Apple: So soll der Video-Streaming-Dienst gegen Netflix und Co. bestehen

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Ende März 2019 wird Tim Cook wohl Apples Video-Streaming-Dienst vorstellen
Ende März 2019 wird Tim Cook wohl Apples Video-Streaming-Dienst vorstellen(© 2015 Apple)

Am 25. März 2019 wird Apple aller Voraussicht nach seinen Video-Streaming-Dienst im Detail vorstellen. Die Vorbereitungen für den Launch sind allerdings noch nicht abgeschlossen, wie nun aus einem Bericht hervorgeht.

Bloomberg zufolge arbeite Apple derzeit daran, Partner ins Boot zu holen, die zumindest zu Beginn den Großteil der Inhalte bereitstellen sollen. Dabei handele es sich im Wesentlichen um die US-TV-Sender HBO, Showtime und Starz. Auf HBO laufen in den USA unter anderem "Game of Thrones", "True Detective" und "Westworld". Die bekanntesten Showtime-Serien sind "Homeland", "Shameless", "Billions" und "The Affair". Starz wiederum zeichnet für "American Gods", "Power" und "Outlander" verantwortlich.

Kaum eigene Inhalte zum Launch

Die drei Pay-TV-Sender zählen in den USA zu den beliebtesten. Ungenannten Quellen zufolge sei eine Einigung mit Apple wahrscheinlich, letzte Details seien aber noch zu klären. Unter anderem müssten die Unternehmen noch hinsichtlich Marketing, Promotion und Nutzererlebnis zusammenfinden. Eine Einigung sei für Apple vor allem auch deshalb wichtig, weil das Unternehmen zum Launch kaum eigene Inhalte bereitstellen werde. Der Großteil der Eigenproduktionen befinde sich derzeit noch in Entwicklung.

Die auf Apple-Geräten vorinstallierte TV-App bietet (zahlenden) Nutzern in den USA bereits Zugriff auf Inhalte von HBO und anderen TV-Sendern. Allerdings leitet sie dafür zu den Apps der jeweiligen Anbieter weiter. Bei Apples Streaming-Dienst werde das nicht der Fall sein. Die Ausstrahlung soll direkt über die neue Plattform erfolgen. Dies könnte Apple Analysten zufolge dabei helfen, in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Abonnenten zu gewinnen.

"Carpool Karaoke": Eine der wenigen bereits verfügbaren Apple-Produktionen(© 2017 Apple/CBSTelevision Studios)

Ohne Netflix und Hulu

Keinen Deal werde es mit Netflix und Hulu geben. Grund dafür sei, dass die beiden großen Streaming-Dienste Apple keine Kontrolle über das Nutzererlebnis und die Daten ihrer Angebote geben wollen. Netflix bietet seine Abos darüber hinaus nicht mehr über den App Store an und hat Apple damit einer lukrativen Einnahmequelle beraubt. HBO, Showtime und Starz streamen ihre Inhalte ebenfalls über eigene Apps. Dass Apples neuer Dienst damit konkurrieren wird, sei ebenfalls ein Gesichtspunkt, der bei den Verhandlungen eine nicht unwesentliche Rolle spiele.

HBO-Serien in Deutschland?

Welche Auswirkungen eine Partnerschaft mit HBO und Co. für das deutsche Programmangebot haben könnte, bleibt abzuwarten. Die Rechte an vielen Serien von HBO, Showtime und Starz sind hierzulande bereits anderweitig vergeben. Größtenteils liegen sie bei Sky, wo bislang unter anderem die aktuellen Folgen laufen von: "Game of Thrones", "True Detective",  "Westworld", "Billions", "Shameless" und "Power".

An "American Gods" wiederum hat sich Amazon die Exklusivrechte für Deutschland gesichert. Dementsprechend ist es unwahrscheinlich, dass Apples Streaming-Dienst hierzulande Zugriff auf das Angebot der genannten US-TV-Sender bieten wird. Außerdem startet die neue Plattform hierzulande voraussichtlich etwas später als in den USA.

Die Rechte an der HBO-Serie "Game of Thrones" liegen hierzulande bei Sky(© 2015 HBO)

Eigenproduktionen von Apple

Wie bereits erwähnt, wird der Großteil von Apples Eigenproduktionen zu Beginn wohl noch nicht bereitstehen. Zu den wenigen Ausnahmen wird vermutlich "Carpool Karaoke" zählen, das bereits über die TV-App empfangbar ist. Die Weichen für ein attraktives eigenes Portfolio sind aber bereits gestellt.

Apple hat diverse TV-Fachleute verpflichtet und sich die Rechte an diversen vielversprechenden Produktionen gesichert. Dazu zählen beispielsweise eine Serie mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon. Außerdem befinden sich Produktionen von Oprah Winfrey, M. Night Shyamalan, J.J. Abrams und Steven Spielberg in der Entwicklung.


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