Smartwatch oder Fitnesstracker: Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Smartwatches und Fitnesstracker sind sich sehr ähnlich - es gibt aber auch fundamentale Unterschiede.
Smartwatches und Fitnesstracker sind sich sehr ähnlich - es gibt aber auch fundamentale Unterschiede.(© 2020 Stocksy)

Ein neues Jahr hat begonnen. Klar – viele nehmen sich zum Start des neuen Jahres einiges vor. Oft ganz oben auf der Liste: Mehr Sport treiben und gesünder leben. Dabei können uns zum Beispiel ein Fitnesstracker oder eine Smartwatch unterstützen. Aber: Wo genau liegt der Unterschied? Und welches Device eignet sich für wen? Wir klären auf.

Smartwatches und Fitnesstracker liegen voll im Trend. Daran wird sich in der nahen Zukunft auch nichts ändern, vertraut man einer Prognose von Statista. Die Analysten haben tief in die Kristallkugel geblickt und sagen Watches und Trackern eine goldene Zukunft voraus. 2019 wurden rund 137 Millionen Geräte verschiedener Marken verkauft – 2023 werden es der Prognose zufolge schon 179 Millionen verkaufte Einheiten sein, davon 109 Millionen Smartwatches und knapp 70 Millionen Wristbands, also smarte Armbänder wie Fitnesstracker.

Aber wo genau liegt eigentlich der Unterschied zwischen Watch und Tracker? Beide trägt man am Handgelenk, beide zeichnen physische Daten auf. Wo also genau zieht man die Grenze? Wir werfen einen Blick auf die gängigsten Definitionen.

Smartwatches: Umfangreiche Funktionen auch ohne Smartphone

Generell haben Smartwatches mehr Features als Fitnesstracker. Sie verfügen über einen Tochscreen und können viele Funktionen eines Smartphones übernehmen. Nicht alle, aber viele. Smartwatches kommen Handys in ihren Funktionen sehr nahe. Wenn ihr die Apple Watch 5 beispielsweise  mit einer SIM-Karte ausstattet, könnt ihr mit ihr sogar telefonieren und SMS schreiben. Diese Option bietet euch ein Fitnesstracker nicht.

Außerdem erlauben es Smartwatches, Apps zu installieren, Messenger-Dienste wie WhatsApp herunterzuladen und sich mit dem Internet zu verbinden und machen so das Chatten direkt am Handgelenk möglich. Mit einer Smartwatch könnt ihr E-Mails empfangen und senden, ihr könnt auf über die Cloud synchronisierte Kalendereinträge zugreifen und euch Fotos ansehen – und mit manchen sogar schießen. Außerdem sind Fitnessprogramme und Sensoren für die Aufzeichnung physischer Daten inklusive – und selbstverständlich eine Uhr.

Fitnesstracker: praktisch und günstig

Im Gegensatz dazu dienen Fitnesstracker mehr oder weniger ausschließlich der Erfassung von Fitnessdaten und dem Abspielen von Trainingsprogrammen. Sie zeichnen sportliche Aktivitäten auf und erkennen die am Tag zurückgelegte Distanz, gelaufene Schritte, die Herzfrequenz, Schlafphasen oder auch das Stresslevel.

Telefonate führen oder Mails checken ist mit einem Fitnesstracker hingegen nicht möglich. Auch Features wie zum Beispiel ein eingebautes GPS-Modul sucht ihr in Fitnesstrackern oft vergeblich – wollt ihr eure Route beim Laufen aufzeichnen, müsst ihr also euer Smartphone einstecken. Dafür sind Tracker aber auch meist schmaler und vor allem eins: günstiger. Und wer mit der Fülle an Funktionen bei manch einer Smartwatch überfordert ist, wird den geringeren Funktionsumfang vielleicht sogar zu schätzen wissen.

Weitere Unterschiede zwischen Smartwatch und Fitnesstracker

Ja, Smartwatches sind in ihren Funktionen umfassender. Doch die vielen Features fordern ihren Tribut – und der heißt Akkulaufzeit. Die Apple Watch 5 beispielsweise hielt in unserem Test bei normaler Nutzung keine 24 Stunden durch – zum Vergleich: dem Fitnesstracker von Xiaomi, dem Xiaomi Band 4, reicht eine Akkulaufzeit für gut zwei Wochen. Es gibt auch Smartwatches wie die Huawei Watch GT 2, die länger durchhalten als das Apple-Gerät, aber für gewöhnlich sind Fitnesstracker aufgrund ihres limitierten Funktionsumfangs langlebiger als Smartwatches.

Auch die Displays unterscheiden sich oft stark – und zwar nicht nur in der Größe und Form. Fitnesstracker sind oft länglich, Smartwatches ähneln in ihrer Form meist einer klassischen Uhr. Zwar kommen Fitnesstracker heute auch mit OLED-Display, die Auflösung ist bei vielen allerdings deutlich geringer und die Helligkeit kann mit der einer Smartwatch nicht mithalten. Klar – Bilder könnt ihr euch auf den Armbändern eh nicht anschauen. Und dafür bleibt der Preis im Rahmen.

Mittlerweile verschwimmt der Unterschied zwischen Smartwatch und Fitnesstracker teilweise aber auch. Ein Beispiel für einen Hybrid aus Smartwatch und Fitnesstracker sind die "Fitnesswatch" Fitbit Ionic. Die Geräte verfügen über eine große Zahl an Trainingsprogrammen und bieten die Möglichkeit, weitere Apps zu installieren. Über WhatsApp chatten und Mails checken ist von den meisten Modellen allerdings ebenfalls nicht möglich. Wer sich also beim Kauf nicht sicher ist, muss keine absolute Entscheidung treffen, sondern kann sich für die Zwischenlösung entscheiden. Aber zu wem passt eigentlich welches Gerät? Ein paar Beispiele – anhand von drei anschaulichen Beispielen.

Smartwatch, Fitnesstracker oder Fitnesswatch: Was passt zu mir? 

Für stets Vernetzte: Martina spielt gerne Tennis. Doch nicht nur im Court muss sie immer schnell reagieren können. Sie hat ihr Smartphone nicht immer griffbereit, will aber trotzdem immer und überall in fast vollem Umfang erreichbar bleiben. Dafür ist sie auch bereit, etwas mehr Geld auf den Tresen zu legen. Sie ist stark in ihren Job eingebunden, trägt viel Verantwortung und muss manchmal auch nach Feierabend, am Wochenende oder in der Mittagspause noch erreichbar sein und Entscheidungen treffen.

Klar, dass sie zur Smartwatch greift – ein Smartphone kann sie nicht in der Tasche tragen. So zeichnet sie beim Sport nicht nur ihre Leistungsdaten auf, sondern kann schnell auf Anfragen ihrer Kollegen oder Kunden antworten und hat die meisten Funktionen eines Smartphones am Handgelenk.

Für Preisbewusste: Jens sieht das etwas anders. Auch er treibt gerne Sport, will aber kein kleines Vermögen für Gadgets ausgeben. Ihm ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtiger als ein ausgedehnter Funktionsumfang. Er geht gerne zum Klettern in die Berge, macht Rafting-Touren und fährt im Sommer gerne Rollerblade. Dabei ist schon das ein oder andere technische Helferlein zu Bruch gegangen – viel Geld für den Ersatz auszugeben, kommt für ihn also nicht infrage.

Seit er also seine letzte Apple Watch nach dem Klettern zerkratzt und verbeult mit feuchten Augen der Recyclingtonne übergeben musste, greift er zu Fitnesstrackern. Wenn er telefonieren oder chatten will, hat er sein Smartphone sowieso immer griffbereit im Rucksack. So zeichnet er parallel auch Werte wie GPS-Daten auf.

Für Vielsportler: Karla hingegen ist unentschlossen. Smartwatches sind ihr zu teuer, aber Fitnesstracker zu limitiert. Sie entdeckt immer gerne neue sportliche Herausforderungen und will ihrem Gadget gerne auch spontan neue Sportarten hinzufügen können. Außerdem will sie einfach mit dem Training beginnen, wenn sie es möchte und will, dass ihr Gerät es auch erkennt – und nicht erst vorher minutiös Sportart und Trainingsprogramm auswählen müssen. Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Sie ist mit einer Fitnesswatch am besten beraten. Die meisten Produkte bewegen sich preislich zwischen 200 Euro und 300 Euro.


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