Jabra Elite Sport: die In-Ears mit eingebautem Fitness-Coach im Test

Die Jabra Elite Sport mit Lade-Etui
Die Jabra Elite Sport mit Lade-Etui(© 2017 CURVED)

Jabras neuer komplett kabelloser Bluetooth-Hörer "Jabra Elite Sport" bringt nicht nur Bass ins Training, sondern misst die Herzfrequenz und will eure Fitness dank integriertem App-Coach, Crossfit-Tracking und individuellen Trainingsplänen auf ein neues Level heben. Ob das auch funktioniert, klären wir im Test.

Längst kann sich Jabra mit Anbietern wie Sony, Beats oder Bose messen: Schließlich war es der dänische Audio-Spezialist selbst, der vor rund drei Jahren die weltweit ersten Bluetooth-Hörer mit Herzfrequenzmessung über das Innenohr auf den Markt brachte. Tatsächlich ist das Angebot hochwertiger Bluetooth-In-Ears bis heute sehr übersichtlich – vor allem im Hinblick auf Sport-Features über die Pulsmessung. Die haben aber ihren Preis: 249,99 (UVP) Euro kosten die Jabra Sport Elite derzeit. Verglichen mit anderen hochwertigen Bluetooth-Hörern, wie etwa den Apple AirPods für 179 Euro, muss man sich bewusst machen, dass man dieses hübsche Sümmchen eben vor allem in den integrierten Fitness-Coach investiert. Wir haben das Zusammenspiel von Hardware und Fitness-Software für euch getestet.

Der Tragekomfort: gut

Eher unspektakulär, wie zwei unförmige schwarze Murmeln mit Flügelchen, kommen die Elite Sport In-Ears daher und fühlen sich trotz ihrer leichten 6,5 Gramm pro Seite erstmal etwas sperrig im Ohr an: Doch gerade diese "Earwings" garantieren extrem guten Halt ohne zu drücken, selbst bei sportlichen Höchstleistungen. Tatsächlich braucht es nur den richtigen Dreh, und schon keilen sich die weichen Silikon-Häkchen perfekt in die Ohrmuschel. Etwas Geduld braucht es, bis man die optimale Kombination aus den jeweils drei Earwings und Aufsätzen gefunden hat: Dann lassen die Ohrstöpsel auch so gut wie keine Außengeräusche mehr durch. Auf dem Fahrrad im Stadtverkehr reicht allerdings der rechte Ohrhörer, der den Puls misst und mit den Tasten für die Lautstärke ausgestattet ist. Oder aber man lässt beide drin und schaltet den linken mit einem Knopfdruck bei Bedarf aus.

Die Akkulaufzeit: absolut ausreichend

An den Außenseiten der Ohrstöpsel sind jeweils zwei Tasten angebracht:  Links reguliert ihr die Lautstärke und spult vor oder zurück, rechts lassen sich Workouts anhalten, Anrufe entgegennehmen oder auch der Sport-Coach stummschalten. Ebenso könnt ihr über das rechte Ohr Siri oder Google Assistant auf den Plan rufen.

Mit den In-Ears gibt es nicht nur satten Bass auf die Ohren, sondern auch eine ansehnliche Akkulaufzeit: Die Hörer halten mit 4,5 Stunden Akkulaufzeit einen Marathon durch. Die mobile Ladestation erweitert das Pensum laut Hersteller auf insgesamt 13,5 Stunden, abzüglich der Ladepause. Danach hängt man die stylische schwarze Schatulle einfach über micro-USB ans Stromnetz und kann über das rote beziehungsweise grüne LED-Licht den Ladestand nachvollziehen. Auch die In-Ears selbst sind mit einem LED-Licht ausgestattet und signalisieren ihren Betriebszustand. Blau leuchtet es, wenn die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone erfolgreich hergestellt wurde.

Die hatte im Test auch selten Aussetzer, und auch nur beim Joggen und nicht beim Telefonieren. Allerdings hat es bei der ersten Kopplung einige Versuche gekostet, bis Smartphone und In-Ears sich über Bluetooth gefunden hatten. Steht die Verbindung einmal, schalten sich die Ohrstöpsel beim Öffnen der Transportbox automatisch ein und verbinden sich, sofern Bluetooth auf dem Handy aktiviert ist. Bei Nicht-Nutzung gehen sie auch von alleine wieder aus.

Der Klang: okay

Die Sport-Hörer bringen einen schönen Bass auf die Ohren, der Sound ist klar und  solide, allerdings nicht so spektakulär satt wie etwa bei den Beats X. Die sind aber auch mit einem Kabel verbunden. Dafür ist Jabra vor allem für seine Kommunikationslösungen im Businessbereich bekannt. Dementsprechend gut ließ sich im Test mit den In-Ears telefonieren – wenn es denn beim Workout unbedingt sein muss. Einziger Minuspunkt sind die winzigen Druckknöpfe auf den Hörern: Die lassen sich zwar mit dem unbehandschuhten Zeigefinger noch gut ertasten, allerdings muss man sie schon kräftig drücke – was etwas unangenehm im Ohr sein kann. Hier hätte ich mich sensiblere Druckknöpfchen gewünscht – vielleicht ähnlich wie bei den Samsung Gear IconX.

Jabra Elite Sport trumpft mit umfangreichen Fitness-Funktionen.(© 2017 CURVED)

Trumpf ist bei den Sport Elite allerdings der Sport-Coach: Die gesprochenen Live-Updates kommen über eine angenehme Damen-Stimme, die die Musik kurz ausfadet, damit ich auf meinem sportlichen Kurs bleibe.

Die Sport-Features im Check

Wer die Jabra Elite kauft, der wird sich auch für die Sport-Features interessieren – ansonsten könnte man sich den integrierten Fitness Coach und damit auch viel Geld sparen: Kommen wir nun also zu der Frage, ob der integrierte Trainer den Aufpreis wert ist.

Für das Tracking braucht es zunächst die App „Jabra Sport Life“ (kostenlos für Android und iOS). Es ist dieselbe App, mit denen auch die Vorgängermodelle Jabra Sport Coach, Pulse und Pace arbeiten. Damit könnt ihr euer Training planen, tracken und analysieren: Die App berücksichtigt dabei das aktuelle Fitnesslevel, die Fitnessziele und schätzt aufgrund der Trainingsintensität sogar die Zeit, die der Körper zur Regeneration braucht. Das Fitnesslevel ermittelt die App über den sportwissenschaftlichen VO2max-Test: Hierbei wird berechnet, wie gut der Körper mit dem aufgenommenen Sauerstoff während einer 15-minütigen relativ hohen Belastung haushalten kann.

Egal ob beim Laufen, und Fahrradfahren in- oder outdoor, beim Skifahren, Skaten, Spinning oder Crosstraining: Jabra Elite begleitet euch mit Live-Coaching durchs Training. Vielleicht wollt ihr euch auch alle paar Kilometer oder Minuten über eure Entfernung, Trainingseffekte, verbrannte Kalorien, Tempo, Split-Tempo oder Trittfrequenz informieren lassen? Die wichtigsten Werte beziehen sich natürlich auf den Puls: Jabra Elite kommt hier auf sehr zuverlässige Werte – präziser als ein Fitnesstracker sie über das Handgelenk ermitteln könnte. Und die richtige Pulszone ist der entscheidende Faktor für Trainingsfortschritte. Die könnt ihr mit den Elite In-Ears übrigens bei Wind und Wetter anstreben: Die Hörer sind wasserdicht bis ein Meter und schweiß- und staubresistent. Eure Sporteinheiten könnt ihr mit den Apps Strava, Endomondo, MapMyFitness, RunKeeper und Runtastic synchronisieren – allerdings leider nicht mit den Health-Plattformen von Google, Apple, Fitbit und Co.

Wie funktioniert das Cross-Training mit der "Jabra Sport Life"-App?

Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ist Jabras Sport Elite in der Lage, komplexe Bewegungsabläufe zuzuordnen: Dank des integrierten 3-Achsen-Beschleunigungssensors zählen die Ohrhörer Burpees, Klimmzüge oder Liegestütze – zumindest, wenn ich dabei nicht unnatürlich mit dem Kopf wackle. Cross-Training bedeutet in diesem Fall Krafttraining im hochintensiven Intervall-Format. Nutzer können entweder aus 13 vorgefertigten Workouts für verschiedenen Muskelgruppen zwischen 5 und 30 Minuten wählen, oder aber eigene Übungspläne in der App zusammenstellen. Knapp 60 Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder Trainings-Equipment wie der Kettlebell stehen zur Verfügung – inklusive Anleitung in Form von YouTube-Videos. Die  Tonsingnale über die Ohrhörer führen euch dann durch die Intervalle. So macht das Training wirklich Spaß, denn hier ist man auf keine externe Fitness-App oder Timer mehr angewiesen.

Fazit: sportliche Höchstleistung bei solider Klang-Performance

Wer eher nach einem digitalen Trainingspartner als nach einem Paar solide Outdoor-Kopfhörer ohne Kabelsalat sucht, sollte die Elite Sport von Jabra für rund 250 Euro in Erwägung ziehen: Die geballten Fitness-Features können sich sehen lassen. Nicht nur, weil die Ohrhörer verschiedenste Sportarten tracken, sondern auch, weil die Jabra Sport Life App gelungen ist. Die Fülle an Sportwerten sind übersichtlich dargestellt, und der App-Coach dokumentiert diese nicht einfach nur, sondern nutzt sie für Trainingsempfehlungen. Das ist wirklich ein Mehrwert für Nutzer, die sich eventuell auf einen Marathon vorbereiten wollen oder auch nur ihre Fitness auf ein neues Level bringen wollen – egal ob im Kraft- oder Ausdauerbereich.

Nicht nur die Software ist top, auch die verbaute Herzfrequenzmessung ist sehr präzise –auch dank der verschiedenen Aufsätze für unterschiedliche Ohrtypen. Nur in Sachen Klang ist für sportliche Musikliebhaber noch Luft nach oben. Der Bass hingegen ist schön voll und in Sachen Sport-Features vollbringt Jabra mit den Elite Sport wirklich Höchstleistungen – und die ersetzten jedes Fitnessarmband – zumindest, wenn ihr keinen Wert legt auf das Tracking im Alltag. Einziger Wermutstropfen ist hier allerdings, dass Jabra die Sportwerte noch nicht für andere Tracking-Apps oder Gesundheits-Plattformen zur Verfügung stellt.


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