Beats-Deal: Jimmy Iovine, Apples neuer Impresario?

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Jimmy Iovine: Besitzt der Musikmogul das Apple-Gen?
Jimmy Iovine: Besitzt der Musikmogul das Apple-Gen?(© 2014 Beats Music, CURVED Montage)

Alle reden über Dr. Dre  – doch der eigentlich kreative Kopf hinter Beats ist Jimmy Iovine. Der 61-Jährige ist ein Musikmogul alten Schlages, mit dem Apple sein AllStar-Management erweitert. Allein: Ist Iovine mehr schmückendes Beiwerk als Impulsgeber? 

Tag sechs der Übernahmegerüchte um Beats – und immer noch kein Ende in Sicht. Warum nur blättert Apple 3,2 Milliarden Dollar für einen Kopfhörer-Hersteller bzw. einen Streaming-Anbieter hin, der es auf gerade mal auf 111.000 Nutzer bringt und dem Private Equity-Investor Carlyle vor acht Monaten lediglich eine Milliarde Dollar wert war?

Der Coolness-Faktor der Marke und der Zugriff auf Image-Träger Dr. Dre wird immer wieder genannt – tatsächlich zeigte sich schon Apple-Gründer Steve Jobs vor 11 Jahren gerne mit dem Gangsta-Rapper in der Keynote.

Fester Apple-Mitarbeiter Jimmy Iovine?

Doch die eigentlich spannendere Personalie hinter dem Deal  ist Dr. Dres Geschäftspartner Jimmy Iovine, der ebenfalls 25 Prozent an Beats hält und damit vor Steuern 800 Millionen Dollar kassieren würde.

Wie am Wochenende durchsickerte, soll Iovine aktiv in das Apple-Management eingebunden werden und eine Senior-Position beim im Silicon Valley ansässigen Technologie-Riesen annehmen. Iovine würde dafür sogar seine Funktion als Vorstand des Record-Labels Interscope Geffen A&M niederlegen. Gemeinsam mit Dre soll er für Meetings nach Cupertino pendeln.

Iovine eng mit Jobs befreundet

Der Schulterschluss kommt nicht von ungefähr. Der 61-Jährige war bestens mit dem verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs befreundet gewesen. Jobs präsentierte dem Musikmogul, der sich in den 70er-Jahren seine Sporen u.a. mit der Produktion von Bruce Springssteens Meisterwerk „Born to Run“ und Alben von John Lennon, Fleetwood Mac, Patty Smith verdiente und später U2 „Rattle & Hum“ und sogar Eminem Blockbuster-Film „8 Mile“ produzierte, vor dem Launch die Demo-Version des iTunes Stores.

Wie Walter Isaacson in der Jobs-Biografie berichtet, reagierte Iovine begeistert.  Nach Angaben von Bloomberg könnte Iovine bei Apple künftig maßgeblich die Content-Strategie in der Musiksparte von iTunes neuordnen. Apple musste im vergangenen Jahr erstmals  seit dem Launch des iTunes Stores 2003 rückläufige Download-Absätze beklagen und versucht offenkundig, die Musik-Industrie zu mehr exklusiven Content-Deals nach dem Vorbild des jüngsten Beyoncé-Albums zu bewegen.

Großer Auftritt auf der WWDC?

Mit Musikmogul Iovine an Bord könnte sein Gewicht in der Musikindustrie zurückgewinnen, mutmaßen Branchenexperten. Jüngstes Gerücht: Jimmy Iovine könnte gemeinsam mit Dr. Dre bei Apples nächsten großen Keynote, der Entwicklerkonferenz WWDC am 2. Juni, auf der Bühne stehen.

Doch nicht jedem gefällt das neue Kompetenzteam: „Ich hätte lieber die Jungs von WhatsApp im Team als die Beats-Gründer Jimmy Iovine und Dr. Dre, die nun zu Visionären eines Hightech–Unternehmens aufsteigen“, legt Hedgefondsmanager Cody Willard den Finger in die Wunde.

Acqui-hire Beats: Ist Iovine auch technisch ein Impulsgeber?

Die Übernahme von Beats wird mit der Verpflichtung von Jimmy Iovine und Dr. Dre damit zum regelrechten acqui-hire. Jimmy Iovine könnte neben Angela Ahrendts zum prominenten Gatekeeper Cupertinos werden, der die Lücke, die der Dealmaker Steve Jobs gerissen hat,  in der Musik-Industrie schließt.

Dass Iovine Deals eintüten kann, ist hinreichend dokumentiert. Die gern übersehene Fußnote in der Erfolgsgeschichte von Beats fügte Gizmodo im vergangenen Jahr in einer großen Enthüllungsstory hinzu: Beats-Kopfhörer wurden vom weitgehend unbekannten Audio-Hersteller Monster entwickelt, die Iovine und Dr. Dre dann fürchterlich einseifte – das Familienunternehmen Monster wurde 2011 nach dem Teilverkauf an HTC  herausgehängt und sieht nicht einen Cent von den Apple-Milliarden.

Bleibt nur die Frage: Ist Iovine auch technisch ein Impulsgeber für Apple, der die eingerostete iTunes-Musiksparte in das Streaming-Zeitalter hieven kann? Der Auftritt auf der Digital-Konferenz D11 im vergangenen Jahr beantwortet die Frage eher nicht hinreichend...


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