Apple vs. FBI: Die Ermittler haben es selbst verbockt

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Das iPhone 5c
Das iPhone 5c(© 2014 CURVED)

Der Streit zwischen Apple und dem FBI  spitzt sich immer weiter zu: Falls Apple das iPhone entschlüsseln muss, könnte  diese Entscheidung auch auf andere Fälle übertragbar sein. Das erklärte FBI-Direktor James Comey jetzt vor dem US-Kongress. Bislang war nur von diesem einen Gerät die Rede. Außerdem gab er zu, dass das FBI das Passwort der Apple-ID selbst geändert und damit überhaupt für den Schlamassel gesorgt hat.

Streitpunkt ist ein iPhone 5c, das von einem Straftäter bei einem mutmaßlichen Terroranschlag in San Bernardino genutzt worden sein soll. Die US-Regierung will Apple mit einem Gerichtsbeschluss dazu zwingen, die Sperre des Smartphones auszuhebeln, um an die gespeicherten Informationen zu gelangen. Bislang weigert sich Apple allerdings beharrlich, dem nachzukommen und entwickelt bereits an einer noch sicheren Verschlüsselung für zukünftige Smartphones.

Eigentlich hatte das FBI in der Vergangenheit immer betont, dass die Entschlüsselung des San-Bernardino-iPhones kein Präzedenzfall werden soll. Jetzt änderte der FBI-Direktor offenbar aus Wut über Apples Widerstand seine Meinung und droht, dass ein Sieg vor Gericht auch bei folgenden Fällen angewendet werden könne.

Ermittler haben Apple zu spät kontaktiert

Bevor das FBI allerdings Apple um Hilfe beim Entsperren des mutmaßlichen Terroristen-iPhones gebeten hat, ist die Sicherheitsbehörde selbst aktiv gewesen und hat das Passwort der Apple-ID geändert. Damit wurde das automatische Backup in die iCloud unterbunden - und das FBI erst recht ausgesperrt. Comey gab zu, dass dieses Vorgehen falsch war. Apple hatte zuvor darauf hingewiesen, dass es dadurch nicht mehr möglich ist, ohne Aushebung der Verschlüsselung an Informationen zu gelangen.

Zuletzt hatte Apple einen winzigen Sieg verbuchen können. Während sich das FBI bei seiner Klage auf den "All Writs Act" von 1789 bezieht, der Richtern in einer möglicherweise falschen Auslegung das Recht gibt, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, entschied ein Richter im New Yorker Bezirk Brooklyn, dass ein Gesetz aus dem 18. Jahrhundert keine angemessene rechtliche Grundlage für den aktuellen Fall liefere. Allerdings ist dieser kleine Erfolg noch kein Indiz auf einen Sieg für Apple, da er keinen Einfluss auf das Verfahren in Kalifornien hat. Doch er deckt sich mit Apples Argumentation.

Breite Unterstützung für Apple

Aus der Bevölkerung und der Technik-Szene erhält Apple große Unterstützung. Vor mehreren Apple Stores in den USA sowie vor der FBI-Zentrale in Washington D.C. protestierten iPhone-Besitzer gegen die Forderung der US-Ermittlungsbehörde für eine iOS-Hintertür. Insgesamt sollen in 30 US-Städten Demonstrationen stattgefunden haben.

Auch Google und WhatsApp haben sich auf Apples Seite geschlagen: Der Google-Chef Sundar Pichai spricht von einem "besorgniserregenden Präzedenzfall".  Noch energischer formuliert es WhatsApp-Mitgründer Jan Koum: "Wir dürfen diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht zulassen." Es ginge um die Freiheit.

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