Huawei P30 Pro im Test: das Smartphone mit vier Kameras im Hands-on

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Das Huawei P30 Pro mit vier Kameras.
Das Huawei P30 Pro mit vier Kameras.(© 2019 CURVED)

Mit dem Huawei P30 Pro will das Unternehmen aus China erneut die Kamerabestenlisten dominieren. Dabei muss man vor allem sich selbst schlagen. Schließlich werden die Bestenlisten von Huawei-Geräten dominiert. Damit Helfen sollen dabei gleich vier Kameras. Ein Hands-on.

2018 hatte Huawei eine Smartphone-Sensation vorgestellt: Das Huawei P20 Pro kam mit gleich drei Kameras auf der Rückseite. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sollte jeder Nutzer bei jeder Gelegenheit gute Fotos machen können. Das Ergebnis sprach für sich: In unserer Bestenliste war das Smartphone lange Zeit auf Platz 1 zu finden, bei den Experten von DxOMark steht es, punktgleich mit dem Huawei Mate 20 Pro und dem Samsung Galaxy S10, noch immer ganz oben. Schlagen soll die beiden Geräte nun die Konkurrenz aus dem eigenen Hause: das Huawei P30 Pro. Hauptaugenmerk liegt auch hier auf dem Kamerasystem. Das besteht diesmal aus gleich vier Sensoren, die einige Tricks auf Lager haben.

Vier Kameras für gute Bilder im Dunkeln

Im Vordergrund steht ein Wort: "Licht". Wer gute Fotos schießen will, der braucht viel Licht. Huawei hat deswegen seinen RGB-Sensor (Rot, Grün, Blau) komplett überarbeitet und aus dem G wie Grün ein G wie Gelb gemacht. Dadurch soll der Sensor mehr Licht einfangen. Damit das möglich ist, musste das Unternehmen außerdem seine Kamera-Software komplett überarbeiten. Besonders von Vorteil sind die Änderungen natürlich dann, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind. Kein Wunder, dass Huawei auch von einem verbesserten Nachtmodus spricht.

Das Display des P30 Pro misst 6,47 Zoll in der Diagonalen.(© 2019 CURVED)

Der von 2018 hat zwar auch überzeugt, konnte aber nicht mit Googles "Night Sight"-Funktion mithalten. 2019 sieht das anders aus. Wir konnten uns den neuen Modus bei Dunkelheit bereits ansehen und haben ihn mit der Funktion im Pixel 3 XL verglichen. Das überraschende Ergebnis: Diesmal konnte Google nicht mithalten. Ein Gemälde von van Gogh, fotografiert in fast absoluter Dunkelheit, konnte das P30 Pro deutlich besser darstellen. Hierbei handelt es sich allerdings um einen kurzen ersten Eindruck. Ob sich das P30 Pro auch im Test so deutlich absetzen kann, wird sich zeigen.

Maßgeblich beteiligt an den schicken Bildern aus dunklen Umgebungen ist die neue vierte Kamera im Bunde. Eine sogenannte "Time of Flight"-Kamera (TOF), die auch in anderen Smartphones wie dem LG G8 ThinQ oder Nokia 9 Pureview verbaut ist. Sie dient beim P30 Pro dazu, mehr Licht einzufangen, erfasst aber auch Tiefeninformationen. Dieses soll Porträt-Fotos zugute kommen: Das P30 Pro soll automatisch erkennen, welche Bereiche stärker belichtet werden müssen und welche weniger. Huaweis Versprechen: Ihr sollt bei jedem Licht schicke Porträts schießen können.

Zoom, Zoom, Zoom

Die nächste große Verbesserung ist der Zoom. Das P20 Pro hatte einen dreifach optischen Zoom. Beim P30 Pro ist eine fünffache optische Vergrößerung möglich. Das schafft das Smartphone durch die Bauweise der Linse. Die ist um 90 Grad ins Gehäuse eingebaut. Ein Prisma leitet das Licht weiter. Die Bauweise war nötig, damit das Smartphone dünn bleiben kann. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) soll ein achtfach verlustfreier Zoom zur Verfügung stehen. Huawei spricht hier von einem Hybrid-Zoom. Digital zoomt das P30 Pro aufs 50-fache heran. Beim Knipsen braucht ihr dann ein ruhiges Händchen. Allzuoft verwies das Smartphone nach der Aufnahme darauf, dass das Bild noch nachbearbeitet werden müsse. Beim Ausprobieren kam allerdings eine Kamera-Software zum Einsatz, die noch nicht final war.

Tief im Gehäuse liegt die dritte (l.u.). Sie bietet einen fünffach optischen Zoom.(© 2019 CURVED)

Abgerundet wird das „Vier gewinnt“-System von einer Ultraweitwinkelkamera mit 20 Megapixeln (f/2.2), die sich in der Kamera-App aktivieren lässt und dafür sorgen soll, dass ihr mehr aufs Bild bekommt. Das sah auf einer Bootstour durch Amsterdam schon sehr gut aus. Richtig überzeugen kann das Smartphone aber erst dann, wenn wir uns die Ergebnisse an einem großem Bildschirm ansehen können. Letzte Kamera im Bunde ist die sogenannte Huawei SuperSpectrum Lens mit 40 Megapixeln (f/1.6).

Smartphone mit Top-Ausstattung

Neben allen Kamerafunktionen darf man aber nicht vergessen, dass das P30 Pro „nebenbei“ auch noch ein Smartphone ist. Hier liefert der Hersteller solide ab, bricht aber nicht aus dem üblichen „Glas vorn, Glas hinten“-Schema aus, dass nun seit einigen Jahren den Look der Top-Geräte dominiert. Ja, es fühlt sich edel und hochwertig an, nein, etwas besonderes ist das nicht mehr. Immerhin wird die Glasrückseite durch die neuen Farben und Farbverläufe zum Hingucker. Wo andere Hersteller auf Schwarz und Weiß setzen, ist das Treiben bei Huawei in Orange oder in Übergängen von Orange zu Rot („Amber Sunrise“) Hellblau zu Dunkelblau („Breathing Crystal“) und von Blau zu Grün (Aurora) hübsch anzusehen und so bunt wie es die kreativ gewählten Namen vermuten lassen.

Die Notch des P30 Pro ist minimal.(© 2019 CURVED)

Vorn gibt es das übliche Bild. Der 6,47 Zoll große Bildschirm soll durch eine kleine, Aussparung in Tropfenform vergrößert werden. In dieser sogenannten Notch sitzt die Selfie-Kamera mit 32 Megapixeln. Einen Lautsprecher gibt es nicht. Stattdessen soll der Sound beim Telefonieren übers Display transportiert werden. Heißt auch: Wer laut Musik hören will, dem steht nur der Lautsprecher an der Unterseite zur Verfügung. Wie beim Mate 20 Pro sitzt auch beim P30 Pro der Fingerabdrucksensor unter dem Display. Beim kurzen Ausprobieren funktionierte er tadellos.

Beim Display selbst handelt es sich um einen gekrümmten OLED-Bildschirm, der mit 2340x1080 Pixeln (FHD+) auflöst. Das ist nicht so viel, wie etwa das Galaxy S10 Plus oder das Xperia 1 anzeigen, reicht aber locker für ein gestochen scharfes Bild. Im Inneren taktet der vom Mate 20 Pro bekannte Kirin 980, dazu gibt es acht Gigabyte Arbeitsspeicher und wahlweise 128 oder 256 GB Datenspeicher. Nachrüsten könnt ihr Speicher nur mit Huawei eigenen Karten, normale microSD-Karten passen nicht ins P30 Pro.

Geladen wird das Smartphone über den USB-C-Anschluss, einen Anschluss für Kopfhörer gibt es nicht. Der Akku fasst 4200 mAh und soll dank Unterstützung für 40 Watt SuperCharge besonders schnell aufladen. Komplett leer soll das Smartphone nach 30 Minuten bis zu 70 Prozent aufgeladen sein. Wie das Mate 20 Pro könnt ihr auch das P30 Pro kabellos laden – und andere Smartphones mit dem Gerät selbst aufladen. Durchhalten soll der Akku laut Huawei zwei Tage oder, wenn ihr es richtig ernst meint, einen vollen Tag. Als Betriebssystem ist Android 9 Pie installiert. Darüber legt Huawei die eigene EMUI-Oberfläche in der Version 9.1.

  • Display: gekrümmtes OLED, 6,47 Zoll, 2340 x 1080 Pixel
  • Prozessor: Kirin 980
  • Arbeitsspeicher: 8 GB
  • Speicher: 128 oder 256 GB
  • wasserdicht nach IP 68
  • Kamera: Vierfachkamera mit 40, 20 und 8 Megapixel, TOF-Kamera, fünffach optischer Zoom
  • Frontkamera: 32 MP
  • Betriebssystem: Android Pie
  • Farben: Pearl White (Weiß), Breathing Crystal (von Hellblau auf Dunkelblau), Black (Schwarz), Amber Sunrise (Von Orange in dunkles Rot), Aurora (Blau in Grün)

Vorläufiges Fazit

Besonders im Dunklen konnte die vierfache Kamera das Huawei P30 Pro schon beim Ausprobieren überzeugen. Ganz klar: Auch mit diesem Gerät der P-Serie will Huawei die Fotografen unter euch ansprechen. Auch die restliche Ausstattung gehört zur Oberklasse. Ob das P30 Pro im Vergleich zu den Galaxy-S10-Modellen oder der iPhone-Xs-Reihe mithalten kann, oder die Konkurrenz leistungstechnisch deklassiert, finden wir im Test heraus. Die bisherigen Huawei-Geräte müssen aber definitiv um ihre Spitzenpositionen fürchten.

Preise und Verfügbarkeit

Das Huawei P30 Pro könnt ihr ab sofort vorbestellen. Ausgeliefert und in den Handel kommt das Smartphone im April. Die unverbindliche Preisempfehlung für die Variante mit 128 Gigabyte Speicher liegt bei 999 Euro. Für 256 Gigabyte müsst ihr 1099 Euro einplanen. Die 512-GB-Version erscheint hierzulande nicht.


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