Warum Microsoft alles richtig gemacht hat

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Das Surface Book war die Überraschung auf der Microsoft-Keynote.
Das Surface Book war die Überraschung auf der Microsoft-Keynote.(© 2015 Microsoft)

Am Dienstagnachmittag hatte sich die komplette CURVED-Redaktion mit offenen Mündern um einen Monitor versammelt und staunte. Es gab nicht etwa neue Produkte von Apple oder Google, sondern von Microsoft. Und die haben uns umgehauen.

"Das bedeutet mir alles" war einer der oft gesagten Sätze von Surface-Erfinder Panos Panay auf der Microsoft-Keynote. "98 Prozent aller Surface-Pro-3-Besitzer empfehlen es weiter. Das bedeutet mir alles." Das klang nicht übertrieben, nicht werblich, sondern einfach nur glaubwürdig. Die Redmonder sind "on fire", wie man Neudeutsch zu sagen gepflegt. Die brennen gerade für ihre Produkte. Manche Auftritte, besonders der von Brian Roper, erinnerten durch die offensichtliche Begeisterung fast ein bisschen an den legendären Monkey Dance von Ex-CEO Steve Ballmer. Dadurch hatte diese Keynote so viel mehr Feuer, als das, was ich über das komplette Jahr gesehen habe. Es ging nicht nur um schlichte Produkt-Updates. Wir haben dieses oder jenes etwas größer und schneller gemacht. Nein, es ging um ganz neue Produkte.

HoloLens macht Lust auf mehr

Da ist die HoloLens. Der Nerd-Traum. Das, was sich eigentlich alle vor drei Jahren von Google Glass versprochen haben. Mit der Brille könnt Ihr nicht nur überall in Eurer Wohnung Hologramme mit Windows-Apps, Skype-Chats & Co. an die Wände werfen. Ihr könnt damit auch spielen. In Eurem Wohnzimmer. Verzeihung. Mit Eurem Wohnzimmer. Oder anderen Räumen. Ihr setzt die Brille nicht einfach nur und sitzt trotzdem vor der Konsole. Ihr setzt die Brille auf, und plötzlich brechen Roboter durch Eure Wände. Die gilt es zu besiegen, mit Waffen, die Euch HoloLens in die Hand projiziert. Wie geil ist das denn, bitte?

Die HoloLens von Microsoft projiziert Hologramme ins Sichtfeld des Benutzers.(© 2015 Microsoft)

Keine Smartphones, sondern Hosentaschen-PCs

Da sind die neuen Smartphones Lumia 950 und Lumia 950 XL, bei denen nicht im Vordergrund steht, ob ein Chip mit vier, acht oder 16 Kernen von Intel, Qualcomm oder MediaTek drinsteckt, ob das Display Full-HD-, WQHD- oder 8K-Auflösung bietet. Bei den Smartphones geht es darum, dass sie so viel mehr sind als einfach nur Telefone mit Internetanbindung und Appstore. Sie sind der PC, den Ihr immer dabei habt, den Ihr einfach aus der Hosentasche zieht, an einen Bildschirm anschließt und dann damit loslegt. Versucht das mal mit einem Galaxy oder einem iPhone. "Wir wollen Windows 10 in Eurer Tasche zum Leben erwecken", hieß es auf der Bühne. Das ist Euch gelungen, Microsoft.

Angeschlossen an einen Bildschirm verwandelt sich das Microsoft Lumia 950 in einen Mini-PC.(© 2015 Microsoft)

Und da ist das Surface Book, mit dem die Redmonder beweisen, dass sie (endlich) verstanden haben. Denn das Surface Book ist kein Tablet mit Andock-Tastatur. Es ist ein Notebook mit abnehmbaren Display. Und was für eines. Stimmen die Angaben, könnt Ihr mit dem Gerät nicht nur ohne Probleme Videos schneiden und andere aufwändige Arbeiten erledigen, sondern auch Spiele mit richtig schicker Grafik zocken. Und das ist ein Vorteil gegenüber den MacBooks von Apple: Spiele für Windows 10 gibt es wie Sand am Meer. Auch hier verschmelzen mehrere Geräte - Arbeitsnotebook, Couch-Tablet und Spielekonsole zu einem Gerät - natürlich immer vorausgesetzt, dass die Leistung wirklich stimmt.

Chapeau, Microsoft!

Versteht mich nicht falsch: Ich bin alles andere als ein Microsoft-Fanboy. Tatsächlich habe ich mein Windows-Notebook privat wie beruflich schon vor Jahren gegen ein MacBook ausgetauscht. Doch das, was Microsoft da gestern gezeigt hat und der Enthusiasmus, mit dem es präsentiert wurde, hat mich angesteckt. Dass es sich beim Surface Pro 4 und beim Microsoft Band 2 tatsächlich nur um Produktpflege handelt: geschenkt! Die Idee, das Smartphone auch als PC zu benutzen, haben die Entwickler (aus der Ferne betrachtet) überragend umgesetzt. Richtig angetan hat es mir aber das Surface Book. Von der HoloLens will ich gar nicht anfangen. An diesem Abend stimmte einfach alles: motiviertes Personal, tolle Produkte: super! "Das bedeutet mir alles." Ganz ehrlich: Das glaube ich. Chapeau, Microsoft. Alles richtig gemacht!


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