iPhone 7, iOS 10 und mehr: Das erwarten wir von Apple in 2016

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Apple Store NYC
Apple Store NYC(© 2015 CC: Flickr/peter)

2015 hat uns einmal mehr eine ganze Reihe neuer Apple-Produkte beschert, von denen einige mehr, andere weniger und einige ganz besonders interessant waren (und sind). Seit April ist Apples erste Smartwartch erhältlich, mit dem iPad Pro hat Cupertino ein Tablet auf dem Markt gebracht, das für so manchen Anwender das MacBook erstmals vollständig ersetzen könnte. Ein neues Apple TV hat ebenfalls in diesem Jahr seinen Weg in die Hände der geneigten Interessenten gefunden. Doch was können wir in 2016 aus Cupertino erwarten? Wir haben aktuelle Gerüchte analysiert und geben eine Einschätzung ab.

Apple TV-Konzept von Martin Hajek(© 2015 Martin Hajek)

Apple TV 5 – der schnelle Nachfolger?

Über drei Jahre hat es gedauert, bis das Apple der 3. Generation einen Nachfolger erhielt, diesmal soll es schneller gehen. Das will zumindest die berüchtigte chinesische Technik-Zeitung Digitimes erfahren haben. Besagtes Magazin hatte in der Vergangenheit allerdings nicht unbedingt die beste Trefferquote, wenn es um die Vorhersage neuer Apple-Produkte ging. Wie wahrscheinlich also ist ein Apple TV 5 in 2016? Unter Berufung auf taiwanesische Quellen gibt Digitimes an, dass Apple bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres mit der Massenproduktion des neuen Apple TV beginnen will, eine neue CPU soll die Hardware-Performance der Box „dramatisch verbessern“.

Prinzipiell ist es natürlich möglich, dass Apple ein weiter verbessertes Apple TV bereits im nächsten Jahr präsentieren wird, zumal die vierte Generation einige Schelte dafür einstecken musste, keine 4K-Unterstützung zu bieten. Es scheint jedoch eher unwahrscheinlich, dass Apple ein Follow-Up in weniger als einem Jahr nachschieben wird – auch da ein schnelles Update einigen Unmut bei Käufern der aktuellen Generation hervorrufen dürfte. Eine neue Set-Top/Streaming-Box will und wird man sich schließlich nicht alle sechs oder neun Monate ins Wohnzimmer stellen, gerade wenn diese – wie das aktuelle Apple TV – nicht eben günstig ist. Und ob man eine große Zahl neuer Interessenten mit einem Apple TV 5 inklusive 4K-Unterstützung und kleiner Verbesserungen erreichen würde, ist ebenfalls fraglich. Denn tatsächlich sind 4K-Inhalte (etwa bei Video-Streaming-Diensten) und entsprechende TV-Geräte noch lange nicht so verbreitet wie häufig gesagt wird.

Da erscheint es schon wahrscheinlicher, dass Apple den Preis für die aktuellen Modelle im kommenden Jahr ein wenig senken könnte, um auch in diejenigen Wohnzimmer geneigter Anwender vorzudringen, denen dieses Jahr der Griff ins Portemonnaie noch zu tief war. Darüber hinaus dürfen wir uns aber mit Sicherheit auch auf einige neue Features für das aktuelle Apple TV, die Apple mit tvOS-Updates nachrüsten wird, freuen.

Erweitertes iPhone-Lineup

Geht man vom aktuellen Produktzyklus aus, so steht uns – natürlich – im September 2016 ein iPhone 7 ins Haus. Wir haben bereits darüber berichtet , dass ein Verzicht auf den Klinken-Kopfhöreranschluss beim nächsten Modell nicht nur möglich, sondern logisch und der Qualität des iPhones zuträglich wäre (Stichwort: Lightning-Kopfhörer). Dass Apple zukünftig nicht auf den Lightning-Port für Audiozubehör setzen wird, sondern den bisherigen Kopfhöreranschluss durch einen neuen schmaleren Anschluss ersetzt, durch den man möglicherweise weniger als einen Millimeter Gehäusedicke einsparen könnte, erscheint jedenfalls deutlich unwahrscheinlicher. Auch wenn ein entsprechendes Patent existiert.

Eine signifikant verbesserte Batterielaufzeit des iPhones – neues Apple-Akku-Case hin oder her – steht weiterhin ganz oben auf der Anwender-Wunschliste für kommende iPhone-Modelle. Insofern bleibt zu hoffen, dass Apple im Laufe der nächsten Jahre auch grundlegend veränderte Akku-Technologien für einen möglichen Einsatz im iPhone gründlich prüfen wird. Der britischen Firma Intelligent Energy jedenfalls ist es jüngst erstmals gelungen, eine Wasserstoff-Brennstoffzelle herzustellen, die so klein ist, dass sie in ein iPhone 6 integriert werden konnte. Dass Apple allerdings nicht der Meinung ist, man sollte für eine größere Batterie Abstriche beim dünnen und leichten Design des iPhones machen, hat uns Jonathan Ive in diesem Jahr bereits mitgeteilt. Solange Apple also auf die „traditionellen“ Akkutechnologien setzt, sollte man für kommende iPhone-Modelle keine allzu großen Sprünge in Sachen Batterielaufzeit erwarten.

Heiß diskutiert wird derzeit die Frage, ob Apple noch vor dem iPhone 7 bereits in den ersten Monaten des kommenden Jahres ein iPhone „6c“ vorstellen könnte. Die Berichte beziehungsweise Gerüchte in Sachen iPhone 6c stammen unter anderem von japanischen oder chinesischen Tech-Blogs, die sich wiederum auf Quellen aus Zuliefererkreisen beziehen. Auch Analysten wie Ming-Chi Kuo und Gene Munster gehen mehr oder weniger sicher von der Einführung eines neuen 4-Zoll-iPhones im kommenden Jahr aus. Munster allerdings prognostiziert ein iPhone 6c erst für den Herbst, wenn es gemeinsam mit dem iPhone 7 vorgestellt werden soll.

Welche Argumente sprechen nun für ein iPhone 6c mit 4-Zoll-Display, unabhängig davon, ob sich in Sachen Design eher am iPhone 6 oder am iPhone 5s orientieren wird? Im Prinzip, die Tatsache dass eine entsprechende Nachfrage zu bestehen scheint, was unter anderem eine von Appleinsider zitierte Umfrage von Piper Jaffray unter 1.000 potentiell iPhone-Interessierten Kunden in den USA bestätigt . Etwa 20 Prozent der Befragten geben hier an, dass für sie die vier Zoll des iPhone 5 die optimale Smartphone-Größe sind. Ein ähnliches Ergebnis hat auch eine Umfrage unter Macworld-Lesern zu Tage gefördert . Auch unter CURVED-Autoren stieß die für viele Anwender etwas schwer handzuhabende „Zwischengröße“ (nicht richtig groß, nicht wirklich handlich) des iPhone 6 schon bei dessen Veröffentlichung nicht durchgehend auf Gegenliebe.

Im Gegensatz zum iPhone 5c, für das Apple die Nachfrage falsch eingeschätzt hat und das dem Käufern kaum Kaufanreize bot, stehen die Zeichen für einen vier Zoll großen iPhone-6-Ableger also gut, könnte Apple mit einem solchen Gerät doch ein weiteres Kundensegment für sich aktivieren.

Und sonst? Es ist wahrscheinlich, dass Apple das nächste iPhone weiter gegen mögliche Schäden durch Wasser absichert und die Verbesserungen auch erstmals offiziell vermarkten wird. Ein Patent wie dieses hier, das beschreibt wie das iPhone selbständig eingedrungene Flüssigkeiten durch integrierte Lautsprecher wieder nach außen befördert, erscheint aber in seiner Umsetzung vorerst noch eher unwahrscheinlich, wie Macworld zurecht anmerkt.

iPhone-Designstudie mit iOS 10(© 2015 YouTube/ConceptsiPhone)

iOS 10 mit iCloud-Voicemail, Multi-User-Support

Nach Aussagen von Tim Cook untersucht Apple die Möglichkeiten, vorinstallierte Apps vom Anwender zukünftig löschen lassen zu können. Allerdings soll sich die technische Umsetzung relativ kompliziert gestalten. Schön wäre eine solche Möglichkeit im für 2016 erwarteten iOS 10 auf jeden Fall, müsste man doch Wallet, Aktien & Co. dann endlich nicht mehr in einem eigenen Ordner auf dem letzten iPhone-Screen verstecken.

Noch spannender wäre ein iCloud-Voicemail-Service, den Apple laut Business Insider derzeit testen soll. Im Rahmen eines solchen Services könnte Siri eingehende Anrufe, die man selbst nicht annehmen kann, stellvertretend entgegennehmen. Hinterlassene Sprachnachrichten würden in Text transkribiert und dem Empfänger als Nachricht geschickt. Sehr praktisch, bedenkt man, dass das Abhören einer Mailbox häufig noch relativ viel Zeit in Anspruch nimmt.

Es wurde als Feature bereits für iOS 9 und später auch das iPad Pro vorausgesagt und tatsächlich erscheint es als ein weiterer logischer Schritt in der iOS-Entwicklung – zumindest für die iPad-Familie: die Einführung von Multi-User-Support. Im Gegensatz zum iPhone, das man gewöhnlich nicht mit andere Personen teilt, würde eine solche Funktion beim iPad Sinn ergeben.

Diese Funktionen, die derzeit in der Gerüchteküche diskutiert werden, sind unserer Meinung nach wünschenswert für das kommende iOS 10 und durchaus im Bereich des Möglichen.

Neues iPad Air und Apple Watch 2

Nachdem Apple im letzten Jahr keinen Nachfolger des 2014 veröffentlichten iPad Air 2 präsentierte, ist davon auszugehen, dass dieser (möglicherweise schon in der ersten Hälfte) des kommenden Jahres seinen Auftritt haben wird. Nicht zuletzt die Tatsache, dass Händler am zurückliegenden Black Friday teilweise große Rabatte auf das aktuelle Modell gewährten, spricht nach Meinung vieler Experten dafür, dass das iPad Air 3 eher früher als später zu erwarten ist. Das neue Tablet könnte im Gegensatz zum iPad Pro eine Unterstützung für 3D Touch bieten und darüber hinaus dünner und leichter werden.

Bleibt noch die Frage, ob das Nachfolgemodell der Apple Watch im nächsten Jahr kommt. Vermutlich ja, auch wenn Käufer der aktuellen Generation – ähnlich wie im Fall von Apple TV – über einen schnellen Nachfolger nicht gerade begeistert sein dürften. Beim iPhone hingegen ist man an das jährlich Upgrade gewöhnt, auch wenn es den meisten Anwendern erst im Zweijahresabstand wirklich in den Fingern juckt. Für einen baldigen Apple-Watch-Nachfolger spricht jedoch die Tatsache, dass Apple aus den Anwender- und Kritiker-Reaktionen auf die aktuelle Version bereits einiges gelernt haben dürfte und die Verbesserungsmöglichkeiten mannigfaltig sind.

Was sind Eure Wünsche an Apple für 2016? Wo muss der Konzern nachbessern? Teilt uns Eure Eindrücke in den Kommentaren mit.


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