WhatsApp und Facebook: EU-Datenschützer fordern Ende des Datenaustauschs

Wird WhatsApp-Chef Jan Koum zu dem offenen Brief Stellung beziehen?
Wird WhatsApp-Chef Jan Koum zu dem offenen Brief Stellung beziehen?(© 2013 CC: Flickr/Hubert Burda Media/Robert Schlesinger)

Datenschützer der sogenannten Artikel 29 Datenschutzgruppe (WP29) fordern WhatsApp-Chef Jan Koum in einem offenen Brief dazu auf, den Datenaustausch mit Facebook zu unterbinden. Zudem verlangt das Gremium Antworten: Wohin gehen die Daten, wer kann sie einsehen und was sind die Folgen?

Laut der offiziellen Pressemitteilung der WP29 äußere man "ernste Bedenken hinsichtlich der Informationsweitergabe innerhalb der 'Facebook-Unternehmensfamilie'". WhatsApp solle daher alle relevanten Informationen schnellstmöglich preisgeben und die Weitergabe unverzüglich stoppen. Vorerst blieben nämlich zahlreiche Fragen offen. Wie bindend ist die Einwilligung in die Weitergabe überhaupt? Und welche Rechte haben WhatsApp-Nutzer, die gar kein Facebook-Konto besitzen?

Rechtliche Schritte werden geprüft

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des offenen Briefes sind kaum zwei Wochen vergangen, seit Facebook gegen ein Verbot des Datenaustauschs geklagt hat. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hatte zuvor erwirkt, dass WhatsApp-Nutzerdaten nicht mehr von dem Social-Network-Riesen gespeichert werden dürfen. Eine Reaktion blieb allerdings aus.

Da ist es wenig verwunderlich, dass sich mit der Artikel 29 Datenschutzgruppe nun ein EU-Gremium in den Fall einschaltet. Konkrete rechtliche Folgen drohen WhatsApp und Facebook durch den Brief zwar nicht, die Datenschützer der WP29 haben aber eine eigene Untergruppe eingerichtet, die mögliche Maßnahmen gegen die Unternehmen untersuchen soll. Das nächste Treffen der Mitglieder soll im November erfolgen. Bis dahin haben sich vielleicht auch schon Verbraucherschutzverbände für eine Klage gegen Facebook durchgerungen.

Weitere Artikel zum Thema
Face­book könnte Echo-Show-Konkur­ren­ten noch im Septem­ber vorstel­len
Francis Lido
Stellt Mark Zuckerberg bald Portal vor?
In Kürze soll es interessante Neuigkeiten von Facebook geben: Die Enthüllung von "Portal" steht wohl unmittelbar bevor.
Face­book Watch: YouTube-Konkur­rent ist ab sofort welt­weit verfüg­bar
Michael Keller
Facebook Watch bietet Videos aus unterschiedlichen Bereichen
Facebook Watch ist da: Das soziale Netzwerk will sich nun auch in Deutschland als Plattform zum Entdecken von Videos etablieren.
Face­book soll Dating-Funk­tion bereits testen
Christoph Lübben
Ist Facebook bald das neue Tinder?
Facebook arbeitet an einem Dating-Feature, das wohl schon intern getestet wird. Screenshots zeigen nun offenbar Details zur Profileinrichtung.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.