Polaroid Cube im Test: Magnetischer Actionkamera-Würfel

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Polaroid Cube
Polaroid Cube(© 2014 CURVED)

Polaroid ist wieder da und hat neben neuen Sofortbildkameras wie der Socialmatic mit dem Polaroid Cube auch eine optisch ansprechende Actionkamera in Würfelform im Sortiment. Um sich gegen den Platzhirschen GoPro durchzusetzen, muss sie aber noch mehr können.

Nachdem Shu die Polaroid Cube ausgepackt hat, hat er sich in den wohlverdienten Urlaub verabschiedet, so dass ich mit der Actionkamera herumspielen durfte. Der kleine Würfel ist handlich und passt in jede Jackentasche. So lässt er sich schnell einpacken und überall mit hinnehmen.

Optisch gefällt mir die Cube-Kamera - auch weil sie mit der typischen Form von Kameras bricht und an die quadratischen Logos von so mancher Foto-App erinnert. Polaroid hat einen kleinen Handschmeichler geschaffen, der sich schön anfühlt und angenehm in der Hand liegt. Allerdings wird man mit der Actionkamera nur selten direkt aus der Hand filmen.

Ein Knopf reicht zur Bedienung

Die Bedienung gestaltet sich sehr simpel. Es gibt nur einen Knopf auf der Oberseite des Würfels. Mit langem Drücken schaltet man die Kamera ein oder aus. Ein kurzes Drücken, und die Cube nimmt ein Foto mit einer Auflösung von sechs Megapixeln auf. Um die Videoaufnahme zu starten, drückt man einfach zwei Mal hintereinander. Die kleine LED auf der Oberseite blinkt dann rot. Im Standby-Modus leuchtet sie grün und während der Aufnahme eines Fotos ein Mal rot auf.

Nach einigen Minuten Inaktivität schaltet sich die Kamera automatisch ab, was insofern sinnvoll ist, da der Akku nicht supergroß ist. Er soll für 90 Minuten Filmaufnahmen ausreichen, wobei ich im Test nicht an diese Grenze gekommen bin, da ich die Cube immer schon vorher zur Datenübertragung angeschlossen habe und sich dabei nebenbei der Akku auflädt.

Das Gehäuse des Polaroid Cube ist spritzwassergeschützt und wetterfest. Das heißt Filmen im Regen und durch Pfützen fahren sind kein Problem, aber wenn es wirklich unter die Wasseroberfläche geht, muss ein Tauchgehäuse her. Auf der Rückseite befindet sich eine Abdeckung, unter der sich ein Micro-USB-Anschluss und Platz für die Speicherkarte befindet. Zudem kann ich hier mit einem Schalter festlegen, ob die Kamera Videos mit 720p oder 1080p - jeweils mit 30 Bildern in der Sekunde - aufnimmt.

Die Abdeckung lässt sich am besten mit einer Münze öffnen. Die darf allerdings nicht zu groß sein, 5, 10 oder 20 Cent sind ideal. Alternativ kann es auch mit dem Kopf eines Schlüssels klappen, für die Fingernägel ist der Verschluss allerdings zu fest. Diese Art von Verschluss erscheint im ersten Moment unproblematisch, führt allerdings dazu, dass man immer eine passende Münze dabei haben muss. Sonst kann man weder Videos herunter-, noch der Akku aufladen und auch nicht die Videoauflösung ändern.

Kleiner Magnet mit wenig Kraft

Auf der Unterseite des Polaroid Cube befindet sich ein kleiner Magnet, mit dem die Kamera an Oberflächen aus Metall hängen bleibt - auch quer und kopfüber. Allerdings reicht der Magnet nicht für bewegte Objekte aus, da die Cube ohne eine richtige Halterung schon bei leichten Erschütterungen verrutscht oder sogar herunter fällt - und stoßfest ist die Kamera nicht.

Die Cube hat keinen Bildschirm und überträgt seine Bilder auch nicht per WLAN. Eine Kontrolle des Bildausschnitts ist so während des Drehs nicht möglich, aber auch nicht unbedingt nötig. Wenn ich in Action bin, habe ich gar keine Lust und Zeit, den Bildausschnitt zu kontrollieren. Zudem weiß man ja, in welche Richtung die Linse zeigt und kann nach den ersten Aufnahmen gut den Ausschnitt einschätzen, den die Cube mit ihrer 35-Millimeter-Festbrennweite und einem 124-Grad-Blickwinkel erfasst.

Auf einen internen Speicher verzichtet Polaroid beim Cube. Stattdessen müsst Ihr eine microSD-Karte einlegen, wobei die Kamera nach Herstellerangaben mit Kapazitäten von bis zu 32 Gigabyte arbeiten kann. Zur Orientierung: Fünf Minuten Full-HD-Video vom Cube sind ungefähr 300 Megabyte groß.

Echte Farbe, gebogene Motive und leiser Ton

Der Polaroid Cube scheint mit einem fixen Fokus zu arbeiten, der alle Objekte, die weiter als etwa fünf Zentimeter entfernt sind, scharf erscheinen lässt. Die Aufnahmen wirken farbecht, erscheinen aber trotzdem etwas blass. Das könnte aber auch an dem wolkenverhangenen Hamburger Himmel liegen. Die Detailgenauigkeit reicht für bewegte Bilder aus, zum Extrahieren von Standbildern sind die Aufnahmen allerdings nicht scharf genug. Am Rand sind starke Wölbungen zu erkennen, aber genau die machen ja den Look von Action-Videos aus, wenn wir mal ehrlich sind.

Die Linse mit einer Blende von F2.0 kommt mit Veränderungen der Helligkeit, wie zum Beispiel bei einer Fahrt durch einen Tunnel, gut zurecht und gleicht sie schnell aus. Das Mikrofon liefert Umgebungsgeräusche, die die Atmosphäre verstärken und auch gesprochene Worte sind gut zu verstehen. Insgesamt wirkt der Ton etwas leise, was sich aber mit Hilfe des Lautstärkereglers am Wiedergabegerät ändern lässt. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Polaroid Cube längere Videos in fünf Minuten lange Abschnitte unterteilt, wobei die Dateien nahtlos aneinander anschließen und sich mit einem Schnittprogramm ohne Pausen zusammenfügen lassen.

Aber wie kommen die Bilder jetzt auf Euren Rechner? Da gibt es zwei Wege. Entweder nehmt Ihr die microSD-Karte heraus und legt sie in ein Kartenlesegerät ein oder Ihr schließt die Cube mit einem USB-Kabel am Rechner an. Die Kamera erscheint als eigenes Laufwerk und die MOV- (H.264) und JPEG-Dateien lassen sich auf herkömmlichen Wege kopieren.

Polaroid packt ein Programm für Windows und OS X auf die Kamera, mit der ich einige Einstellungen verändern könnte, wenn die Software auf dem Mac nicht ständig abstürzen würde. Ich könnte zwischen 50 und 60 Hertz wählen, einen Zeitstempel auf den Videos aktivieren oder Datum und Uhrzeit mit dem Rechner synchronisieren. Zusätzlich sehe ich eine "Speichern"-Schaltfläche, kann aber nicht ausprobieren, was nach einem Klick passiert.

Was wäre eine Actionkamera ohne Zubehör

Eine Actionkamera ist ohne ihr Zubehör nicht viel wert, denn auch eine GoPro will niemand die ganze Zeit in der Hand halten. So ist auch die Cube für sich betrachtet nur ein nettes Spielzeug, und mit ihrem Magneten alleine nicht für den Action-Einsatz geeignet. Daran hat Polaroid gedacht und bietet entsprechendes Zubehör an.

Zur Auswahl stehen unter anderem ein Unterwassergehäuse, ein Saugnapf, Halterungen zum Anbringen an Helmen und Fahrrädern sowie Adapter zum Befestigen auf Stativen oder an Gurten und Riemen. Für den Test stand leider nur die Kamera zur Verfügung, so dass ich das gesamte Ökosystem nicht bewerten kann. Als Kamera an sich ist die Polaroid Cube gut und brauchbar, bietet im Endeffekt aber nicht mehr als andere Actionkameras. Begeisterung, wie damals bei der ersten GoPro kommt nicht auf.

Mit einem Preis von 99 Euro wirkt die Polaroid Cube im Vergleich zu GoPro-Modellen wie der neuen und 380 Euro teuren GoPro Hero 4 Silver günstig. Inzwischen hat der Actionkamera-Pionier mit der neuen Hero für 125 Euro aber wieder ein günstiges Modell mit Full-HD-Auflösung im Angebot, das mit dem großen Angebot an GoPro-Zubehör kompatibel ist.

Zudem sind im Lieferumfang bereits ein wasserdichtes Gehäuse, zwei Klebe-Halterungen und eine Schnellspannschnalle enthalten. Würde man Vergleichbares für den Cube extra kaufen, käme man schnell auf einen Preis von über 150 Euro. Am Ende fällt also sogar der günstige Preis für die Actionkamera von Polaroid weg. Es als großes Plus vor allem das schicke, verspielte Design und die einfache Bedienung...


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