HomePod: Hat Apple den Lautsprecher zu spät veröffentlicht?

Der HomePod könnte zu spät in den Handel gekommen sein
Der HomePod könnte zu spät in den Handel gekommen sein(© 2017 Apple)

Der Apple HomePod könnte sich doch nicht ganz so gut verkaufen, wie zunächst angenommen wurde. Zumindest Marktforscher sind zu dem Schluss gekommen, dass der smarte Lautsprecher einen schweren Start haben könnte. Grundsätzlich sei auch ein Problem, dass die Veröffentlichung im Vergleich zur Konkurrenz sehr spät erfolgt ist, wie 9to5Mac berichtet.

Der Umfrage von Kantar zufolge ist zumindest im Vereinigten Königreich (UK) die Wahrscheinlichkeit neunmal höher, dass Nutzer zum HomePod greifen, wenn sie schon ein Abonnement bei Apple Music besitzen. Offenbar sollen aber nur rund 130.000 Briten überhaupt Interesse an dem smarten Lautsprecher haben. Anders sieht es wohl beim Amazon Echo aus: Hier sollen knapp 500.000 Briten an einem Kauf interessiert sein – also deutlich mehr Personen.

Konkurrenz hatte viel Zeit

Anscheinend ist das Interesse an Amazon Echo deutlich größer als am Apple-Speaker – und dabei gibt es in UK verhältnismäßig viele iPhone-Nutzer. Möglicherweise liegt das daran, dass Apple einfach zu spät mit dem HomePod auf den Markt gekommen ist. Die Konkurrenz hatte bereits ausreichend Zeit, sich zu etablieren. Mit Modellen wie beispielsweise dem Google Home Mini, dem Amazon Echo Show und dem Amazon Echo Plus gibt es sogar schon die zweite Generation an smarten Speakern im Handel.

Auch potenzielle HomePod-Käufer haben sich wohl schon bei der Konkurrenz bedient: 12,6 Prozent der Apple-Music-Nutzer sollen bereits einen smarten Lautsprecher einer anderen Marke besitzen – für diese Personen besteht also wohl kein Interesse an dem Apple-Gerät. Allerdings soll der HomePod einen sehr guten Ton besitzen. Womöglich bewegt das einige Nutzer dazu, ein Upgrade durchzuführen und ihren Google Home oder Amazon Echo auszutauschen.

Lautsprecher für spezielle Zielgruppe

Bei der Verbreitung könnte es zudem zu einem Problem werden, dass der HomePod mit vielen bekannten Diensten und Standards gar nicht erst arbeitet. So könnt ihr mit ihm Apple Music nutzen, nicht aber Spotify oder Amazon Music. Über klassisches Bluetooth verfügt das Gerät ebenfalls nicht; Geräte können sich mit dem Speaker nur über AirPlay verbinden, um Musik etwa von einem Smartphone abzuspielen. Die möglichen Audioquellen beschränken sich also eher auf Apple-Dienste.

Generell benötigt ihr für die Einrichtung des Lautsprechers wohl ein iPhone oder iPad auf denen mindestens iOS 11 installiert ist. Daher ist das Gerät eher für Personen, die sich sowieso schon im Ökosystem von Apple befinden – jedoch schließt Apple dadurch sicherlich viele potenzielle Kunden aus, die vielleicht auch nur wegen der Soundqualität sonst zum HomePod greifen würden. Noch im Frühjahr 2018 erscheint das Gerät in Deutschland.

Weitere Artikel zum Thema
HomePod soll schon bald keine Spuren auf Holz hinter­las­sen
Christoph Lübben2
Auf einem weißen Holztisch dürften die weißen Ringe des HomePod so oder so nicht sichtbar sein
Der HomePod soll schon bald keine Spuren hinterlassen. Ob das die angeblich schleppenden Verkäufe des Lautsprechers ankurbelt?
CURVED/labs: (Over)EarPods aka der nächste logi­sche Schritt
CURVED labs1
(Over)EarPod neben Apples HomePod
Apples EarPods sind Kult, die AirPods Bestseller, der HomePod von Fans heißersehnt. Aber wie könnten Over-Ear-Kopfhörer von Apple aussehen? Na, so.
Darum haben Alexa und der Google Assi­stant Siri über­holt
Christoph Lübben
Alexa wurde mit dem Amazon Echo vorgestellt – und ist offenbar intelligenter als Siri
Alexa und der Google Assistant liegen derzeit vor Siri. Von Beginn an hat Apple offenbar mehrere Fehler gemacht, die zu diesem Umstand geführt haben.