken. Viele Kids-Smartwatches besitzen eine Ortungsfunktion, mit der sich der Aufenthaltsort des Sprösslings über GPS oder Mobilfunk mittels Android- oder iOS App tracken lässt.

TCL Movetime Family Watch MT30: Die Smartwatch für die ganze Familie

TCL bietet mit der Movetime Family Watch eine Staub- und Spritzwasser-geschützte Uhr in den Farben Blau oder Pink, die gleich den Ansprüchen der ganzen Familie gerecht werden möchte. Die Smartwatch verfügt über einen 1,3 Zoll Touchscreen mit 240 x 240 Pixel Auflösung sowie eine SOS-Taste. Die Ortung der Kinder ist über die kostenlose TCLMOVE-App mittles Android- oder iOS möglich.

Eltern können in der App eine Safe Zone auf einer Landkarte festlegen. Entfernt sich der Nachwuchs aus der Zone, sendet die Uhr eine automatische Benachrichtigung an das Handy. Für die Ortung, Telefongespräche, Sprachnachrichten und Textmessages greift die Smartwatch auf Mobilfunk (2G, 3G per Nano-Sim), WLAN, GPS, LBS und AGPS zu. Zum Zeitvertreib hat die Family Watch diverse Spiele an Bord, was sich besonders bei langen Auto- oder Zugfahrten als wahrer Segen erweisen kann. Via Bluetooth lässt sich die Kinder-Smartwatch mit der von Freunden Koppeln.

Preis: ab ca. 169 Euro.

Alcatel Move Time Kids SW10-2J: Die Kidswatch für den kleinen Geldbeutel

Eine günstige Alternative stellt die Alcatel Movetime Kids SW10 dar. Diese hat ein OLED Display, unterstützt die GPS-Ortung per kostenloser App (Android oder iOS), eine SOS Funktion, WLAN, Bluetooth sowie Anrufe und Sprachnachrichten an bis zu 10 festgelegte Nummern (2G Nano-Simkarte wird benötigt). Die Bedienung erfolgt über große Funktionstasten neben dem Display.

Preis: ab ca. 39 Euro.

Pingonaut Kidswatches: Schlicht und funktionell oder wandlungsfähig und peppig

Bei der Suche nach Kinder-Smartwatches stößt man unweigerlich auf Pingonaut. Der Anbieter hat gleich zwei Modelle in petto: die Panda (2) und die Puma. Beide sind gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Während das monochrome Display der Pingonaut Panda wahlweise ein digitales oder analoges Zifferblatt darstellt, das wenig Ablenkungspotenzial (beispielsweise während des Schulunterrichtes) bietet, kommt die Pingonaut Puma mit einem 1,22 Zoll großen, mehrfarbigen Touchscreen mit 240 x 260 Pixel Auflösung daher. Für beide Watches gibt es eine reiche Auswahl an Gehäuse- und Armbandfarben.

Die Kidswatches lassen sich mittels kostenloser Pingonaut Kids App mit Android (ab 4.0.3)- und iOS-Geräte verbinden und über Mobilfunk (2G Sim-Karte mit Internetunterstützung erforderlich), LBS, GPS und WLAN synchronisieren oder orten.

Über die App können Safe Zones festgelegt und Kontaktpersonen autorisiert werden, die das Kind anrufen dürfen oder von diesem angerufen werden können. Textmitteilungen werden von der Kidswatch zwar empfangen, lassen sich aber nicht versenden. Die Watches unterstützen eine Weckfunktion und einen Schulmodus.

Über große Funktionstasten neben dem Zifferblatt haben die Kleinen Zugriff auf alle Funktionen der Pingonaut Panda. Auf der Kidswatch Puma funktioniert das über eine einzelne Taste und den Touchscreen.

Preis: zwischen 149 und 199 Euro.

Kidizoom Smart Watch DX2: Eher Spielzeug als Smartwatch für Kinder

Neben Smartwatches, deren Hauptaufgaben die Ortungs- und Telefonfunktionen sind, gibt es Uhren, bei denen der Schwerpunkt mehr auf dem Lern- und Spaßfaktor liegt. Ein Beispiel hierfür ist die Kidizoom Smart Watch DX2, die gleich mit zwei Kameras, einem microUSB Anschluss, einem 1,41 Zoll LCD-Touchscreen, Bewegungssensor, Schrittzähler, Taschenrechner, Weckfunktion und acht Games sowie Bewegungsspielen und knalligen Gehäusefarben zu überzeugen versucht. Eine Ortungs- oder Telefonfunktion hat die Kidizoom Smart Watch (mangels GPS oder Simkartenslot) hingegen nicht.

Preis: ab 47 Euro

Vorsicht beim Kauf von NoName-Smartwatches für Kinder! 

Günstige Kids-Smartwatches von NoName-Herstellern locken zwar häufig mit zahlreichen Funktionen inklusive Kamera und GPS, haben aber nicht immer eine multilinguale oder deutsche Sprachunterstützung, sodass die Einrichtung bestenfalls auf Englisch erfolgen muss.

Außerdem verfügen einige dieser Uhren über eine mehr oder weniger versteckte Abhörfunktion, mit der das Kind heimlich von den Eltern belauscht werden kann. Diese Funktion ist in Deutschland verboten und entsprechende Smartwatches nicht zugelassen, obwohl sie immer noch in diversen Onlineshops hierzulande zu finden sind.


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